Die Zwillingsfalle von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2000
bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Düsseldorf, 1990 - heute.
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Dortmund: Grafit, 2000.
ISBN:
3-89425-238-3. 351 Seiten.
- Paris: Gallimard, 2003 Coups Doubles. Übersetzt von Françoise Merle. Série Noire; Bd. 2677. 414 Seiten.
'Die Zwillingsfalle' ist erschienen als
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In Kürze:
Ela Bach will Leiterin des KK 11 bei der Düsseldorfer Kripo werden und hat mit Intrigen und Vorurteilen zu kämpfen. Leo Köster ist mit Leib und Seele Angehöriger des Spezialeinsatzkommandos. Doch er steckt im Scheidungsstress, bekommt das Zittern in den Händen, und als er bei einem Einsatz einen Kollegen lebensgefährlich verletzt, wird er zur Kriminalwache versetzt. Martin Zander vom Einsatztrupp der Polizeiinspektion Nord geht »Nebentätigkeiten« nach. Er unterschlägt Diebesgut und macht auch schon mal selbst einen Bruch. Allmählich muss Zander befürchten, dass ihm die internen Schnüffler der »Festung« auf die Schliche kommen. Ein Aufsehen erregender mehrfacher Mord in der Sauna eines Fitnesscenters lässt die Wege der drei sich kreuzen. Köster, der die Tat entdeckt, kennt eines der Opfer – mit Ilka Fischer war er an dem Mordabend noch verabredet. Zander muss feststellen, dass auch Arnie Haffke in der Sauna saß, sein Partner im Einsatztrupp wie auch bei seinen illegalen Geschäften. Und Ela Bach leitet die Soko, die den oder die Täter finden soll – die Chance, sich zu profilieren. Jeder der drei stellt seine eigenen Ermittlungen an, jeweils den eigenen Interessen folgend …
Ela Bach, Kommissarin bei der Mordkommission, ist die designierte Nachfolgerin ihres Chefs Ben Engel. Auch, weil die Frauenquote auf Führungsebene erfüllt werden soll. Die ehrgeizige Kommissarin sieht sich Anfeindungen älterer männlicher Kollegen ausgesetzt. Ihr Ehrgeiz lässt sie das Mobbing am Arbeitsplatz ertragen. Sie untersucht den Tod einer alten Dame in der Wohnung eines jungen Paares. Das Paar ist überfallen worden, die Frau wurde sogar vergewaltigt, aber von einer Anzeige wollen die jungen Leute nichts wissen.
Leo Köster, Anfang 40, erster Mann in einem Sondereinsatzkommando der Düsseldorfer Polizei, kann die Schusshand nicht mehr ruhig halten. Nervöse Zuckungen? Als er bei einem Einsatz, der einem der mutmaßlichen Einbrecher aus obigem Fall gilt, einen Kollegen anschießt und tödlich verletzt, wird er stillschweigend zur Kripo versetzt. Er verliebt sich beim sonnenbaden in eine kokainsüchtige Mittzwanzigerin.
Netter Job: Untersuchen sie den Diebstahl von Latexunterwäsche aus der Wohnung einer SM-Fetischistin
Martin Zander, Kommissar in der EK Wohnungseinbruch, untersucht gerade den Diebstahl von Latexunterwäsche aus der Wohnung einer SM-Fetischistin. Erhat eine nette Möglichkeit gefunden, sein bescheidenes Gehalt aufzubessern, denn unter Mithilfe seines Partners Arnie Haffke verkauft er Diebesgut an einen Hehler und trickst dabei die Verbrecher, die für die Einbrüche verhaftet werden, aus. Aber er droht aufzufliegen, als einem Dieb die Flucht aus dem Knast gelingt. Den Flüchtigen erschießt er während eines Einsatzes vor den Augen von Ela Bach in offensichtlicher Notwehr.
Drei Protagonisten, die in unterschiedlichen Bereichen bei der Düsseldorfer Polizei ermitteln, sich in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden und die auf wundersame Weise zu einem Team werden. Denn als etwa gegen Mitte des Romans »Die Zwillingsfalle« von Horst Eckert sechs Menschen erschossen in der Sauna eines Bodybuilding-Studios gefunden werden, sind sowohl die schöne Mittzwanzigerin, in die sich Köster verguckt hat, als auch Zanders Polizeikollege Haffke unter den Opfern. Und Ela Bach kann sich als Koordinatorin der Polizeiarbeit in der extra gegründeten SoKo Sauna profilieren.
Drei Handlungsstränge zu festem Zopf zusammengeknüpft
Drei Handlungsstränge, die zu Beginn des Romans meilenweit auseinander liegen, werden mit Fortschritt der Handlung immer enger zu einem festen Zopf geknüpft. Wie sich zeigt, verbinden sie bereits die kleinen Fälle, an den sie arbeiten, doch der grausame Saunamord führt die Spuren zusammen. Und langsam offenbart sich ein Familien- und Beziehungsdrama in den Kreisen der High Society. Der Vorstandsvorsitzende des Mobilfunkkonzerns Geminag, der gerade von der britischen Skyphone aufgekauft wird, könnte das nächste Opfer des Saunamörders sein.
Es fällt schwer, die Zwillingsfalle mit wenigen Worten zusammenzufassen. Eine Vielzahl von Verbindungen besteht zwischen den Figuren der Handlung. Ein dichtes Beziehungsgeflecht mit vielen überraschenden Wendungen. Zwei Halbgeschwisterpaare, die lange Zeit nichts voneinander, bzw. von ihren leiblichen Vätern wussten, weisen schließlich einen Weg aus dem komplizierten, aber durchaus überschaubaren Wirrwarr von verbotener Liebe. Ebenso führen viele kleine Verbrechen zu einem offenbar unausweichlichen Höhepunkt, wobei jede Missetat, sei sie auch noch so klein, notwendig ist, um am Ende eine stringente und logisch aufgebaute Lösung des Falles zu präsentieren.
Handwerklich war dieser Krimi sicherlich eine Herausforderung für den Autor. Inspiration für den Fall hat er offenbar aus der Übernahmeschlacht um den Düsseldorfer Mannesmann-Konzern gezogen. Wahrscheinlich haben ihn auch die immer wieder haarsträubenden Familiendramen aus der ARD-Vorabendserie »Verbotene Liebe« belustigt, die ebenfalls in Düsseldorf spielt. Jedenfalls erhält die Erzählung dadurch und durch die guten Ortsbeschreibungen einen weithin erkennbaren Düsseldorfer Lokalkolorit.
Eckerts Ideenvielfalt und erzählerisches Talent ist begeisternd
Was bei Eckert immer wieder begeisternd ist, ist seine Ideenvielfalt und sein Talent, die Erzählung durch neue Wendungen zu bereichern. Auch bei diesem Buch gilt wieder die Feststellung, dass andere Autoren womöglich drei Romane aus dem Stoff produziert hätten. Eckert hat drei Helden (oder sind es Antihelden?), alle zeichnen sich durch unterschiedliche Charaktere und Motivation aus. Keiner der drei kann dem Leser eigentlich richtig sympathisch werden, am ehesten gewinnt man Mitleid mit dem offenbar erkrankten Köster. Es ist typisch für Eckert, dass unter den Polizisten Komplott und Intrige gepflegt werden. Geltendes Recht wird gebogen und es werden sogar aktiv Verbrechen begangen.
Ein Krimi, der dem Leser Spaß bereitet, weil man merkt, dass er mit viel Spaß geschrieben wurde. Es ist interessant, die Fortentwicklung der Zusammenarbeit der drei Kollegen zu beobachten. Die Auflösung bietet eine gehörige Portion Action und Spannung. Nach dem kurzen Epilog war ich überraschender Weise ein wenig traurig, dass der Krimi schon beendet war. Gerne hätte ich über die weitere Entwicklung der gerade aufkeimenden Freundschaft der drei Fahnder gelesen. Aber vielleicht hat sich der Autor diesen Stoff ja für einen noch nicht geschriebenen Roman aufgehoben.
Das meinen andere:
Eckert kombiniert virtuos psychologische Elemente, realitätsnahe Figuren und spannende Actionszenen miteinander. Sein Erzählweise ist knapp, hart und überaus passend." (Der Bücherfreund)
»Ein shakespearisches Ende. Ein Mantel nach dem anderen fällt, und darunter sind die Westen fleckig – durch fremdes oder eigenes Blut.« (Rheinische Post)
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| marco zu »Horst Eckert: Die Zwillingsfalle« | 18.08.2009 |
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| Harald Schüttelhöfer zu »Horst Eckert: Die Zwillingsfalle« | 19.05.2007 |
| Steve1 zu »Horst Eckert: Die Zwillingsfalle« | 23.11.2005 |
| TM zu »Horst Eckert: Die Zwillingsfalle« | 06.04.2005 |
| pet zu »Horst Eckert: Die Zwillingsfalle« | 04.01.2005 |
