Das barmherzige Fallbeil von Fred Vargas

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 unter dem Titel Temps Glaciaires, deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei Limes.
Folge 11 der Kommissar-Adamsberg-Serie.

  • Paris: Flammarion, 2015 unter dem Titel Temps Glaciaires. 512 Seiten.
  • München: Limes, 2015. Übersetzt von Waltraud Schwarze. ISBN: 978-3-8090-2659-4. 512 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2015. Gesprochen von Hannelore Hoger. ISBN: 3837131971. 6 CDs.

'Das barmherzige Fallbeil' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Adamsberg ist zurück, und seine Ermittlungen führen ihn in die blutige Zeit der Französischen Revolution und in die tödliche Kälte Islands …Innerhalb weniger Tage werden die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben. Die brutale Szenerie alarmiert zwar die Polizei, doch es scheint keine Verbindung zu geben. Bis Jean-Baptiste Adamsberg auf unauffällige Zeichnungen an beiden Tatorten aufmerksam wird. Kurz darauf stellt sich heraus, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem labilen Sohn des zweiten Toten geschrieben hat. Der Brief führt Adamsberg auf die Spuren einer verhängnisvollen Reise nach Island, die zehn Jahre zuvor stattfand – und von der zwei Personen nicht zurückkamen. Sowie in die Untiefen einer Geheimgesellschaft, die sich Robespierre und der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution verschrieben hat. Weitere Menschen sterben, und für Adamsberg beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit und einen ebenso wandelbaren wie unbarmherzigen Mörder …

Ihre Meinung zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil«

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walli007 zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 15.09.2016
Adamsberg und die Robespierristen

Mit letzter Kraft versucht die pensionierte Lehrerin Alice Gauthier einen Brief aufzugeben und wenige Tage später wird sie tot in ihrer Badewanne gefunden. Offensichtlich eine Selbsttötung, doch als eine Zeugin, die zufällig gerade in Adamsbergs Kommissariat landet, von dem Brief berichtet, wird Jean-Baptiste Adamsberg misstrauisch. Wenig später bringt sich auch noch der Vater des Briefempfängers um, was nun wirklich kein Zufall mehr sein kann. Adamsberg findet heraus, dass die beiden Toten sich von einer Reise nach Island kannten. Diese unternahmen sie allerdings schon zehn Jahre zuvor. Weshalb sollte ein Mörder erst jetzt mit dem Töten beginnen? Und was wollte Alice Gauthier dem jungen Mann unbedingt noch mitteilen?

Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg benötigt eine Weile, um warmzulaufen. Ein Fall, der zunächst kein richtiger Fall zu sein scheint. Doch als an beiden Orten, an denen die Toten gefunden wurden, seltsame Zeichen entdeckt werden, gerät die Theorie von der Selbsttötung sehr ins Wanken. Adamsberg lässt sich durch die Nachforschungen treiben, ohne ein bestimmtes Ziel im Auge zu haben, nimmt er verschiedene Fährten auf. Doch immer wieder kommt das Thema auf die Island-Reise und die Gesellschaft der Robespierristen, deren Mitglieder möglicherweise in großer Gefahr schweben. Und nebenbei deckt Adamsberg noch ein tragisches Familiengeheimnis auf.

Ein wenig speziell ist er schon dieser Kommissar Adamsberg. Manchmal stolpert er fast etwas verschlafen durch den Fall, nichts scheint sich richtig zu reimen, nur um im rechten Moment, die Initiative zu ergreifen und alles zu tun, um weitere Todesfälle zu verhindern. Sympathisch, wie positiv sich das Zusammenleben mit seinem Sohn gestaltet. Spannend und interessant sein Ausflug in die Kreise, derer, die einen Teil der französischen Revolution zum Leben erwecken. Gerade hier beflügelt das Buch zum selbst Nachlesen und Forschen. Ob es eine Gesellschaft, die wie von Fred Vargas geschildert die Sitzungen der Revolutionäre zum Leben erweckt, tatsächlich gibt, war nicht festzustellen. Gut vorstellbar ist es aber, nachgespielte oder nacherlebte Geschichte und die Auswirkungen auf die Darsteller bilden hier einen packenden Schauplatz, der auch den Kommissar in seinen Bann zieht.

Dieser Ausflug Adamsbergs in die französische Geschichte fesselt und bietet Einblicke in einen Teil der französischen Geschichte, dem man durchaus etwas mehr Zeit gönnen könnte.
Helene Pauli zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 16.06.2016
Lang ersehnt - und ziemlich enttäuscht. Das erste Buch von Fred Vargas, welches ich (noch) nicht zu Ende gelesen habe. Nicht nur Adamsberg ist in seinen Gedankengängen zu umständlich, das ganze Buch ist behäbig, uninspiriert und teilweise abstrus. Dabei hätte die Idee mit der Robespierre Geheimgesellschaft viel hergegeben.
Weiterhin stört, dass die Charaktere sich nicht weiterentwickeln und der Zauber des Vargas-Universums ein wenig stumpf wirkt.
Außerdem fällt diesmal der Wechsel bei der Übersetzung besonders negativ auf: sprachlich einfach zu hölzern.
Olaf Ludwig zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 29.03.2016
Der Roman ist völlig überladen , rast über die Buchseiten und wirkt dadurch konstruiert und unglaubwürdig . Warum verlässt die Handlung Frankreich und was macht ein Pinguinexperte auf Island ?Ein bißchen mehr Gelassenheit und Lässigkeit wären wünschenswert gewesen. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt.
Hüper zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 17.02.2016
Liest sich spannend, nach der Lektüre ist man aber doch etwas enttäuscht. Der Schluss ist ziemlich konstruiert und wird den interessanten Abläufen und verdächtigen Personen nicht gerecht.
Und warum hat der ermittelnde Kommissar sich nicht einfach mal die Liste der Flugpassagiere geben lassen, die damals überstürzt aus Island zurück nach Paris geflogen sind?
Und was will ein Experte für Kaiserpinguine in Island? Hat er das falsche Flugzeug erwischt oder hatte Fred Vargas ihren Globus auf dem Kopf stehen als sie den Krimi schrieb?
roperberg
Süntelgeist zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 04.02.2016
Auf den neuen Roman von Fred Vargas war ich sehr gespannt. Leider war die Lektüre dann aber sehr enttäuschend. Es reicht eben nicht, wenn nur die skurrilen Verhaltensweisen des Personals dargestellt werden. Die Tarnung der Morde als Selbstmorde macht doch nur Sinn, wenn dann auch keine weiteren Spuren zu finden sind und nicht auch noch absichtsvoll Ermittlungen in eine andere Richtung initiiert werden sollen. Auch der Fund der Knochen auf der Insel ist unglaubwürdig. Und warum der Mörder schließlich Adamsberg verfolgt und sich so entlarvt, schadet der Geschichte ebenfalls.
hans-hermann lorig zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 14.01.2016
Ein grandioses Buch! Vargas hebt die vielerorts praktizierte Nachstellung historischer Schlachten und Ereignisse auf ein intellektuell-psychologisches Niveau und läßt das turbulente Zeitalter der Franz. Revolution wieder lebendig werden. Ein Leckerbissen für Freunde französischer Geschichte und Zivilisation! Daß daneben noch andere Erzählfäden sich mit dem Thema Revolution zu einem dicht geballten "Algenknäuel" verknusseln, das Adamsberg nur mit viel Wolkenschaufeln zu entwirren vermag, läßt die Spannung bis zum Ende währen. Gerne und schnell gelesen, in Erwartung des nächsten Vargas-Wurfs.
Sagota zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 25.11.2015
Vorab muss ich gestehen, dass ich seit dem ersten Kriminalroman von Fred Vargas ein absoluter Fan bin, der bzw. die 4 Jahre sehnsüchtig auf einen neuen literarischen "Krimi-Sprach- und Nervenkitzel" wartete: Das Warten hat sich gelohnt; ich wurde (trotz einiger, die die Übersetzung von Waltraud Schwarze, die ihrerseits bereits den letzten Vargas-Krimi (Die Nacht des Zorns) übersetzte und es m.E. wirklich schwierig ist, "Wortspiele" aus dem Französischen in die deutsche Sprache zu übersetzen...) nicht enttäuscht!

Inhalt:


"Innerhalb weniger Tae werden die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherrn in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben. Die brutale Szenerie alarmiert zwar die Polizei, doch es scheint keine Verbindung zu geben. Bis Jean-Baptiste Adamsberg auf unauffällige Zeichnungen an beiden Tatorten aufmerksam wird. Kurz darauf stellt sich heraus, dass die Lehrerin vor ihrem Tod dem Sohn des Schlossherrn geschrieben hat. Der Brief führt Adamsberg auf die Spuren einer verhängnisvollen Reise nach Island - sowie in die Untiefen einer Geheimgesellschaft, die sich Robespierre und der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution verschrieben hat. Weitere Menschen sterben, und für Adamsberg beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und einen ebenso wandelbaren wie unbarmherzigen Mörder..." (Quelle: Buchrückentext)

Meine Meinung:


Die Spuren - einerseits nach Island, andererseits in die geheime Gesellschaft, die die Zeit der französischen Revolution um Robespierre in ihren "Sitzungen" wieder aufleben lässt: Jean-Baptiste Adamsberg muss sich entscheiden, welcher Weg der Ermittlungen der richtige ist und der Teufel steckt wie immer im Detail - darin ist Vargas eine Meisterin ihres Fachs, genau diese "détails" zu beschreiben. Der Täter legt ausreichend "Fährten" und versucht, Adamsberg und die ganze Brigade auf Abwege, die in den Nebel führen, zu bringen...
Doch wie wir Adamsberg kennen, schiebt dieser in diesem Krimi zwar dieses mal keine Wolken, dafür lässt er mit viel psychologischem und kriminalistischem Gespür seine Gedanken "wie Kaulquappen an die Oberfläche seines Denkens schwimmen". Dies sind jene Momente, in denen sein Blick verschwommen ist: Sein Stellvertreter Adrien Danglard, bekennender Weißweinliebhaber, und alle Brigadiers kennen - und fürchten - diesen Blick, der sich im Laufe der Handlung als wahre "Zerreißprobe" innerhalb der Brigade erweist.
Kannte ich bereits viele Wesenszüge, Vorlieben und Abneigungen von Adamsberg, Danglard, Rétancourt (die Göttliche ;), Veyrenc, Estalère, Mercadet etc., so habe ich wiederum bis dato unbekannte "Nuancen" an ihnen entdecken können: Dieses "Innenleben der Brigade" (einschließlich "der Kugel") macht einen Teil der "Magie Vargas" für mich aus und am liebsten würde ich mich mit Adamsberg, Danglard, Rétancourt und den anderen in der "Brasserie des Philosophes" einmal zu einem Weißwein treffen! Die Sympathie für Wildschweine, hier in Gestalt von Marc, unterstelle ich Fred Vargas abermals ;)

Fazit:


Mit vielen "Schmunzlern" hat es mir sehr viel Spaß gemacht, "Temps glaciaires" (eisige Zeiten) im Originaltitel, den ich passender finde, auch zum tollen Cover, zu lesen: Adamsberg, der Wolkenschaufler aus den Pyrenäen, hatte dieses Mal ein "höllisches Algenknäuel" zu entwirren, in dem er sich als "Eingeschleuster" mitsamt dem natürlich völlig faszinierten Danglard in die Gesellschaft der geheimen Schriften um Robespierre begibt - und Reisen in den isländischen Nebel unternimmt, um all die Perücken, Schminke und den nebulösen Schleier dieses Falles zu enttarnen: Herrlich waren für mich die Wortspiele, der Humor, der "Afturganga" und solch' schrullige Nebenprotagonisten wie Rögnvar; brillant und großmütig hat Adamsberg die "Abtrünnigkeit seines Stellvertreters" (zeitweilig) verzeihen können: Ich las, dass die Autorin in einem Interview sagte, sie finde nicht die Ideen, sondern die Idee (für einen neuen Krimi) fänden sie:
Möge die nächste Idee sie baldigst - plustot possible - ereilen ;) !! Ich freue mich bereits jetzt darauf und vergebe 95° auf der Krimi-Couch und 5 Sterne.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Petra Finsterwalder zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 21.11.2015
Ich habe alle Adamsberg- Krimis, aber auch die mit den drei Historikern und Louis Kehlweiler gelesen, nein, verschlungen. Sie waren voller Charme. sprachlich gewandt, liebenswert - wenn man das von einem Buch sagen kann. Das "Barmherzige Fallbeil " ist für mein Empfinden wie von einer anderen Schriftstellerin geschrieben. Die Dialoge sprühen nicht mehr, sind abgehackter. Es fehlt hint und vorn. Es fehlt diese sogenannte "Magie Vargas ".Ob es an Fred Vargas liegt oder an der Übersetzerin, kann ich nicht beurteilen. Zum erstenmal bin ich von einem Buch aus dieser Reihe sehr enttäuscht.
rh zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 08.11.2015
Ich liebe Fred Vargas. Und auch Hannelore Hoger finde ich grosse Klasse.
Was aber die Lesung dieses Buches angeht, kann ich der hier bereits kund getanen Meinung nur beipflichten. Das Hörbuch ist schier unerträglich! Warum sie den beiden wichtigsten Protagonisten diese seltsamen Stimmen verleiht ist mir schleierhaft. Zumal sie "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord" ganz anders gesprochen hat.
Und auch ich vermisse den Witz und die Leichtigkeit der vorherigen Bücher sehr.
Lille zu »Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil« 07.11.2015
Leider kann ich zu wenig französisch, um das Original zu lesen. Deshalb schließe ich mich den anderen Rezensionen an: Es muss an der Übersetzung liegen. ich kann und will nicht glauben, dass die Autorin ihre wunderbare Sprache und ihren feinen Humor verlor. Ich mag Adamsberg, Danglard und alle Vargas -Romane sehr. Aber dieser Roman enttäuschte mich schon ein wenig. Ich vermisste den Charme, die Leichtigkeit der früheren Romane, die trotz aller bösartigen, verrückten, auch grausamen Taten, ein wichtiger Teil der Geschichten waren. Nur gelegentlich blitzt davon etwas auf. Die Handlung, die innere Logik des Falles fand ich nicht "durchgeknallt", aber ich las vorher alle anderen Bücher von Vargas. Bin also an ihre Logik und Adamsbergs Wolkenschubsereien gewöhnt :-) Vargas spaltet die Leserschaft, ähnlich wie die Filme von Eric Rohmer (ich mag sie), die Krimis von Wallander ( ich mag sie nicht) oder Jazz von John Coltrane (ich mag ihn). Um festzustellen, ob man Vargas mag, sollte man nicht mit dem Fallbeil beginnen.

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