Das Regenmädchen von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2010
bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Österreich, 1990 - 2009.
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Berlin: Ullstein, 2010.
ISBN:
978-3-550-08860-5. 304 Seiten.
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[Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2011.
Gesprochen von Katja Riemann.
ISBN:
3899033337. 4 CDs.
'Das Regenmädchen' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein junges Mädchen wird in der Nähe einer Kleinstadt an der Donau auf der Autobahn überfahren und getötet. Sein schönes Ballkleid und die Schilderung des Unfallfahrers lassen die Kripobeamten Franza Oberwieser und Felix Herz auf ein vorausgegangenes Verbrechen schließen. Auf einem Rastplatz finden sie Blut und Zigarettenkippen. Von der Mutter des Mädchens erfahren sie, dass es schon lange zu Hause ausgezogen war. Von den Freundinnen, dass es verliebt war. Von der Sozialarbeiterin, dass es zuletzt voller Hoffnung war. Doch nicht alle wollten ihr Bestes. Franza gibt dem toten Mädchen das stumme Versprechen, die Umstände seines Todes zu klären.
Das meint Krimi-Couch.de: »Regionaler Bummelzug mit Charme«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Der Autofahrer hatte keine Chance, als im Nebel auf der A 9 Richtung Berlin eine Gestalt vor den BMW taumelt. Und das Mädchen im Ballkleid hatte ebenfalls keine Chance und war bereits tot, als es auf dem Asphalt aufschlug.
Franza Oberwieser, die gerade ein Schäferstündchen mit ihrem Geliebten verbrachte, wird gemeinsam mit ihrem Kollegen Felix Herz zum Tatort gerufen. Der unschuldig-kindliche Eindruck der Toten, die vor der Kollision offensichtlich mit einem stumpfen Gegenstand am Kopf Bekanntschaft machte, beeindruckt die Kriminalistin zutiefst, die wegen ihrer privaten Situation deutlich angespannt ist. Beziehungsprobleme mit dem eigenen Mann und dem Geliebten und ein Sohn, im Alter der Ermordeten, der seit einiger Zeit abgängig ist, beschäftigen sie stark.
Auch ihr Kollege Herz hat es nicht gerade leicht, wird er doch zum vierten Mal Vater und weiß nicht, wie er die künftige Großfamilie in der zu kleinen Wohnung durchfüttern soll.
Neben diesem privaten Background der Ermittler konzentrieren sich die Recherchen auf das Umfeld der Toten, die bald identifiziert ist. So unschuldig, wie sie aussah, war sie offensichtlich nicht. Und auch Mutter und Bekannte können nicht alle Zweifel am Lebenswandel der angeblich frisch verliebten Frau beseitigen, so dass der Kreis der Verdächtigen immer größer wird …
Der Ullstein-Verlag hat den ersten Krimi der Österreicherin Gabi Kreslehner auf knapp 300 Seiten veröffentlicht. Dass die Diplompädagogin für Deutsch, technisches Werken und Theaterspiel das sprachliche Rüstzeug hat, zeigt sich im leichten und flüssigen Schreibstil, der vor allem in der Beschreibung von Stimmungen und Bildern seine größte Stärke aufweist.
Bei der Beschreibung ihrer Charaktere muss die Autorin noch zulegen. Vor allem ihre Hauptperson Franza Oberwieser wirkt in vielen Bereichen noch flach und profillos und kann beim Leser kaum mit Sympathiewerten punkten, was vielleicht daran liegt, dass ihre Umwelt deutlich entspannter mit ihr umzugehen scheint, als sie es in ihrer Gespaltenheit wahrnimmt.
Die Handlung läuft über weite Strecken genauso langsam, wie das Wasser im Ruderrevier in Ottensheim, woher die Oberösterreicherin gebürtig ist. Im Grunde genommen braucht der Roman diese Ruhe, die hier vermittelt wird, aber die familiären Verknüpfungen in den Mordfall und die privaten Probleme haben sprachlich mehr Intensität als die Ermittlungen, sodass man fast mehr von einem Frauenroman als von einem Krimi sprechen kann. Darüber hinaus ist die Geschichte zu simpel gestrickt, um den Leser mit großen Überraschungen zu konfrontieren und auch das vorhersehbare Ende ist kein fulminanter Abschluss sondern eher ein sanftes Ausklingen.
Leser, die einen ruhigen und gemächlichen Krimi in regionalem Ambiente lieben, können mit Das Regenmädchen nichts falsch machen. Kreslehners Erstling ist durchaus lesenswert und man darf gespannt sein, in welche Richtung die Autorin eine eventuelle Fortsetzung mit dem Kriminalisten-Duo in Erwägung zieht.
Wolfgang Weninger, Januar 2011
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