Der im Dunkeln wacht von Helene Tursten

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel Den som vakar i mörkret , deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Göteborg, 1990 - 2009.

  • Stockholm: Piratförlaget, 2010 unter dem Titel Den som vakar i mörkret . 330 Seiten.
  • München: btb, 2010. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 978-3-442-75279-9. 320 Seiten.
  • München: btb, 2012. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 978-3-442-74346-9. 320 Seiten.

'Der im Dunkeln wacht' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch E-Book

In Kürze:

Zwei erdrosselte Frauen, in Plastikfolien verpackt. Fundort: zwei Friedhöfe rund um Göteborg. Dem Team um Kriminalinspektorin Irene Huss ist schnell klar, dass es sich um einen Serientäter handeln muss. Beide Opfer waren alleinstehend, beide waren Mitte vierzig, bei beiden fand sich ein Foto mit einer verschlüsselten Botschaft an der Wohnungstür – mit einer Chrysantheme liebevoll verziert. Was Irene Huss nicht weiß: der Mörder hat bereits ein neues Opfer im Visier, und zwar sie.

Das meint Krimi-Couch.de: »Helene Tursten legt die Patience nicht neu« 43°

Krimi-Rezension von Ines Dietzsch

Irene Huss, Ermittlerin des Dezernats für Gewaltverbrechen in Göteborg muss in ihrem neuesten Fall einen Serientäter jagen. Der Mörder erdrosselt Frauen und legt die Leichen in Plastikfolie verpackt auf Friedhöfen ab. In den Wohnungen der Opfer hinterlässt der Täter eine große weiße Chrysantheme und ein Foto, welches durch das Fenster von den Frauen aufgenommen wurde, während diese einen männlichen Gast zu Besuch hatten. Außerdem finden die Beamten bei den Getöteten eine kryptische Botschaft, hinter der ein Bibelzitat vermutet wird. Die Suche nach Spuren und einem Motiv gestaltet sich schwierig bis Kommissar Zufall den Ermittlern in die Hände spielt. Ein Opfer des von der Presse betitelten »Paketmörders« hat den Anschlag überlebt.

Als Krimileser bin ich eher der Kurzstreckenläufer. Bis auf wenige Ausnahmen langweilen mich dicke Schmöker mit belanglosen Informationen über das Wetter, landschaftliche Begebenheiten oder kulinarische Vorlieben der Mitwirkenden. Der schlanke 320 Seiten umfassende neue Roman von Helene Tursten ließ also auf eine straff erzählte Geschichte hoffen und die ersten Zeilen verheißen Hochspannung. Doch dieser Eindruck verflüchtigt sich leider schnell. Nach einer kurzen Vorgeschichte geschehen die »Paketmorde« und als Irene Huss mit ihrem Team die Untersuchungen aufnimmt, verliert die Story zunehmend an Esprit. Helene Tursten erzählt wirklich sehr nachvollziehbar, aber dafür ermüdend von der langwierigen Arbeitsroutine bei der Mordkommission. Wer die Bücher der schwedischen Autorin kennt, weiß sicher um ihre Detailverliebtheit. Dies drückt sich im Besonderen bei der Beschreibung von Wohngegenden und Einrichtungsstilen aus.

Serienfans gewichten die Weiterentwicklung ihrer geliebten Helden oftmals höher als den aktuellen Kriminalfall. Im vorliegenden Roman kommt die Anhängerschaft von Irene Huss diesbezüglich wieder voll auf ihre Kosten, denn es gibt ausführliche News aus dem Privatleben der Kommissarin. Die Familie der Polizistin gerät selbst ins Fadenkreuz eines Verbrechers und wird angegriffen. Dabei greift Tursten auf ein früheres Buch zurück und bringt eine Verdächtige aus einem alten Fall ins Spiel. Dieser Fall wird in komprimierter Form eingeschoben und wer die Reihe nicht chronologisch liest, kann Feuertanz nach dem neuesten Roman auslassen.

Die Geschichten über Serienmörder sind erzählt und auch Helene Tursten legt die Patience nicht neu. Wer nach anregender Lektüre sucht, sollte an Der im Dunkeln wacht vorübergehen.

Ines Dietzsch, Februar 2011

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bunbury zu »Helene Tursten: Der im Dunkeln wacht« 23.04.2012
na, die 43 grad der rezensentin sind mir etwas mau, aber über 60 grad bin ich auch nicht gekommen.
das plätschert alles so ein wenig dahin. einzig die privaten konstellationen, die ich aus den vorherigen büchern kenne, sind recht interessant in ihren veränderungen.
das macht dann schon spaß zu lesen. der fall ist nicht gerade umwerfend.
also, für tursten-fans die wissen wollen, wie es mit frau kommissarin huss weitergeht wie immer ein muß, allen anderen nicht zu empfehlen.
Gabi zu »Helene Tursten: Der im Dunkeln wacht« 17.01.2012
Krankheitsbedingt hatte ich viel Zeit zum Lesen, und das Buch in 3 Tagen "verschlungen". Bisher kannte ich Irene Huss nur vom Fernsehen, hab sie da sehr gerne angeschaut. Mir gefallen gerade die privaten Aspekte dabei, die Überlegungen ob Umzug oder nicht, die Renovierung, die Liebe zu einem Hund, nachdem die Kinder aus dem Haus sind und einen nicht mehr brauchen. Zusammen mit den Kriminalfällen finde ich das eine gute Mischung.
CRI zu »Helene Tursten: Der im Dunkeln wacht« 31.08.2011
Mir hat das Buch recht gut gefallen, jedenfalls besser als es in der Kritik von Ines Dietzsch wegkommt. Natürlich wird in einer solchen Reihe auch das "Stammpersonal" weiterentwickelt. Ehrlich gesagt finde ich es schön, dass die Ermittlerin nicht Selbstmitleid und Winterdepressionen in Alkohol ertränkt oder Ähnliches, wie in manch anderem Krimi aus dem Norden (und auch vielen anderen Gegenden). Die Schilderungen finde ich nicht zu langatmig - da gibt es andere Autoren, die viel ausführlicher beschreiben. Das Ende ist Helene Tursten in diesem Band allerdings etwas zu abrupt geraten und hinterlässt gerade bei mir ein etwas unzufriedenes Gefühl, so als ob noch etwas kommen müsste.
knuks87 zu »Helene Tursten: Der im Dunkeln wacht« 16.12.2010
Als Helene Tursten Fan war dieses Buch für mich Pflicht und ich habe es regelrecht verschlungen. Das Thema und der Plot gefallen mir sehr gut...einziger Kritikpunkt: die Auflösung des Falls am Ende und die Motive des Täters bleiben für mich zu sehr im Dunkeln. Ein bisschen mehr Details hätten mir besser gefallen als das abrupte Ende.
Trotzdem sehr gelungen...
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