Killerinstinkt von G.M. Ford

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel Black River, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Goldmann.
Folge 2 der Frank-Corso-Serie.

  • New York: W. Morrow, 2002 unter dem Titel Black River. 308 Seiten.
  • München: Goldmann, 2006. Übersetzt von Marie-Luise Bezzenberger. ISBN: 978-3-442-45874-5. 352 Seiten.

'Killerinstinkt' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Für Anhänger der Todesstrafe gibt es kein besseres Argument als Nicholas Balagula. Der russische Mafioso ist des Mordes in 63 Fällen angeklagt und hat es bereits zweimal geschafft, dem Gefängnis zu entkommen. Doch bei der jetzigen Verhandlung, über die der Journalist Frank Corso exklusiv berichten darf, soll ihm endgültig der Prozess gemacht werden. Als Corsos ehemalige Geliebte Meg Dougherty in Balagulas Machenschaften hineingezogen wird und in tödliche Gefahr gerät, scheint sich jedoch das Blatt erneut zu wenden …

Das meint Krimi-Couch.de: »Weniger ist oft mehr« 50°

Krimi-Rezension von Sylvia Rucker

Den Auftakt der Geschichte bildet ein Auftragsmord durch zwei Kubaner, die in den Diensten des russischen Mafioso Balagula stehen. Doch bei diesem Mord kommt es zu einigen Komplikationen: Das Opfer ist bereits erschossen und das endgültige Verschwinden lassen des Opfers samt seines Trucks mit Hilfe eines Handlangers geht schief. Für die Killer bedeutet dies, ihre Spuren zu dem Handlanger zu beseitigen. Aber die Pechsträhne reißt nicht ab: Die Reporterin Meg Dougherty, die auf der Jagd nach einer sensationellen Story Recherchen über den wieder aufgefundenen Truck anstellt, wird Zeugin, als der Handlanger von den Kubanern ins Jenseits befördert wird. Mit viel Glück gelingt ihr zunächst eine halsbrecherische Flucht mit dem Auto, die jäh dadurch gestoppt wird, dass sie mit voller Geschwindigkeit in einen Laster rast. Schwerverletzt wird Meg ins Krankenhaus eingeliefert. Bei den Ermittlungen in der Unfallsache stößt die Polizei auf den exzentrischen Journalisten und Schriftsteller Frank Corso, (Ex)-Freund von Meg. Die beiden haben sich am Rande des Balagula-Prozesses, über den Corso exklusiv berichten darf, nach langer Zeit wieder getroffen.

Balagula steht schon zum wiederholten Male wegen mehrfachen Mordes vor Gericht. Auf seine Veranlassung hin sollen beim Bau eines Krankenhauses u.a. minderwertige Materialien verwendet worden sein, weshalb es bei einem leichten Erdbeben zum Einsturz des Gebäudes kam, der 63 Todesopfer zur Folge hatte. Zweimal schon konnte er einer Verurteilung entgehen, wurden doch bei der ersten Verhandlung die zwei wichtigsten Zeugen tot aufgefunden und bei der zweiten ein Geschworener gekauft, der dann den Schuldspruch verweigerte. Für die Staatsanwaltschaft ist dies nun die letzte Chance, ihn endgültig hinter Gitter zu bringen.

Corso, der an der Aufdeckung des Skandals um den gekauften Geschworenen maßgeblich beteiligt war, steht damit im besonderen Interesse Balagulas. Und so wird er bei seinen eigenen Ermittlungen zu Megs Unfall und ihren Weg dahin mit in den Fall verstrickt.

Die Story hat einen flüssigen Anfang, ist sprachlich anschaulich und lebendig geschrieben und macht schnell neugierig auf die weiteren Geschehnisse. Die Schilderungen des Prozesses mit knappen Einblicken in das amerikanische Rechtsystem und überhaupt Corsos Ermittlungen und Recherchen in seinem eigenen (Megs) Fall sind interessant genug, um dabei bleiben zu wollen, wenn langsam die einzelnen Fäden miteinander zur Lösung verknüpft werden.

Leider verliert das Buch jedoch durch teilweise oberflächliche und klischeehafte Zeichnungen einiger Charaktere:

Dank des entsprechenden Hinweises auf dem Buchrücken erfährt der Leser sofort, dass es sich bei Balagula um einen Mafioso handelt. Das ist auch gut so, denn anders lässt sich das nicht wirklich nachvollziehen, auch wenn er immerhin mit einem treu ergebenen Kamerad aus Kindertagen, zwei Killern und sexueller Perversion in Verbindung gebracht wird.

Die Polizei agiert in ihren Unfallermittlungen natürlich ziemlich ungeschickt und wäre ohne Corso wahrscheinlich völlig aufgeschmissen; bei der die Staatsanwaltschaft sind nicht nur (in jeder Hinsicht) gute Leute beschäftigt, und Corso ist der Mann für alle Fälle, kompetent und ein »Macher« in jeder Situation. Kurz ausgedrückt: überwiegend nach wie vor ein überheblicher Kotzbrocken, auch wenn er zwischendurch nur exzentrisch, aber ansonsten ziemlich normal wirkt.

Störend ist auch das scheinbare Bedürfnis des Autors, neben dem eigentlichen Krimigeschehen zusätzlich noch andere Themenbereiche zu streifen. Dies geschieht jedoch so beiläufig, dass man den Eindruck gewinnt, es sollte nur mal wenigstens angesprochen werden. So z.B. bei Corso, wenn es bei seiner Person um Romantik und so was wie Psychologie/Philosophie geht. Zumindest bei Corsos inhaltvollen Träumen fragt man sich nach der Bedeutung, aber nicht nach der des Traumes, sondern der Erwähnung, da sie zur Lösung des Falles völlig unerheblich ist.

Für die Sparte Moral nimmt die Geschichte schließlich bis zum Endergebnis einen Verlauf, der hinsichtlich Recht- und Gesetzmäßigkeit vielleicht provozieren möchte und vermutlich nicht jeden Leser vollkommen zufrieden stellen wird.

Alles in allem bleibt festzustellen, dass weniger oft mehr ist. Der Story hätte weniger Verzettelung, aber dafür die eine oder andere intensivere Themendarstellung bestimmt nicht geschadet.

Wer nicht das unbedingte Bedürfnis hat, von einem Buch völlig gefesselt zu werden, kann »Killerinstinkt« beruhigt lesen.

 

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Kayleigh zu »G.M. Ford: Killerinstinkt« 23.08.2006
Amüsant-unterhaltsam- aber nicht spannend . So erschien mir Frank Corso in diesem Roman von Ford. Wobei ich mich immer unwohl fühle ein Buch gut zu finden nur wegen seines Hauptdarstellers ( das Problem habe ich auch mit Filmen *g*) .. aber es ist kein reines "Nur" .. Vom Kriminalfall her fand ichs reichlich lasch und sehr farblos, da ändert auch der Titel nichts. Bleibt zu hoffen das sich der Autor in Zukunft ein wenig mehr Mühe mit der Psychologie seiner Fälle gibt und nicht nur figuren durch das Land stolpern lässt, die zwar unterhaltsam sind, aber auf Dauer sicherlich nicht fesselnd ... Also doch nur ein .. Nur ? ...
Fazit für mich : Noch nicht ganz abgestiegen, aber auf dem Weg dahin Mister Ford.
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