Tod im Thiergarten von Horst Bosetzky

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei Jaron.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Preußen, 1800 - 1869.

  • Berlin: Jaron, 2011. ISBN: 978-3897736672. 288 Seiten.

'Tod im Thiergarten' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Berlin im Jahre 1842: Am Rande des Tiergartens wird der junge Schneidergeselle Ludwig Dölau, ein Spitzel des Geheimrates Dr. Wiesenburg, erhängt aufgefunden. Kurze Zeit später baumelt ein weiterer Geselle – ebenfalls ein Schnüffler – an einem Ast im Tiergarten. Beide hinterlassen einen Abschiedsbrief, der von einer »schweren Schuld« spricht. Der ebenso staatstreue wie uninspirierte Kriminalkommissar Werpel legt die beiden Fälle als Selbstmorde ad acta. Doch der adlige Freizeitermittler Christian Philipp von Gontard geht der Sache auf den Grund und stößt bald auf die Studenten Putte und Rakow, die der Geheimgesellschaft »Bund der Gerechten« angehören. Deren vielsagende Devise lautet: »Tod allen Spitzeln!«. Ein weiterer Mord, dieses Mal an Casimir Obornik, einem gerissenen Lederhändler aus Lissa und ebenfalls Spitzel, wirft neue Fragen auf, und von Gontard hegt plötzlich einen schrecklichen Verdacht gegen seinen Freund Magnus Kahlbaum.

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tom_ate zu »Horst Bosetzky: Tod im Thiergarten« 30.01.2012
Der „Criminalroman“ spielt 170 Jahre vor unserer Zeit. Durch die sehr genauen Beschreibungen des Lebens in der Stadt und dem Treffen und Mitwirken von (heute noch bekannten und berühmten) Persönlichkeiten ist es ein interessantes Werk für Berlin-Fans. Mit einem Stadtplan (von 1857) und einer Lupe bewaffnet folgte ich den Spuren des passionierten Freizeit-Ermittlers Christian Philipp von Gontard (einem Offizier und Lehrer an der Artillerieschule) durch die Straßen der Residenzstadt im Jahr 1842 .

Bis hierher hat mir das Buch großen Spaß bereitet. (85° dafür).

Was ich aber trotz Spurensuche zu meinem Leidwesen nicht fand war der „Criminalfall“.

Immerhin, zwei Spitzel der Politischen Polizei erhängen sich selbst (?) im Thiergarten, ein weiterer kann einem Anschlag knapp entgehen und ein vierter Verräter wird erstickt. Daraus könnte man einen tollen Fall unter dem Motto „Tod allen Spitzeln“ gestalten, aber der Autor vergisst über die Detailtreue einfach den spannenden Krimi.

Die allmächtige Politische Polizei weiß zwar fast alles, ist aber nicht in der Lage, die Killer zu ermitteln, die „normale“ Polizei ist zudem noch unfähiger. Ein Glück, dass wenigstens der Amateur Christian Philipp von Gontard den Fall löst. Auf den letzten paar Seiten wird kräftig aufgelöst.

Der größte Lacher: Die Täter flüchten knapp vor dem Zugriff der Staatsmacht mit einer Kutsche „durch die Landsberger Straße Richtung Landsberger Thor und russischer Grenze.“

Auch auf diesen 1326 Kilometern (Luftlinie wohlbemerkt!) bis in das Herz des Zarenreichs können sie nicht von Preußens Gloria geschnappt werden.

Leider nur 40°
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