24 Stunden von Greg Iles

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel 24 Hours, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Mississippi, 1990 - 2009.

  • New York: Putnam, 2000 unter dem Titel 24 Hours. 335 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2002. Übersetzt von Karin Meddekis. ISBN: 3-404-14810-X. 399 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2003 24 Stunden Angst. Übersetzt von Karin Meddekis. ISBN: 3828972608. 399 Seiten.

'24 Stunden' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

24 Stunden – so lange dauern in der Regel die perfekt geplanten Entführungen eines Kidnapper-Trios. Die schockierten Eltern zahlen das geforderte Lösegeld, und die geraubten Kinder gelangen wohlbehalten nach Hause. Doch im Fall der kleinen Abby Jennings verläuft nichts nach Plan: Denn das entführte Mädchen benötigt dringend ein lebensnotwendiges Medikament, und ihre Eltern gehören nicht zu der Sorte von Menschen, die sich widerstandslos geschlagen geben. Die Jagd nach den Kidnappern wird zu einem Kampf auf Leben und Tod.

Das meint Krimi-Couch.de: »Iles liefert beste Unterhaltung und Hochspannung von Beginn an« 88°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Das perfekte Verbrechen hat das dreiköpfige Team jetzt bereits fünfmal durchgezogen. Einmal pro Jahr und in jeweils 24 Stunden – nicht früher und nicht später – ist alles erledigt. Vom erbeuteten Geld können die drei dann ein Jahr gut leben. Auch beim sechsten Mal soll alles nach Plan laufen.

Joe Hickeys Entführungen, die jeweils während eines Ärztekongresses in Biloxi stattfinden, sind raffiniert geplant, die Verhältnisse der Opfer gut recherchiert. Joe und sein Cousin Huey, ein geistig zurückgebliebenes Riesenbaby, entführen das Kind aus der elterlichen Wohnung. Während Joe bei der Mutter im Haus bleibt, bringt Huey das Kind in eine abgelegene Waldhütte. Joes Frau Cheryl – von Joe aus der Prostitution befreit und ihm gegenüber absolut unterwürfig – kümmert sich derweil um den Vater in dessen Hotelzimmer. Jede halbe Stunde nimmt Joe mit seinen Mitstreitern telefonisch Kontakt auf, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist. Sollte der Kontakt scheitern, so hat Huey – der zwar herzensgut, aber seinem Cousin treu ergeben ist – den Auftrag, das Kind umzubringen. So sind den Opfern absolut die Hände gebunden, selbst Waffen in ihren Händen brauchen die Entführer nicht zu fürchten.

Die Lösegeldforderung ist so niedrig gewählt, dass es kein Problem bereitet, das Geld schnell und einfach zu besorgen und es kurzfristig per Bank nach Biloxi zu transferieren, wo es der Ehemann abholt und Cheryl übergibt. So kann die bei Kidnapping so riskante Geldübergabe praktisch vermieden werden. Danach werden Mutter und Kind an einem neutralen Ort freigelassen, wo sie sich wieder treffen. Auch nachträglich sichern sich die Entführer ab. Sie drohen damit, das Kind umzubingen, falls die Eltern Anzeige erstatten. So operieren sie auch relativ offen unter ihren wirklichen Namen, weil sie keine Konsequenzen zu befürchten haben.

Für ihren sechsten Coup haben sie sich die Familie Jennings ausgewählt: Vater Will, Mutter Karen und ihre Tochter Abby. Die Lösegeldforderung beläuft sich auf 200.000 Dollar, für die Jennings ein leicht zu verschmerzender Verlust. Auch hier läuft zunächst alles nach Plan, doch bald gerät er ins Stocken. Denn den Gangstern ist bei ihren Recherchen entgangen, dass Abby an Diabetes leidet und ohne ihr Insulin keine 24 Stunden überleben kann. Doch auch, nachdem dieses Problem zunächst gelöst ist, läuft nichts so wie sonst. Denn die Jennings gehören nicht zu den Eltern, die sich wehrlos ihrem Schicksal ergeben.

Ein Zitat von Francis Bacon ist dem Roman vorangestellt: »Derjenige, der Frau und Kinder hat, ist eine Geisel des Glücks«. Ein sehr passend gewähltes Zitat, denn spätestens nach der Lektüre dieses Romans sollte jeder diesen Spruch verstehen können. Der Autor stellt deutlich dar, wie wichtig Liebe und Zusammenhalt für das Leben sind und wie hilflos man ist, wenn diese Gemeinschaft bedroht ist.

Iles hat mit »24 Stunden« wieder einen Thriller geschaffen, der absolute Hochspannung vom ersten Moment an bietet. Der Autor legt ein wirklich rasantes Erzähltempo vor, so sollte es keine Probleme bereiten, dieses Buch innerhalb von 24 Stunden, also quasi in Echtzeit zu lesen. Gut und originell konstruiert wirken die drei verschiedenen Handlungsplätze mit jeweils einem ungleichen männlich-weiblichen Paar.

Dadurch, dass sich Iles im Prinzip auf sechs Charaktere für sein Buch beschränkt, hat er alle Zeit, diese ausführlich und sehr detailliert darzustellen, so daß man diese Personen bald wirklich zu kennen glaubt. Auch die Angst, die Eltern und Tochter haben, wird sehr gut rübergebracht. Iles vermeidet weitgehend eine reine Schwarz-Weiß-Darstellung, sondern verleiht auch den Verbrechern – zumindest zweien davon – sehr menschliche Züge. Natürlich gibt es neben diesen sechs Hauptdarstellern auch noch Nebenrollen. Dabei weiß vor allem die Darstellung der Opfer aus der Entführung im vergangenen Jahr zu überzeugen. Die Kriminalbeamten dagegen wirken sehr unscheinbar.

Iles´ Schreibstil ist einfach und flüssig lesbar. Die Kapitel sind jeweils etwa 20 Seiten lang, doch merkt man dies kaum, da er wieder mal einen Pageturner geschaffen hat, der keine Unterbrechungen benötigt. Auch die permanenten Ortswechsel, oftmals mit kleineren Cliffhangern gespickt, bringen den Lesefluß nicht ins Stocken. Selbst wenn man das Lesen unterbrochen hat und das Buch neu zur Hand nimmt, ist man sofort ohne sich einlesen zu müssen, wieder mitten im Geschehen drin.

Der im Prinzip absolut einfache Plot ist wie gesagt gut und originell konstruiert, dabei auch größtenteils logisch durchdacht. So bildet sich ein stetiger Wechsel mit immer wieder neuen überraschenden Wendungen. Mal neigt sich das Pendel zu Gunsten der Opfer, dann gewinnen die Entführer wieder die Oberhand. Natürlich weiß man jedesmal, wenn die Täter überlistet scheinen, das kann es noch nicht gewesen sein, denn schließlich sind insgesamt 400 Seiten zu überwinden. Ein paar kleinere Ungereimtheiten verzeiht man dabei gerne. Doch das Handeln der Personen ist nicht gerade als realistisch zu bezeichen. Wohl kaum ein Elternpaar würde gegen Verbrecher derart offensiv vorgehen, sondern wohl eher darauf bauen, dass die Entführung wie versprochen zu einem guten Ende führt. Gegen Ende des Buches werden die Aktionen der Eltern immer mehr an den Haaren herbeigezogen, um die Dramatik weiter zu steigern. Denn schließlich braucht man ja einen fetzigen Showdown. Und den gibt es nach bester Hollywood-Manier.

Ihre Meinung zu »Greg Iles: 24 Stunden«

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Chrisu zu »Greg Iles: 24 Stunden« 27.05.2010
Karen und ihre Tocher Abby bringen Will zum Flughafen, da er zu einem Ärztekongress fliegen muss und um dort ein Medikament neues Medikament vorzustellen. Währenddessen bereiten zwei Männer, Joey und Huey, alles für die Ankunft der beiden und für die Entführung von Abby vor. Was sie aber nicht wissen ist, dass Abby Diabetiker ist und ihr Insulin braucht. Das Trio Joey, Cheryl und Huey haben schon 5x solche Entführungen durchgeführt es es lief immer alles nach Plan, aber diesmal nicht. Karen kämpft für ihr Kind und läßt sich nicht unterkriegen, Will kämpft ebenfalls mit allen Mitteln um aus Cheryl - die ihn nach seinem Vortrag in Schach hält - alle Informationen über ihre Mittäter herauszubekommen. Und Huey, der geistig zurückgeblieben ist, ist mit Abby in einer Waldhütte und wartet auf Anweisungen von Joey, wann er Abby zum vereinbarten Treffpunkt bringen soll. Was am Anfang noch im Verborgenen bleibt ist die Tatsache, dass dieses Mal nicht das Lösgeld im Vordergrund steht, sondern die Tötung von Abby, Karen und Will.
Das Buch ist von Anfang an voll fesselnd, die Entführung, das Ausgeliefert sein, der Kampf ums Überleben, ... einfach toll beschrieben. Iles Greg hat es wieder geschafft mich in das Geschehen hineinzuziehen und die Spannung bis zum Schluss zu halten.
Ladina zu »Greg Iles: 24 Stunden« 27.08.2009
Ja, der Schluss ist ein wenig unrealistisch - aber ist das nicht die Art von Greg Iles? Ein wenig abgehoben aber total fesselnd.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, konnte es nach ein paar Seiten kaum mehr aus der Hand legen. Spannend vom Anfang bis zum Ende.
Sehr empfehlenswert für Leute mit guten Nerven :)
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
WelpeMax zu »Greg Iles: 24 Stunden« 25.07.2008
ein tolles Buch, doch der Film hat mich nicht umgehauen, manche Bücher sollten eben besser nicht verfilmt werden, aber sei es drum, das Buch ist spannend, die Story gut, aber streckenweise unrealistisch, wen dies nicht stört der liest sich schnell dadurch. 80°
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Daniel zu »Greg Iles: 24 Stunden« 29.12.2007
Als großer Greg Iles-Fan muss ich sagen, hatte mich sein bislang kürzester Roman gar nicht überzeugen können. Während der kompletten Geschichte fehlte mir das Etwas, das Iles sonst auszustrahlen vermag. Die Story ist recht simpel wie man sie schon aus etlichen Hollywood-Streifen kennt. Fazit: Nicht jedes Buch kann gefallen
silke zu »Greg Iles: 24 Stunden« 12.11.2007
Also,mir hat das Buch gefallen.Es war gut und schnell zu lesen und spannend fand ichs auch.Obs am Ende realistisch war oder nicht,stört mich nicht,hauptsache spannend und außerdem im Buch und im Film ist eben alles möglich.
Also,für mich eine spannende,gut ausgedachte Geschichte.
Andreas zu »Greg Iles: 24 Stunden« 08.09.2006
Billiger Hollywood Schund

Nachdem ich das Buch zuende gelesen habe, muss ich eindeutig feststellen, dass auch Krimi-Couch Rezensenten völlig daneben liegen können. Während die ersten 200 Seiten noch ordentlich anfangen, auch wenn die Holzschnittfiguren schon dort nerven, verliert das Buch gegen Ende immer mehr jeden Bezug zur Realität.
Auf den letzten Seiten endet die Geschichte in einem lächerlichen Showdown. Natürlich endet das Buch auch in typischer Hollywood Manier. Nie wieder werde ich etwas von diesem Autor lesen. Ich lese ja gerne spannende Thriller aber zu stark dürfen sie meinen Intellekt nicht beleidigen.
Kathrin zu »Greg Iles: 24 Stunden« 03.06.2005
ich finde dieses buch einfach klasse ich musste ein referrat über ein buch machen und ich wusste nicht welches dann hab ich 24 stunden gesehen und ich hab es dann auch für mein referat hergenommen und meine klasse war total erstaunt über das buch !! eure kathi (14)
Jana jetzt 20 zu »Greg Iles: 24 Stunden« 03.11.2004
mein Name ist Jana Zwanzig und ich komme aus L.E. und ich finde dieses Buch total toll`. Ich hab es in nur 24 Stunden gelesen und bin somit grade fertig geworden. Vom Inhalt hab ich mir noch kein Bild gemacht, aber ich kann auch nicht malen. Wenn du mit mir über dieses Buch diskutieren möchtest,so schreibe an Jana@20JahreNow.de; ich liebe euch alle !
checker zu »Greg Iles: 24 Stunden« 10.10.2004
ich hab bis jetzt noch nie so ein spannendes und geniales buch gelesen als 24 stunden!!!! Ihr müsst es einfach auch lesen, es fesselt einen echt enorm! Viele spaß beim verschlingen des buches wünsche ich euch allen da drausen!
Anna Winter (15) zu »Greg Iles: 24 Stunden« 09.10.2004
Ich finde diesen Thriller super klasse! Er ist wirklich sehr spannend! Das ist bis jetzt das beste und dünnste Buch von Greg Iles! Es ist total spannend und man weiß nicht wie es ausgehen wird, auch wenn es nur noch ein paar Seiten zu lesen sind. Es ändert sich alles in den letzten Seiten! Es ist spannend bis zum Schluss!

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