Gefrorene Seelen von Giles Blunt

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Forty Words for Sorrow, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Kanada / Ontario, 1990 - 2009.
Folge 1 der John-Cardinal-Serie.

  • Toronto: Random House Canada, 2000 unter dem Titel Forty Words for Sorrow. 326 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2003. Übersetzt von Reinhard Tiffert. ISBN: 3-426-19593-3. 428 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2004. Übersetzt von Reinhard Tiffert. ISBN: 382897550X. 428 Seiten.
  • München: Knaur, 2004. Übersetzt von Reinhard Tiffert. ISBN: 3-426-62791-4. 428 Seiten.
  • München: Knaur, 2006. Übersetzt von Reinhard Tiffert. ISBN: 978-3-426-63419-6. 428 Seiten.
  • [Hörbuch] Berg: AME hören, 2007. Gesprochen von Olaf Pessler. ISBN: 3938046732. 6 CDs.

'Gefrorene Seelen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

In der klirrenden Kälte des kanadischen Winters wird in einem Minenschacht, festgefroren in einem Eisblock, die grausig zugerichtete Leiche eines Mädchens gefunden. Und in der Provinzstadt Algonquin Bay sind noch drei weitere Teenager spurlos verschwunden. Detective John Cardinal glaubt, dass ein perverser Serienkiller sein Unwesen treibt. Doch die Wahrheit ist noch viel erschreckender …

Das meint Krimi-Couch.de: »Das lässt dem Leser das Blut in den Adern gefrieren« 81°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Detective John Cardinal hat es nicht leicht. Er lebt in dem verschlafenen Nest Algonquin Bay, dort wo der kanadische Winter gerade alles im Schnee versinken lässt und der See so dick zugefroren ist, dass sogar Bulldozer darauf fahren können.

Seine Frau befindet sich in der Psychiatrie, seine Tochter absolviert ihr Kunststudium an der amerikanischen Eliteuniversität Yale und er selbst lebt mit der Tatsache, sich im Dienst unredlich bereichert zu haben, um das alles zu finanzieren.

Brutal verstümmelt in einem Eisblock eingefroren

Weil die Unregelmäßigkeiten auch bei der Polizei aufgefallen sind, gibt man ihm eine interne Ermittlerin zur Seite. Die attraktive Beamtin Lisa Delorme soll in seiner Vergangenheit schnüffeln und nebenher mit ihm an seinen Fällen arbeiten. Und hier kommt es gerade knüppeldick, denn in einem alten Minenschacht auf einer Insel wird die Leiche der dreizehnjährigen Katie Pine gefunden, die brutal verstümmelt in einem Eisblock eingefroren ist.

Und der Täter mordet weiter. Immer brutaler, immer psychopathischer. Cardinal und Delorme suchen verzweifelt nach dem Killer und gerade jetzt verschwindet ein weiterer Jugendlicher spurlos aus einer Bar in Algonquin Bay, und niemand hat etwas gesehen.

Sind diese sadistischen Details wirklich notwendig?

Der erste Kriminalroman des Kanadiers Giles Blunt »Gefrorene Seelen« lässt dem Leser das Blut in den Adern gefrieren. Aber es ist nicht nur die Beschreibung der tiefwinterlichen Landschaft Kanadas, die diesen Effekt erzeugt, sondern viel mehr noch sind es die extrem brutalen Schilderungen, wie man Kinder foltern kann. Bei aller Liebe zum Genre muss man doch die Frage stellen, ob derart sadistische Detailbeschreibungen wirklich notwendig sind, um Spannung zu erzeugen. Seit Mo Hayders »Der Vogelmann« habe ich keinen perverseren Krimi mehr gelesen und ich muss gestehen, dass mich stellenweise richtig geekelt hat.

Der Originaltitel »Forty Words Of Sorrow« ist darüber hinaus sicherlich besser gewählt, als der Titel »Gefrorene Seelen«. In diesem Buch geht es nämlich in erster Linie um lauter Menschen, die sich Sorgen machen. Cardinal ist nach Wallandermanier am ständigen Verzweifeln und hadert mit seinen Gewissensbissen, Delorme geht es ähnlich in ihrer Zwickmühle als Kollegin Cardinals und gleichzeitiger Observiererin, das Opfer sorgt sich verständlicherweise um sein geplantes Ableben usw. usw. Dazwischen wird pausenlos auf die berühmte berittene Polizei, die Mounties, geschimpft, also alles nicht so besonders interessant, sondern reines Füllmaterial für die Seiten.

Durchatmen! Ein gnadenloser Wettkampf um Tod und Überleben

Erst als durch einen Livemitschnitt der Untat die Ermittlungen richtig ins Laufen kommen und die verzweifelten Versuche des nächsten potentiellen Opfers geschildert werden, wird dieses Buch seinem Ansinnen, ein Thriller zu sein, gerecht. Der gnadenlose Wettkampf um Tod und Überleben ist von Giles Blunt perfekt in Szene gesetzt worden. Etwa ab der Hälfte des Buches kann man dieses nicht mehr zur Seite legen, außer um einmal kräftig durchzuatmen, wenn Blunt wieder äußerste Perversität schildert.

Für ein Krimidebüt ist dieses Buch absolut gelungen. Man merkt, dass Giles Blunt von Beruf TV-Drehbuchautor ist, denn jeder Schauplatz ist perfekt durchgestylt und beschrieben und auch die Personen in diesem Buch sind hervorragend charakterisiert und ihre Lebensumstände komplett durchleuchtet. Das Selbe kann man von Giles Blunt nicht behaupten. Die Angaben zu seiner Person sind mehr als mager und auch das Internet bietet praktisch keinerlei Informationen, außer dem Hinweis auf sein neues Buch und einen für das Jahr 2004 geplanten Roman.

Man darf gespannt sein, ob der Autor im nächsten Roman »The Delicate Storm« um das Ermittlerduo Cardinal und Delorme mit ähnlicher Brutalität zu Werke geht. Für dieses Buch kann man auf jeden Fall eine Leseempfehlung abgeben, allerdings sollte man doch nicht zu zart besaitet sein.


Ihre Meinung zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen«

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HeJe zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 10.06.2010
Mir hat das Buch definitiv besser gefallen, als der zweite Teil (Blutiges Eis), den ich leider zuerst gelesen habe. Er ist spannend, auch wenn man ab Mitte des Buches schon weiß, wer die Täter sind, aber die Jagd nach ihnen gestaltet sich dennoch sehr interessant und nicht weniger spannend.

Das Buch empfehle ich wärmstens. Es ist nicht zu abartig, wie es einige unter mir beschreiben. Ich halte es für einen gelungenen Thriller mit einem gewissen Charme der Hauptcharaktere, Spannung und einem gelungenen Ende.
mike zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 27.05.2010
hab das buch in einem durchgelesen und bin nur mäßig auf meine kosten gekommen. vl war meine erwartungshaltung zu groß .trotz des versuchs die charaktere einem menschlich näher zu bringen konnte ich mir kein rechtes bild über die handelnden personen in meiner fantasie ausmalen. besser gesagt: es entstand keine sympathie bzw antipathie. die personen blieben mir fremd. im gegenzug allerdings bot sich mir ein perfektes bild der umgebung meinem inneren auge dar. es wurde auch des öfteren angesprochen das sehr detaillierte sadistische szenen dem leser dargeboten werden. also ich finde es in keinster weise übertrieben bzw sadistisch. für einen thriller angemessen und nicht übertrieben!
kurz: schleppender anfang, schnelle enthüllung und ein warten auf den showdown. alles in allem mittelklasse !
Chrisu zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 08.04.2010
John Cardinal bekommt eine neue Kollegin zugeteilt - Lise Delorme - um ihm bei der Suche nach dem Mörder dreier Jugendlicher zu helfen. Gleichzeitig ermittelt Delorme auch gegen ihn, weil befürchtet wird, dass er korrupter Polizist ist und Razzia-Übergriffe gegen einen Drogenhändler weitergibt. Am Anfang wird viel über die Polizeiarbeit und deren Auswirkung sowie über das neue Opfer, das verwunden war, berichtet. Dann geht es Schlag auf Schlag, man erfährt, wer die Jugendlichen entführt und dann ermordet hat und warum. Und außerdem findet Cardinal den gemeinsamen Nenner und somit gelingt es in einem großen Einsatz den Mörder zu stellen - und der wird dabei getötet. Erst zum Schluss entdeckt Cardinal, wie das Ganze wirklich abgelaufen ist und das kostet ihm fast das Leben. Einfach ein wahnsinnig gutes Buch - ich kann es nur weiterempfehlen.
Krimi-Tina zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 10.03.2010
In einem Bergwerksschacht auf einem Insel in winterlichen Ontario wird die Leiche eines Kindes gefunden. Detective Cardinal vermutet, dass es sich um die seit Monaten verschwundene Katie Pine handelt. Die verbissene Suche nach der Vermissten hat ihm mittlerweile die Strafversetzung zu den Eigentumsdelikten eingetragen. Nun da eine Leiche auftaucht, scheint sein Chef alles vergeben zu haben, er ist wieder im Geschäft und soll nun mit seiner Kollegen Lise Delorme den Fall aufklären.

John Cardinal ist ein grüblerischer Mann, den die Sorge um seine Frau und die Erinnerung an eine vergangene Verfehlung drücken. Zudem gehört er zu intuitiven Ermittlern, der immer wieder große Mühe hat, seine Vorgesetzten von der Richtigkeit seiner Annahmen zu überzeugen, da es ihm an handfesten Indizien fehlt. Lise Delorme will um jeden Preis von den Sonderermittlungen weg, weshalb sie bereit ist sich auf einen zweifelhaften Handel einzulassen.
Das Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden und die jeweiligen Sorgen beschäftigt den Leser zum größten Teil während gut der ersten Hälfte des Buches. Währenddessen kommen die Ermittlungen kaum voran und die meisten Spuren verlaufen im Sande. Das bedeutet man erfährt viel über die Beteiligten, aber der Fall selbst kommt kaum voran. Das ändert sich erst relativ spät, dann wird es sehr schnell sehr dramatisch und die Auflösung kommt mit großem showdown daher.
Krimis aus Kanada haben oft deutlich mehr denen ihrer Kollegen aus England zu tun als mit denen ihrer unmittelbaren Nachbarn. So auch dieser. Sowohl von der Teamkonstellation her als auch von der Betonung auf die Charaktere und ihre Beziehung zueinander.
Die Personen sind glaubwürdig und zumindest die Hauptcharaktere wenig klischeehaft. Allerdings kommt die Aufklärung ein arg spät und sehr holterdiepolter.
Was die mehrfach angesprochene Brutalität angeht, ja das Buch ist stellenweise durchaus drastisch, aber in neueren Veröffentlichungen gibt es weit Schlimmeres.
Gelungener Einstieg in eine Serie
2 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Krimi-Tina zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 10.03.2010
In einem Bergwerksschacht auf einem Insel in winterlichen Ontario wird die Leiche eines Kindes gefunden. Detective Cardinal vermutet, dass es sich um die seit Monaten verschwundene Katie Pine handelt. Die verbissene Suche nach der Vermissten hat ihm mittlerweile die Strafversetzung zu den Eigentumsdelikten eingetragen. Nun da eine Leiche auftaucht, scheint sein Chef alles vergeben zu haben, er ist wieder im Geschäft und soll nun mit seiner Kollegen Lise Delorme den Fall aufklären.

John Cardinal ist ein grüblerischer Mann, den die Sorge um seine Frau und die Erinnerung an eine vergangene Verfehlung drücken. Zudem gehört er zu intuitiven Ermittlern, der immer wieder große Mühe hat, seine Vorgesetzten von der Richtigkeit seiner Annahmen zu überzeugen, da es ihm an handfesten Indizien fehlt. Lise Delorme will um jeden Preis von den Sonderermittlungen weg, weshalb sie bereit ist sich auf einen zweifelhaften Handel einzulassen.
Das Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden und die jeweiligen Sorgen beschäftigt den Leser zum größten Teil während gut der ersten Hälfte des Buches. Währenddessen kommen die Ermittlungen kaum voran und die meisten Spuren verlaufen im Sande. Das bedeutet man erfährt viel über die Beteiligten, aber der Fall selbst kommt kaum voran. Das ändert sich erst relativ spät, dann wird es sehr schnell sehr dramatisch und die Auflösung kommt mit großem showdown daher.
Krimis aus Kanada haben oft deutlich mehr denen ihrer Kollegen aus England zu tun als mit denen ihrer unmittelbaren Nachbarn. So auch dieser. Sowohl von der Teamkonstellation her als auch von der Betonung auf die Charaktere und ihre Beziehung zueinander.
Die Personen sind glaubwürdig und zumindest die Hauptcharaktere wenig klischeehaft. Allerdings kommt die Aufklärung ein arg spät und sehr holterdiepolter.
Was die mehrfach angesprochene Brutalität angeht, ja das Buch ist stellenweise durchaus drastisch, aber in neueren Veröffentlichungen gibt es weit Schlimmeres.
Gelungener Einstieg in eine Serie
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Jai zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 30.11.2009
Schon die ersten Seiten haben mich gefesselt. Geniale, stimmungsvolle Landschaftbeschreibungen und sehr gut charakterisierte Personen. Auch die Spannung kommt absolut nicht zu kurz. Man füllt sich teils wie anwesend, allerdings ist es schon so, dass man etwas rauhe Haut benötigt ob der deutlichen Schreibweise. So muss ein Thriller sein !
Bibliophagos zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 26.08.2009
Vorab meine Wertung: 60 Grad

Blunts (Polit-)Krimi erhielt von der britischen Crime Writers Association den Silver Dagger.
Wenn es darum geht, eine zeitgenössische "Seelenlandschaft" zu schildern, dann mag dieser Roman dies Kriterium erfüllen. Aber aus dem Blickwinkel des Krimi-/Thrillerlesers gibt es hier nur Schonkost. Die Ermittler sind eher durchschnittlich, das Finale vorhersehbar. Von den mehr als 400 Seiten sind gut und gerne 150 entbehrlich. Die Übersetzung ins Deutsche hingegen ist ausgezeichnet.
sabrina13582 zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 25.05.2009
Fand dass Buch klasse!!! Am Anfang zieht sich alles ein bisschen, aber ab der Mitte konnt ich das Buch kaum noch aus den Händen legen!!! Besonders gut gefällt mir das Ermitllerpaar John Cardinal und Lisa Delorme. Ihre Dialoge sind einfach nur super. Auch das die Hintergrundfakten der beiden Hauptcharacktere so gut geschildert und erklärt werden ist toll gemacht.
Lissey zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 14.04.2009
Ich habe das Buch noch nicht gelesen kann mir aber vorstellen, das es gut wird. In vielerlei Hinsicht denke ich wird es gut werden kann mir aber auch langweilige Abschnitte denken. wie z.B. immer wider das langwierige Privatleben der Kommissare/innen oder aber zu lange und somit langweilige Beschreibungem der Natur oder Umgebung.
Ihr solltet ein Buch mal nach den oben genannten Kriterien bewerten oder erstmal untersuchen, denn somit kann man feststellen ob es einen wirklich anspricht oder nicht oder ob es einem wirklich gefällt oder gefallen hat.
0 von 7 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
antoenchen123 zu »Giles Blunt: Gefrorene Seelen« 10.09.2008
Ich bin ein großer Krimi Fan und immer offen für neues, doch dieser Roman hat mich nicht sonderlich vom Hocker gerissen. Dadurch das schon nach einem Drittel bekannt war wer der Mörder ist , war für mich die Spannung verflogen, für mein Empfinden wurde nur noch einmal zur Ergreifung des Mörders eine Spannungskurve aufgebaut. Und als er gefasst wurde hat die Autorin aus Gründen auf die ich nicht näher eingehen will, um denen das Buch nicht zu versauen die es lesen möchten , noch einmal was hinterhergeschoben, was für mein Empfinden nicht mehr nötig war, da man mit der Geschichte schon irgendwie abgeschlossen hatte. Ich rate nicht ab den Thriller zu lesen s, schlecht ist er nicht, wenn ich jedoch nochmal die Wahl hätte würde ich ihn nicht mehr kaufen-trotzdem- Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

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