Rosa von Felix Thijssen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Rosa, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Niederlande, 1990 - 2009.

  • Amsterdam: Luitingh-Sijthoff, 2004 unter dem Titel Rosa. 240 Seiten.
  • Dortmund: Grafit, 2005. Übersetzt von Stefanie Schäfer. ISBN: 3-89425-541-2. 347 Seiten.

'Rosa' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Max Winter erhält den merkwürdigsten Auftrag seiner bisherigen Laufbahn: Er soll für Arin Reider, eine reiche armenische Witwe, das Herz ihrer verstorbenen Tochter Rosa ausfindig machen. Die achtzehnjährige Rosa war als Organspenderin registriert, und als sie bei einem tragischen Autounfall ums Leben kam, wurde ihr Herz einem Unbekannten eingepflanzt. Der Name des Gesuchten ist schnell gefunden, aber wie soll Max Arin Reider erklären, dass der Empfänger von Rosas Herz ein Krimineller ist? Fremde Sitten, medizinische Rätsel und Mord schlagen den Privatdetektiv in ihren Bann.

Das meint Krimi-Couch.de: »Mit Herz und Fortuijn« 88°Treffer

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Krimi-Couch-Volltreffer April 2005

Was tut sich eigentlich in Holland? Nach dem Erfolg des Niederländers Janwillem van de Wetering in den 80er und 90er Jahren, hat man in Deutschland nicht gerade viel Neues aus der dortigen Krimi-Szene gehört. Seit einiger Zeit hat in Deutschland der grafit-Verlag eine ganze Reihe von in den Niederlanden namhaften Autoren in seinem Programm. Angefangen bei Jac. Toes, über Jacob Vis, Henk Apotheker hin zu Felix Thijssen, die jedoch allesamt vielleicht zu wenig Beachtung in Deutschland finden. Von Thijssen ist im März 2005 bereits der siebte Roman Rosa auf Deutsch erschienen. Und der ist besonders empfehlenswert.

Max Winter ist der sympathische, listige und mitunter um freche Sprüche nicht verlegene Protagonist in den Romanen Felix Thijssens. Er kennt die Arbeitsweisen der Polizei, da er nach einer Schussverletzung den Dienst bei der Kripo Amsterdam quittieren musste, um nicht auf einen Sesselpupserjob abgeschoben zu werden. Seither verdient er seine Brötchen als Privatdetektiv. Unterstützt wird er dabei von seiner Lebensgefährtin Cornelia, Expertin für alles was mit Computern zu tun hat. Daher ist sie den Lesern Thijssens in erster Linie als Cybernel vertraut. Ein gut funktionierendes Team, das unter Gebrauch falscher Identitäten und herrlicher Vorwände immer wieder an Informationen kommt. Und sollte es einmal nicht so einfach und problemlos klappen, hackt sich Cybernel in die unterschiedlichsten Datenbanken und Systeme ein.

Zwei ungewöhnliche Handlungsstränge …

Die Witwe eines Industriellen beauftragt Max mit der Suche nach dem Herzen ihrer Tochter. Arin Reider hat Mann und Tochter vor einigen Jahren durch einen Autounfall verloren. Da Tochter Rosa einen Organspenderausweis besaß, wurde ihr Herz noch in der Unfallnacht transplantiert. Für die Witwe ist das Herz jedoch Sitz der Seele und da sie in letzter Zeit von Rosa träumt und dabei Hilferufe von ihr erhält, muss sie wissen, wer nun das Herz ihrer Tochter trägt. Doch das ist nicht einfach getan, da Daten über die Spender und Empfänger bei Organtransplantationen streng geheim gehalten werden.

Bram Kras ist ein gescheiterter Journalist mit einer gefrusteten, rechtspopulistischen Weltanschauung. Am Rande einer Rede in einem ländlichen Kaff wird er von einem alten Eigenbrödler auf ein Zeitungsprojekt angesprochen. Da er keine feste Anstellung mehr hat, sein Roman keinen Verleger findet und auch sonst sein Leben einfach nur den Bach runter läuft, springt er nach anfänglichem Zögern auf das Projekt an. Er erzählt einigen Leuten von dem reichen Mann auf dem Lande, mit dessen Geld er nun doch noch ein ganz Großer werden will.

...sind Garant für sehr gute Unterhaltung

Thijssen erzählt in einem erfrischenden Stil, hat hervorragende Dialoge zu bieten und vermittelt den ungewöhnlichen Inhalt in einer Manier, die einerseits die Leser fesselt, andererseits ein hohes Maß an Authentizität und Glaubwürdigkeit vermittelt. Stets vermag er es, eine gesunde, kleine Prise Humor in seine Erzählung einzubauen. Sein Max Winter ist ein cleverer Haudegen mit einem Maximum an Bodenhaftung und zudem mit allen Wassern gewaschen. Der Ideenreichtum, mit dem Winter bei der Auflösung seiner Fälle vorgeht, begeistert und sucht seines gleichen. Durch Cybernel bringt er dem klassischen Privat-Eye moderne, zeitgemäße Ermittlungsmethoden nahe. Der Autor hat es verstanden, sich von mal zu mal zu steigern und legt mit dem siebten Winter-Roman Rosa den vorläufigen Höhepunkt seiner Serie vor. Dem Buch fehlt es eigentlich an nichts, Spannung und Action sind in angemessenem Maß vorhanden, ebenso wie ein höchst rätselhafter Fall, bei dem am Ende trotzdem keine Fragen offen bleiben. Besonders schön ist jedoch die Begeisterungsfähigkeit Thijssens: die Freude des Autors am Erzählen geht auf den Leser über; der Roman vermittelt Freude am Lesen.

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Sandra zu »Felix Thijssen: Rosa« 09.04.2006
Lest weiter. Die Winter-Reihe wird besser, je mehr man davon liest. Nach meinem ersten Buch von Thijssen (Cleopatra) war ich auch nicht sicher, ob ich weitere Krimis aus dieser Reihe lesen soll aber es lohnt sich wirklich. Ich fand sie alle sehr spannend und kann es kaum erwarten, bis "Rebecca" Ende Mai endlich erscheint.
Anja S. zu »Felix Thijssen: Rosa« 02.08.2005
Auch ich kann den Lobeshymnen der Krimi-Couch-Macher nicht so ganz folgen. Das hier ist ein gut zu lesender, recht amuesanter und origineller Krimi, aber nicht so wahnsinnig spannend und ganz gewiss kein Meisterwerk.
Ich weiss noch nicht, ob ich weitere Werke dieses Autors lesen werde.
krimifan63 zu »Felix Thijssen: Rosa« 01.05.2005
Leider kann auch ich die gute Kritik nicht ganz nachvollziehen. Es ist sicherlich flüssig geschrieben und die ausgedachte Handlung gut, doch warum wird der Mörder so früh genannt? Auch die endgültige Bekanntgabe der Ergebnisse bei der Auftraggeberin wirkt mehr als Pflichtaufgabe...

Das war mein erster Thijssen-Krimi. Umgehauen hat er mich nicht wirklich.
Ulrich zu »Felix Thijssen: Rosa« 23.04.2005
Aufgrund der überwältigend guten Kritik habe ich das Buch gelesen und war auch die letzten 50 Seiten recht gefesselt. Ich hatte mir aber mehr erwartet; nämlich, Atmosphäre und Wortwitz. Dass hier die Dialoge besonders 'hervorragend' sein sollen, ist mir nicht aufgefallen. Aber ich konnte das Buch gut lesen, es ist schnörkellos und die leichte Kost fürs Bett oder Strandbad. Nur, wenn ich an Belgien denke, dann vor allem an Simenon, wo ich mich in dessen Büchern förmlich in die Örtlichkeiten versetzt fühlte. Vielleicht liegt es an unserer heutigen Zeit, mehr Wert darauf zu legen, die Fälle an Hand des Computers aufklären zu können. Aber dadurch geht leider auch viel verloren wie die Psychologie, das Einfühlen in die Personen. Schade.
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