Keine zweite Chance von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel No Second Chance, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Goldmann.
- New York: Dutton, 2003 unter dem Titel No Second Chance. 338 Seiten.
-
München: Goldmann, 2005.
Übersetzt von Gunnar Kwisinski.
ISBN:
3-442-45689-4. 477 Seiten.
'Keine zweite Chance' ist erschienen als
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In Kürze:
Als Dr. Marc Seidman erwacht, findet er sich mit lebensgefährlichen Schussverletzungen auf der Intensivstation eines Krankenhauses wieder. Zwei Wochen zuvor führte er noch das angenehme Leben eines erfolgreichen Chirurgen, zusammen mit seiner Frau Monica und seiner geliebten sechs Monate alten Tochter Tara. Jetzt ist sein Glück für immer zerstört. Ein Unbekannter hat ihn in den Kopf geschossen und lebensgefährlich verletzt, seine Frau ermordet und Tara entführt. Er fürchtet, sie nie wiederzusehen. Und er hat keine Erklärung für die entsetzlichen Ereignisse. Aber dann schöpft er neue Hoffnung, denn er erhält eine Lösegeldforderung über 2 Millionen Dollar. Marc ist in Panik, doch er sieht nur eins: Er hat die Chance, Tara zu retten. Die Zusammenarbeit mit der Polizei oder dem FBI ist problematisch, zumal er plötzlich selbst zum Hauptverdächtigen wird. Die Indizien gegen ihn sind erdrückend. So erdrückend wie die dunklen Geheimnisse, die ihn verfolgen: Da ist vor allem Rachel, seine große Liebe, die er nie vergessen hat und die plötzlich wieder auftaucht. Einzig der Gedanke an die Rettung seiner Tochter hält Marc aufrecht. Was auch immer geschieht – um jeden Preis will Marc sein Baby aus den Händen der Entführer zurückholen und nach Hause bringen.
Das meint Krimi-Couch.de: Für Liebhaber der amerikanischen Crime-Scene und ihrer actionlastigen Dramaturgie
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Dr. Marc Seidman ist plastischer Chirurg. Er widmet sich jedoch nicht der Vergrößerung unterdimensionierter, weiblicher Brustdimensionen, der Straffung alternden Gewebes oder der Absaugung überzähliger Fettpölsterchen. Sein Herz gehört den Kindern dieser Welt, die in Kriegsgebieten und Dritter-Welt-Regionen unter ihren schlimmen Gesichtsverletzungen zu leiden haben. Deshalb reist er mit seiner Kollegin durch fremde Länder. Er entfremdet sich immer mehr von seiner schönen Frau Monica. Nur durch sein Töchterchen Tara wird die Ehe noch zusammen gekittet.
Eines Nachts wird Seidman in seiner Wohnung mit zwei Schüssen nieder gestreckt. Als er nach tagelangem Überlebenskampf wieder Herr seiner Sinne ist, wird er mit der traurigen Wahrheit konfrontiert. Seine Frau fand man nackt und tot, seine Tochter wurde entführt.
Bei Entführungen mischt nicht nur die Polizei mit. Auch das FBI schaltet sich ein. Marcs Schwiegervater, nicht gerade unvermögend, stellt zwei Millionen Dollar zur Verfügung, um seine Enkelin aus den Händen der Entführer zu reißen, aber bei der Lösegeldübergabe, bei der Marc vom FBI beschattet wird, krallen sich die Missetäter zwar das Geld, lassen wegen der Gegenwart der Bundespolizei Tara nicht frei. Und Marc weiß: es gibt »Keine zweite Chance« …
Achtzehn Monate später scheint den Gangstern das Geld ausgegangen zu sein und sie bieten Marc gegen Zahlung von weiteren zwei Millionen doch eine Chance. Marc, von dem sowohl Polizei als auch FBI glauben, dass er selbst der Urheber des Mordes an seiner Frau und der Entführung seiner Tochter war, entsinnt sich seiner Jugendliebe Rachel, einer Ex-FBI-Agentin und bittet sie um Hilfe, ohne die Behörden einzuschalten. Doch diese haben die Ermittlungen noch nicht aufgegeben und diesmal ist die letzte Chance gefährdet …
Harlan Cobens »Keine zweite Chance« ist bereits 2003 in der Übersetzung von Gunnar Kwisinski erschienen, allerdings nur erhältlich über den »Bertelsmann-Club«. Jetzt ist Cobens Roman auch in der Ausgabe des Goldmann-Verlags über den normalen Buchhandel erhältlich. Und die Neuveröffentlichung hat sich gelohnt, denn mit diesem Thriller ist endlich wieder ein Mal ein lesenswertes Krimispektakel über den Atlantik gekommen, bei dem man gewillt ist, die 447 Seiten in einem Zug zu lesen.
Der Roman beginnt mit dem vermeintlichen Tod Marc Seidmans und baut ab diesem Moment konsequent Spannung auf, die durchgehend nicht verloren geht, denn der Autor weiß genügend Stolpersteine und falsche Fährten einzubauen, damit der gewiefte Krimileser nicht schon auf Seite 100 den Bösewicht entlarvt. Darüber hinaus hat Coben genügend Actionsequenzen integriert, die auch eine filmische Umsetzung wahrscheinlich erscheinen lassen.
Die Personen haben durch die Bank fast alle zwielichtige Züge, die sonst in amerikanischen Thrillern übliche Schwarz-Weiß-Malerei hält sich jedoch in Grenzen, denn auch die Guten in dieser Geschichte könnten samt und sonders als Urheber des Schlamassels verantwortlich sein. Nur die Polizei und das FBI werden rundum als ein Haufen unfähiger Trottel apostrophiert, denen selbst der Leser nicht über den Behördenweg traut.
»Keine zweite Chance« bietet dem Leser ein mitreißendes Lesevergnügen ohne ihn intellektuell zu fordern. Das Geschehen ist weitgehend linear, die Rückblenden halten sich in handlungsbedingt notwendigen Grenzen und wer die Leichen im Keller der Schönen und Reichen sucht, kann mit diesem Schmöker einfach nichts falsch machen.
Harlan Coben hat in diesem Buch alle gängigen Krimiklischees unter einen Hut gebracht, und dabei handwerklich solide gearbeitet. Für Liebhaber der amerikanischen Crime-Scene und ihrer actionlastigen Dramaturgie ist »Keine zweite Chance« durchaus zu empfehlen. Freunden von psychologischen Kommissarspielchen und literarischen Rätselkrimis á la Reginald Hill sei dringend von dieser Lektüre abgeraten, denn dieses Buch bietet in erster Linie cineastische Reißerqualitäten für den Kopf.
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| vifu zu »Harlan Coben: Keine zweite Chance« | 04.10.2011 |
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| Moni G. zu »Harlan Coben: Keine zweite Chance« | 04.06.2010 |
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| xwillaxwonkax zu »Harlan Coben: Keine zweite Chance« | 27.11.2007 |
| kissace zu »Harlan Coben: Keine zweite Chance« | 22.08.2007 |
| Ann-Kathrin zu »Harlan Coben: Keine zweite Chance« | 13.08.2007 |
| Sonnschein zu »Harlan Coben: Keine zweite Chance« | 18.07.2007 |
| Sonnschein zu »Harlan Coben: Keine zweite Chance« | 11.07.2007 |
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