Gotland von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2008
unter dem Titel Blot,
deutsche Ausgabe erstmals 2009
bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Gotland, 1990 - 2009.
- Stockholm: Ordfront, 2008 unter dem Titel Blot. 343 Seiten.
-
München; Zürich: Piper, 2009.
Übersetzt von Katrin Frey.
ISBN:
978-3-492-05288-7. 344 Seiten. -
München; Zürich: Piper, 2011.
Übersetzt von Katrin Frey.
ISBN:
978-3-492-25992-7. 344 Seiten.
'Gotland' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein grausamer Doppelmord erschüttert die herbstliche Ruhe auf Gotland. In einer Villa werden die Leichen der wohlhabenden Kristina Traneus und eines bis zur Unkenntlichkeit verstümmelten Mannes gefunden. Die Annahme der Polizei, es handle sich um Kristinas verschwundenen Ehemann Arvid, stellt sich als falsch heraus: Der Tote ist Arvids Cousin. Arvid selbst, der für seine Brutalität und Gefühlskälte bekannte Geschäftsmann, bleibt unauffindbar. Kriminalkommissar Fredrik Broman hofft nun auf die Hilfe der beiden erwachsenen Kinder des Paars, Ricky und Elin. Wie die übrige Familie auch verhalten sich die beiden merkwürdig passiv. Aber auf der einsamen herbstlichen Insel kann am Ende keiner seiner Vergangenheit entgehen.
Das meint Krimi-Couch.de: »Gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, aber grundsolider Schweden-Happen.«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Arvid Traneus hat sich in den letzten zehn Jahren in seiner Heimat, auf der schwedischen Insel Gotland, mehr als rar gemacht und währenddessen in Tokio enormen Reichtum erworben. Dies blieb nicht ohne Folgen, denn seine Frau Kristina hat seit längerer Zeit ein Verhältnis mit Anders und so freuen sich nur die wenigsten Menschen auf der Insel über die Rückkehr des mitunter zur Gewalt neigenden Arvid. Kaum ist Arvid wieder zuhause scheinen sich die Ereignisse zu überschlagen, denn die Putzfrau findet auf dem Anwesen der Familie Traneus die Leiche der ermordeten Kristina sowie eine männliche Leiche, die bis zur Unkenntlichkeit brutal zerstümmelt wurde. Die Ermittler um Kommissar Fredrik Broman sind zunächst ratlos. Hat Arvid in einer Art Rachefeldzug seine Frau und ihren Liebhaber ermordet? Dies scheint augenscheinlich die wahrscheinlichste Variante, zumal sich Arvid offenbar in Luft aufgelöst hat. Anders Familie ist von Arvids Schuld überzeugt und auch Arvids Tochter Elin hält dies für nicht völlig ausgeschlossen, zumal ihr Vater bereits in der Vergangenheit des Öfteren gegen die Mutter die Hand erhoben hat. Nur Arvids Sohn Ricky glaubt an die Unschuld seines Vaters. Als eine weitere Leiche gefunden wird stehen die Ermittler vor einem weiteren Rätsel …
Gotland ist der erste Roman von Hakan Östlundh, der auf Deutsch erscheint, aber bereits der vierte Band der Fredrik-Broman-Reihe. So sind auch einige Anspielungen über das Privatleben der Polizeibeamten nicht immer auf Anhieb verständlich, da die »Vorgeschichte« fehlt. Wer also gerne die Romane in der richtigen Reihenfolge liest, sollte beim Piper-Verlag nachfragen, ob und wann die ersten Bände noch auf Deutsch erscheinen werden. Ungeachtet dessen lässt sich Gotland problemlos als Einzelwerk lesen, wobei es der Autor seinen Lesern zu Beginn nicht ganz einfach macht. Kristinas Liebhaber Anders heißt nämlich mit Nachnamen ebenfalls Traneus und da sowohl Arvid wie Anders Kinder haben, die natürlich den gleichen Nachnamen tragen, ist es auf den ersten hundert Seiten recht verwirrend. Nur nach und nach erschließen sich einem die beiden Familienstränge.
Gelungen sind dem Autor vor allem zwei Punkte. Die Einblicke in die Psyche der Angehörigen sind interessant und nicht immer ganz eindeutig. Vieles bleibt im Ungefähren und erhöht somit die Spannung. Zudem beginnt der Plot damit, dass ein schwer verletzter Polizist in das Krankenhaus in Solna eingeflogen wird. Hierbei handelt es sich um Fredrik Broman, der fortan um sein Leben kämpft. So erleben wir die Ermittlungen in den Mordfällen und parallel dazu die gegenwärtige Situation des verletzten Polizisten, natürlich verbunden mit der Frage, wie es dazu kommen konnte.
Insgesamt kann Gotland Fans skandinavischer Literatur durchweg empfohlen werden, wenngleich der Roman nicht zwingend in jede Sammlung gehört. Dazu trägt bei, dass man die Auflösung der drei Morde deutlich vor den ermittelnden Polizisten zumindest erahnen kann.
Jörg Kijanski, Dezember 2011
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