Tropenkoller von Georges Simenon

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1932 unter dem Titel Le coup de lune, deutsche Ausgabe erstmals 1960 bei Kiepenheuer & Witsch.
Ort & Zeit der Handlung: Westafrika / Gabun, 1930 - 1949.

  • Paris: Fayard, 1932 unter dem Titel Le coup de lune. 254 Seiten.
  • Köln; Berlin: Kiepenheuer & Witsch, 1960 Tropenfieber. Übersetzt von Hansjürgen Wille & Barbara Klau. 168 Seiten.
  • München: Heyne, 1974 Tropenfieber. Übersetzt von Hansjürgen Wille & Barbara Klau. 158 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 1979. Übersetzt von Annerose Melter. ISBN: 3-257-20673-9. 198 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2010. Übersetzt von Annerose Melter. Ausgewählte Romane in 50 Bänden, Bd. 2. ISBN: 978-3-257-24102-0. 190 Seiten.

'Tropenkoller' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Gabun, Westafrika, um 1930: Blutjung und naiv, landet Joseph Timar in Libreville, um im Landesinneren für die zweifelhafte Sacova-Handelsgesellschaft zu arbeiten. Schon am ersten Tag erliegt er – wie schon viele Kolonialbeamte vor ihm – den Reizen von Adele, der üppigen Wirtin des Hotels Central, die in ihrem schwarzen Seidenkleid wie eine Spinne auf Beute wartet. Dann geschieht ein Mord, und alle schweigen. Doch als ein Unschuldiger dafür sterben soll, redet Joseph Timar und besiegelt damit sein Schicksal. Die Hitze, der Gestank, der Staub und das Fieber, vor allem aber die unbegreifliche Fremdheit zwischen den Schwarzen und den kolonialen Bewohnern spielen die Hauptrollen in dieser düsteren Ballade von sexueller Hörigkeit aus dem tropischen Afrika.

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Jochen zu »Georges Simenon: Tropenkoller« 24.02.2014
"Herz der Finsternis" und "Tropenkoller" stehen für mich auf der gleichen Stufe. Der obersten Stufe. Beide erzählen nicht nur eine Geschichte, sondern atmen förmlich die Atmosphäre aus. Bei beiden kommt nicht darauf an, ob es in den Tropen wirklich so ist.
Simenon hat eine wunderbare Erzählung geschaffen, mit der er den Leser gefangen nimmt. Es zeigt wieder, dass man auf wenigen Seiten und mit wenigern Sätzen sehr viel mehr erzählen kann, als viele, die auf nicht enden wollenden Seite auch noch jedes letzte Detail ausmalen, bis der Leser selbst keinerlei Phantasie mehr braucht. Wer also entdecken will, was Lesen wirklich bedeutet, der MUSS dieses Buch lesen.
Jonas zu »Georges Simenon: Tropenkoller« 09.08.2007
Nachdem ich mittlerweile meine Bildungslücke geschlossen habe und "Herz der Finsternis" gelesen habe, kann ich mich nur der Meinung der Vorrednerin anschließen. Conrad mag bis zu dem Zeitpunkt das Maß aller Tropen-Negativ-Beschreibungen gewesen sein, bis Simenon mit seinen, - ich nenne sie mal - tropischen Romanen, z.B. "Die Schwarze von Panama", "45 Grad im Schatten", "Hotel zurück zur Natur", "Weißer Mann mit Brille", etc. und eben auch "Tropenkoller" einen neuen Maßstab definierte. Und während ich Conrad zwischendurch ein wenig gelangweilt oder auch befremdet weglegte, habe ich alle diese Simenons verschlungen.
Eva zu »Georges Simenon: Tropenkoller« 13.04.2007
Wie immer beim Simmenon- perfekte beschreibung von den Figuren, spürbares Gestank und Hitze. Conrad ist vielleicht stärker, aber mit Simenon war ich dort in den Tropen, habe geschwizt und mich geeckelt, trauert...
Kein Krimi, kein Conrad, aber- toll.
Kai Sieben zu »Georges Simenon: Tropenkoller« 05.08.2005
Im Grunde genommen hat der Autor ein halbherziges Remake von Joseph Conrads "Herz der Finsternis" geschrieben. Der Roman ist gut, aber nicht genial.
Wer einmal in den Tropen war und nachvollziehen kann, wenn einem die Sonne das Hirn wegschmelzt, der wird auch in der Lage sein, diesen Roman, als Krimi kann man ihn eingentlich nicht bezeichnen, verstehen.
P.S. Das "Herz der Finsternis" wurde in dem genialen Film "Apocalyse Now" filmisch umgesetzt. Leider wissen das die wenigsten Leser.
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