Die schöne Hand des Todes von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1998
unter dem Titel Singapore Sling,
deutsche Ausgabe erstmals 2005
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Singapur, 1990 - 2009.
- Mailand: Mondadori, 1998 unter dem Titel Singapore Sling. 234 Seiten.
-
München: Goldmann, 2005.
Übersetzt von Ulrich Hartmann.
ISBN:
3-442-45679-7. 288 Seiten.
'Die schöne Hand des Todes' ist erschienen als
![]()
In Kürze:
Durch Zufall lernen sich in Singapur zwei Männer kennen, die scheinbar nichts gemeinsam haben: Rodolfo Capitani, ein unkonventioneller Weltenbummler, und Marco Valbusa, Boss eines mächtigen Wirtschaftsunternehmens. Und doch werden sie Freunde. Als Marcos verbrannte Leiche gefunden wird, steckt Rodolfo in größten Schwierigkeiten. Denn man scheint ihm eine Rolle in einem teuflischen Drama zugeteilt zu haben, dessen Spielregeln er nicht durchschaut …
Das meint Krimi-Couch.de: »Schauplatz mit vielfältiger Kultur«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
Singapur, ein kleiner Staat am Ende der malaiischen Halbinsel mit vielfältiger Kultur, ist Schauplatz des Kriminalromans von Giancarlo Narciso. Chinesen, Malaiien, Japaner und Inder bevölkern das Land, doch zwei junge Italiener stehen zunächst im Mittelpunkt der Geschichte.
In einer Buchhandlung lernten sie sich kennen. Da war zum einen Rodolfo Capitani, der Erzähler des Buches, ein Weltenbummler, der, nachdem er Frau und Sohn verlassen hat, bereits in Mexiko gearbeitet hat und nun seit ein paar Jahren in Singapur sein Glück versucht als freiberuflich tätiger Übersetzer. Und da war zum anderen Marco Valbusa, der Yuppie-Typ, Cabriofahrer und Leiter einer italienischen Baufirma. Die beiden waren sich auf Anhieb sympathisch und verbrachten fortan ihre Freizeit gemeinsam, indem sie nachts durch die Kneipen zogen. Außerdem verschaffte Marco seinem Freund Arbeit, indem er ihn geschäftliche Papiere seiner Firma übersetzen ließ. Begleitung hatten die beiden gelegentlich durch Marcos attraktive, aber unnahbare chinesische Freundin Diana.
Dann steht Marco plötzlich eines Nachts vor Rodolfos Tür und ist völlig verzweifelt. Er fürchtet um sein Leben und bittet seinen Freund um einen Gefallen. Er hinterlässt diesem einen Schließfachschlüssel und bittet ihn, die Briefe, die er in dem Fach vorfinden wird, abzusenden, falls ihm etwas zustossen sollte. Außerdem übergibt er Rodolfo noch 200.000 Singapur-Dollar, die er dafür benutzen soll, Dianas Flucht nach Mexiko zu organisieren, da diese angeblich das Eigentum eines japanischen Geschäftsmannes sei.
Weisheiten vor dem »Tempel der himmlischen Glückseligkeit«
Rodolfo bleibt zunächst etwas verstört zurück, der große Schock sollte allerdings am kommenden Tag folgen, als er in der Zeitung Marcos Foto als Opfer eines Autounfalls findet. Von nun an ist Rodolfos Leben auf den Kopf gestellt. Ihm wird klar, dass man ihm eine Rolle in einem teuflischen Spiel zugedacht hat, doch durchschaut er dessen Regeln nur sehr langsam.
Narciso führt den Leser in einen Kulturkreis, den wohl nur die wenigsten kennen werden. Ein kleines Land mit strengen Gesetzen wird zum Schauplatz von Verbrechen, hinter deren Fassade man zunächst nicht so recht zu blicken vermag. Auf Rauschgiftbesitz steht die Todesstrafe und selbst Kaugummikauen ist in Singapur verboten. Doch hinter welche krummen Geschäfte ist Marco Valbusa wohl gekommen, dass er um sein Leben fürchten musste? Mag er selber ein Erpresser gewesen sein? Der Autor gibt einen Einblick in die Multikultur, ohne daß der Leser jedoch wirklich in die Atmosphäre eintauchen könnte. Dazu wird zu wenig vertieft. Ein paar Weisheiten vor dem »Tempel der Himmlischen Glückseligkeit«, ein schneller Blick hinter die Kulissen der Prostitution, kurze Einkaufsbummel in den Straßen der Großstadt und ein paar Restaurantbesuche sind doch etwas wenig für einen Autor, der selber mehrere Jahre in Singapur verbracht hat.
Der überraschende Schluß entschädigt ein wenig
Besser gelingt ihm die Beschreibung seiner Charaktere, insbesondere den seines Protagonisten Rodolfo, der seinen Platz noch nicht gefunden hat und dessen Einsamkeit spürbar wird. Dennoch wird einem keine der Figuren so recht sympathisch.
Spannung bezieht der Plot hauptsächlich aus dem Wissen, dass etwas faul ist, nicht aber aus packenden Szenen. Dazu fehlt der Story einfach das Tempo und dem Schreibstil des Italieners die nötige Abwechslung. Gelegentlich wird man von der relativen Eintönigkeit der Sprache ein wenig eingelullt. Dafür entschädigt jedoch der überraschende Schluß für manchen Hänger.
Insgesamt ist »Die schöne Hand des Todes« kein schlechter Roman, doch irgendwie nicht ganz das, was man aufgrund des Klappentextes hätte erwarten können.
Ihre Meinung zu »Giancarlo Narciso: Die schöne Hand des Todes«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| Kristina zu »Giancarlo Narciso: Die schöne Hand des Todes« | 02.07.2005 |
|---|---|
