Infernal von Greg Iles

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel Dead Sleep, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: China / Hongkong, USA / New York, USA / New Orleans, 1990 - 2009.

  • New York: G. P. Putnam’s Sons, 2001 unter dem Titel Dead Sleep. 372 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Ehrenwirth, 2003. Übersetzt von Axel Merz. ISBN: 3-431-03503-5. 544 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2004. Übersetzt von Axel Merz. ISBN: 3-404-15220-4. 542 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2006. Übersetzt von Axel Merz. ISBN: 978-3-404-26536-7. 542 Seiten.

'Infernal' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Endlich in den wohlverdienten Ferien, besucht die Fotojournalistin Jordan Glass ein Kunstmuseum in Hongkong. Doch die richtige Entspannung will sich nicht einstellen, denn Jordan muss verwirrt feststellen, dass andere Museumsbesucher sie neugierig anstarren. Nur wenige Augenblicke später entdeckt sie eine bizarre Sammlung von Gemälden eines unbekannten Künstlers, die in der Kunstwelt für Furore gesorgt haben. Die Bilderserie heißt »Die schlafenden Frauen«, und zeigt verschiedene, angeblich schlafende Frauen nackt. Der Schlag trifft Jordan, als sie auf einem der Bilder ihr eigenes Gesicht erkennt – so, wie es die anderen Besucher offensichtlich auch getan haben. Es gibt Gerüchte, die besagen, dass diese Frauen nicht schlafen, sondern tot seien – dieser Verdacht hat die Preise für die Werke in horrende Höhen getrieben. Jordan ahnt, dass auf dem Bild nicht sie selbst, sondern ihre Zwillingsschwester abgebildet wurde: Jane ist vor einem Jahr spurlos verschwunden und bis zu diesem Tag fehlt jedes Lebenszeichen von ihr. Lange hat das FBI vergeblich nach Hinweisen gesucht und der Druck von außen wächst, denn Jane war nicht das erste Opfer des Unbekannten. Die Gemälde führen Jordan und das FBI schließlich in die Nähe des Täters …

Das meint Krimi-Couch.de: »Psychologisch fundiert, ergreifende Momente, packendes Finale«

Krimi-Rezension von Michael Matzer

Die Kriegsfotografin Jodan Glass stößt auf eine bizarre Gemäldeserie. Eine der im todesähnlichem Schlaf dargestellten Frauen ist ihre verschwundene Schwester Jane. Zusammen mit dem FBI stößt Jordan auf vier Verdächtige in New Orleans: Alle sind Kunstmaler. Wissen sie, ob Jane bereits tot ist? Lebt sie wieder Erwarten noch? Plötzlich wird Jordan selbst zum Ziel des Serienmörders.

Als die Fotografin Jordan Glass für Buchrecherchen ein Museum in Hongkong besucht, erleidet sie den Schock ihres Lebens: Die aktuelle Gemäldeausstellung des Kunstmuseums zeigt eine Serie von nackten Frauen, die zu schlafen scheinen. Doch sie sind so blass, dass sie genauso gut tot sein könnten. Und das Gesicht eines dieser Frauen ist ihr eigenes: das ihres eineiigen Zwillings Jane.

Auch die anderen Besucher des Museum erleiden einen Schock: Da hängen Bilder von nackten, möglicherweise toten Frauen an der Wand, und plötzlich spaziert eine der Totgeglaubten mitten unter ihnen umher …Als Jordan aus dem Chaos, das ihr Erscheinen verursacht hat, entkommen kann, schnappt sie sich den erstbesten Flieger, der sie in die Staaten bringt und ruft das FBI an.

Ihre Schwester Jane ist bereits über ein Jahr verschwunden – entführt, wie man glaubt. Und nun könnte das in Hongkong entdeckte Gemälde der endgültige Beweis sein, dass sie tot ist. Schon lange arbeitet daher Jordan mit Stellen des FBI in Quantico zusammen. Jordans Schreck sitzt tief, doch sie kann ihn bezähmen: Als Kriegsfotografin hat sie schon ziemlich jede Horrorszene erlebt, die man sich vorstellen; auch am eigenen Leib …

Sofort fliegt sie nach New York City, um den Händler zu treffen, der dem japanischen Besitzer der Museumsbilder die Gemälde verkauft hatte: Christopher Wingate. Doch kaum ist sie mit ihren hartnäckigen Reporterfragen ein Stück weit in die Vorgeschichte der Gemälde eingedrungen, wird in der Galerie auch schon Feuer gelegt. Sie entkommt mit knapper Not dem Inferno, doch Wingate schafft es nicht. Ein Besuch bei einem von Wingates Kunden, dem Exilfranzosen Marcel de Becque, verläuft ziemlich ergebnislos: Er hatte die ersten fünf Bilder gekauft, doch nicht auch jenes bekommen, das Jane zeigt.

Die Spur der in Hongkong sichergestellten Bilder führt über extrem seltene Pinselhaare direkt an die Universität von New Orleans, die Tulane University. In dieser Stadt hatte Jane mit ihrer Familie gelebt, hier hatte Jordan mal bei einer Tageszeitung gearbeitet. (Und hier kennt sich der in Mississippi aufgewachsene Autor hervorragend aus.) Zusammen mit FBI-Leuten, dem Special Agent John Kaiser und dem Psychologen Dr. Arthur Lenz, darf Jordan an den Verhören von vier Verdächtigen teilnehmen, darunter einem weltbekannten Kunstmaler namens Wheaton. Ist Jane noch am Leben?

Als Jordan bereits glaubt, ihre Nachforschungen würden ergebnislos verlaufen, verschwindet eine der vier Verdächtigen direkt vor den Augen ihrer FBI-Beschatter. Wenig später wird ein perfekt organisierter Angriff auf Jordan und ihre FBI-Beschützerin ausgeführt. Nur gut, dass auch John Kaiser in der Nähe ist …

Ich habe seit einiger Zeit keinen derart spannenden Thriller mehr gelesen. Nach dem furiosen Auftakt, der zur Hauptsache aus der erschütternden Entdeckung von Janes Bild und dem Brand in Wingates Galerie besteht, gerät die Handlung erst einmal in ruhigeres Fahrwasser. Die Befürchtung, die Verhöre der vier Verdächtigen könnten sich als falsche Fährte erweisen, die der Autor ausgelegt hat, um uns irrezuführen, bewahrheitet sich nicht: Hier sind wir schon genau richtig.

Die Lage spitzt sich bereits nach 250-300 Seiten einigermaßen zu, als Jordan brutal angegriffen wird, wobei ihre Beschützerin ihr Leben opfert. Von da ab überschlagen sich die Informationen und Ereignisse, bis zu einer langen und beklemmenden Passage, in der sich Jordan hilflos in den Gewalt des Mörders wiederfindet und erfährt, wie alles begann. Nach dem obligatorischen Showdown findet eine doppelte Wiederauferstehung statt. Mehr darf ich nicht verraten.

Menschlich anrührend ist der Roman in sehr vielen Szenen, ganz gleich, ob es sich um die Ich-Erzählerin Jordan Glass geht oder um die gewaltsam verwaiste Familie ihrer Schwester. Hilfe und Beistand findet die 40-jährige Jordan, die sich in ihrer Arbeit verloren hat, bei Special Agent John Kaiser. Nach einigen zaghaften Annäherungsversuchen, die immer wieder von dienstlichen Anrufen unterbrochen werden, finden die beiden schließlich zueinander, um gemeinsam einen Neuanfang zu wagen.

Ungewöhnlich an der mittlerweile gewohnten Plotidee des psychisch abnormalen Serienmörders ist das Milieu, in dem der Täter zu suchen ist. Die Kunstmalerei war bislang nicht besonders dafür bekannt, Schauplatz blutiger Morde oder anderer Kapitalverbrechen zu sein. Prompt kommt auch hier der Verweis auf Oscar Wildes berühmte Novelle »Das Bildnis des Dorian Gray«, in dem der »Titelheld« einen Mord begeht und sich danach ewige Jugend verschafft – zumindest vorerst. Greg Iles verrät große Detailkenntnisse, für die er sich bei den konsultierten Sachverständigen am Schluss des Buches artig bedankt.

Oftmals das Sorgenkind bei Romanen mit solch spezialisierten Fachbereichen, wie sie hier auftreten, ist doch die Übersetzung diesmal ausgezeichnet gelungen. Anders als bei Tom Clancys letztem Buch hat auch das Lektorat keine Fehler übersehen. Obwohl ich den Übersetzer Axel merz nicht gerade als den Allerbesten seines Fachs kennengelernt habe – er übertrug den kompletten Armageddon-Zyklus von Peter F. Hamilton ins Deutsche -, so hat diesmal die möglicherweise bessere Bezahlung als beim Taschenbuch für einwandfreie Arbeitsergebnisse gesorgt. Schon lange habe ich den Eindruck, dass Hardcover-Übersetzungen eine höhere Qualität besitzen als Taschenbücher. Ausnahmen wie Clancy bestätigen die Regel.

»Infernal« ist ein kompetent gebauter und sehr spannend erzählter Thriller, der mit ähnlichen Elementen umgeht wie etwa »Sieben« oder »Das Schweigen der Lämmer« und damit Erfolg hat. Nur dass seine Figurenzeichnungen außer bei der Hauptfigur nicht besonders tiefgründig sind. Jordan und ihre Familie erhalten eine eigene Historie, die psychologisch untermauert wird und für eine subtile Spannung sorgt. Daher versteht man auch, warum Jordan so sehr bemüht ist, die Wahrheit über Janes Schicksal herauszufinden: Sie muss sich selbst retten, bevor sie zusammenbricht.-

Nun könnte man meinen, die Morde an den »Schlafenden Frauen« wären sinnlos, weil sie von einem psychisch Gestörten begangen werden. Dem ist keineswegs so – die Botschaft, die Iles geschickt verpackt hat, lautet wie folgt: je höhere Preise Gemälde mit bestimmten Motiven erzielen können, desto mehr wird das entsprechende Angebot zunehmen: das Gesetz von Nachfrage und Angebot. Schlecht für die Opfer: Erst als die nackten Frauen realistisch so dargestellt werden, als befänden sie sich im Todesschlaf, steigen die Preise rasant in die Höhe: Das letzte Gemälde bringt fast zwei Millionen Dollar! Kunst killt.

Ich habe den Roman in nur drei Tagen gelesen, wobei ich in der letzten Sitzung die restlichen 300 Seiten einfach lesen musste. Das Buch ist zu spannend, um es einfach zwischendurch mal weglegen zu können. Die Mühe hat sich gelohnt. Ich bin rundum zufrieden mit dem Buch.

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Chrisu zu »Greg Iles: Infernal« 13.05.2010
Jordan, bekannt durch ihre Fotoaufnahmen in Kriegsgebieten, entdeckt bei einem Museumsbesuch in Hongkong eine Serie von Bildern, die Frauen schlafend darstellen. Auf einem Bild sieht sie sich selber, bzw. ihre Zwillingsschwestern, die vor einem Jahr verschwand. Sie macht Aufnahmen von den Bildern und flüchtet aus dem Museum und nimmt das nächste Flugzeug nach New York. Unterweg telefoniert sie mit dem FBI und informiert sie über die Entdeckung. Gemeinsam mit dem FBI, vor allem mit John Kaiser, dem Profiler beginnt die Jagd nach dem Entführer, Maler und Mörder dieser Frauen. In der Zwischenzeit werden noch weitere Frauen entführt. Die Schlinge zieht sich immer weiter zusammen und zum Schluß bleiben 4 Verdächtige übrig. Nach einer intensiven Befragung müssen alle 4 Personen vom Verdacht freigesprochen werden, aber ein Zweifel bleibt. Greg Iles hat es wieder geschafft sofort in das Geschehen einzusteigen, die Spannung excellent aufzubauen und durch das ganze Buch zu leiten. Man glaubt dem Mörder auf der Spur zu sein und dann fällt das Kartenhaus wieder zusammen. Bis zum Schluß bleibt offen, wer der geheimnisvolle Künstler ist. Und als Abschluß die Geschichte vom Anfang dieser Ereignisse in Jordans Leben.
muprl zu »Greg Iles: Infernal« 18.04.2009
Das erste, was mir bereits am Klappentext aufgefallen ist: Greg Iles hat gute Plot-Ideen. Dummerweise ging die Spannung für die ersten 30 Seiten verloren, weil man durch den Klappentext bereits wusste, was kommt. Schade. Aber trotzdem: tolle Idee, gut umgesetzt.
Nach dem furiosen Anfang mit Entdeckung der Bilde und dem großen Feuer kam auch bei mir ein wenig Langeweile auf. Es passierte ja so einiges, die Handlung war gar nicht langweilig, aber es ist leider extrem routiniert und auch etwas uninspiriert erzählt.
Die letzten etwa 100 Seiten funktionieren aber wieder sehr gut. Dort entwickelt sich tatsächlich eine den Leser bannende Erzählung, die absolut glaubhaft alle Hinweise, die das Buch bereit hielt, miteinander verknüpft. Da kam bei mir richtig Lesefreude auf.

Kurz gefasst: Eine gute Idee, eine komplexe und größtenteils glaubwürdige Handlung, Spannung, sympathische Figuren ABER zu viel Routine, dadurch fehlt ein bisschen der "Pfeffer", oder das "Salz in der genormten ThrillerSuppe".
Schrodo zu »Greg Iles: Infernal« 14.08.2008
Fotografin Jordan sieht auf einem Gemälde ihre vor Jahren verschwundene Zwillingsschwester. Zusammen mit dem FBI rollt sie den Fall wieder neu auf. Schnell wird klar, dass es mehrere Frauen gab die spurlos verschwanden und auf Gemälden „schlafend“ von einem unbekannten Maler verewigt wurden.
Ich hab drei Bücher von Herrn Iles gelesen nun das vierte „Infernal“. Was der Titel soll weiß ich ehrlich gesagt nicht. Für mich war dies auch das schwächste das ich vom guten Greg gelesen habe. Richtige Spannung kam für mich nicht auf, auch hat das Buch im Mittelteil einige zu große Längen (Seiten schinden hat der doch nicht nötig). Das Ende kommt plötzlich und erinnert mich etwas an einen Film der 60er Jahre wo der verlorene Sohn wieder heimkehrt. Wenigstens wurde die Liebesgeschichte nicht zu breit ausgetreten hat. Wäre dies mein erstes Buch von Herrn Iles gewesen, hätte es mich bestimmt nicht so enttäuscht. Dass er das viel besser kann hat er ja schon bewiesen. Also lieber Greg…streng dich an!
silverfox zu »Greg Iles: Infernal« 04.05.2008
Ein anspruchsvolles spannendes Buch,das mir die Klasse von Greg Iles wiedermal bestätigt hat.
Die Romane dieses Mannes gehören zu meinem Stamminventar. Spitze !
Heaven23 zu »Greg Iles: Infernal« 04.03.2008
Greg Iles ist auf jeden Fall ein klasse Autor. Bisher habe ich leider nur das eine gelesen ! Infernal hat mich gepackt, von Anfang bis Ende ! Die Story war einfach klasse !
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Judith zu »Greg Iles: Infernal« 01.02.2008
Habe das Buch obwohl es sehr dick ist in 4 Tagen gelesen. Wenn ich gekonnt hätte hätte ich zwischendurch nicht aufgehört, so spannend fand ich die Geschichte. Das Ende ist so auch nicht vorhersehbar. Kann ich nur empfehlen.
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Daniel zu »Greg Iles: Infernal« 29.12.2007
Ich finde Iles' Bücher faszinierend, denn seine Stories und Hauptfiguren nehmen mich stets ein. Hier besonders, denn das Thema um die Schlafenden Frauen ist sehr abstoßend und zugleich anziehend.

Ganz kurz: emotional aufwühlend und Gänsehaut erzeugend! So mag ich Iles
Bio-Fan zu »Greg Iles: Infernal« 12.03.2007
Spannend, ja fesselnd! Ich habe das Buch an einem Sonntag in einem Rutsch durchgelesen. Eins der besten von Greg Iles und ich kenne alle.Ohne grosses Gemetzel,ohne die für Amerikaner wohl notwendige, breit gewalzte Lovestory. Serienkiller-na klar, aber alles in einer interessanten Story verpackt. Das einzige was mich stört, ist der deutsche Titel .Infernal. Wie bei vielen deutschen Ausgaben hat der Titel mit dem Inhalt nichts zutun.
mac-knife zu »Greg Iles: Infernal« 25.09.2006
Für mich absolut unverständlich die teilweise schlechten Kritiken meiner Vorredner. Wenn INFERNAL eins von den schwächeren Werken von Iles sein soll, dann bin ich auf die starken gespannt!!
Ich habe es gerade ausgelesen. Selten so ein spannendes Buch gelesen - und ich bin wirklich anspruchsvoll. Deaver, der allgemein als Meister dieses Genres gilt erreicht meiner Meinung nach bei nur wenigen seiner Serien-Machwerke ein ähnlich hohes Niveau.
Für mich steht fest, daß das bestimmt nicht der letzte Roman von Iles sein kann - da muss gleich Nachschub her!!
Monika zu »Greg Iles: Infernal« 14.07.2006
Also, nachdem ich EROS gelesen habe, war ich von diesem Roman mehr als enttäuscht gewesen. Die Spannung kam nur stellenweise und das sehr kurz. Man könnte die ganze Geschichte auf 100 Seiten erzählen. Ich rate v. Kauf ab. Das Buch ist das Geld nicht wert.
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