Dschihad von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel A gentleman\'s game, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei dtv.
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New York: Bantam Books, 2004 unter dem Titel A gentleman\'s game.
ISBN:
0553802763. 335 Seiten.
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München: dtv, 2007.
Übersetzt von Philipp Stern.
ISBN:
978-3423209847. 411 Seiten.
'Dschihad' ist erschienen als
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In Kürze:
Die Aktion war von langer Hand vorbereitet, wie ein Uhrwerk sollte sie ablaufen. Und trotzdem wäre sie beinahe gescheitert, denn Menschen sind nun mal keine Maschinen, und manchmal haben sie Angst. Nach einem Brandanschlag auf die Londoner U-Bahn beschließt die Regierung einen Vergeltungsschlag gegen den Dschihad. Aber wer soll den Job übernehmen? Die Wahl fällt auf Tara Chace …
Das meint Krimi-Couch.de: »Ein relativ schwacher Erstling«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Islamistische Selbstmordattentäter verüben in der Londoner U-Bahn tödliche Anschläge. Die Rekruten der Islamischen Dschihad kennen kein höheres Ziel, als Schahid (Märtyrer) zu werden und trainieren ihre Fähigkeiten in verschiedenen geheimen Lagern, die von den unterschiedlichen moslemischen Staaten gesponsert werden.
Großbritannien will sich diese Aggression nicht gefallen lassen. Der britische Auslandsgeheimdienst Secret Intelligence Service (SIS), besser bekannt als MI6, wird beauftragt, mit Billigung und Hilfe der Mossad, die Drahtzieher im Jemen zu töten. Für diese Aktion kommt nur die Chefin der Operativen Einheit Tara Chace in Frage. Sie muss als Muslimin verkleidet, den Drahtzieher Faud in der Moschee töten. Ihr Pech, dass sie dabei auch einen Zeugen exekutieren muss und der ist zufällig ein Prinz aus dem Hause Saud.
In Saudi-Arabien fordert man Rechenschaft für das Blutvergießen. Tara Chace muss ausgeliefert werden und Tara wird zum Bauernopfer. Ihre einzige Chance besteht darin, nach Saudi-Arabien zu flüchten und dort das Ausbildungslager restlos zu vernichten …
Der kalifornische Autor Greg Rucka hat seinen ersten Band »Dschihad« mit der Agentin Tara Chace bereits 2004 als »A Gentleman’s Game« veröffentlicht, knapp ein Jahr bevor in London tatsächlich islamistische Attentäter in der U-Bahn ihre Anschläge verübten. Philipp Stern hat die brisante Geschichte ins Deutsche übersetzt, die jetzt im Deutschen Taschenbuch Verlag mit über 400 Seiten auf den Buchmarkt kam.
Rucka gehört zu den fünf gefragtesten Comic-Autoren Amerikas. Nach seinen Romanerfolgen mit der Atticus Kodiak-Reihe, in der ein Bodyguard knifflige Fälle erledigt, die bislang nicht auf Deutsch erschienen ist, hat er aus seiner Comic-Serie Queen & Country zwei Thriller um die Figur der Tara Chace geschrieben, von denen Dschihad der erste Band ist.
Tara Felicity Chace hat also schon eine zwölfbändige Comic-Karriere hinter sich und schießt und sticht ohne Rücksicht auf Verluste in genau solcher Manier durch den Roman. Wobei sie von der Spielfigur Lara Croft nur durch die Haarfarbe zu unterscheiden ist, ansonsten aber eine ausgesprochen kluge, mehrsprachige und kampferprobte Alleskönnerin ist.
Der Autor hat seine Rechercheaufgaben über den Islam und diverse islamistische Bewegungen ordentlich gemacht und so schildert er auch gekonnt, wie die Rekrutierung und Ausbildung der Attentäter vor sich geht. Ebenso beschreibt er das Szenario hinter den Kulissen der Geheimdienste und ihre verschlungenen Wege zur Problemlösung. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist die sprachliche Umsetzung des Spannungsaufbaus, der fast über die gesamte Länge nur dahin plätschert und bei der Rucka mit seinen kurzen Actionsequenzen die Hauptfigur viel zu wenig aktiv werden lässt, weil er viel zu sehr (politisches) Drumherum eingebaut hat.
Die Agentin mit der Lizenz zum Töten hat in diesem Roman in erster Linie mit den Machenschaften aus den eigenen Reihen zu kämpfen, denn die »Bösewichte« sind von dieser unglaubwürdigen Überfrau schnell und gekonnt beseitigt. Dabei bleibt zu wenig Zeit, um Tara Chace oder einen der anderen Charaktere ordentlich zu zeichnen, was am Ehesten noch bei den Schahid gelungen ist, deren Werdegang vor dem Leser durchaus gelungen aufbereitet wurde. Insgesamt hätte sich Greg Rucka nicht so kurz fassen müssen, sondern noch viel Raum gehabt, um mehr Ambiente und Dramatik in sein Buch einzubauen, damit der Eindruck eines umgeschriebenen Comics verschwindet.
Tara Chace hat durchaus Potential in Romanform eine Kultfigur zu werden, mit diesem Roman hat Greg Rucka aber einen relativ schwachen Erstling abgeliefert, der über literarisches Mittelmass nicht hinaus kommt.
Wolfgang Weninger, Juni 2007
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| lady zu »Greg Rucka: Dschihad« | 17.12.2007 |
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