Tauberschwarz von Gunter Haug

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 bei Gmeiner.

  • Meßkirch: Gmeiner, 2002. ISBN: 3926633530. 267 Seiten.

'Tauberschwarz' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Ein Selbstmörder, der sich von Europas höchster Autobahn-Brücke – der Kochertalbrücke – stürzt. Für Polizei und Kriminalkommissar Horst Meyer ist schnell klar: Tragisches Ende eines Menschen, der immer tiefer in Depressionen verfallen ist. Ein Trugschluss wie sich im darauf folgenden Jahr beim Radurlaub der Meyers im Hohenlohischen herausstellen soll. Merkwürdige Gestalten auf dem Campingplatz, ein Grabtuch Christi und eine im Taubertal agierende Sekte versetzen den Kommissar samt Familie in einen Strudel religiösen Wahns, finsterer Intrigen und krimineller Handlungen.

Das meint Krimi-Couch.de: »´Hotte macht weiter´ klingt wie eine Drohung«

Krimi-Rezension von uh

Ein Mann wird von seinen zwei Mördern von der Kochertalbrücke in den Tod gestoßen. Einer der Mörder, Siggi angesprochen, ist offensichtlich der Haupttäter und Initiator des grausamen Verbrechens.

Monate später fährt der Heilbronner Kriminalbeamte »Hotte« Meyer zusammen mit seiner Familie auf dem Rad unter der Kochertalbrücke hindurch, wobei ihn die Umgebung an den vermeintlichen Selbstmord eines Autoverkäufers erinnert, bei deren Ermittlung er selbst beteiligt war: Der Selbstmörder war damals von der Kochertalbrücke gesprungen. Schnell ist dem Leser klar, dass der vermeintliche Selbstmörder und der im Prolog ermordete, ein und die gleiche Person ist.

Als »Hotte« schließlich mit seiner Familie auf dem Rad endlich den Campingplatz nahe Creglingen (Ein Ort im Taubertal) erreicht – natürlich nicht ohne Zwischenfälle, die eigentlich nichts zur Sache tun und lediglich »Seiten machen«, begegnet er dort einem komischen Heiligen. Siegfried Kohlmüller stellt so etwas wie ein Enfant terrible des Camping-Platzes dar. Nicht nur, dass er sich überall einmischt und jedermann mit seinen frommen Bibelzitaten nervt, so versucht er überdies den Missionar zu spielen und neue Jünger für seine sektenartige Bewegung, dem »Mysterium Christi« zu gewinnen.
Als dann auch noch »Hottes« Freund und früherer Kollege »Sputnik« auf dem Campingplatz auftaucht, um mit seiner Lebensabschnittspartnerin »Bebele« den Meyers auf den Geist zu gehen, nimmt das Schauspiel seinen Lauf.

Schließlich werden mehr aus Zufall als aus detektivischem Gespür neue Aspekte zum damaligen Selbstmord des Autohändlers offenbar. Dem Kriminalbeamten »Hotte« wird langsam klar, welches Verbrechen hinter dem Tod auf der Kochertalbrücke steckt. Wie gesagt, dem »Hotte« wird es langsam klar, denn der Leser weiß es ja längst schon.

Der Autor schreibt in auktorialer Erzählweise, jedoch schwebt er derart offen über dem Fall, dass er längst schon alle Details bekannt gibt, ehe der Kommissar selbst davon erfährt. Zwar ist die Exposition noch gelungen, doch setzt dort bereits der Schreiber seinen ersten Spannungshemmer, in dem er einen seiner beiden Täter »Siggi« nennt. Und gleich nach Ankunft auf dem Campingplatz, bricht ein Bibelzitate rezitierender Spinner namens Siegfried Kohlmüller in die familiäre Idylle ein. Siggi und Siegfried liegen im süddeutschen Sprachraum so nahe beieinander wie Spätzle und »Soß«.

Die Sprache des Autors verebbt meist, nach einem ins Kapitel einführenden klischeehaften Bildes (wabernde Nebelschwaden, Durcheinander aus Molltönen), im undurchdringlichen Wust eines dörflerisch geprägten Stammtischniveaus.

Die Hauptperson »Hotte« hat den Charme eines Rasiermessers und agiert eher als duckmäuserischer Pantoffelheld, der weder die Ermittlungen leitet, noch ihr entscheidende Impulse verleiht. Er wird eher vom Strom der Ereignisse und der Zufälligkeiten mitgerissen. Über den Freund des Kommissars, dem »Sputnik« und der nervenden Frau Abele, genannt»Bebele« (welch genialer komödiantischer Schachzug), will ich keine Worte verlieren, da sie es nicht Wert sind.

Stereotype Dialoge, farblose Typen und viel nervtötendes Drumherum mischen sich mit nichts sagenden, langweiligen und teilweise fehlerhaften Szenen. Zum Beispiel die Bedienung im Gasthaus auf dem Campingplatz. Nachdem »Hotte« bei ihr einen Rotwein, einen Tauberschwarz, bestellt, gibt sie ihm eine recht schnippische Antwort. Hier merkt der Autor wörtlich an: »Und dabei war sie doch gar nicht blond ...« (Seite 63). Nur fünf Seiten später nennt Haug sie »Das blonde Gift ...«, doch das ist nicht der einzige Fehler.

Auf Seite 44 – »Hotte« schiebt gerade sein Fahrrad durch die Gegend – klingelt plötzlich sein eigenes Handy. (im Text: Horst überlegte krampfhaft, während er in der Gepäcktasche seines Fahrrades nach dem Handy suchte). Ja, richtig, nach seinem Handy …Auf Seite 242 fragt der gleiche »Horst« seinen Kollegen »Sputnik« nach dessen Handy, weil er dringend telefonieren muss. Hierbei folgt nachstehender Dialog:

»Aber du hast doch selber so ein Teil. Ein Diensthandy sogar!«, maulte Protnik (Sputnik), dem die Petersilie an diesem plötzlich gar nicht mehr so strahlenden Vormittag nun eh schon verhagelt war.
»Das werde ich grade noch in den Urlaub mitnehmen! Nein danke!«, schüttelte Horst den Kopf. »Und privat will ich mir so ein Ding gar nicht erst anschaffen! Immer und überall erreichbar zu sein: Eine Horrorvision!«

Eine wahre Horrorvision, doch damit nicht genug. »Hotte« wandert mit dem Rad durch das Taubertal. Mit dem Rad wohlgemerkt. Später, gegen Ende des Falles, als es wichtig ist, dass er schnell an einen anderen Ort gelangt, benutzt er seinen Wagen. Obwohl er doch mit dem Rad unterwegs war und nach seiner Ankunft auf dem Campingplatz im ersten Teil dort zuerst einmal seine Zelte aufschlug.

Diese Gräueltaten des Autors ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Da frage ich mich wirklich, was hat das Lektorat mit dem Text gemacht? Hat es daran gearbeitet oder hat es geschlafen?

Kurzum, dieser Roman ist genauso spannend inszeniert, wie der Jahreshaushaltsbericht des Kassenwarts der Kleintierzüchter von Kleinpoppenpol. 267 Seiten geballte Langeweile, Fehler auf Fehler, Stuss und Verdruss. Schade nur, dass es für »kaputte Bücher« keine Produkthaftung des Autors oder des Verlages gibt. Jede Waschmaschine dieses Niveaus wäre noch am selben Tage ausgetauscht worden.

Es gibt Bücher, die sind wie ein zartes Lachsfilet in schmackhafter Rieslingsoße, wie ein einzigartiges Kalbsbries oder wie ein herzhaftes Rinderfilet in einer Sauce Burgund. Andere sind wie Erbsensuppe oder Ravioli aus der Dose. Und wieder andere schmecken wie eine versalzene Suppe, wie ein vertrocknetes Steak oder ein verbranntes Stück strähniges Schweineschnitzel. Und »Tauberschwarz« ist eines der letzteren Sorte. Es ist eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe.
Und der persönliche Abspann des Autors am Ende der Geschichte, der mit den Worten endet: …und seien Sie versichert: »Hotte« macht weiter !!!, klingt für mich wie eine Drohung.

Ihre Meinung zu »Gunter Haug: Tauberschwarz«

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ryanmalloy zu »Gunter Haug: Tauberschwarz« 11.11.2010
Ich kann mich dem KC-Rezensenten nur anschließen: Viel Lärm um nichts, kein Krimi, sondern (wieder einmal) eine reine Nabelschau des grantelnden Horst Meyer.
Nebensächlichkeiten werden aufgebauscht, sachliche und logische Fehler gemacht, und die Hauptsache wird verpennt. Schade, dass Meyer wieder im Urlaub über einen Fall stolpert - hat der als Kripo-Kommissar keine interessanten Fälle während der Arbeitszeit zu lösen?!
Paul meier zu »Gunter Haug: Tauberschwarz« 24.10.2007
Schaut mal auf Radio8, die größte Radiogeschichte aller Zeiten. Deren Inititator ist Gunter Haug. Blödsinn Hoch 3. Kein Wunder, bei dem Initiatoren. Man kann den Hörern nur zu gute halten, dass sie ein schlechtes Vorbild haben. Ganz im Stile von Haugs Kriminalgeschichten.
In der Schule hätte man gesagt: sechs. Nachsitzen und nacharbeiten.
Anja zu »Gunter Haug: Tauberschwarz« 20.09.2007
Ich habe selten ein Buch gelesen, welches dermaßen vom guten Stil des Krimischreibens abweicht und ich muss der bitteren Kritik der Krimi-couch leider vollkommen zustimmen. Die Sprache ist teilweise eine Zumutung, denn sie versucht zeitweise gebildet, zeitweise stammtischhaft daherzukommen. Leider ist es die Sprache des Erzählers/Autors und nicht der Figuren. Hier liegt einer der vielen, vielen Fehler. Ich für meinen Teil werde mich hüten ein anderes Buch des Schriftstellers zu lesen.
Hans G. Hirsch zu »Gunter Haug: Tauberschwarz« 27.12.2005
Durch Tauberschwarz bin ich auf Gunter Haug gekommen. Habe fast alle Bücher verschlungen!!
Entgegen anderer Meinungen bin ich total begeistert. Sehr spannend geschrieben und teilweise aus dem Leben gegriffen.
Sehr guter Roman.
Andy zu »Gunter Haug: Tauberschwarz« 06.02.2005
aus den oben genannten Gründen: abzuraten!Fehler, schlechte Sprache, Geschwafel, flach!!!!
Dieser Krimiistsein Geld nicht wert und stiehlt einem nur die Zeit. Lasstdie Finger davon.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
kir zu »Gunter Haug: Tauberschwarz« 15.01.2004
das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde.
Gerhard Boehmler zu »Gunter Haug: Tauberschwarz« 09.01.2004
Also mit diesem Krimi hatte ich meine liebe Mühe . Erst dachte ich in wievielen Filmen bin ich denn beim Lesen . Nach 80 Seiten habe ich nochmal angefangen . So schlecht bin ich noch nie in einen Hotte Meyer Krimi reingekommen.Aber am Schluß wie gewohnt spannend
Baiba zu »Gunter Haug: Tauberschwarz« 23.09.2003
JUHUU!!!
Endlich ein Gleichgesinnter!!
Besser und treffender hätte ich es nicht formulieren können, was mir durch den Kopf ging beim Lesen!
Ich nannte die Schreibweise *Aufsatz-dritte-Klasse-Niveau*, als ich es jemandem beschreiben sollte.

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