Marathon von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006
bei Emons.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Köln/Bonn, 1990 - 2009.
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Köln: Emons, 2006.
ISBN:
978-3897054509. 200 Seiten.
'Marathon' ist erschienen als
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In Kürze:
Köln jubelt den Teilnehmern des Köln-Marathons zu. 42,195 knochenharte Kilometer – für Ingo Gassmann soll es der Lauf seines Lebens werden. Ist es auch sein letzter? Selbst Kommissar Gröber packt der Ehrgeiz, seinen überzähligen Pfunden und dem normalen Midlife-Crisis- Frust davonzulaufen. Doch so recht kann er sich nicht konzentrieren. Die Kölner Mordkommission hat alle Hände voll zu tun, denn innerhalb weniger Tage werden drei Männer grauenhaft ermordet aufgefunden. Wer ist der hagere Mann, der an allen Tatorten gesehen wurde und den Gröber vergeblich in einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd zu stellen versucht? Während des Marathons kommt es schließlich zur Klärung aller Fragen in einem dramatischen Zieleinlauf.
Das meint Krimi-Couch.de: »In dieser Leichtigkeit eine wahre Seltenheit«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Ingo Gassmann hat seine Erfüllung gefunden: den Marathon. Der Enddreißiger ist seit Jahren ein passionierter Läufer und hat sich fast neun Monate konsequent auf seinen zehnten Marathon vorbereitet. Während dieser 9 Monate ist er jedoch auch in eine tiefe Sinnkrise geraten, seine Trainingsläufe nutzt er mehr und mehr zum philosophieren – über das Laufen und über das Leben.
Eine grausame Mordserie hält in der Woche vor dem Marathon die Stadt Köln in Atem. Drei Männer werden innerhalb weniger Tage in ihren Wohnungen erstochen und an verschiedenen Stellen in der Stadt ausgeblutet aufgefunden. Bei der Kripo tappt Kommissarin Remmer mit ihren Kollegen zunächst absolut im Dunkeln. Der Zusammenhang zwischen den Zahlen, die in Blut geschrieben die Tatorte zieren, will sich den Ermittlern einfach nicht erschließen. Aber durch Zufall finden sie heraus, dass sich die Opfer vor über zwanzig Jahren kannten und ein düsteres Geheimnis aus dieser Zeit zu verbergen hatten. Der vierte Mann aus diesem Freundeskreis ist Ingo Gassmann und die Mordserie wartet noch auf einen Abschluss …
Erstklassiger Sportkrimi
Helmut Frangenberg beweist mit seinem zweiten Kriminalroman viel Enthusiasmus für den Laufsport. Die Erkenntnisse seines Protagonisten Ingo Gassmann sind fundiert und man nimmt ihm seine bedingungslose Laufleidenschaft unumwunden ab. Lebenskrise, Selbstfindung, Abrechnung mit der Vergangenheit. Mit Gassmann hat Frangenberg ein Medium entworfen, das sowohl Gedankenschwere als auch die vollkommene Leere im Kopf während eines Langstreckenlaufes vermitteln kann. Dieser so zwiespältige Charakter wird daher wohl auch am ehesten von passionierten Hobbyläufern als absolut authentisch wahrgenommen.
Wer sich so mit dem Thema Laufsport beschäftigt, der dürfte selber passionierter Läufer sein. Frangenberg schafft es aber, auch durchaus kritische Untertöne anzustimmen, spricht von der Vereinsamung des Läufers während der Vorbereitung und der Unsinnigkeit, sein Leben dem Laufen unterzuordnen. So finden sich in diesem Roman beide Seiten wieder: die begeisterten Läufer und ihre in Mitleidenschaft gezogenen Lebenspartner, die mit Laufen überhaupt nichts anfangen können. Nicht nur hierzu gratulieren wir dem Autor, der mit einem doch sehr speziellen Thema eine relativ große Leserschaft ansprechen kann.
Facettenreich und tiefgründig
Doch nicht nur die Laufszene wird emotional und ansprechend gewürdigt. Auch die Polizeiarbeit und die Verbrechen, die im Vorfeld des Kölner Großereignisses geschehen hat der Autor in einem sehr fesselnden und vielschichtigen Plot erfasst. Angefangen von der zeitweiligen Unzufriedenheit der Polizisten mit ihren Arbeitsbedingungen, über die planvoll inszenierte Mordserie und den Druck bei der Aufklärung der Morde. Wenn dann der Autor auch noch mit einem überraschenden Finale aufwarten kann, stimmen die Zutaten für einen gelungenen Roman.
Frangenberg hat einen betont lockeren Krimi geschrieben. Nicht nur, weil sich die Ermittlungsarbeiten der Kölner Kripo in einem Zug mit großem Spaß lesen lassen. Der Autor versteht es nämlich außerdem, immer wieder mit einem Augenzwinkern Situationen zu kommentieren und zu werten. Sein Humor ist fein, manchmal auch erst auf den zweiten Blick ersichtlich und weit davon entfernt, in Klamauk zu münden. Auch der »Kölsche Klüngel« kriegt so sein Fett weg. In dieser Leichtigkeit geschrieben sind Sportkrimis eine wahre Seltenheit.
Thomas Kürten, Februar 2007
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