Simon befiehlt von Frank Lauenroth

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Books on Demand.
Ort & Zeit der Handlung: New York, 1990 - 2009.

  • Norderstedt: Books on Demand, 2005. ISBN: 383342706X. 280 Seiten.

'Simon befiehlt ' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

New York City. Morgen Abend …Trevor Man lebt in einem Loft in Brooklyn. Er ist Film-Reporter mit einer Affinität zu gutem Whiskey und einem noch stärkeren Drang zu schönen Frauen. Ein Leben wie im Traum. Doch darüber schwebt wie ein dunkler Schatten sein Asthma. Jede Anstrengung könnte seinen Tod bedeuten! Als er unverhoffte 42 Millionen Dollar erbt, beginnt er eine teure, experimentelle Behandlungsmethode: Ein künstliches, gecko-ähnliches Wesen lebt mit ihm in Symbiose. Der Biss des Wesens injiziert ihm die Medizin, im Gegenzug ernährt sich der Symbiont von seinem Blut. Fast hat er die eigenartige Erbschaftsklausel vergessen, an einem Spiel teilnehmen zu müssen. Doch als einer der Spieler stirbt, gerät Trevor mitten hinein in einen diabolischen Plan von Rache und Vergeltung. Wer ist Freund und wer Feind? Ist sein Symbiont Fluch oder Segen? Trevor hat nur die Gewissheit, dass er zwei Worte nie wieder vergessen wird: SIMON BEFIEHLT!

Das meint Krimi-Couch.de: »Simon befiehlt: Für ein paar Stunden passable Unterhaltung« 60°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Frank Lauenroth hat bei BoD seinen zweiten Roman Simon befiehlt veröffentlicht, den er als Symbiose-Thriller bezeichnet. Auf 272 Seiten versucht er dabei, den schwer an Asthma erkrankten Filmkritiker Trevor Man sympathisch an den Leser zu bringen, was bei dessen Leidenschaft für schöne Frauen, Whiskey und Geld nicht immer leicht ist. Wenn dann auch noch die Mama heimlich 42 Millionen bei Spekulationen und Aktiengeschäften erwirtschaftet hat, ohne dass der Sprössling davon etwas mitbekommen hat, ist das zwar sehr unwahrscheinlich zu lesen, aber der American Way of Life scheint dies möglich gemacht zu haben. Diese Tatsache erfährt Trevor allerdings erst nach dem Ableben seiner Mutter vom Anwalt der Toten, der ihm auch gleich die Klausel für den Erhalt der Erbschaft mitteilt. Ab sofort ist Trevor Mitglied in einem elitären Klub, der nicht immer ganz legale Spielchen betreibt und nach dem Prinzip des alten Kinderspieles »Simon says« (Simon befiehlt) den Angehörigen der Spielgemeinschaft entsprechende Aufgaben erteilt, bei denen nun auch Trevor mitmischen muss.

 Aber bevor er daran teilnimmt, muss er sich erst um seine Gesundheit kümmern. In einem geheimen Labor wurde ein Tier gezüchtet, das Ähnlichkeit mit einem Gecko hat. Dieses praktisch unsichtbare Wesen wird am Körper getragen und beißt zu, wenn der Träger seine Medizin braucht. Allerdings sind die Prototypen noch längst nicht fehlerfrei, doch Trevor entschließt sich trotzdem (gegen Bezahlung einer enormen Summe), einen Symbionten an seinen Körper zu lassen.

 Trevors erster Einsatz als Spieler endet gleich mit einem Fehlschlag, bei dem ein Mitspieler stirbt. Doch bei dessen Tod scheint es nicht mit rechten Dingen zugegangen zu sein, und als ein zweiter Mitspieler geopfert wird, ist es allen klar, dass Simon mit falschen Karten spielt. Aber wer ist Simon und wie kann man ihn stoppen?

 Die Handlung und die Personen in diesem Krimi erinnern an B-Movies aus Hollywood. Die Idee einer geheimnisvollen Organisation reicher Menschen, die aus Langeweile ihre Robin-Hood-Phase ausleben und dabei einen Verräter in ihren Reihen haben, liest sich zwar ganz amüsant, aber es gibt genügend andere literarische Vorbilder á la Modesty Blaise, die diese Aufgabe mit mehr Charme und Action ausfüllen.

Die wirklich interessante Fiktion, die Simon befiehlt aus der Masse hebt, ist die Idee des Symbionten. Und da hätte man sich eine wesentlich deutlichere Zeichnung der Charaktere gewünscht, sowie eine umfangreichere Beschäftigung mit dem Symbionten und dem Leben mit ihm. Auch die weiblichen Mitstreiterinnen, allen voran die hübsche Sadie Hatcher und die geheimnisvolle Fiona, hätten sich mehr Raum in der Darstellung verdient.

Spannung, wenn auch nicht immer ganz ernst zu nehmend, besitzt »Simon befiehlt« genügend, und sie bleibt auch bis zum Showdown erhalten. Die sprachliche Umsetzung  könnte noch ein wenig mehr Originalität vertragen, denn so lapidare Schlussätze am Kapitelende wie »Sie müssen bluten … alle sechs«  wirken wie aus einem Comic.

 Im Großen und Ganzen ist Simon befiehlt für ein paar Stunden Entspannung gut, in denen man sich nicht geistig üppig anstrengen muss. Mehr als leichte Unterhaltung mit interessanten Ansätzen kann man dem Roman allerdings nicht attestieren.

Wolfgang Weninger, Dezember 2009

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