12 Stunden Angst von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
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ISBN-10: 3-404-16408-3, ISBN-13: 978-3-404-16408-0.
'12 Stunden Angst' ist erschienen als
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In Kürze:
Laurel lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in der perfekten Nachbarschaft. Doch Laurel hat ein Problem: Sie ist schwanger, undzwar wahrscheinlich von ihrem Geliebten. Eines MOrgens wacht sie auf und stellt fest, dass ihr Mann nicht neben ihr liegt. Er ist dabei, das Haus zu durchsuchen. Als Laurel später von der Arbeit heimkehrt, sitzt er auf dem Sofa, mit einem wilden Ausdruck im Gesicht. Vor ihm auf dem Bett liegt ein Brief, den Laurel versteckt hatte – ein Brief von ihrem Liebhaber. Und dann sieht sie den schwarzen Revolver in der Hand ihres Mannes.
Greg Iles hat bei Bastei Lübbe Taschenbuch sein neues Machwerk »Third Degree« in der Übersetzung aus dem Amerikanischen von Axel Merz als 12 Stunden Angst auf 428 Seiten auf den Markt gebracht. Nach dem ziemlich mittelmäßigen Vorgänger Leises Gift war die Erwartungshaltung nicht sonderlich hoch, denn wenn ein Autor jedes Jahr einen Thriller aus dem Ärmel schüttelt, bleibt dabei zumeist die Qualität auf der Strecke.
Der neue Thriller des Autors beginnt schon wenig originell. Warren Shields ist ein erfolgreicher Arzt in einer Gemeinschaftspraxis. Seine Frau Laurel ist Sonderschulpädagogin und gemeinsam haben sie einen Sohn und eine Tochter.
Laurel fängt ein Verhältnis mit einem Kriegsverbündete Hubschrauberpiloten an, dessen behinderter Sohn in ihrer Klasse ist. Gerade als sie die heiße Affäre beenden will, stellt sie fest, dass sie schwanger ist. Das darf sie ihrem Mann allerdings nicht sagen, denn mit ziemlicher Sicherheit ist er nicht der Vater des Ungeborenen.
Warren, der gemeinsam mit seinem Partner die Krankenkasse nach Strich und Faden bescheißt, gerät ins Visier der Steuerfahndung. Beim Durchsuchen seiner Unterlagen stößt er auf einen nicht unterzeichneten Liebesbrief, den er mit Sicherheit nicht selbst geschrieben hat. Und da dreht der Mann völlig durch, fesselt seine Frau, bedroht sie mit der Waffe und will unbedingt den Namen ihres Liebhabers wissen. Aber Laurel hält dicht.
Der kleine Sohn haut in einem unbedachten Moment ab, flüchtet zur Nachbarin und diese verständigt die Polizei, worauf der Kleinstadtsheriff mit seinem Einsatzteam anrückt, um die Geiselnahme zu beenden. Mit dabei ist natürlich auch der Hubschrauberpilot, der um das Leben seiner Geliebten fürchtet. Und natürlich wollen auch die Fahnder der Gesundheitsbehörde den Doktor und seinen Kompagnon in die Finger kriegen …
Viel mehr Schwachsinn kann man kaum noch verzapfen. Was in 12 Stunden Angst an hirnverbrannten Handlungen verbraten wird, schafft nicht mal eine Doku-Soap auf einem Privatsender. Auch wenn im Verlauf der Geschichte die Hintergründe plausibler werden, so hat man es dennoch mit einem Haufen amerikanischer Verrückter zu tun. Schießwütige Deputies, oralfixierte Sprechstundenhilfen und ähnlich schablonenhafte Mitmenschen bevölkern die angstgeladene Kulisse, in der es der Leser nicht leicht hat, einen klar denkenden Protagonisten zu finden.
Dass Greg Iles in der Lage ist, auch dem größte Nonsens noch eine gewisse Spannung durch seinen Schreibstil zu verpassen, ist nur ein kleiner Trost handwerklichen Vermögens, aber bei dieser Handlung und der Auswahl seiner Personen scheint er wohl am Tiefpunkt angelangt zu sein. Vielleicht kann er damit auf dem amerikanischen Buchmarkt schlichte Lesegemüter bewegen, bei uns trifft er damit höchstens das Niveau des Fortsetzungsromans einer drittklassigen Boulevardzeitung.
12 Stunden Angst ist pure Zeitverschwendung und kann nicht einmal einen eingefleischten Greg Iles-Freund begeistern. Lapidare Sätze, wie: »Sie stieß das feminine Äquivalent eines verächtlichen Schnaubens aus.« (S.176), wirken unfreiwillig komisch und dies ist beileibe nicht das einzige sprachliche »Highlight« in dieser Ansammlung von Plattitüden. Diese Aneinanderreihung von Gemeinplätzen und Vorurteilen kann beim besten Willen keinem Leser empfohlen werden. Da hat der Autor einen Husch-Pfusch hingelegt, der das Papier nicht wert ist, auf dem es gedruckt ist.
Wolfgang Weninger, Februar 2010
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