Der Absprung von Horst Eckert

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Edition Nautilus.

  • Hamburg: Edition Nautilus, 2006. ISBN: 978-3894014971. 64 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2007. Gesprochen von Burghart Klaußner. ISBN: 3899034562. 1 CDs.

'Der Absprung' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Tom Giering ist SEK-Beamter und ein Mann für die ganz harten Fälle. Ein Job, der Spuren hinterlässt, eine zerrüttete Ehe, der Kampf um das gemeinsame Kind. Und dann eines Tages macht er auch noch einen folgenschweren Fehler. Seine Kugel trifft bei einer brisanten Aktion anstelle des Täters einen Kollegen. Seine Hand hatte gezittert. Die Diagnose ist erschütternd: Parkinson. Was das für seinen Job heißt, ist ihm klar. In seiner Verzweiflung plant er den ganz großen Coup. Und sein Sohn Dani soll mit von der Partie sein.

Das meint krimi-couch.de: »Lila Geldscheine gibt es doch gar nicht...« 48°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Es ist August 2006 und der Verlag Edition Nautilus startet eine neue Serie unter dem Titel Kaliber .64 – Einzeln verlegte Kurzkrimis im Format eines aufwändig gestalteten Reclam-Heftchens, jeder über eine Länge von exakt 64 Seiten. Der interessanteste unter den sechs Autoren, mit denen die Reihe parallel startet, dürfte dabei Horst Eckert sein, zuletzt im Gespräch, da seine Kurzgeschichte in der Anthologie Blutgrätsche (grafit-Verlag) über die Machenschaften beim Bau der Düsseldorfer LTU-Arena treffsicher einen wunden Punkt beim dortigen Oberbürgermeister getroffen hatte. Hat der Düsseldorfer nun den »Absprung« gesucht und ist vom Rhein an die Alster zu dem kleinen Hamburger Verlag gewechselt.

Wer seine Erzählung liest, wird schnell wissen, wer hier einen Absprung sucht: der SEK-Beamte Tom Giering ist an Parkinson erkrankt und kann seinen geliebten Job nicht mehr ausüben. Er soll zurück ins zweite Glied, Büroarbeit. Nichts für einen Mann der Tat. Hinzu kommt der dauernde Kampf um seinen Sohn. Er will ausreißen, am besten ohne sich über materielle Dinge Gedanken machen zu müssen. Deshalb plant er auf die Schnelle den großen Coup. Die nahende Euro-Einführung bringt ihn auf eine glorreiche Idee.

Doch, inzwischen gibt es lila Geldscheine …

Hoppsa, aber der Euro ist doch schon längst eingeführt. Welchen Knopf haben wir gedrückt, dem wir diese Zeitreise zu verdanken hätten? Und obwohl alles darauf hindeutet, dass gemäß Verlagsangaben die Geschichte mit »© Edition Nautilus 2006« blendend neu ist, ist sie das in der Tat nicht. Wer kommt heute noch auf die Idee, einen Krimi über die Auslieferung der Euro-Noten zu schreiben? Gut und gerne fünf Jahre hat das kleine Krimileinchen schon auf dem Buckel, stand in der Zeit auch schon mal mehrere Monate auf der Homepage des Autors und dürfte seinen treuesten Fans daher schon längst vertraut sein. Es fällt nicht auf, dass der Autor elementare Veränderungen an der Handlung vorgenommen hätte; vielleicht hier und da noch ein wenig Schmuckwerk, aber das Grundgerüst hat Bestand.

Durch die Vorgabe von 64 Seiten in vergleichsweise kleinem Format kommt der Autor auch leider nicht dazu, seine Stärken auszuspielen. Seine sonst so vielschichtigen Charaktere und das meisterhafte Verknüpfen von mehreren Handlungssträngen sind auf den wenigen Seiten einfach nicht zur vollen Entfaltung zu bringen. Für Berufspendler ist es eigentlich eine optimale Lektüre, braucht man doch nicht mal eine Dreiviertelstunde, um durch die mit viel Schwung und Leichtigkeit geschriebenen Seiten des Büchleins geflogen zu sein. »Der Absprung« ist eine für sich genommen durchaus unterhaltsame Kurzgeschichte und Eckert kann damit eine Duftmarke setzen. Für eine echte Visitenkarte reicht es allerdings bei weitem nicht. Und die Fans, die sehnsüchtig auf den achten Roman des Düsseldorfers warten, dürfen sich noch ein wenig mehr gedulden, ehe sie wirklich neues von ihm zu lesen bekommen.

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Schrodo zu »Horst Eckert: Der Absprung« 21.08.2009
Den SEK – Beamten Tom Giering hat´s voll erwischt. Bei einer Aktion erschießt er anstelle des Täters einen Kollegen. Er hat das zittern seiner Hand nicht unter Kontrolle. Diagnose Parkinson. Dazu noch die Scheidung von seiner Frau und der Streit um das Sorgerecht des Sohnes. Aus Angst um seine Zukunft plant er das ganz große Ding.
Eine kleine Geschichte für den Nachmittag am Strand oder im Garten. Nicht so ausführlich charakterisiert wie sonst beim guten Horst üblich, aber für 73 Minuten Hörbuch oder 61 Seiten als Taschenbuch ist das ganz Ok.
J.H. zu »Horst Eckert: Der Absprung« 02.12.2006
"Der Absprung" ist ein sehr kurzes Buch, das natürlich nicht mehrere Handlungsstränge nebeneinander ermöglicht. Genau das soll ja aber Sinn der Reihe sein, in der das Buch erschienen ist. 64 Seiten und Schluss. Dafür ist die Geschichte eben auch "auf den Punkt" erzählt, mit einem Ende, das bei mir einen dicken Kloß im Hals verursacht hat. Ich finde es auf jeden Fall empfehlenswert.
Übrigens: Ich habe noch gar nicht so lange einen Internet-Zugang und kannte deshalb auch die Geschichte noch nicht.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Horst Eckert zu »Horst Eckert: Der Absprung« 23.10.2006
Was spricht dagegen, eine Geschichte in der jüngeren Vergangenheit handeln zu lassen? Was spricht dagegen, dafür (neben anderen Elementen) eine Kurzgeschichte zu verwenden, die nur wenige kennen dürften, da sie im Buchhandel gar nicht erhältlich ist? fragt mit freundlichem Gruß der Autor
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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