Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla von Hakan Nesser

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Och Piccadilly Circus ligger inte i Kumla, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: , 1950 - 1969.

  • Stockholm: Bonnier, 2002 unter dem Titel Och Piccadilly Circus ligger inte i Kumla. 335 Seiten.
  • München: btb, 2004. Übersetzt von Christel Hildebrandt. ISBN: 3-442-75094-6. 336 Seiten.
  • München: btb, 2005. Übersetzt von Christel Hildebrandt. 333 Seiten.

'Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla' ist erschienen als Hardcover E-Book

In Kürze:

Ein Sommer in Schweden. In einem kleinen verschlafenen Dorf namens Kumla. Es sind die späten sechziger Jahre, und ein Hauch von freier Liebe und Rebellion hängt in der Luft. Der siebzehnjährige Mauritz träumt von der großen weiten Welt – und von einem Leben mit der attraktiven Nachbarstochter Signhild. Heimlich beobachtet er ihr Haus, denn er will ihr näher kommen, ohne genau zu wissen, wie. Seine Gedanken kreisen nur um sie, so realisiert er erst spät, dass nebenan seltsame Dinge vor sich gehen, die mit der gutbürgerlichen Fassade wenig gemein haben. Wer etwa ist der schemenhafte Fremde, mit dem sich Signhilds Mutter nachts im Auto so angestrengt unterhält? Keinesfalls ihr Ehemann! Und was ist von dem neuen, etwas sonderbaren Untermieter der Familie zu halten, einem angeblichen Dichter? Und dann geschieht etwas, was die dörfliche Idylle bis auf ihre Grundfesten erschüttert: Signhilds Vater, der Uhrmacher Kekkonen, ein mürrischer, wortkarger Mann, wird im elterlichen Schlafzimmer brutal ermordet aufgefunden. Wer war der Täter? Jemand vom Dorf? Eine Spurensuche beginnt, die erst Jahrzehnte später Erfolg haben wird – und Mauritz ganzes bisheriges Leben in Frage stellt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Coming-of-Age-Geschichte mit einer Krimihandlung«

Krimi-Rezension von Michael Matzer

Diesmal legt der schwedische Krimimeister einen ähnlich angelegten Fall wie in »Kim Novak badete nie im See von Genezareth« vor. Wieder ist es ein junger Mann, der sich mit dem Rätsel eines Mordfalles auseinandersetzen muss, während ihn die Geheimnisse der Liebe ablenken. Und wie es aussieht, muss auch er Jahrzehnte auf die Aufklärung des Verbrechens warten.

Kumla ist im Jahr 1967, als das Verbrechen passiert, ein verschlafenes, ja idyllisches Städtchen im nördlichen Schweden. Hier passiert fast nie etwas, und schon gar nichts, was irgendwie aus dem Rahmen fällt. Es ist ein ungewöhnlich heißer Sommer, und man sucht die Abkühlung an den Seen der Umgebung.

Der mürrische Finne tot im Bett

Der Mord erschüttert die Gemeinschaft und wird wochenlang zum Tagesgespräch. Der Uhrmacher Kalevi Kekkonen, ursprünglich ein Finne, ein mürrischer und wortkarger Mann, wird in einem der beiden ehelichen Schlafzimmer tot aufgefunden. Seine schwedische Frau Ester Bolego hatte wie stets im anderen Schlafzimmer genächtigt und nichts von der Bluttat gemerkt. Genauso wenig wie ihre gemeinsame Tochter Signhild, die, einer Eingebung von »Stimmen« folgend, den Toten entdeckt haben will.

Recht bizarr sind zwei Details. Der Leichnam liegt kopflos im blutigen Bett, denn der abgetrennte Kopf steht – ein richtiger Quadratschädel macht das möglich – auf dem Nachttischchen daneben. In den Hals ist eine Botschaft gesteckt. Auf dem Zettel steht lediglich ein Schachzug, der zudem sehr ungewöhnlich ist: »e2-e4 schachmatt!« Es ist der Königsbauer von Weiß, der den schwarzen König matt setzt. Normalerweise werden Bauern als erste zu Opfern des Spiels.

Ein sechzehnjähriger Ich-Erzähler

Mit diesem und anderen Rätseln beschäftigt sich der sechzehnjährige Ich-Erzähler Mauritz Målnberg, vor allem aufgrund der Tatsache, dass er total in die Nachbarstochter Signhild Kekkonen-Bolego verschossen ist. Da seine Gefühle zunehmend von ihr erwidert werden, erfährt er weitere pikante Details über die Begleitumstände. Er verpflichtet sich, als amateurhafter Privatdetektiv das Verbrechen aufzuklären. Philip Marlowe und Auguste Dupin sind quasi seine Brüder im Geiste und selbstverständlich Vorbilder. Mauritz ist ein Pfeife rauchender Bücherwurm, dessen Idole Lennon, Dylan und Camus heißen und ihn zu Gedichten inspirieren. Es darf nicht verschwiegen werden, dass Mauritz unter der Fallsucht leidet, also unter Anfällen von Epilepsie, die ihn sekundenlang bewusstlos werden lassen.

Signhild erzählt ihm, dass ihre Mutter und ihr Vater einander hassten, und eine Woche vor dem Verbrechen war ein geheimnisvoller Untermieter eingezogen, der sich einfach »Dichter Olsson« nannte. Bei seinen mehr oder weniger unauffälligen Observationen bestätigt sich Signhilds Vermutung: Ester und Olsson haben offensichtlich ein Verhältnis, und somit auch ein Motiv, den »Alten« um die Ecke zu bringen.

Als Mauritz per Zufall herausfindet, was es mit dem merkwürdigen Schachzug »e2 – e4« auf sich hat, schreibt er Hauptkommissar Vigland einen netten Brief mit seinen Erkenntnissen. Natürlich nicht unter seinem richtigen Namen. Er unterzeichnet mit »August Strindberg«, einem bekannten schwedischen Dichter. Schon bald werde nun die Polizei dem finsteren Treiben von »Dichter Olsson« ein Ende setzen. Denkt er …

Nesser weiß, wovon er schreibt

Kumla ist vielleicht nicht der Nabel der Welt – wie vielleicht der Piccadilly Circus in London. Aber es ist immerhin der Geburtsort des Autors. Daher weiß er ganz genau, wovon er erzählt. Und das merkt man der Geschichte an. Mauritz ist ziemlich genau so alt wie der Autor, er hat die gleichen Erfahrungen, die gleichen Vorlieben vermutlich und die gleichen Probleme.

Deshalb wirkt auch die Beschreibung des engen Kumla im Gegensatz zu den revolutionären Bewegungen des Jahres 1967 so realistisch. Alle Namen stimmen: Lennon, Dylan, Morrison, Jagger, Hendrix und wie sie alle heißen, die Mitglieder der Gegenkultur. Dass sie seine Lieblinge sind, merkt man ihm ständig an, so etwa durch die zahlreichen (unübersetzten) englischen Zitate aus den Songs. Zum Glück habe ich sie fast alle erkannt. Und wo ich sie nicht erkannte, ist sich Mauritz selbst nicht sicher, ob er sie nicht einfach erfunden hatte, sozusagen im Rausch der Schaffenskraft.

Kumla gegen den Rest der Welt

Mehrmals setzt Mauritz das Geschehen in der weiten Welt gegen das in Kumla. Und manchmal gewinnt Kumla: Da ist die Kirche abgebrannt, und im Dachstuhl findet sich eine verkohlte Leiche. Da erhängt sich ein Schachspieler, und einem anderen wird der Kopf abgeschlagen. Für Mauritz ist das Geschehen auf der Welt-Ebene so wichtig wie das in seiner persönlichen Umgebung. Das Bindeglied besteht nicht nur aus seiner persönlichen Erfahrung, sondern auch in Signhild.

Die Liebe zu ihr erfordert Handeln, ständiges Handeln. Und Entscheidungen, Gespräche. Mauritz findet sich auf einmal in einem moralischen Zwiespalt, den er nicht auflösen kann. Signhild muss das für ihn tun. Den Grund dafür erfährt er erst ganz am Schluss des Buches.

35 Jahre später

Denn das Buch beginnt nicht etwa im Kumla des Jahres 1967. Vielmehr fährt Mauritz 35 Jahre später aus seinem neuen Wohnort zurück nach Kumla, um einen alten Mann und eine junge Frau zu treffen. Auf der Bahnfahrt blickt er zurück in jene Zeit, als er zum Mann wurde und den Kekkonen-Fall zu lösen versuchte. Am Schluss des Buches erhält er endlich Aufklärung darüber, was eigentlich los war. Die Enthüllung löst im Leser sowohl einen Schock als auch Erstaunen aus. Mehr sei nicht verraten.

Durch den Pro- und den Epilog erhält die Geschichte schon von vornherein einen gewissen Spannungsbogen. Man kann sich ja denken, dass am Schluss die Auflösung des Rätsels folgt. Daher ist es aber umso reizvoller, den Fall, den der Autor in Gestalt von Mauritz’ Ermittlungen vor uns ausbreitet, selbst zu lösen. Wie in einem Schachspiel sind alle Komponenten bekannt, doch gibt es wie in einer mathematischen Gleichung mindestens eine Unbekannte: Wer ist der Mörder? Und in welchem Verhältnis stand er zu Ester Bolego und ihrem Mann?

Wie ein Anfall von Fallsucht

Wir müssen auch bedenken, dass unser junger Chefermittler noch recht wenig von den Menschen und ihren Liebesdingen weiß. Bücher helfen da nicht, schon gar nicht in Kumla. Von den Abgründen unter der Oberfläche – der »Teufel« oder »Perkele«, wie der Finne sagt – ahnt er zwar etwas, aber in der Seligkeit, die ihm die Liebe zu Signhild bereitet, vergisst er die Tiefe doch allzu bereitwillig. Umso schlimmer trifft ihn dann der Moment der Erkenntnis. Wie ein Anfall von Fallsucht.

Was den Roman so unterhaltsam macht, sind nicht nur die Aspekte von Verbrechen, Aufklärung und Liebe, sondern vor allem der Einsatz von Ironie. Dem Autor gelingt es, die banalsten Unterhaltungen durch Ironie schreiend komisch wirken zu lassen. An einer Stelle etwa sitzt Mauritz’ Familie wieder mal beim Essen. Während der Vater, ein »Zeitungsmann«, wieder einmal seinen Schwiegersohn, der bei der Polizei arbeitet, über den Fall Kekkonen ausquetscht, quasselt die Schwester, die den Bullen geheiratet hat, davon, dass sie sich einen Hund anschaffen will. Zwischen Essenfassen, einen Mord abchecken und Pudelkaufen geht der Dialog so kreuz und quer, dass die irrwitzigsten Wirkungen entstehen. Vor allem dann, als die Mutter ihrer Tochter rät, sich statt des Hundes doch lieber mal ein Kind anzuschaffen. Die Mutter redet immer nur in halben, unvollendeten Sätzen. Mauritz, das kann man verstehen, rastet dabei beinahe aus. Der Leser kringelt sich im Sessel.

Der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen

Auch Autoren sind gegen Fehler nicht gefeit. Auch Lektoren offenbar nicht. Auf Seite 247 verwechselt der Autor den Namen einer Freundin von Signhild. Sie heißt eigentlich Karin Pallgren, er schreibt aber hier »Kristina«.
Auf Seite 153 hat der Korrektor (oder wer auch immer im Verlagslektorat) Druckanweisungen im Text stehen lassen. Sowas sieht man selten und fällt umso unangenehmer auf.

Mir hat »...Kumla« ausnehmend gut gefallen, genauso gut wie »Kim Novak...«. Die Ähnlichkeit ist deutlich vorhanden – beides sind Coming-of-Age-Geschichten mit einer Krimihandlung. Und beide sind recht unterhaltsam und spannen den Leser auf die Folter, reizen ihn dazu, den Fall selbst zu lösen – alle Komponenten der Gleichung sind vorhanden, um die Unbekannte, den Faktor X, aufzulösen.

Die Liebe des jungen Dichters

In »...Kumla« ist jedoch die Liebesgeschichte wesentlich realistischer und ernsthafter geschildert. Die Liebe des jungen Dichters zu der Nachbarstochter ist keine einfache Sache und wird, nach einem wunderschönen Anfang, von Monat zu Monat vielschichtiger und für Mauritz auf undurchsichtige Weise schwieriger. Der Mord wirft einen langen Schatten. Der Mörder ist noch lange nicht gefasst. Signhild verdächtigt immer noch ihre Mutter, die Hand im Spiel gehabt zu haben. Wer könnte ihr verdenken, dass ihre Mutter nichts von ihrer Liebschaft erfahren darf? Und dann hat Signhild ihren Lover auch noch angestiftet, hinter Ester Bolego herzuschnüffeln …

Am Schluss hatte ich das Gefühl, doch ein wenig über das Leben an sich und seine Tücken gelernt zu haben. Und das trifft nicht auf jeden Kriminalroman zu. Dennoch würde ich »...Kumla« nicht auf die ewige Bestenliste setzen. Dazu fehlt es der Kleinstadt und ihrem dunklen Geschehen ein wenig an Format im Vergleich zur weiten Welt. Und das sage ich nicht ohne ein wenig Ironie.

Hendrix, Doors, und Dylan vorher hören!

Mein Tipp: Vor dem Lesen noch einmal die alten Platten auflegen: Hendrix, »Sgt. Pepper«, The Doors, Dylans »Blonde on Blonde« und »A whiter shade of pale«. Dann ist man ungefähr auf der richtigen Wellenlänge mit Mauritz. Wer sich an die Literatur wagen will, so ist man mit Camus’ »Der Fremde«, Hesses »Steppenwolf« und wohl auch Strindbergs »Inferno« gut mit von der Partie. (Mir ist es noch nicht gelungen, die Verbindung zwischen Mauritz’ Namen und Strindberg herzustellen, aber dem Kommissar fällt sie nicht schwer...)

Ihre Meinung zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla«

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ferd zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 03.03.2014
Mit „Piccadilly Circus“ ist Hakan Nesser eines der schönsten Bücher gelungen die ich je gelesen habe. Ein eher ruhiges Buch, das sehr viel von der Stimmung lebt die es erzeugt. Sehr schön bringt Nesser die Stimmung des skandinavischen Sommers und des verschlafenen Dorflebens rüber, ohne dabei kitschige Klischees zu bemühen.
Sicherlich war es nicht Nessers Absicht hier einen waschechten Kriminalroman abzuliefern, und doch ist es ihm gelungen eine Spannung aufzubauen, die das ganze Buch hindurch bleibt, und dabei manchmal mehr, manchmal weniger in den Vordergrund tritt.
Dieses Buch entwickelt einen verborgenen Sog: Die Geschichte scheint zwar so vor sich „hinzuplätschern“, aber wenn man versucht das Buch wegzulegen, dann merkt man wie kraftvoll dieser Roman in Wirklichkeit geschrieben ist. Er gibt einem das Gefühl „dabei“ zu sein, und zwar so sehr, dass man, sobald man aufhört zu lesen, ein paar Minuten braucht um wieder im „Hier und Jetzt“ anzukommen. Ich ertappte mich, immer wieder über die Handlung und die Charaktere nachzudenken, auch wenn ich gerade nicht am Lesen war. Meiner Ansicht nach ist dies das untrüglichste Zeichen dafür, dass einem ein Buch wirklich berührt!
95° und klare Empfehlung von mir, für ein wirklich gelungenes Buch!
Peter Faesi zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 09.05.2012
Hände weg von diesem Buch! Es geht doch nicht an, dass einfach ein Person dreissig Jahre nach dem Mord auf dem Totenbett gesteht, sie habe den Mord begangen. Da hat doch nicht nur die Polizei, da hat auch der Autor geschlafen! So sehr ich vor kurzem Nessers "Die Einsamen" hier gelobt habe, so sehr muss ich vor diesem langatmigen und pointenlosen Roman warnen.
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Thommy191968 zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 10.05.2009
Hakan Nesser hat mit seinem Krimi "Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla einen tollen Spagat zwischen der Krimihandlung und der Geschichte eines pubertierenden Jungendlichen hinbekommen. Der Roman hat mich nachhaltig beeindruckt. Er gehört sicherlich nicht zu der leichten Literatur und wird mich sicherlich noch etwas beschäftigen. Er ist in der gleichen Kategorie einzustufen wie "Kim Nowak" und bekommt von mir 80 Grad.
Rolf.P zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 15.02.2009
Mit diesem Buch zeigt Hakan Nesser einmal mehr, dass er mehr kann, als "nur" Krimis schreiben.
Wie schon in "Kim Novak" wird eine wunderbare Mischung aus Krimi und Adoleszenzgeschichte in den 60er Jahren erzählt - und das mit einer großen Portion Humor.
Eigentlich ist es eine wunderschöne, aus der Sicht des 17-jährigen Mauritz erzählte Liebesgeschichte- mit allen Problemen und Nöten der Pubertät, erste Begegnungen, sich nicht trauen usw. Wohlgemerkt, es spielt in den späten 60-er Jahren in einer schwedischen Kleinstadt, da war man noch nicht so freizügig wie heute.
Oft mag man laut lachen, dann wieder leidet man mit den Protagonisten. Die Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann - wunderbar.
Sprachlich bleibt sich Nesser treu - nüchtern und skandinavisch reduziert. So wird es nie kitschig, aber große Emotionen bahnen sich dennoch ihren Weg.
Der Mordfall erscheint mir in dem Buch eher zweitrangig, obwohl man natürlich die ganze Zeit auf die Aufklärung wartet. Der Leser muss bis fast zur letzten Seite Geduld haben, falls er nicht schon vorher die richtige Vermutung hatte, dann wird alles aufgelöst.
Anfänglich etwas irritiert ist man aber spätestens ab Seite 100 froh, wenn man am Wochenende nichts geplant hatte, das Telefon nicht klingelt und das Wetter für einen Spaziergang viel zu schlecht ist.
Am Ende findet man sich glücklich auf dem heimischen Sofa und fragt sich, warum einen dieses Buch so nachhaltig beeindruckt hat... ...las es sich doch so leicht... Nachhaltigkeit - dieses Wort passt zu Nessers Werken, an die man noch lange nach der Lektüre denken muss und die einen besonderen Platz im Bücherregal verdienen.

Fazit: Wer "Kim Novak" gerne gelesen hat, wird "Piccadilly Circus" garantiert lieben!
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
baer40 zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 24.12.2008
Ich fand das Buch große klasse. Neben dem brutalem Mord gibt es eine zweite Geschichte in der das Lebensgefühl der Jugend in dieser Zeit wieder gegeben wird. Erste große Liebe, die Musik dieser Zeit usw. Dazwischen immer wieder die Ermittlungen zum Mord. Mich hat das Buch und von Anfang an gefesselt und fassziniert.
Kinsey zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 28.04.2008
Ich fand das Buch einfach wunderbar! Mehr als ein guter Krimi. Eine anrührenden Geschichte übers Erwachsenwerden. Meine Empfehlung: Am Ende den allerersten und den allerletzten Satz nochmal lesen...
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
petra2302 zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 26.10.2007
noch ein roman von nesser, der trotz leiche eigentlich kein krimi ist. wieder ein sommer, erste liebe, die leidige geschichte des erwachsenwerdens. aber es keine kopie des kim novak badet nie...romans. eine völlig andere ruhige , aus "einer" ich-perspektive zweier hauptpersonen erzählte geschichte. sehr spannend, wer hier der erzähler ist klärt sich erst zum guten schluß. es müßte mehr solcher bücher geben, die einem in einen sog ziehen, und nicht mehr an landspülen wollen.
mase zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 11.07.2007
Nessers Standalone´s sind einfach schön. Eine angenehme therapeutische Abwechslung. Eine Krimi ist es in meinen Augen nicht. Aber trotzdem ein klasse Roman, der auf mich sehr beruhigent gewirkt hat. Nie langweilig, toll erzählt und eine schöne Teenager-Love-Story.

Mein Hirn hatte quasi einen Neustart und ich freue mich jetzt umso mehr auf einen Thriller.
Stephan zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 09.01.2007
Hab das Buch letzte Nacht ausgelesen und bin seitdem aufgewühlt. Das ist eines der Bücher, das einen so packt, dass man mit der Handlung und mit den Personen verschmilzt und sich in eine Art Rauschzustand liest. Es macht süchtig, weiterzulesen und zu erfahren, was sich da vor 35 Jahren wirklich abgespielt hat. Als ich mit dem Buch fertig war fiel ich erst einmal in ein Loch. Mit einem Mal wird man aus allem abrupt herausgerissen und steht wieder in Mitten seiner eigenen, manchmal so banalen Realität. Und dieses Gefühl hat bisher kaum ein Buch bei mir hervorrufen können.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
martin h zu »Hakan Nesser: Und Piccadilly Circus liegt nicht in Kumla« 24.09.2006
meines erachtens handelt es sich hier um einen schwedischen roman, der das tägliche leben eines teenagers mit all seinen facetten treffend beschreibt. so nebenbei geschieht noch ein (brutaler) mord, der die geschichte auch noch spannend machen lässt. schön zu lesen, aber nicht mehr!!
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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