Tango und Theater von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
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ISBN-10: 3819607234, ISBN-13: 978-3819607233.
Folge 2 der Cornelia-Schulze-Hartwigk-und-Ulrich-Keller-Serie.
'Tango und Theater' ist erschienen als
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In Kürze
Kohlberg ist geflohen! Der Star der Theatergruppe des Gefängnisses Brackwater konnte während der Rückkehr von einer Aufführung entkommen. Wen wird er jetzt wieder töten? – Die Mordkommission unter Leitung Conny Schulze-Hartwigks ermittelt. In Brackwater macht sich auch Gefängnislehrer Ulrich Kellermann Gedanken, aber Conny sagt: Komm mir nicht schon wieder in die Quere, Keller! Sie kommen sich aber in die Quere, der Gefängnislehrer und die Hauptkommissarin: beim gemeinsamen Tango, und überhaupt …Die Ermittlungen ziehen sich hin. Kohlberg bleibt verschwunden. Die Gefahr für die Öffentlichkeit nimmt zu. Der Druck auf die Mordkommission auch. Keller macht Urlaub auf Kuba, erneuert Bekanntschaften und nimmt Veränderungen wahr. Als er wieder zu Hause ist, bekommt er mit, wie sein Lehrerkollege Kornmüller in den Freitod geht. Er war aber doch der Regisseur der Theatergruppe! Keller begibt sich erneut auf die Suche nach Kohlberg und macht eine Entdeckung.
Das meint Krimi-Couch.de: »Vom Scheuen der Pferde – Anmerkungen zu einem Leseversuch«
Krimi-Rezension von Wolfgang Franßen überspringen
Wer kennt das Bild nicht aus dem Fernsehen? Reitturnier, Stechen, der Oxer steht bevor, doch das Pferd will nicht. Es weigert sich, über das künstliche Hindernis zu setzen, und wirft seinen Reiter ab. Wer nicht gerade ein Pferdenarr ist, den mag den grotesken Moment des Aufbegehrens womöglich amüsieren. Die Natur siegt über die Dressur, über das Barren, über die in Aussicht stehende Belohnung, das Zuckerstückchen, und der am Boden liegende Reiter sucht zumeist seinen Helm, wenn er nicht gar im Steigbügel hängt.
Horst Hensel wird sich fragen, was hat das mit mir zu tun. In meinem Roman kommen keine Pferde vor. Ich liebe den Tango, das Theater, Menschen auf der Flucht. Nur wenn der Umschlag so dreist verspricht, dass ein Leser nach der ersten Seite angefixt ist, muss sich der Roman daran messen lassen.
Die Stöße des Atems liegen auf dem Hals, Blicke irgendwohin schieben sich an die Theke, unbezähmbare Begierde greift um sich, der Po, die Kerbe wird berührt und die Gesichter sind erhitzt.
Da soll man angefixt sein?
Eher scheut man vor den nächsten Seiten zurück und zögert, die erste Hürde, die Seite 5 zu nehmen. Wie viel Klischees mögen im Verlauf des Romans auf einen warten? Vor allem, wenn im zweiten Absatz die wunderbare Frage aufgeworfen wird:»Was einem alles durch’n Kopp geht beim Dösen.«
Da ist man längst im sprachlichen Niemandsland angekommen und schreit sich die Seele nach einem Lektor aus, der einen Autor davor bewahrt, die gröbsten Fehler zu begehen und einen schnoddrigen Ausdruck mit Authentizität zu verwechseln.
Der 1947 im Ruhrgebiet geborene Hensel ist Autor zahlreicher Publikationen, darunter eines weiteren Kriminalromans mit dem Titel Tango, Trug und Teufel, der 2006 erschienen ist. Unterstellen wir ihm einmal, dass er sich auf den Tanz besser als auf den sprachlichen Ausdruck versteht, der sich in Erotik verwandeln soll.
Man fragt man sich ohnehin, wieso in der Biographie ausdrücklich darauf verwiesen wird, dass Hensel als Autor Gott sei Dank auch der Verfasser seiner Werke ist. Beinhaltet dies der Ausdruck Autor nicht schon?
Der Kritiker scheut also vor dem Kriminalroman um Conny Schulze-Hartwigks zurück und überlässt ihn den Hardcore-Fans. Er nimmt sich einmal die Freiheit heraus zu sagen: Muss das sein? Nein, es muss nicht sein. Er legt ihn zur Seite, um sich nicht zu ärgern. Horst Hensels Bandbreite: Schulpädagogik, Literatursoziologie, Gedichte, Belletristik, Sprachpolitik, bis hin zur Praxisphilosophie umfasst ein weites Feld. Zu hoffen ist, dass er zumindest dort die adäquate Sprache findet.
Die erste Seite von Tango und Theater ist nach alter Duelltradition nicht satisfaktionsfähig. Selbst Krimis muss man schreiben können. Sie unterliegen Gesetzen. Auch wenn sie womöglich als niedere Gattung angesehen und im Universitätsalltag gerne als augenzwinkernde Fingerübung betrachtet werden, besitzen sie Sprache und zeichnen sich durch ausgefeilte Plots aus. Die ewige Diskussion über E- und U-Literatur in Deutschland sollte nicht dazu führen, dass der Krimi als niedere Gattung alles aushält.
Zurück zu den Pferden. Zumeist müssen sie in den Parcours zurück. Bei Pferden kennt man keine Gnade. Manche von ihnen werden auch erschossen.Wolfgang Franßen, Dezember 2009
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| Nadir36 zu »Horst Hensel: Tango und Theater« | 02.03.2010 |
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| Carsten Hagemeier zu »Horst Hensel: Tango und Theater« | 02.03.2010 |
