Blindband von Gilbert Adair

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 unter dem Titel A Closed Book, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Ed. Epoca.

  • London: Faber and Faber, 1999 unter dem Titel A Closed Book. 258 Seiten.
  • Zürich: Ed. Epoca, 1999. Übersetzt von Thomas Schlachter. ISBN: 3905513137. 222 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2001. Übersetzt von Thomas Schlachter. 222 Seiten.
  • München: Beck, 2008. Übersetzt von Thomas Schlachter. ISBN: 978-3406572258. 238 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2010. Gesprochen von Andreas Fröhlich. ISBN: 3-7857-4285-1. 4 CDs.

'Blindband' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

John, der erfolgreiche junge Finanzjongleur, ist seiner sinnleeren Tätigkeit überdrüssig und sucht eine neue Herausforderung. Da trifft es sich gut, dass Sir Paul, der vereinsamte alternde Schriftsteller, eines willigen Helfers bedarf. Was sich als unspektakuläres Arbeitsverhältnis zwischen treuergebenem Adlatus und grimmigem Dichterfürsten anlässt, nimmt in diesem von der ersten bis zur letzten Seite packenden Dialogroman zusehends klaustrophobische, paranoide und schliesslich auch unverhohlen sadistische Züge an. An der Seite des entsetzten Protagonisten tappt der Leser immer mehr im dunkeln. Vermeintliche Gewissheiten lösen sich in Luft auf, und die stabile Ausgangslage kippt vollends in ein schaurig-vergnügliches Vexierspiel. Eine literarische Geisterbahnfahrt beginnt, in der sich virtuose Dialogtechnik mühelos mit beklemmender Spannung paart und einen Kitzel ganz eigener Art erzeugt.

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Peter Faesi zu »Gilbert Adair: Blindband« 15.12.2015
Ein erblindeter Gross-Schriftsteller engagiert einen jungen Mann als Sekretär, um ihm seine Memoiren zu diktieren. Die beiden sind eng aufeinander angewiesen, so dass bald die Situation des „Huis clos“ entsteht, von der Sartre gesagt hat: „L’enfer c’est les autres“. Die Handlung spielt sich fast ausschliesslich im Dialog ab, der, wie die andern Referenten ebenfalls betonen, raffiniert und vielschichtig ist. Dabei kehrt sich das Verhältnis zwischen Autor und Sekretär, zwischen Herr und Meister subtil ins Gegenteil, und der Roman endet mit einer brillanten Pointe, bei der sich Adair für seine Verhältnisse erstaunlich wortkarg zeigt. Denn zwei Dinge muss man bei diesem Autor leider in Kauf nehmen. Erstens ist er von einer nervtötenden Ausführlichkeit und neigt zu Wiederholungen noch und noch. Gerade bei den Sex-Szenen (die bei Adair ausschliesslich homosexueller Natur sind) würde man sich mehr Zurückhaltung wünschen. Und zweitens ist Adair ein äusserst selbstverliebter Mann und übertrifft in dieser Selbstliebe wohl noch den andern Mann (Thomas Mann natürlich). Kein Witzchen, kein Wortspielchen, keine Anspielung, die der Autor nicht auch noch kommentieren und natürlich auch loben würde. Umso erfreulicher also hier der wortkarge Schluss, der allein den Roman lesenswert macht.
HaPe zu »Gilbert Adair: Blindband« 20.08.2012
Mein erstes Buch von Gilbert Adair. Das Werk ist absolut nicht überlanden und flüssig, verständlich und "vollmundig" geschrieben. Zudem hat Adair einen sehr überraschenden und irgendwie auch für den Leser sehr befriedigenden Schluss komponiert. Macht Lust auf viel mehr von diesem leider bereits verstorbenen Autor. TOP!
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