Der Bluthändler von Felix Huby

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Berlin, 1990 - 2009.
Folge 3 der Peter-Heiland-Serie.

  • Frankfurt am Main: Scherz, 2007. ISBN: 978-3-502-18098-2. 319 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2009. ISBN: 978-3-596-18226-8. 319 Seiten.

'Der Bluthändler' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Peter Heiland, Anfang 30, Single, Schwabe und Kommissar in Berlin, kann auch in seinem Urlaub nicht richtig abschalten. Er wird Zeuge, als Usedomer Fischer in ihrem Schleppnetz eine nackte Frauenleiche an Land ziehen – und steht vor seinem nächsten Fall. Zunächst sieht es nach einem Mord in der Drogenszene aus. Doch schon bald ist klar: Es steckt weit mehr dahinter. Die Spur führt zurück nach Berlin in die Welt der Nanotechnologie. Als Peter Heiland einem Geheimnis auf die Spur kommt, das die Welt verändern könnte, gerät auch sein Leben in Gefahr.

Das meint krimi-couch.de: »Nur ein kleiner Schritt zum Drehbuch« 73°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Nicht nur passionierten Tatort-Zuschauern ist der Name Felix Huby als Drehbuchautor bekannt, denn auch zahlreiche andere Serien (meist in schwäbischer Umgebung) stammen aus seiner Feder. Seine zentrale Figur Hauptkommissar Ernst Bienzle ist im Februar 2007 in den wohlverdienten Fernseh-Ruhestand getreten. Auch in Büchern ließ Huby den bedächtigen Schwaben ermitteln und schuf mit Kommissar Peter Heiland quasi ein Spin-off zu dieser Serie. Der Bluthändler ist der dritte Band in der schwäbisch-berlinerischen Krimiverbindung.

Zufälle über Zufälle

Der junge Afrikaner Joseph Sabri hatte sich nur den Magen verdorben und musste dies schlussendlich mit seinem Leben bezahlen. Seine Untersuchungen in der Medicus-Sportklinik waren sehr umfassend, all seine Werte wurden gecheckt, man kümmerte sich gut um ihn. Kurz nach seiner Entlassung wird er auf dem Heimweg überfallen und mit zwei Messerstichen verletzt. Seine beiden Peiniger legen ihn vor der Notaufnahme der Schultes-Privatklinik ab.

Der einflussreiche Bankier Reinhold Mende, ein Freund Schultes, hat bei einem Stiftungstreffen einen Zusammenbruch. Sein Herz ist durch seine langjährige Krankheit stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch er wird in Schultes-Privatklinik gebracht. Gerade an diesem Abend fallen die Geräte aus, die Joseph Sabri am Leben halten. Reinhold Mende benötigt dringend ein neues Herz und Sabri käme als Spender in Frage. Zufall?

Am darauffolgenden Morgen, an dem die kurzfristig angesetzte Transplantation stattfinden soll, geschieht ein weiteres Unglück. Reinhold Mende liegt auf dem Operationstisch und sein maroder Herzschrittmacher wurde bereits entfernt, da wird entdeckt, dass die Kühlvorrichtung des zu transplantierenden Organs ausgefallen ist. Aber wer sollte ein Herz töten? Damit ist auch die Rettung Mendes nicht mehr möglich. Warum mussten diese beiden Menschen sterben? Peter Heiland und seine Kollegen ermitteln nun in beiden Fällen.

Schwaben ist überall

Sein früherer Chef Bienzle riet dem 30-Jährigen, sich nach Berlin versetzen zu lassen. Inzwischen hat sich Heiland in der Hauptstadt eingelebt, wozu auch sicherlich die zarte Beziehung zu seiner Kollegin Hanna Iglau beigetragen hat. Doch im Herzen wird Peter Heiland immer Schwabe bleiben, was ab und zu auch in Redewendungen durchkommt, die eben nur im Dialekt wirklich gut rüberkommen.

»Denke ischt Glücksach!« Peter Heiland fiel plötzlich in seinen schwäbischen Dialekt. »Ond dr Deufel ischt a Eichhörnle.« (S. 154)

Aber auch für Nichtschwaben bleibt es aber verständlich, denn Huby weiß, dass er mit solchen Sätzen sparsam umgehen muss. Schließlich hat Bienzle selbst in Stuttgart zumeist hochdeutsch ermittelt. Und das bisschen schwäbische Lokalkolorit in Berlin ist absolut nicht fehl am Platz, sind doch dort alle ein bisschen multi-kulti.

Huby beginnt mit einer unglaublichen Idee, die sich bereits sehr früh im Kopf des Lesers festsetzt und die auch schon im Klappentext angedeutet wird. Die Ausgangssituation ist einfallsreich, ihre Fortentwicklung ist jedoch in weiten Teilen vorhersehbar. Der Autor strebt ohne Umwege auf sein Ziel zu und erreicht dies ohne große Kniffe und Tricks, was hier aber durchaus positiv zu bewerten ist. An dieser Stelle kommt dem Routinier seine langjährige Erfahrung zugute, mit der auch unter diesen Umständen die Spannung und den Spaß am Fortgang der Geschichte erhalten kann.

Felix Huby kann wohl nicht anders, in seinen Büchern steckt bereits das Drehbuch. Und so sieht man in nahezu jeder Szene bereits virtuelle Bilder vor seinen Augen. Die ganze Story scheint auf anderthalb Stunden Unterhaltung ausgelegt zu sein, auch wenn es beim Lesen ein wenig länger dauert, den Fall zu lösen. Und so verwundert es nicht, dass der erste Fall Peter Heilands (Der Heckenschütze) bereits Mitte 2007 verfilmt wurde und im ZDF in der Reihe »Das Fernsehspiel« ausgestrahlt wird. Darauf können wir uns schon freuen und hatten mit diesem Buch vorher schon einmal kurzweilige Unterhaltung.

Sabine Reiss, Dezember 2007

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