Nichts als Erlösung von Gisa Klönne

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 5 der Krieger-Korzilius-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2011. ISBN: 978-3-550-08777-6. 352 Seiten.

'Nichts als Erlösung' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Hauptkommissarin Judith Krieger bekommt ein zerschnittenes Foto zugeschickt. Gleichzeitig wird in der Kölner Altstadt ein ermordeter Mann gefunden. Sein Gesicht ist brutal entstellt. Als Judith eines Tages vor dem Haus steht, das auf dem Foto zu sehen ist, setzt sich das Puzzle zusammen: Es ist das Elternhaus des Toten und war Jahre zuvor Schauplatz eines ungeklärten Verbrechens. Die Eltern sind bis heute spurlos verschwunden. Judith findet heraus, dass sie früher ein höchst umstrittenes Kinderheim leiteten. Ist der Täter derselbe wie damals? Ist Rache sein Motiv? Und warum schickt er das Foto an Judith?

Das meint Krimi-Couch.de: »Gute Fortsetzung der Serie, aber enttäuschendes Ende.« 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Judith Krieger wird von Albträumen geplagt und so erwacht sie auch mitten in der Nacht des 1. August. Kurzentschlossen nutzt sie die sommerhaften Temperaturen für eine nächtliche Joggingtour entlang des Kölner Rheinufers, wo sie plötzlich Schreie hört. Ein amerikanisches Touristenpaar ist förmlich über eine männliche Leiche gestolpert. Mehr recht als schlecht gelingt es der nur spärlich bekleideten Krieger den Tatort zu sichern, was am nächsten Tag ein aufreizendes Foto von ihr am Tatort im Boulevardblatt KURIER zur Folge hat.

KHK Krieger und ihr Kollege Manni Korzilius übernehmen die Ermittlungen, treten jedoch zunächst auf der Stelle, da sich die Identität des Opfers nicht feststellen lässt. Diesem wurde aus nächster Nähe mit einem Kopfschuss selbiger weitestgehend entfernt. Als endlich feststeht, dass es sich bei dem Ermordeten um Jonas Vollenweider handelt, erhält der Fall eine interessante Entwicklung, denn Vollenweider stand schon einmal im Fokus von Ermittlungen der Kölner Mordkommission. Damals, im Jahr 1986, soll er seine Eltern und seine Schwester Miriam ermordet haben. Doch außer zahlreichen Blutspuren im Elternhaus, die auf ein brutales Verbrechen hinwiesen, konnten die Leichen nie gefunden werden. Hat Jonas wirklich seine eigene Familie abgeschlachtet und wenn ja, wo sind deren Leichen? Und warum wurde er nach über zwanzig Jahren selbst Opfer eines Kapitalverbrechens? War vielleicht ein anderes Familienmitglied der Mörder, beispielsweise Miriam, die – wie sich herausstellt – einen heimlichen Geliebten hatte, den sie vor ihren Eltern geheim hielt?

Eine weitere Spur führt die Ermittler zu einem Erziehungsheim, in dem Jonas Vater als Kriegswaise aufgewachsen ist. Dort lernte er seine Frau kennen mit der er später die Heimleitung übernahm. Da die Heimkinder unter sehr fragwürdigen Erziehungsmethoden, die noch aus der Zeit des Dritten Reiches herrührten, aufwuchsen, könnte auch dort der Schlüssel zur Lösung des Falles liegen? Aber warum musste dann der Sohn der Vollenweiders nach so langer Zeit sterben?

Der fünfte Band der »Krieger-Korzilius-Reihe« spart nicht mit tatverdächtigen Personen und so macht es lange Zeit großen Spaß mitzuraten, wobei die »Rückblenden« in die Erziehungsmethoden im Kinderheim »Frohsinn«, dessen Name einen beachtenswerten Zynismus enthält, verhältnismäßig erträglich dargestellt werden. Das hätte man brutaler haben können, aber keineswegs müssen. Die Erziehungsmethoden der Johanna Haarer, die schon von Hitler verehrt wurde, bilden einen maßgeblichen zeithistorischen Bezugspunkt in dem Fall, wobei es der Autorin gut gelingt darzustellen, dass die mehr als diskutablen Erziehungsmethoden noch weit über das Kriegsende hinaus angewandt wurden. Haarer schrieb unter anderem den zweifelhaften Erziehungsratgeber »Die Mutter und ihr erstes Kind«, welches selbst viele Jahre nach Kriegsende noch (wenngleich in »bereinigter Fassung«) verkauft wurde und arbeitete bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1965 in verschiedenen Gesundheitsämtern. Unfassbar – aus heutiger Sicht.

Nichts als Erlösung ist für Fans der Krieger-Korzilius-Reihe eine gelungene Fortsetzung, zumal die alten Streithähne sich zunehmend sympathisch finden und tatsächlich zu einem Team zusammenwachsen. Wer hätte dies noch für möglich gehalten? Dass die Figurenbildung einmal mehr der große Pluspunkt des Romans ist, versteht sich bei Gisa Klönne ja fast von selbst. Eine spannende Geschichte mit zeithistorischen Bezügen, mehrere Verdächtige, was will man mehr? Im Falle des Rezensenten eine »vernünftigere« Auflösung, über die an dieser Stelle der Mantel des Schweigens geworfen wird.

Jörg Kijanski, Januar 2012

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Krimitante zu »Gisa Klönne: Nichts als Erlösung« 25.11.2012
leider reicht der fünfte band um die hauptkommissarin judith krieger nicht an seine vorgängerbände heran. zwar birgt der aufbau der geschichte, sie erzählt aus verschiedenen sichtweisen. u.a. die des täters, schon einiges an spannung, aber so richtig spannend wird es eben nicht. was vielleicht an den zu häufigen privaten abschweifungen liegt. am thema jedenfalls liegt es nicht. das ist höchstbrisant und an sich schon interessant. fazit: kein richtig guter, aber auch kein richtig schlechter krimi. mittelmass eben. klönne kann es allerdings besser.
Ticva zu »Gisa Klönne: Nichts als Erlösung« 11.01.2012
Ein Schimmel, der ihr den Weg weist.

"Nichts als Erlösung" ist der fünfte Fall von Judith Krieger und ihrem Ermittlungsteam.
Nachdem ein Mann ermordet wurde, rollen sie einen zwanzig Jahre alten ungelösten Fall wieder auf. Denn der zurückliegende Fall, bei dessen Familiendrama genau dieser Ermordete der Hauptverdächtige war, scheint mit seinem Tod zusammen zu hängen.

Der bei einem Fall vor zwanzig Jahren ein Hauptverdächtiger bei einem Familiendrama war, rollen Krieger und ihr Team auch diesen noch einmal auf. Denn nach einigen Nachforschungen scheinen der gegenwärtige fall mit dem Vergangenen zusammen zu hängen.
Dabei ging es damals um ein Kinderheim aus der Nazizeit, den damaligen Erziehungsmethoden und den Erwachsenen, die dieses Heim geleitet hatten. Und die neueste Tat scheint damit verknüpft zu sein.
Je mehr Krieger in der Vergangenheit dieser Familie, sowie des letzten Opfers und des Heimes forscht, umso mehr kommt sie zu einem Schluss: Es geht um Rache!

Während ihr Team den mickrigen Spuren nachgehen, haben sie und ihr Partner ebenfalls mit vergangenen Situationen und Ereignisse zu kämpfen, was jeder auf seine Art verarbeitet. Judith hat entsprechende Träume, in denen ein Schimmel vorkommt, und ihr Kollege Manni tobt sich auf der Autobahn aus.
Und als wäre das noch nicht genug, wird die Kommissarin von einem Reporter erpresst und bekommt von jemandem seltsame Bilder zugeschickt.
All das sind Verknüpfungen, die es zu entwirren gilt um an die Lösung zu kommen und den Mörder zu fassen ...

Dieser Roman von Gisa Klönne war mein erster Krimi ihrer Serie über Kommissarin Judith Krieger. Als Quereinsteigerin hatte ich anfangs etwas Probleme, da immer wieder ohne genauere Details auf vorangegangenen Fälle eingegangen wurde, die ich gebraucht hätte, um einzelne Anspielungen zu verstehen. Aber je länger ich in diesem Krimi weiterlas, desto weniger machten mir die fehlenden Puzzlestückchen etwas aus und ich konnte mich auf den Fall konzentrieren. Dieser nahm immer mehr an Spannung zu und wurde zum Schluss noch richtiggehend dramatisch. So wurde ich von dieser Seite her nicht enttäuscht und kann mit gutem Gewissen sagen, dass dies ein echter Krimi ist.

Durch verschiedene Handlungsstränge wurden mir mehrere Sichtweisen geschildert, die zu Anfang nicht zugeordnet werden konnten. Erst mit der Zeit fügten sich einzelne Geschehnisse zu einem vollständigen Bild zusammen.
Zudem erfuhr ich durch einen Reporter, der sich dabei in den Kriminalfall einmischte und parallel ermittelte, auch auf einem anderen Weg etwas über den Fall, was abwechslungsreich war.
Immer wenn ein Abschnitt begann, wovon es fünf an der Zahl gab, wurden Auszüge in Schreibmaschinenform dargestellt, die erst im Laufe der Geschichte einen Sinn ergaben.
Einzelne Figuren wurden mir gut genug beschrieben, dass ich mir ein Bild von ihnen machen konnte, doch richtig vorgestellt wurde mir nicht einmal die Protagonistin und Kommissarin selbst.
Trotzdem weiß Gisa Klönne, wie sie mich immer stärker fesseln konnte. Ihr Schreibstil ist flüssig und zieht einen in den Bann, wenn er auch nicht so spannend ist wie ich erwartet hatte. Das gewisse etwas fehlt zu fünf Sternen.

Fazit:
Ich würde sehr gerne mehr über die vergangenen Fälle erfahren, um zu wissen wie es dazu kommt, dass die Krieger das Rauchen aufgibt und was es mit einem schlimmen Erlebnis zu tun hat.
Somit vergebe ich fast die volle Punktzahl, vier bis fünf von fünf Sternen.

Kommissarin Judith Krieger:
1. Der Wald ist schweigen
2. Unter dem Eis
3. Nacht ohne Schatten
4. Farben der Schuld
5. Nichts als Erlösung
c-bird zu »Gisa Klönne: Nichts als Erlösung« 18.12.2011
Bei einem nächtlichen Joggingausflug stolpert Kriminalhauptkommissarin Judith Krieger über eine Leiche. Ein Toter, dessen Gesicht bewusst weggeschossen wurde. Die ersten Ermittlungen bringen zunächst die Identität des Opfers zutage. Es handelt sich um Jonas Vollenweider, dessen Eltern früher ein Kinderheim leiteten. Doch die Eltern und auch die Schwester des Toten wurden vor 20 Jahren selbst Opfer eines brutalen Verbrechens. Ein Blutbad im eigenen Haus, von den Leichen selbst jedoch keine Spur. Wer war Täter, wer Opfer? Der Fall von damals wurde nie geklärt.
Schnell zeigt sich, dass beide Fälle eng miteinander verknüpft sind. Der Täter ist den Ermittlern immer einen Schritt voraus. Er beobachtet, fühlt sich sicher und spielt Judith Krieger immer wieder anonym Bilder mit Hinweisen zu. Diese muss feststellen: ihre Person scheint im Zentrum des Falles zu stehen…
Dies ist der fünfte Fall für Judith Krieger, jedoch mein erstes Buch von Gisa Klönne. Trotz mehrerer Verweise auf vergangene Fälle kam ich gut mit der Handlung zurecht. Die Protagonistin wirkte auf mich etwas spröde und trocken. Vielleicht hätte eine bessere Herausarbeitung des Charakters mit ihren Gedanken und Gefühlen die Person Judith Krieger sympathischer gemacht. Ganz anders hingegen ihr Kollege Manni. Ein sympathischer, cleverer Kerl mit Instinkt. Er kämpft mit privaten Problemen und weiß nicht, ob er der Rolle des werdenden Vaters gewachsen ist. Überhaupt gibt es in diesem Buch jede Menge gewollte und ungewollte Kinder, solche, die im Heim aufwachsen mussten oder eine unglückliche Kindheit hatten. Weniger wäre hier mehr gewesen.
Besonders gelungen hingegen die Einschübe, in denen aus des Täters Perspektive erzählt wird. Je tiefer man in die Psyche eindringt und über die Erlebnisse aus der Kindheit erfährt, desto besser glaubt man ihn zu verstehen. Es baut sich eine richtige Wut gegen das damalige System auf.
Der Schreibstil war nicht so wirklich meins. Ironischer weise lässt Frau Klönne einen Journalisten auch noch über die Kunst der kurzen Sätze reflektieren. Dieser Schuss ging nach hinten los, die kurzen Sätze immer mal zwischendurch haben mich überhaupt nicht überzeugt. Ansonsten recht spannend, besonders der Wechsel zwischen den einzelnen handelnden Personen war gelungen.
Die Idee zu dem Buch fand ich super, ansonsten gibt es einen Stern Abzug für den Schreibstil.
Sonnenschein zu »Gisa Klönne: Nichts als Erlösung« 12.11.2011
Neben dem Thema Heimerziehung reißt die Autorin auch noch andere Fragen an:

Was bedeutet Familie? Ein Ort der Sicherheit oder ein Ort des Schreckens? Wann ist man frei von seinen Eltern, wie kann man sich überaupt befreien und anfangen, sein wirklich eigenes Leben (mit eigenen Kindern) zu leben?

Und: Wieviel Wahrheit erträgt eine Beziehung? Wann kann man anfangen, ehrlich zu sein, nachdem man es lange nicht wahr? Ist es überhaupt noch möglich?

Das sind Dinge, mit denen sich Judith Kriegers Kollege Manni, der Hobbyarchäologe Sievert und einige andere Hauptpersonen herumschlagen müssen.

Sehr spannend, sehr interessant und wirklich empfehlenswert, dieses Buch.

Ich habe bisher nichts von Gisa Klönne gelesen, werde es aber nachholen.
enzian zu »Gisa Klönne: Nichts als Erlösung« 06.11.2011
Eine warme Augustnacht in Köln, Hauptkommissarin Judith Krieger plagen Albträume, sie kann nicht wieder einschlafen. Judith entschließt sich zu einem Spaziergang durch das nächtliche Köln. Dabei wird sie in Geschehnisse verwickelt, die mit dem Fund einer Leiche, die durch Kopfschuß getötet wurde, enden.

Ungefähr zur selben Zeit findet Eric Sievert, der in einem Wald nahe Darmstadt nach archäologischen Schätzen gräbt, eine Goldkette. Es handelt sich jedoch um keinen Gegenstand aus der Römerzeit, die Kette ist modern. Wenig später wird er in unmittelbarer Nähe einen grausamen Fund machen.

Inzwischen stellt es sich für Judith Krieger und ihren Kollegen Manni Korzilius als schwierig heraus, den Toten zu identifizieren. Als ihnen das gelingt, wird klar, dass das Mordopfer Jonas Vollenweider heißt und selbst unter Mordverdacht stand. Im Haus seiner Familie wurde ein Blutbad angerichtet, die Leichen seiner Eltern und Schwester wurden nie gefunden. Jonas hat die Tat geleugnet und Beweise gab es nicht. Er hat danach Deutschland verlassen und als Tauchlehrer auf der griechischen Insel Samos gelebt. Nun ist er nach Köln zurückgekehrt, um das Haus seiner Eltern zu verkaufen. Steht sein Tod im Zusammenhang mit der Ermordung der Eltern?

Die Suche nach dem Mörder führt Judith und Manni zurück in die Vergangenheit. Die Eltern von Jonas haben in den 60er Jahren ein Kinderheim in der Eifel geleitet. Über diese Zeit will niemand gerne reden. Manni Korzilius forscht nach und stößt auf entsetzliche Dinge.

Unterdessen hat Judith immer mehr das Gefühl, dass der Mörder in ihrer Nähe ist und sie beobachtet. Nicht nur das, er sendet ihr Botschaften. Judith fliegt schließlich nach Samos, um dem Täter auf die Spur zu kommen.


Meine Meinung:



Ich habe bislang noch keinen Kriminalroman von Gisa Klönne gelesen und war von dem flüssigen, anschaulichen und spannenden Schreibstil gleich gefesselt.

Die Autorin hat mit ihrem Buch ein Thema aufgegriffen, das erst in letzter Zeit aktuell geworden ist, das Schicksal von Heimkindern im Deutschland der Nachkriegszeit. Die grausamen Erziehungsmethoden, die nicht immer nur in körperlicher Misshandlung bestanden, bleiben für die Betroffenen nicht ohne Folgen. Das daraus resultierend Leid begleitet viele durch das gesamte Leben. Das bringt Gisa Klönne mit psychologischem Geschick und großem Einfühlungsvermögen zum Ausdruck.

Neben den Polizeibeamten und weiteren Protagonisten kommt zwischendurch immer wieder der Täter zu Wort. Er schildert die Ereignisse aus seiner Sicht und gewährt einen tiefen Einblick in seine freudlose und grausame Kindheit. Die Motive des Täters werden dabei auf erschreckende Weise klar. Ebenso der seelische Schmerz, den er nicht zu überwinden vermag. Es wird deutlich, dass der Täter selbst ein Opfer ist.

Auch die Kommissare wirken authentisch, mitten aus dem Leben gegriffen. Wir bekommen Einblick in deren nicht unkompliziertes Privatleben und auch das macht beide sympathisch. Nicht nur, dass Judith mit dem Nikotinentzug zu kämpfen hat, der Täter spielt Katz und Maus mit ihr. Ihre Psyche wird nicht zuletzt durch ihr schwieriges Verhältnis zur eigenen Mutter auf die Probe gestellt.

In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Eric Sievert kennen. Er gräbt nachts heimlich nach archäologischen Schätzen, um sie unter der Hand zu verkaufen. Seine Schatzsuche fügt sich später nahtlos in das Geschehen ein.

Was mir an dem Buch nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass zum Ende einige Fragen offen bleiben.Wie der Täter im Einzelnen vorgegangen ist, blieb leider unklar.

Das Cover zeigt ein flüchtendes Kind, welches einen Weg aus einem verschlossenen Raum sucht und passt perfekt zum Inhalt des Buches, das betroffen macht und zum Nachdenken anregt.

Abschließend möchte ich hinzufügen, dass Misshandlungen schutzbedürftiger Kinder nicht nur ein Thema in westdeutschen Kinderheimen waren. Auch in der DDR standen derartige Vorkomnisse in vielen Heimen auf der Tagesordnug. Leider wird im Osten Deutschlands dieses Thema immer noch unter den Tisch gekehrt. Nicht zuletzt sicher deshalb, weil etliche Erzieher aus dieser Zeit noch im Amt sind.
Katja zu »Gisa Klönne: Nichts als Erlösung« 23.10.2011
"Nichts als Erlösung" war ein weiteres Buch ,was ich von Gisa Klönne las, hier meine ehrliche Einschätzung zu diesem Buch:

Optik und Preis:

Das Buch ist in der Hardcovervariante sehr hochwertig gebunden und macht einen guten ersten Eindruck. das Cover ist schön gestaltet,allerdings sieht man ihm an ,das es aus zwei Fotos zusammengesetzt wurde,die Haare des Mädchens "verraten " es ein wenig, zudem ist die linke Hand des Mädchens etwas "eigenartig", es passt nicht so zum gesamten Rest des Mädchens. Das sind allerdings die einzigen kleinen Mankos, die ich an diesem Cover habe, die weinrote Farbe im inneren Einband ist passend und gefällt mir gut.

Der Preis von 19,99 EUR ist für ein Hardcover marktüblich, allerdings wäre ein Lesebändchen für diesen Preis schon ein Muss.


Mein Eindruck:

Wie alle Bücher von Gisa Klönne um die Hauptkommisarin Judith Krieger findet auch dieses Buch in Köln seinen Ursprung, immer tiefer dringen die Ermittler um Judith Krieger und Manni Korzilius in die Familiengeschichte der Vollenweiders ein. Es führt sie letztlich auch nach Griechenland und Darmstadt.

Die Autorin hat wie immer einen etwas schwer anmutenden Schreibstil, wenige Dialoge und seitenlange Ausführungen über Träume,Gefühle und Gedankengänge der jeweils Beteiligten macht es nicht zu einem Popcorn-Roman. In 5 Teile unterteilt, erzählt Gisa Klönne die Geschichte aus 4 Erzählperspektiven: Judith Krieger, Manni Korzilius, Eric Sievert und Rene Zobel. alle Teile beginnen mit Tagebucheinträgen des Täters. Dabei wird teilweise die Handlung nicht auf Dialoge gestützt (die das ganze leichter und lesbarer gestalten würden),sondern zusammenfassend im journalisten Stil erzählt, das ist mein Großer Kritikpunkt am Stil von Gisa Klönne.

Die Kriminalhandlung ist zum großen Teil plausibel erzählt, auch wenn es nur mittelmäßig spannend ist. Phasenweise driftet die Autorin ab, verliert sich etwas in der Erzählung von Träumen und Gefühlen. das eigentliche Thema um die Kindesmisshandlungen in Kinderheimen der Nachkriegszeit ist sehr interessant und hat mich persönlich gefesselt, wie viel davon wurde jahrelang totgeschwiegen und wie schwerwiegend sind die Folgen für die Opfer.

Weniger gut hat mir das Ende gefallen ,das momentan offenbar ein recht beliebtes Ende unter den Krimiautoren ist, drei Bücher habe ich jetzt nacheinander gelesen und alle 3 hatten ähnlich gelagerte Auflösungen und Finalwendungen. Da hätte ich mir ein etwas einfallsreicheres Ende gewünscht.

Fazit:

Gisa Klönne legt mit "Nichts als Erlösung" einen durchschnittlichen Krimi vor, der zwar einerseits eine sehr interessante Thematik behandelt,andererseits aber mäßig spannend und einfallsreich daherkommt. Durch den sehr sparsamen Einsatz von Dialogen wird es schwerfällig, die Dialoge,die eingebaut sind, lesen sich gut und zeigen die unterschiedlichen Charaktere sehr gut auf.

Die Autorin schafft es, Verwirrung zu stiften und den Leser auf eine offenbar falsche Fährte zu locken. Verstärkt wird das ganze durch den (für Krimis schon standardmäßigen Einsatz) eines sensationsgierigen Journalisten. Sie lässt den Leser intensiv an der Gefühlswelt teilhaben und verliert dabei die Dramatik aus den Augen.

Alles in allem ein Buch mit einer interessanten Thematik in mäßig spannender Krimihandlung.
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