Tod im Pfarrhaus von Helene Tursten

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Glasdjävulen, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Göteborg, 1990 - 2009.

  • Stockholm: Alfabeta / Anamma, 2002 unter dem Titel Glasdjävulen. 277 Seiten.
  • München: btb, 2003. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 3-442-75098-9. 352 Seiten.
  • München: btb, 2004. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 3-442-73233-6. 349 Seiten.
  • München: btb, 2005. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 3-442-73447-9. 349 Seiten.

'Tod im Pfarrhaus' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch E-Book

In Kürze:

Drei Leichen geben der Polizei Rätsel auf. Hat man es mit einer Familientragödie zu tun? Oder finden sich die Täter gar in kirchlichen Kreisen? Die Göteborger Polizei steht vor einem Rätsel. Zu sinnlos erscheinen die Morde an drei Menschen aus ein- und derselben Familie. Zu schwer durchschaubar sind die Zusammenhänge. Zuerst wird Jacob Schyttelius gefunden. Der junge Lehrer liegt tot im Ferienhaus seiner Eltern, wo er seit seiner Scheidung lebte. Als man diesen die Nachricht überbringen will – dem Pfarrer Sten Schyttelius und seiner Frau Elsa – stößt man auch hier auf ein Verbrechen: Beide liegen blutüberströmt im Bett, offensichtlich im Schlaf erschossen. Die erste und einzige Spur ist ein Pentagramm, das der Täter in beiden Fällen hinterlassen hat. Ist der Mörder unter den Satanisten zu suchen, die im Vorjahr eine kleine Holzkirche unweit des Sommerhauses niederbrannten und denen Vater und Sohn auf der Spur waren? Schon bald merkt Inspektorin Irene Huss, dass die Sache nicht so einfach ist. Der Kreis der Verdächtigen ist größer als gedacht: Da gab es Streit zwischen zwei Geistlichen, die Organistin übt sich in weißer Magie, und welches Geheimnis umgibt eigentlich die einzige Überlebende der Familie Schytellius, die Tochter Rebecka?

Das meint Krimi-Couch.de: »Wolf im Schafspelz« 46°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Drei Tote in einer Nacht. Kommissar Andersen wird von seinem Schwager, einem Schuldirektor, informiert, dass ein Lehrer an seiner Schule nicht zum Unterricht erschienen ist. Irgendwas stört den Kommissar an dieser Nachricht, dass er sofort seine Kollegin Irene Huss in den Wagen packt und mit ihr zum Haus des Lehrers fährt. Der junge Mann liegt hier tatsächlich tot im Flur. Aber es kommt noch dicker: Als Irene Huss die Eltern des Lehrers, ein Pfarrerpaar, informieren will, findet sie sie erschossen in ihrem Bett im Pfarrhaus. Alle drei mit dem selben Gewehr getötet. Darüber hinaus sind die Festplatten der Computer in beiden Häusern irreparabel gelöscht und auf den Monitoren ist mit dem Blut der Toten ein umgedrehtes Pentagramm in einem Kreis gezeichnet. Die Morde hängen eindeutig zusammen, aber haben sie mit der Satanisten-Szene zu tun?

Bei Gesprächen mit dem Kirchenpersonal findet Irene Huss heraus, dass der Pfarrer in der Tat Satanisten über das Internet auf der Spur war, die einst eine Waldkapelle abgefackelt haben. Da die Tatorte jedoch nicht die Spuren von Ritualmorden erkennen lassen, scheint Irene Huss von Anfang an skeptisch zu sein, dass die Täter im Umkreis von Teufelsverehrung und schwarzen Messen zu finden sind. Auch als Irene Huss bei der Organistin der Gemeinde an einer spiritistischen Sitzung teilnimmt und eine übersinnliche Erfahrung macht, bringt sie das bei den Ermittlungen nicht weiter.

Unterstützung von Scotland Yard

Die Tochter der Pfarrersleute lebt in London und ist dort als Informatikerin tätig. Ist sie eventuell auch in Gefahr und hat es jemand darauf angelegt, die Familie auszulöschen? Von Glen Thomsen von Scotland Yard bekommt Irene Unterstützung, er macht Rebecka ausfindig und berichtet der Göteborger Kommissarin, dass sie psychisch krank und momentan nicht vernehmbar sei. Aber die schwedische Polizei kommt bei ihren Ermittlungen noch immer nicht weiter und die einzige, die vielleicht neue Erkenntnisse bringen könnte, ist Rebecka. Irene Huss muss nach London und erfährt dort den massiven Widerstand gegen ihre Vernehmung seitens Rebeckas Psychiater und seitens ihres Arbeitgebers. Versuchen die beiden Männer, eine ernsthaft kranke Frau zu schützen oder wollen beide etwas vor der Polizei verbergen?

Helene Tursten schreibt mit viel Hingabe, Leidenschaft und Detailverliebtheit. Das spürt man daran, dass sie mit sehr viel Energie das Geschehen an Nebenschauplätzen schildert: Das Privatleben der Kommissarin, die Fälle einiger Arbeitskollegen bei der Polizei, die Beschreibung sämtlicher Häuser und Grundstücke, die Irene Huss im Laufe der Ermittlungen besucht. Hier ist sie sehr intensiv, geht auf jedes noch so kleine Detail ein. So wird das gesamte Umfeld lebensecht, facettenreich und ist dem Leser greifbar nahe.

Dringlichster Wunsch: ein klein bisschen Spannung

Als Leser wünscht man sich allerdings spätestens nach der Hälfte, dass Tursten ihre schriftstellerische Energie lieber auf einen interessanten Kriminalfall und vielleicht ein klein wenig Spannung verwendet hätte. Eigentlich nur ein origineller Einfall – die oben schon angesprochene spiritistische Sitzung – ist einfach zu wenig für einen guten Krimi. So erfährt man, wie Irene sich bei den ungeliebten Nachbarn mit einem jungen Kätzchen dafür entschuldigt, weil ihr Hund die alte Katze tot gebissen hat.

Es wird von den beiden Töchtern der Kommissarin erzählt, die eine will an einer Schönheitskonkurrenz teilnehmen, die andere bringt zu Ostern ihren Rockerfreund mit nach Hause. Es wird ein kalorienreiches Ostermahl beschrieben und bei den Besuchen der Kommissarin in London nimmt das Sightseeing einen höheren Anteil ein als die Ermittlungen. Dann wird sie offenbar gezielt Opfer eines Überfalls, dem sie dank ihrer Nahkampfkenntnisse entkommt. Es wird aber nicht geklärt, ob sich ein Auftraggeber hinter dem Angriff verbirgt. In der Heimat bricht ein Bandenkrieg zwischen Rockern aus. Irene führt auch hier Verhöre durch. Alles Sachen, die zwar gut erzählt werden, für die Fortentwicklung des Haupthandlungsstrangs aber überflüssig sind wie ein Kropf.

Man will nicht mehr hören, wie Tapetenmuster aussehen

Und der Kriminalfall? Eigentlich enttäuschend. Schon sehr früh hat man auch als Leser den Eindruck, dass die Spuren, die auf Satanisten hindeuten, gewollt platziert auf eine falsche Fährte führen sollen. Man vermutet auch sehr früh, dass die Pfarrersfamilie ein dunkles Geheimnis bergen muss. Diese Vermutung stellt sich sogar schon vor der spiritistischen Sitzung ein. Auch die Auflösung des Falles ist am Ende keine Überraschung mehr. Eigentlich nur verwunderlich, wie man es schaffen kann diesen Fall auf 350 Seiten in die Länge zu ziehen.

Irgendwann reicht es, da ärgert man sich, da will man nicht mehr hören, wie Tapetenmuster aussehen. Und selbst ohne das ganze Füllmaterial, ohne diesen immer wieder aufkeimenden Ärger – der Roman wäre dann vielleicht gerade mal 150 Seiten lang – hielte sich die Begeisterung eines Krimiliebhabers in Grenzen.

Ihre Meinung zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus«

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Achim Thiel zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 03.05.2008
Guter Krimi
H.Tursten ist der weibliche H.Mankell.
Inspektorin Huss ist wie Wallander
immer spannend zu lesen.
Auch der Krimi Der Novembermörder liest sich sehr gut.
bg zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 10.04.2008
Das ist wohl das letzte der Bücher von H. Tursten, das ich gelesen habe. Gepflegte Langeweile ist zwar hinundwider ganz nett, aber mit aberwitzigen magischen Sitzungen gewürzt, eine doch zu starke Zumutung.
Wahrscheinlich zuviel Steven King gelesen oder mal eben in Goa gewesen.
Regenfreund zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 01.03.2007
Helllila Top oder besser ein weisses ? Schwarze oder dunkelblaue Schuhe ? Der Hund frisst die Katze. Spargel in Butter gedünstet. Satan und Mutter Erde, dazwischen Rocker und Schottland. Recht Zäh. 50 Grad
Fee zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 03.01.2007
Das war das erste Buch, das ich von Helene Tursten gelesen haben und da ich nun auch die anderen Bücher fast durchhabe muss ich sagen, dass mir dieses Buch überaus gut gefallen hat!

Die Meinung, dass die Autorin zu viele Details verwendet, kann ich ganz und gar nicht teilen! Gerade diese Eigenschaft machte mir das Buch so schmackhaft, so dass ich gar nicht mehr aufhören wollte und konnte zu lesen! Man konnte sich so gut in die Szenen und Charaktere hineinversetzen, dass man glauben konnte mitten im Geschehen zu stehen!
Jedoch mangelt es auch nicht an schlimmen Details, wie in diesem Band, werden einem auch nicht die Schattenseiten der Familie vorenthalten und genau da liegt noch eine Sache, die ich an dieser Autorin so mag! Sie erzählt Sachen, die tagtäglich in der Welt stattfinden und odch nur, in einzelnen Fällen an die Öffentlichkeit gelangen und erst dann Schrecken erregen!
Und auch, dass die Familiensituation von Irene geschildert passt unheimlich gut in das Buch und macht es unheimlich symphatisch!

Ich fand das Buch unheimlich gut! Und kann es nur weiterempfehlen!
Juliane zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 21.12.2006
Dies war mein erstes Buch von Helene Trusten und ich glaube auch nicht das ich noch mal ein Buch von ihr lesen werde. Bei diesem Buch muss ich auch sagen das ich es nicht ganz zu Ende gelesen habe da es mir einfach zu langwierig wurde und ich kaum und wenn überhaupt nur einen ansatz von Spannung finden konnte. Zwar waren die Hintergrund Informationen die man bekommen hat teilweise recht interessant und habe ein genaueres Bild von der Kommisarien vermittelt
andere waren meiner Meinung nach allerdings vollkommen überflüssig und habe das ganze nur in die länge gezogen. Viellicht werde ich die ungefähr letzten 50 Seiten an einem besonders langweiligen Tag, wenn ich sonst nichts zulesen habe beenden, aber so neugirig wer der Mörder ist bin ich bei diesem Buch nun wahrlich nicht. Anderen mag dieser langwierige und Spannungslose aufbau gefallen ich gehöre aber definitiv nicht dazu.
Jens zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 07.02.2006
So mieß wie in einigen Meinungen dargestellt ist dieses Buch wirklich nicht. Die "überflüssigen" Details wegzulassen wäre ja auch ziemlich öde, da man in schlechten Krimis immer sofort weiß: "Oha, das ist für den Fall wichtig", sobald irgendetwas detailierter beschrieben wird.
Eigentlich ließt sich der Roman sogar ganz flüssig...

Insgesamt: Sicherlich kein Reißer aber auch nicht viel schlechter als die anderen Tursten-Krimis (wie man ja an der Krimi-Couch-Wertung abzulesen meint...)
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Hans zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 09.06.2005
Überladen mit unwichtigen Details bleiben die Chraktere und der Plot unüberzeugend, die Handlung wirkt sprunghaft und nur schwer nachvollziehbar.
Ein nicht fesselndes, spannungsloses Buch.
Nicht kaufen, nicht mal leihen.
Anja S. zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 06.06.2005
Dieser Krimi wird leider erst in den letzten 50 Seiten ein bisschen spannend. Vorher sehr zaehfluessig und vor sich hin plaetschernd mit unendlicher Detailverliebheit und belanglosen Nebensaechlichkeiten.
Werde dieses Buch der Krankenhausbuecherei stiften und es nicht weiterempfehlen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Achim zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 08.03.2005
Eine sympathische Inspektorin, eine nette Familie, interessante Kollegen, auch der Fall ist nicht "ohne", aber vor lauter (wirklich gut beschriebenen) Details kommt die Geschichte nicht richtig in die Gänge. Mein viertes Buch von Helene Tursten, ich komm mir wie in einer Familienserie vor, aber für einen Krimi hat es einfach zu wenig Spannung, es verdichtet sich nichts, dafür immer wieder ausführliche, aber lästige Nebensächlichkeiten, und ein ziemlich abrupter Schluss….
Ist als Fallstudie schwedischen Lebens gut zu lesen, aber für einen Krimi fehlt mir der Biss.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Patrick zu »Helene Tursten: Tod im Pfarrhaus« 17.02.2005
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Gerade die Details finde ich sehr wichtig, da diese die ganze Geschichte sehr lebendig und real machen.
Toll fand ich auch, dass Irene durch halb Europa tourt. Das lässt nicht nur mein Fernweh nach Skandinavien, sondern auch nach England und Schottland wachsen.

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