12 Stunden Angst von Greg Iles

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel Third degree, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei Bastei Lübbe.

  • New York: Scribner, 2007 unter dem Titel Third degree. 385 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2010. Übersetzt von Axel Merz. ISBN: 978-3-404-16408-0. 428 Seiten.

'12 Stunden Angst' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Laurel lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in der perfekten Nachbarschaft. Doch Laurel hat ein Problem: Sie ist schwanger, und zwar wahrscheinlich von ihrem Geliebten. Eines Morgens wacht sie auf und stellt fest, dass ihr Mann nicht neben ihr liegt. Er ist dabei, das Haus zu durchsuchen. Als Laurel später von der Arbeit heimkehrt, sitzt er auf dem Sofa, mit einem wilden Ausdruck im Gesicht. Vor ihm auf dem Bett liegt ein Brief, den Laurel versteckt hatte – ein Brief von ihrem Liebhaber. Und dann sieht sie den schwarzen Revolver in der Hand ihres Mannes.

Das meint Krimi-Couch.de: »Hirnverbrannte Zeitverschwendung« 20°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Greg Iles hat bei Bastei Lübbe Taschenbuch sein neues Machwerk »Third Degree« in der Übersetzung aus dem Amerikanischen von Axel Merz als 12 Stunden Angst auf 428 Seiten auf den Markt gebracht. Nach dem ziemlich mittelmäßigen Vorgänger Leises Gift war die Erwartungshaltung nicht sonderlich hoch, denn wenn ein Autor jedes Jahr einen Thriller aus dem Ärmel schüttelt, bleibt dabei zumeist die Qualität auf der Strecke.

 Der neue Thriller des Autors beginnt schon wenig originell. Warren Shields ist ein erfolgreicher Arzt in einer Gemeinschaftspraxis. Seine Frau Laurel ist Sonderschulpädagogin und gemeinsam haben sie einen Sohn und eine Tochter.

 Laurel fängt ein Verhältnis mit einem Kriegsverbündete Hubschrauberpiloten an, dessen behinderter Sohn in ihrer Klasse ist. Gerade als sie die heiße Affäre beenden will, stellt sie fest, dass sie schwanger ist. Das darf sie ihrem Mann allerdings nicht sagen, denn mit ziemlicher Sicherheit ist er nicht der Vater des Ungeborenen.

 Warren, der gemeinsam mit seinem Partner die Krankenkasse nach Strich und Faden bescheißt, gerät ins Visier der Steuerfahndung. Beim Durchsuchen seiner Unterlagen stößt er auf einen nicht unterzeichneten Liebesbrief, den er mit Sicherheit nicht selbst geschrieben hat. Und da dreht der Mann völlig durch, fesselt seine Frau, bedroht sie mit der Waffe und will unbedingt den Namen ihres Liebhabers wissen. Aber Laurel hält dicht.

 Der kleine Sohn haut in einem unbedachten Moment ab, flüchtet zur Nachbarin und diese verständigt die Polizei, worauf der Kleinstadtsheriff mit seinem Einsatzteam anrückt, um die Geiselnahme zu beenden. Mit dabei ist natürlich auch der Hubschrauberpilot, der um das Leben seiner Geliebten fürchtet. Und natürlich wollen auch die Fahnder der Gesundheitsbehörde den Doktor und seinen Kompagnon in die Finger kriegen …

 Viel mehr Schwachsinn kann man kaum noch verzapfen. Was in 12 Stunden Angst an hirnverbrannten Handlungen verbraten wird, schafft nicht mal eine Doku-Soap auf einem Privatsender. Auch wenn im Verlauf der Geschichte die Hintergründe plausibler werden, so hat man es dennoch mit einem Haufen amerikanischer Verrückter zu tun. Schießwütige Deputies, oralfixierte Sprechstundenhilfen und ähnlich schablonenhafte Mitmenschen bevölkern die angstgeladene Kulisse, in der es der Leser nicht leicht hat, einen klar denkenden Protagonisten zu finden.

 Dass Greg Iles in der Lage ist, auch dem größte Nonsens noch eine gewisse Spannung durch seinen Schreibstil zu verpassen, ist nur ein kleiner Trost handwerklichen Vermögens, aber bei dieser Handlung und der Auswahl seiner Personen scheint er wohl am Tiefpunkt angelangt zu sein. Vielleicht kann er damit auf dem amerikanischen Buchmarkt schlichte Lesegemüter bewegen, bei uns trifft er damit höchstens das Niveau des Fortsetzungsromans einer drittklassigen Boulevardzeitung.

 12 Stunden Angst ist pure Zeitverschwendung und kann nicht einmal einen eingefleischten Greg Iles-Freund begeistern. Lapidare Sätze, wie: »Sie stieß das feminine Äquivalent eines verächtlichen Schnaubens aus.« (S.176), wirken unfreiwillig komisch und dies ist beileibe nicht das einzige sprachliche »Highlight« in dieser Ansammlung von Plattitüden. Diese Aneinanderreihung von Gemeinplätzen und Vorurteilen kann beim besten Willen keinem Leser empfohlen werden. Da hat der Autor einen Husch-Pfusch hingelegt, der das Papier nicht wert ist, auf dem es gedruckt ist.

Wolfgang Weninger, Februar 2010

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Schrodo zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 28.12.2010
Laurel lebt mit ihrem Mann Warren und ihren beiden Kindern in der perfekten Nachbarschaft. Doch Laurel hat ein Problem: Sie ist schwanger, und zwar wahrscheinlich nicht von ihrem Ehemann. Eines Morgens wacht sie auf und stellt fest, dass Warren nicht neben ihr liegt. Er ist dabei, das Haus zu durchsuchen. Als Laurel später von der Arbeit heimkehrt, sitzt Warren auf dem Sofa, mit einem wilden Ausdruck im Gesicht. Vor ihm liegt ein Brief, den Laurel sorgsam versteckt hatte - ein Brief von ihrem Liebhaber. Und dann sieht sie den schwarzen Revolver in Warrens Hand ... Doch Warren hat ein noch viel größeres Problem als die Untreue seiner Frau.
Wäre dies mein erstes Buch von Greg Iles gewesen, ich würde ganz sicher kein weiteres lesen. Irgendwie war das gar nix, Herr Iles!
Diesem Buch fehlt jeglicher Esprit, die Story dümpelt ganz gemächlich vor sich hin. Spannung, leider Fehlanzeige! Selbst die Charaktere sind für Iles Verhältnisse schwach gezeichnet. Das Buch wimmelt von unlogischen Handlungen aller Akteure, aber am dämlichsten stellt sich wirklich die Hauptakteurin selbst an. Auch kommen reichlich Nebendarsteller zum Vorschein, die mit der Geschichte eigentlich nix zu tun haben. Wobei ich mich am Ende gefragt habe, ob man als Autor nach der Menge der geschriebenen Seiten bezahlt wird?? Der Schluss, incl. Epilog, hätte von jedem US Amerikanischen Trivialdrehbuchautor stammen können, der ist geradezu im Stile eines B – Movie Films der 70er Jahre.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
SilkeS. zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 20.09.2010
Es ist nicht das erste Buch, was ich von dem Autor lese, aber der Autor schafft es mich mit jedem Buch neu zu überraschen.
Er schreibt sehr vielseitig, daß ich den leisen Verdacht habe, er schreibt nicht alle Bücher selbst ...

Diese Buch liest sich wie ein amerikanischer Film ohne besonderes Raffinesse, aber mit genug Spannung, daß man gerne dranbleibt.
Ich habe gestern abend, als ich das Buch weglegte und mal beim letzten Blick auf den Titel -12 Stunden Angst- ein bißchen ein Wortspiel gemacht.
Die Angst, war die nur auf die Protagonisten gemünzt oder könnte damit auch der Leser des Buches gemeint, sein, denn ich habe glaube ich schon ca 12 stunden für das Buch gebraucht und hatte beim Lesen schon immer ein beklemmendes Gefühl;-))


Ich würde das Buch als solide Thrillerkost ohne besonderen Anspruch bewerten, der sich einfach und locker runterlesen läßt!

Gruß silkes.
Frank zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 16.08.2010
Die attraktive -mit einem angesehenen Arzt verheiratete- zweifache Mutter Laurel hat(te) ein Verhältnis. Und sie ist schwanger. Nur von wem...das weiß sie nicht so ganz genau. Auch der ehemalige Kampfpilot Danny kommt als Vater in Frage.
Dann überstürzen sich die Ereignisse. Ihr Mann Warren ahnt übles, die Steuerfahndung hat seine Gemeinschaftspraxis auf dem Kiecker, und Warren noch ein paar Probleme die bis dahin nur ihm bekannt sind.
Blind vor Wut nimmt er seine Frau kurzerhand als Geisel um herauszufinden wer der heimliche Geliebte denn wohl ist.

Wie bereits einige vor mir kann auch ich anmerken, dass das ganze wenigstens recht spannend geschrieben ist.
Die Story selbst ist allerdings Mumpitz - und so oder so ähnlich regelmäßig in irgendwelchen TV Dreiteilern zu "bewundern".
Zudem finde ich die Person der Laurel reichlich unsymphatisch. Mitleid kommt bei mir keines auf.
Da kann ich eher den guten Warren verstehen.
Hinzu kommen sich wiederholende Dialoge und reichlich dämliche Verhaltensweisen der Protagonisten.
Ne...das kann Herr Iles weitaus besser (zB Infernal, E.R.O.S).
55 % weil es halt dennoch gut lesbar ist.
Allerdings großzügig bemessen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bellexr zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 15.05.2010
Wer ist er?

Dies ist die entscheidende Frage, die Warren immer wieder seiner Frau Laurel stellt. Wer ist dein Liebehaber, mit wem betrügst du mich? Doch Laurel schweigt. Sie schweigt, um das Leben ihres Freundes Danny zu schützen, ihres und das ihrer Kinder, denn ihr Mann scheint nicht mehr zu wissen, was er tut.

Eines Morgens stellt die Sonderschullehrerin verzweifelt fest, dass sie schwanger ist. Ist das Kind von ihrem Mann Warren oder von ihrem Freund Danny, von dem sie sich gerade getrennt hat? Aufgewühlt fährt sie vorzeitig von der Schule aus nach Hause, um dort ihren Mann Warren in einer seelischen Ausnahmesituation vorzufinden. Warren hat einen anonymen Liebesbrief an Laurel gefunden, dreht schier durch und bedroht sie mit einem Revolver. Für Laurel beginnt ein 12-stündiger Alptraum.

Dies hört sich alles erst einmal sehr spannend an und Greg Iles gelingt es anfangs auch mühelos, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen und seinen Thriller äußerst rasant und spannend zu erzählen. Allerdings hält dies nicht lange vor, denn viele Szenen im Haus der Shields wiederholen sich, viele sind vorhersehbar und einige so an den Haaren herbeigezogen, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Nach gut der Hälfte des Thrillers ist der Ausgang der Geschichte ersichtlich, was ebenfalls die Spannung zügelt und der Schluss ist meiner Meinung nach etwas zu lang und breit gezogen.

Der Schreibstil von Greg Iles ist gewohnt flüssig und leicht zu lesen und die Story weist auch einige überraschende Wendungen auf, die einen dann doch wieder zum Weiterlesen motivieren. Auch wird zum Ende das eigentliche Motiv von Warren geklärt, was allerdings jetzt nicht so überraschend kam.

Die Charaktere von Laurel und Warren sind gut und detailreich beschrieben, wobei einige Handlungen von Laurel und besonders von Warren für mich nicht nachvollziehbar und stellenweise sehr überzogen und somit unglaubwürdig sind. Auch die anderen Figuren wirken meist leicht durchschaubar und klischeehaft, so darf z. Bsp. bei der Polizei, die zwangsläufig im Lauf der Story eingeschaltet wird, der schießwütige, argumentationsresistente Deputy nicht fehlen.

Fazit: Der Thriller ist rasant und meist spannend geschrieben, jedoch schnell vorhersehbar und die Charaktere wirken klischeehaft und schnell durchschaubar.
Micha zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 21.03.2010
Ich finde das Buch absolut super und werde es definitiv weiterempfehlen.
Wenn ein Buch schafft das ich mich länger als 5Minuten mit ihm beschäftige dann muss das schon was heißen.
Ich kenne den Autor nicht und auch nicht deren andere Bücher,aber für mich zählt der Moment;)
Weiter so und mal schauen welches Buch es als nächstes in mein (noch nicht vorhandenes) Bücherregal schafft^^
Nelski zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 13.03.2010
Tja, auch ich als großer Iles-Fan war von diesem Buch (ebenso wie seinem Vorgänger) wenig begeistert. Der Plot, der meiner Meinung nach sogar Potential gehabt hätte, wurde gänzlich durch die langatmige Einführung der Personen zu Beginn, den unnutzen Beschreibungen der Landschaft und Historie des Schauplatzes und Personen, aber vor allem durch die albernen, angestaubten, klischeehaften Zeichnungen der Polizeibehörde versaut. Es hätte ein modernes Szenario einer Upper-Class-Familie mit durchaus psychologisch gut nachvollziehbarem Hintergrund werden können, wäre da nicht eine Polizeibehörde aus längst vergessener Zeit zu gange. Ich weiß, das Iles ein Fable für die Historie Natchez hat - aber das hat er jetzt in genug Büchern untergebracht - langsam wirds langweilig, vor allem für die Fans, die Derartiges schon 1000Mal gelesen haben.
josi zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 26.02.2010
das buch ist grosse klasse ich hatte es in ca. 5 Stunden durch !es ist spanend und gut leserlich geschrieben!ich kenne die bücher vo greg iles sonst nicht aber es ist spitze.einfach wow!ich wiess nicht was es da zu meckern giebt?!?!ich konnte das buch nicht mehr aus der hand legen!ICH HABE DIE NACHT DURCHGELESEN... nur der schluss war total stumpf ... da hatte er keinen bock mehr!
flatart zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 11.02.2010
Meiner Meinung nach sollte Greg Iles sich mal wieder Zeit für einen Plot lassen. Bücher vom Fließband werden zwangsläufig schlechter. 'Leises Gift' habe ich nach 250 Seiten weggelegt. '12 Stunden Angst' wird es erst gar nicht in mein Regal schaffen. Wahrscheinlich wird er nie wieder solche Perlen wie '@E.R.O.S.' oder 'Infernal' schaffen. Schade!
Bio-Fan zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 04.01.2010
Na, ob das hier ein Treffen der enttäuschten Greg Iles-Fans wird ?
Auf dem Gabentisch lag es und normalerweise hab ich über einen Iles zu Weihnachten gefreut. Aber schon der Vorgänger "Leises Gift" war eher mau, "12 Stunden Angst" setzt diesen Abwärtstrend leider fort.

Diese Upper-Class-Dramen in überzeichneter Theatralik, mit aufgesetzten Gefühlen und Charakteren wie aus dem Klischee- Bilderbuch kann ich einfach nicht ab. "Jammern auf höchsten Niveau" mag sich ja in den USA (in entsprechenden Kreisen) gut verkaufen, mir ist das aber zu lebensfern.

Greg Iles gehört so nicht mehr zu meinen ersten Adressen. 40 Grad
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Melody zu »Greg Iles: 12 Stunden Angst« 04.01.2010
Ich finde das Buch auch nicht Bombe.Es ist am manchen Stellen sogar langweilig. Da kann ich mich " clare 1512" nur anschließen und sagen das man nichts verpasst , wenn man es nicht liest ! Ich als Krimi-Fan lese so gut wie alles und war von Greg Iles eigentlich immer begeistert. Aber dieses Buch ist leider wirklich eine Verschwendung. Ich finde es schade dies sagen zu müssen aber es ist so !

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