Ein verhängnisvolles Versprechen von Harlan Coben

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1990 - 2009.
Folge 8 der Myron-Bolitar-Serie.

  • London: Orion, 2006. 450 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Gunnar Kwisinski. ISBN: 978-3-442-46344-2. 450 Seiten.

'Ein verhängnisvolles Versprechen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Myron Bolitar, ehemaliger Spitzensportler und Detektiv wider Willen, erinnert sich nur allzu gut an seine eigene Jugend und weiß, dass Heranwachsende manchmal lieber eine Dummheit begehen, als sich an die eigenen Eltern zu wenden. Daher zögert er nicht, als die Tochter einer Bekannten ihn mitten in der Nacht anruft und bittet, sie zu einer Freundin zu fahren. Doch am nächsten Tag ist Aimee verschwunden – und Bolitar begibt sich auf eine Suche, bei der bald nicht nur Aimees, sondern auch sein Leben auf dem Spiel steht …

Das meint Krimi-Couch.de: »Hier punkten die Fäuste« 55°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Myron Bolitar, ein ehemaliger Basketballprofi, der aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere beenden musste, hat sich hochgearbeitet und führt eine Agentur, die Sportler und Schauspieler betreut. Eines Nachts nimmt er der Tochter seiner neuen Flamme und deren Freundin das Versprechen ab, nie mit betrunkenen Freunden heimwärts zu fahren, sondern ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit anzurufen, damit er sie gefahrlos nach Hause bringen könne.

Das Mädchen Aimee, Tochter von Freunden, nimmt dieses Angebot wahr und obwohl Bolitar gerade nicht nüchtern ist, führt er die junge Frau zu einer vermeintlichen Freundin. Doch am nächsten Tag ist das Mädchen verschwunden. Genauso verschwunden, wie einige Zeit davor eine ihrer Schulkolleginnen, deren Vater der örtlichen Mafiaszene angehört. Beide Mädchen haben kurz vor ihrem Verschwinden am selben Geldautomaten eine größere Summe Geld abgehoben. Und das macht sowohl Myron als auch die Polizei stutzig. Da die Eltern Aimees Myron für das Untertauchen des Mädchens verantwortlich machen und er selbst auch ein schlechtes Gewissen hat, beginnt er zu ermitteln, wobei er nicht nur dem Mafiaboss in die Quere kommt …

Im Goldmann Verlag ist Harlan Cobens »Promise Me« in der Übersetzung von Gunnar Kwisinski als »Ein verhängnisvolles Versprechen« für den deutschsprachigen Buchmarkt veröffentlicht worden. Und weil der Autor mit diesem Buch 2006 den ersten Platz in den amerikanischen Belletristikcharts erstürmt hat, sollten die 447 Seiten wohl auch bei uns die Erfolgsstory Cobens fortsetzen.

Zuerst muss sich der Leser mit der Figur des Myron Bolitar anfreunden, der sofort sympathisch wirkt, aber mit seinen bisherigen Frauen, die allesamt immer bildhübsch waren, kein Glück hatte. Die neue Flamme ist zwar laut Aussage von Myrons Freund nur drittklassig, aber als Randfigur in diesem Roman ist das eher von untergeordneter Bedeutung. Stärker zählen die Freunde bzw. Arbeitskollegen Bolitars, die samt und sonders nicht von dieser Welt erscheinen. Die Damen sind ehemalige Catcherinnen und Freund Win ist eigentlich nur reich und mit allen Wassern gewaschen, sei es nun Nahkampftechnik oder Spionage. Gegen ihn ist James Bond ein Waisenknabe und so tappt Myron prinzipiell ins gefährliche Fettnäpfchen und Win holt ihn dort wieder heraus. Aus dieser Sicht wirken die Personen eher wie fleischgewordene Comicfiguren und so hantieren sie auch, besonders, wenn es blutrünstig wird. Und das wird es in diesem Buch des Öfteren und vor Allem Mr. Bolitar darf ordentlich einstecken. Es gibt also genügend Action, wie man es bei Harlan Coben erwartet. Alle Leute, die nicht aus Myrons Dunstkreis kommen, sind dagegen richtige Fieslinge und folgerichtig total unsympathisch gezeichnet.

Dass daraus dann doch keine den Nachtschlaf raubende Lektüre geworden ist, liegt an der Geschichte selbst, die zwischendurch immer wieder nur dahinplätschert und keinen durchgehenden Spannungsaufbau bietet. Myrons gedankliche Beschäftigungen mit seiner Vergangenheit und seine Kontakte zu diversen Bekanntschaften sind flau und wirken wie aus einer schlechten Seifenoper. Dass die Lösung des Falles nicht ganz unerwartet ist, aber doch an den Haaren herbei gezogen wirkt, ist nur die Krönung der umständlich konstruierten Geschichte.

Wäre Harlan Cobens Schreibstil nicht so angenehm flüssig und sein Vermögen, Situationen und Handlungen zu beschreiben, nicht so ausgeprägt kurzweilig, müsste man diesem Buch eine unterdurchschnittliche Wertung verpassen. »Ein verhängnisvolles Versprechen« kann mit Sicherheit bei den Freunden der amerikanischen Actionthriller punkten, denn bei diesem Roman punkten die Fäuste deutlich gegenüber dem Hirnschmalz.

Wolfgang Weninger, April 2007

Ihre Meinung zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen«

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tedesca zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 17.04.2012
Mein erstes Buch von Harlan Coben und höchstwahrscheinlich auch mein letztes. Eine sympathische Hauptfigur allein macht halt noch keinen guten Thriller. Dazu gehört ein gewisses Maß an Spannung, und das fehlt vollständig, ein paar echte Highlights, die waren auch nicht vorhanden, und vor allem eine Handlung, die nicht komplett an den Haaren herbeigezogen ist, wie es hier der Fall ist. Und der glaubhafte Teil ist dermaßen abgedroschen, dass man mit dem gefallenen Mädchen nicht einmal mehr Mitleid aufbringen kann.

Detlief Bierstedt liest wie immer sehr gut, dem verdankt das Hörbuch die 60°, sonst wären es nur 40° geworden. Schade! Ich hatte mir einiges erwartet, das ist in keiner Weise erfüllt worden.
Christian zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 08.07.2011
Es stimmt schon, dass der Thriller gerade in Bezug auf Myrons "Privatleben" ins Seifernopernhafte abzusinken droht. Allerdings kommt gerade hier auch mitunter Komik ins Spiel, die meiner Ansicht nach auch diese Passagen noch retten kann. Wer Hörbücher mag, hat jetzt übrigens die Möglichkeit, das Buch kostenlos als Hörbuch zu hören - eingelesen von Bierstedt in Bestform: http://goo.gl/AR0zB
mabu zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 30.09.2009
Mit Sicherheit muss man schon den Humor mit dem Autor teilen, aber ich habe mich wieder mal köstlich amüsiert! Die Charaktere sind dermaßen übertrieben dargestellt und trotzdem sehr glaubhaft. Das ist schon eine Kunst. Im Übrigen freue ich mich sehr über die vielen Tipps von Mr. Coben, was die Kunst des Zweikampfes betrifft und hoffe, ich werde eines Tages aus ihnen Nutzen ziehen können.
Selbst bei Passagen, wo nicht allzu viel passiert, schafft es der Autor, trotzdem fesselnd zu schreiben.
Sehr empfehlenswert für den geneigten Leser mit Hang zum trockenen Humor, der aber auch Spannung als nicht unerheblichen Teil eines guten Krimis zu schätzen weiß.
Eine lustige 95° für Harlan!
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Dani zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 19.08.2008
Ich habe jetzt mit diesem Buch( leider wohl ersteinmal das letzte aus dieser Reihe) angefangen und war schon nach ein paar Seiten irritiert. Da ich die anderen Bände vorher gelesen habe, dachte ich auch, das dieses daran anknüpft. Aber Pustekuchen. Auf einmal eine andere Frau und einen 19jährigen Sohn! Wo kommt der her? Das es die Bände 4-7 in Deutschland (noch) nicht gibt, finde ich sehr Schade, denn somit fehlt die Hälfte. Ansonsten hab ich wieder sehr viel Spaß beim lesen gehabt.
Daumen hoch!!!
dk zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 03.08.2008
Nun ja ich liebe Myron und noch mehr diesen draufgängerischen Win. Ich habe alle Bücher aus der MB Reihe gelesen und fand am besten den Insider. HappyEnd gibt es natürlich überall, aber dass die Jes einen anderer geheiratet hat und MB mit ner 6,8 ausgeht, fand ich ganz schön traurig. Ehrlich gesagt hat es mich wirklich mitgenommen.
sue82 zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 03.08.2008
Leider der (vorerst?) letzte Teil um Myron Bolitar und leider fehlen uns in Deutschland noch einige Teile um die Reihe komplett abzuschliessen. Das einige Teile fehlen merkt man beim lesen, da sich die Figuren weiter entwickelt haben. Die Geschichte ist wieder einmal gespickt mit witzigen Dialogen und flüssig zu lesen aber nur Durchschnitt im Gegensatz zu den vorangegangenen Teilen. 80°
Nadine zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 02.01.2008
Dies war mein erstes Buch von Couben und ich muss sagen, dass mir das Buch ziemlich gut gefallen hat. Aus diesem Grunde habe ich mich auch gleich schlau gemacht, ob es aus dieser Reihe mehrere Büche gibt. Mir gefällt die Rolle des Myron Bolitar. Die Verbindung zu Win fand ich sehr interessant. Win ist offensichtlich ziemlich kalt und abgeklärt. Diese Härte gefällt mir und er ist immer für Bolitar da. Hoffentlich erklärt sich diese innige Verbindung in den vorherigen Büchern in dieser Reihe. - Hab ja leider mit dem letzten angefangen.
Das Buch liest sich in jedem Fall sehr flüssig und die Sprüche passen so richtig in diese Welt.
Daumen hoch 90 Grad
todo11 zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 11.08.2007
Wer die Charaktere kennt und mag, dem wird dieses Buch sicher auch gefallen. Allerdings ist es meiner Meinung nach nur durchschnittlich im Vergleich zu den anderen Romane aus der Reihe. Die Geschichte ist ist nicht so fesselnd wie man es von Coben gewohnt ist und die Wendungen am Schluss sind auch nicht ganz rund. Für alle Myron Bolitair-Freunde ist es aber interessant zu erfahren, wie sich die Charaktere weiterentwickelt haben.
kissace zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 27.07.2007
Was mir an diesem Buch besonders gefällt sind die Dialoge.. oft total witzig ( wenn man diese Art Humor mag ) und zudem schön flüssig zu lesen.. Dies war mein erstes Buch von Coben und mit absoluter Sicherheit nicht das letzte.
Klar ist dieser Roman typisch amerikanisch mit Superheld usw. aber trotzdem ist es klasse mit vielen Wendungen und unterhaltsam. Daumen hoch 91 Grad
A. Jost zu »Harlan Coben: Ein verhängnisvolles Versprechen« 04.02.2007
Wie gut kennen Eltern ihre Kinder? Und wie viel Entfremdung oder Misstrauen kann eine Familie aushalten? Diese Fragen fand ich fast spannender als den eigentlichen Fall - wie auch einige andere der merkwürdigen Beziehungen in diesem Buch. Manches ist vielleicht ein wenig klischeehaft dargestellt, aber es gibt einige so spannende Stellen, dass mich das Buch dennoch sehr gefesselt hat. Allerdings könnte der Autor vielleicht auf den pathologischen Gewalt- und SChmerzzufüger verzichten. Und hoffentlich ist die Übersetzung besser, als es der Titel des Buches vermuten lässt - "verhängnisvoll" ist ein für meinen Geschmack zu abgenutztes Wort und trifft auch nicht das, was das Versprechen für die Hauptfigur mit sich bringt. Die englische Ausgabe ist aber empfehlenswert.
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