Cleopatra von Felix Thijssen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel Cleopatra, deutsche Ausgabe erstmals 2000 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Niederlande, 1990 - 2009.

  • Amsterdam: Luitingh-Sijthoff, 1998 unter dem Titel Cleopatra. 255 Seiten.
  • Dortmund: Grafit, 2000. Übersetzt von Stefanie Schäfer. ISBN: 3-89425-504-8. 345 Seiten.
  • [Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2006. Gesprochen von Martin Molitor. ISBN: 3866670311. 9 CDs.

'Cleopatra' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Unter dem Tennisplatz des ehemaligen Außenministers der Niederlande wird ein weibliches Skelett ohne Kopf und ohne Hände gefunden. Die Polizei legt den Fall schnell zu den Akten, da in dieser Region ein Serienmörder sein Unwesen getrieben hatte. Die Tochter des Ministers will sich mit dieser einfachen Erklärung aber nicht zufrieden geben. Sie wendet sich an den ehemaligen Staatsanwalt Meulendijk, der ein großes Ermittlungsbüro führt. Meulendijk beauftragt den Expolizisten und Privatdetektiv Max Winter mit Nachforschungen. Wer ist die Tote? Ist es Cleopatra, die verschwundene Ehefrau des Ministers, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sein soll, aber zwei Jahre danach noch eine Postkarte aus Pisa schickte? Wo sind der Kopf und die Hände des Skeletts? Immer tiefer wird Max Winter in ein großes Spiel von finanziellen Manipulationen, Korruption, Erpressung, Bigamie, Ehebruch und Rache hineingezogen. Die Computerexpertin CyberNel und eine Gruppe von Autobastlern unterstützen den Detektiv mit höchst unkonventionellen Methoden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Amtsmissbrauch« 80°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Unter dem Fundament des Tennisplatzes auf dem Anwesen der Familie Cleveringa wird bei Umbauarbeiten ein weibliches Skelett ohne Kopf und Hände gefunden. Die tote Frau muss vor über 15 Jahren beim Bau des Platzes hier verscharrt worden sein. Die Angelegenheit wird besonders dadurch pikant, dass Cleveringa zu diesem Zeitpunkt gerade zum Außenminister berufen worden war. Ermittlungen gegen solch einflussreiche Personen, auch wenn sie inzwischen nicht mehr in Amt und Würden sind, erfordern besonderes Geschick des Ermittlers.

Max Winters erster Auftritt ist also hochbrisant. Im Auftrag des ehemaligen Staatsanwaltes Meulendijk, der einem großen Ermittlungsunternehmen vorsteht, soll er für Lonneke, Cleveringas Tochter aus erster Ehe, untersuchen, ob es sich bei dem Skelett um die Überreste ihrer Mutter Cleopatra Cleveringa handelt. Die galt zwar seit 1980 als vermisst und wurde nach einem Flugzeugabsturz für tot erklärt, weil ihre Koffer an Bord der Unglücksmaschine waren, aber Lonneke hegt seit langem Zweifel daran. Zwei Jahre nach dem Unglück nämlich erhielt sie eine Postkarte – offenbar von ihrer Mutter. Und wieder ein Jahr später erst wurde der Tennisplatz gebaut.

Steine in den Weg

Dass Winter Ermittlungen aufnimmt passt vielen nicht. Schnell spürt er den Widerstand des ehemaligen Ministers und einflussreicher Freunde, die versuchen seine Untersuchungen im Keim zu ersticken. Mit List und Tücke erhascht ein einige wenige Informationen, die ihn zunächst auf die Spur einer gewissen Clara bringen, die damals mit Cleopatra befreundet war. Auch sie verschwand 1980 offenbar spurlos. Eine als Kurzurlaub getarnte Reise nach Malta lässt Winter jedoch hier eine Spur finden. Inzwischen aber soll er für Meulendijk den Fall abschließen, denn ein inhaftierter Serienmörder hat gestanden, eines seiner Opfer unter dem Tennisplatz abgelegt zu haben. Winter glaubt an diese Variante nun nicht mehr und darf ohne Meulendijks Wissen in Lonnekes direktem Auftrag weitermachen.

Der Auftakt der Max-Winter-Reihe ist ein Knaller. In bester Private-Eye-Manier erzählt Felix Thijssen von einem höchst delikaten Fall. Und er schafft es direkt in seinem Debütroman, seine Erzählung zu einer runden Sache reifen zu lassen, denn am Ende bleiben keine Fragen mehr offen. Die Figuren stimmen, der Fall stimmt, der rote Faden ist da und unter dem Strich wird man wunderbar unterhalten.

Kommt ohne Sozialkritik aus

Trotz des heiklen Themas (Untersuchung gegen ehemaligen Außenminister) kommt »Cleopatra« ohne Polemik oder gar aufgesetzte Sozialkritik aus. Gute Unterhaltung steht dem Autor eindeutig im Vordergrund. Winter als gescheiterter Polizist, ist jemand, der sein Leben in die Hand nehmen kann und nicht vor lauter Selbstmitleid vergeht wie viele seiner skandinavischen Kollegen. Er ist weder Superheld noch Moralapostel und überschreitet mit seinen Methoden mitunter auch schon mal den Rahmen der Legalität. In diesem Buch ist er noch über weite Passagen Einzelkämpfer. Seine Partnerin CyberNel (dieser Name ist so ziemlich das idiotischste am ganzen Roman) erhält erst im letzten Drittel der Handlung eine gewichtige Rolle. Sie ist in diesem Erstling auch noch nicht die Frau an Seite.

Interesse auf mehr von Thijssen wird durch diesen Roman auf jeden Fall geweckt, auch mit dem Hintergrundwissen, dass die Nachfolger von der Kritik nicht ebenso dekoriert wurden wie das Debut: Der Autor erhielt für »Cleopatra« 1999 den begehrten niederländischen Krimipreis Gouden Strop.

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ABaum71 zu »Felix Thijssen: Cleopatra« 28.04.2009
Es ist nicht gerade so, dass mich das Buch wahnsinnig gefesselt hätte, obwohl sich zum Schluss hin eine gewisse Spannung aufbaut, die mich dann doch zufrieden gestimmt hat.
Erste Teile von Serien werden dann halt doch vielfach dazu genutzt, die Hauptfiguren vorzustellen und zu charakterisieren.
Max Winter ist in dieser Serie die Hauptfigur , und nicht mal unsympathisch, als Leser beginnt man schnell Sympathie für Max zu entwickeln.
Die Story ist interessant : Unter dem Tennisplatz eines ExMinisters wird eine Leiche ohne Kopf , Hände und Füsse gefunden. Handelt es sich bei der Leiche um die angeblich tödlich verunglückte Frau des Ministers, die nie gefunden werden konnte, oder um ein weiteres Opfer eines Serienkillers der zur gleichen Zeit sein Unwesen trieb. Max beginnt in der Vergangenheit der Familie zu forschen und stösst dabei auf immer mehr Ungereimtheiten, bis er selber ins Visier eines Mörders gerät. Max Winter löst den Fall aber selbstredend, wenn auch so manches Mal am Rande der Legalität. Ein kurzweiliges Buch das gute Unterhalrung verspricht. Man/Frau kann gespannt auf die nächsten Teile sein, ich bin es auf jeden Fall ...
madita zu »Felix Thijssen: Cleopatra« 13.06.2008
Ist schon ein bisschen spannend - reißt mich aber auch nicht vom Hocker. Etwas zu flapsig. Vor allem die immer wiederkehrenden Bemerkungen zu der Physiognomie der weiblichen Protagonisten finde ich etwas daneben. Was hat das mit einem Krimi zu tun? Besser als Baldacci, Kellerman und Konsorten aber kein Vergleich zu den anspruchsvollen Krimis der schwedischen/norwegischen Autoren wie z.B. Henning Mankell, Arne Dahl oder Anne Holt.
Mein Fazit: Es gehört schon mehr zu einem guten Krimi als ein guter Plot!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Julia zu »Felix Thijssen: Cleopatra« 09.02.2005
Ich weiss auch nicht so recht, was ich von diesem Krimi halten soll...Stellenweise und vor allem gegen Ende wird er recht spannend. Aber trotzdem bin ich nicht sonderlich begeistert davon. Vielleicht liegt es auch daran , dass es der erste Fall von Max Winter war und alle Personen erst mal vorgestellt werden müßen.. Mein Fazit: ein nettes Buch für zwischendurch, es ist aber kein Überflieger
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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