Orphan X von Gregg Hurwitz

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel Orphan X, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei HarperCollins.
Folge 1 der Evan-Smoak-Serie.

  • New York: Minotaur, 2016 unter dem Titel Orphan X. 356 Seiten.
  • Hamburg: HarperCollins, 2016. Übersetzt von Mirga Nekvedavicius. ISBN: 978-3959670241. 432 Seiten.
  • Hamburg: HarperCollins, 2017. Übersetzt von Mirga Nekvedavicius. ISBN: 978-3959671026. 464 Seiten.

'Orphan X' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Seine Nachbarn halten Evan Smoak für einen harm losen Verkäufer von Industriereiniger. Dabei ist er eine der tödlichsten und geheimsten Waffen der US Regierung: ein Absolvent des Orphan-Programms, in dem Waisenkinder zu hocheffizienten Killern ausgebildet wurden. Nach Jahren des Mordens im inoffiziellen Regierungs auftrag, ist Evan in den Untergrund gegangen. Er hilft nun den Verzweifelten, die mit ihren Problemen nicht zur Polizei gehen können – mit allen Fähigkei ten, die ihm zur Verfügung stehen. Dabei hält er sich strikt an seine eigenen Gebote. Doch diesmal bricht er eine der Regeln und sein Auftrag entwickelt sich zur Katastrophe. Nun muss er gegen ein Gebot nach dem anderen verstoßen, damit das allerwichtigste unangetastet bleibt: 10. Gebot: Lass niemals einen Unschuldigen zurück

Ihre Meinung zu »Gregg Hurwitz: Orphan X«

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Mel zu »Gregg Hurwitz: Orphan X« 30.04.2017
Von Gregg Hurwitz habe ich vorher nichts gehört, aber jetzt werde ich die Bücher, die vor Orphan X erschienen sind, wohl auch lesen "müssen".
Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Es ist super spannend und wahnsinnig gut geschrieben. Die Geschichte ist für alle Fans von Agenten mit Gewissen ein Muss.
Ich kann es nur weiter empfehlen und hoffe, dass noch Einiges mehr von Gregg Hurwitz erscheint.
BookHook zu »Gregg Hurwitz: Orphan X« 10.03.2016
Zum Inhalt:
Evan Smoak ist ein klassischer Einzelgänger. Zu seinen Nachbarn im noblen Wohnblock in L.A. ist er stets freundlich und hilfsbereit, bleibt doch aber gleichzeitig immer unnahbar. Um seine Tarnung als unscheinbarer Vertreter für Industriereiniger nicht zu gefährden, lebt Evan streng nach zehn ganz eigenen Geboten. Vom ersten Gebot („Zieh keine voreiligen Schlüsse“) bis zum 10. Gebot („Lass niemals einen Unschuldigen sterben“) sind es genau diese Regeln, die ihn und seine Klienten schützen, und keines dieser Gebote hat Evan, alias „Orphan X“, jemals gebrochen. Bis er sich des Falls von Katrin annimmt, deren Vater entführt worden ist. Was für Evan als „Standardauftrag“ beginnt, führt ihn unvermeidlich an seine eigenen Grenzen und zum Bruch seiner geheiligten Gebote…

Zum Autor:
Bestsellerautor Gregg Hurwitz ist ein wahres Multitalent. Neben seinen mehrfach ausgezeichneten Büchern hat er bereits diverse Drehbücher (u.A. für Jerry Bruckheimer) und Comics (für Marvel und DC) geschrieben, Fernsehserien entwickelt (u.A. für Warner Bros.) und mehrere wissenschaftliche Artikel über William Shakespeare veröffentlicht.

Meine Meinung:

„Man spielt nicht das eigene Blatt, man spielt immer das Blatt des Gegners.“ (S. 377)

„Orphan X“ ist ein Thriller, der mich vom Start weg gleich in seinen Bann gezogen und gefesselt hat. Nach einer kurzen „Einführungsphase“ mit einer erfreulich überschaubaren Anzahl von Charakteren nimmt die Story rasant an Fahrt auf. Es entspinnt sich ein wahres Verwirrspiel mit Intrigen und Täuschungen. Der sonst so straighte und selbstsichere Evan hat schnell selbst Zweifel an seinem aktuellen Auftrag, und der Leser zweifelt mit ihm mit. Der Plot entwickelt sich sehr spannend und stellenweise extrem rasant, ja fast atemlos. Dabei sorgt der Autor gleich mehrfach für überraschende Wendungen, die ich zu keiner Zeit so vorhergesehen hätte. Dabei bleibt die Story insgesamt doch stets nachvollziehbar und nicht unrealistisch. Selbst die Auflösung – nach einem unglaublich actiongeladenen Finale – präsentiert der Autor für meinen Geschmack absolut wasserdicht, fügt alle Puzzleteilchen (die ich teilweise zuvor gar nicht als solche erkannt hatte) zu einem stimmigen und überraschenden Gesamtbild zusammen. So hatte ich stets das Gefühl, vom Wissen um die Zusammenhänge „auf Augenhöhe“ mit Evan Smoak zu sein. Dies hat sicherlich dazu beigetragen, dass ich dermaßen stark mit Evan mitgefiebert und mitgezittert habe.

Evan Smoak alias „Orphan X“ oder auch „The Nowhere Man“, ist ein Protagonist, wie ich ihn mag: Gradlinig, zuverlässig, extrem schlagkräftig und doch mit Herz. Ein Minimalist dessen einzige Leidenschaft sehr teure Vodkas sind. Eine moderne Version von Robin Hood, Zorro & Co., der seine gesamten Mittel und sein ganzes Können zum Wohle von in Not geratenen Personen einsetzt („Finde jemand, der mich braucht. Gib ihm meine Nummer.“). Eingestreute Rückblenden zeigen dem Leser sukzessive, wie Evan zu „Orphan X“ geworden ist. Hier schafft der Autor sehr gelungen sowohl eine Nähe zu seinem Protagonisten als auch eine nachvollziehbare Erklärung, wie Evan ein dermaßen außergewöhnlicher Kämpfer geworden ist. So ist Evan Smoak ein Paradebeispiel für einen extrem effektiven und unerschrockenen Mixed Martial Arts Kämpfer, der sich aus allen Selbstverteidigungstechniken stets das Beste und intuitiv das für die Situation Passendste aussucht, sei es nun Muay Thai, das indonesische Pencak Silat, die Tang-Technik oder auch Wing Tsun. Evan Smoak beherrscht sie alle!

Der Schreibstil des Autors passt sehr gut sowohl zur Story als auch zu seinem Protagonisten: Sehr flüssig, präzise und eher nüchtern als blumig. Auch das Setting, das größtenteils in L.A. platziert ist, habe ich als sehr passend empfunden. Wo könnte jemand wie Evan Smoak auch besser mitten im pulsierenden Leben untertauchen als in dieser ausufernden Flächenstadt. Dass der Autor, der auch in L.A. lebt, diese Stadt sehr gut kennt, kommt für meinen Geschmack sehr gut rüber, wodurch sich ein sehr authentisches Gesamtbild ergibt.

Auf das nächste Abenteuer von Evan Smoak freue ich mich schon jetzt!

FAZIT:
Ein waschechter Page-Turner. Wer Robert Ludlums „Jason Bourne“ und Lee Childs „Jack Reacher“ mag, wird „Evan Smoak“ lieben!
Baerbel82 zu »Gregg Hurwitz: Orphan X« 09.03.2016
Nächstes Mal

Dass Gregg Hurwitz neben Thrillern Drehbücher für die großen Hollywood-Studios schreibt, merkt man. Denn „Orphan X“ ist bestes Actionkino in Buchform, wie man es sich wünscht. Worum geht es?
Die Geschichte beginnt mit einer Rückblende in die Vergangenheit: Wir lernen den 12-jährigen Waisen Evan kennen. Agent Jake rekrutiert ihn für das sogenannte Orphan-Programm. Hierbei handelt es sich um eine Ausbildung zum Killer.
Danach begegnen wir dem erwachsenen Evan Smoak. Nach Jahren des Mordens im inoffiziellen Regierungsauftrag, ist er ausgestiegen und abgetaucht. Als „Nowhere Man“ hilft er nun Menschen, die mit ihren Problemen nicht zur Polizei gehen können.
Dabei hält sich Evans an seine Gebote. Das wichtigste von allen: „Lass niemals einen Unschuldigen sterben.“ Obwohl Evan ein mulmiges Gefühl hat, versucht er Katrin White zu helfen, die wegen ihrer Spielschulden erpresst wird. Somit gerät Evan ins Visier eines anderen Orphans und wird selbst zum Gejagten. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt...
Schauplätze sind Los Angeles und Las Vegas. Evan tappt von einer Falle in die nächste, aber natürlich wundert es nicht, wie er immer wieder überlebt, unkaputtbar eben. Dabei lässt es der Autor richtig krachen. „Orphan X“ ist ein Mix aus Action- und Hightech-Thriller mit Suspense-Elementen.
Irgendwie merkt man auch, dass das Buch für den US-amerikanischen Markt geschrieben wurde. Denn diese Orphans, so etwas kann meiner Meinung nur in Amerika funktionieren: sie stehen über dem Gesetz, agieren wie Terroristen mit Pathos, Kitsch und viel Testosteron.
Evan ist ein interessanter Charakter. Ein Heiliger, ein Superheld. Eine hilflose Frau und schon ist sein Beschützerinstinkt geweckt. Aber er ist eben auch ein einsamer Rächer. Ähnlich wie Jack Reacher in den Romanen von Lee Child. Nichtsdestotrotz leidet man mit diesem unkonventionellen Helden mit.
Natürlich gibt es kein Happy-End, was konsequent eine spannende Lektüre zu ihrem logischen, wenngleich offenen, Abschluss bringt. Vielleicht „Nächstes Mal.“ Denn „‚Nächstes Mal‘ bedeutet, dir steht die Welt offen. ‚Nächstes Mal‘ bedeutet Möglichkeiten. ‚Nächstes Mal‘ ist Freiheit.“

Fazit: Bestes Actionkino in Buchform. Bitte mehr davon!
leseratte1310 zu »Gregg Hurwitz: Orphan X« 06.03.2016
Evan Smoak ist Waise und 12 Jahre alt, als er aus seinem Heim geholt wird und in ein Ausbildungsprogramm des Staates gesteckt wird. Er soll später als Auftragskiller der Regierung unterwegs sein. Zurückgezogen lebt er mit seinem Ausbilder Jack Johns, der nicht nur für die Ausbildung sorgt, sondern ihm auch ein Regelwerk vermittelt, das immer und unter allen Umständen zu befolgen ist. Jack ist auch dafür verantwortlich, dass Evan eine menschliche Seite entwickelt. Seine Aufträge erhält er später auch über Jack. Doch als der eliminiert wird, gibt es keine Aufträge mehr. Evan aber sorgt dafür, dass er weiterhin beschäftigt ist. Als Nowhere-Man hilft er Menschen in Not, die ihm statt Zahlung einen neuen Auftrag vermitteln müssen. Aber es läuft etwas schief, er hat plötzlich zwei Aufträge gleichzeitig und weiß nicht, wem er vertrauen soll. So kommt es, dass Evan eine Regel nach der anderen brechen muss, denn plötzlich ist er der Gejagte.
Evan hat neben seiner Wohnung Ausweichquartiere für den Notfall. Seine supergesicherte Wohnung liegt in einem Haus, dessen Bewohner ganz „normale“ Leute sind. Für sie ist Evan ein Verkäufer von Industriereinigern. Sie haben ihre Problemchen und obwohl Even sich immer wieder sagt, dass er damit nicht zu tun hat, kann er manchmal gar nicht anders als zu helfen. So lernen wir auch seine Nachbarn kennen. Die einsame Mrs. Rosenbaum, die alleinerziehende Mia mit ihrem Sohn Peter und der Kämpfer Johnny haben es mir besonders angetan.
Slatcher und Candy, die sich auf Evans Spur gesetzt haben, sind wirklich sehr fies und skrupellos.
Dank seiner Ausbildung ist Evan ein guter Kämpfer und Schütze und weiß, wie man möglichst unsichtbar bleibt. Aber seine Gegner sind genauso stark wie er und scheinen immer einen Schritt voraus zu sein. So gibt es viel Action und Spannung und jede Menge technischen Schnick-Schnack. Der Nachteil ist leider, dass im Buch vieles etwas breiter beschrieben wird, was in einem Film selbsterklärend wäre. Das nimmt ein wenig den Thrill. Dennoch: Wer Filme wie „Mission impossible“ und „James Bond“ liebt, wird auch dieses Buch mögen.
Als sich zum Schluss herausstellt, wer hinter Evan her ist, war ich doch ein wenig überrascht.
Fazit: Actionreiche und spannende Unterhaltung.
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