Der Väter Fluch von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2001
unter dem Titel The Forgotten,
deutsche Ausgabe erstmals 2002
bei Bertelsmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Kalifornien / Los Angeles, 1990 - 2009.
Folge 13 der Peter-Decker-&-Rina-Lazarus-Serie.
- New York: William Morrow, 2001 unter dem Titel The Forgotten. 374 Seiten.
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München: Bertelsmann, 2002.
Übersetzt von Franca Fritz & Heinrich Koop.
ISBN:
3-570-00629-8. 444 Seiten. -
München: Goldmann, 2003.
Übersetzt von Franca Fritz & Heinrich Koop.
ISBN:
3-442-73125-9. 447 Seiten.
'Der Väter Fluch' ist erschienen als
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In Kürze:
Rina Lazarus ist wie vor den Kopf geschlagen, als sie erfährt, dass ein infamer Anschlag auf die kleine Synagoge, zu der sie und ihre Familie gehören, verübt wurde. Die Wände sind mit antijüdischen Parolen beschmiert, der Boden ist mit rassistischen Pamphleten übersät, die kostbaren Bücher sind zerfleddert und beschmutzt. Peter Decker, Rinas Mann und Kommissar bei der Polizei von Los Angeles, nimmt routiniert die Ermittlungen auf. Vergehen wie dieses gehören zu seinem Alltag. Schnell kommt er denn auch Ernesto Golding, einem jungen Mann aus wohlhabendem Elternhaus, auf die Spur, der sich nach kurzem Widerstand zur Tat bekennt. Als Motiv nennt Ernesto das Entsetzen über seinen jüdischen Grossvater, der angeblich ein Nazi gewesen sein soll. Ernestos Freundin Lisa freilich sät in Decker starke Zweifel an dieser Version des Geschehens. Als Ernesto einige Zeit später einem Mordanschlag zum Opfer fällt, muss Peter Decker erkennen, dass ihn der Fall weit mehr betrifft, als er bislang wahr haben wollte. Denn sein eigener Stiefsohn Jacob scheint tief verstrickt in ein Netz zwielichtiger Machenschaften. Und sein Leben ist in Gefahr.
Das meint Krimi-Couch.de: »überfrachtet, ein mäßiger 13. Fall«
Krimi-Rezension von Sabine Reiss überspringen
Die Synagoge, der Lieutenant Peter Decker und seine Frau Rina angehören, wurde geschändet, die Wände beschmiert, Bilder von Juden im Konzentrationslager hinterlassen. Kein leichter Fall für Decker! Er sucht den Täter unter den Jugendlichen der Stadt und wird tatsächlich bei einer Durchsuchung der Schulspinde fündig, wo er einen aus der Synagoge verschwundenen Kelch bei Ernesto Golding entdeckt. Ernesto gesteht und als Motiv gibt er an, er glaube, sein jüdischer Großvater sei in Wirklichkeit Nazi gewesen, weil er bei der Erstellung des Familienstammbaums auf Ungereimtheiten gestoßen war.
Fall abgeschlossen?
Das denkt sich zumindest die Polizei, bis sie ein paar Monate später zum Schauplatz eines Mordes gerufen wird. In einem Survival-Camp für jugendliche Straftäter, das von den Baldwins, einem Psychiaterehepaar, geleitet wird, werden zwei Leichen entdeckt: neben Ernesto im Zelt liegt Merv Baldwin, seine Ehefrau Dee wird kurze Zeit später ebenfalls tot im Strandhaus gefunden. Hat sie die beiden in einer verfänglichen Situation überrascht und nach der Tat ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt? Oder wer sollte den beiden Psychiatern nach dem Leben trachten? Was hat die Organisation »Hüter der völkischen Reinheit« mit dem ganzen zu tun?
Fast bis zur Mitte des Buches passiert recht wenig und man möchte Frau Kellerman schon ein wenig antreiben, insgesamt kommt aber kaum Langeweile auf, denn wer zu einem Buch von ihr greift, der tut das wahrscheinlich nicht in Erwartung eines wahnsinnig spannenden Kriminalfalls. Charakteristisch für die Serie ist, dass es nicht nur gilt, einen Mordfall zu klären, sondern auch dass sich Probleme im privaten Umfeld der Familie widerspiegeln. Die Autorin nimmt sich Zeit für die Entwicklung der Figuren und man wird mit viel Hintergrundwissen über das jüdische Leben versorgt. Mir persönlich ist nicht bekannt, dass es noch andere Krimis gibt, die dieses in solch einem Umfang thematisieren – Batya Gurs Romane spielen zwar in Israel, doch ihr Protagonist lebt nicht orthodox. Es ist allerdings schade, dass trotz der ausführlichen Schilderung das letzte Quäntchen an Erläuterung fehlt – mir gefiel das Glossar, das noch beim ersten Band der Serie für Aufklärung sorgte. Ich hätte zum Beispiel gerne gewusst, was es genau mit den Gebetsriemen auf sich hat.
Der 13. Fall ist kein Glücksfall
Es ist zwar typisch für die Autorin, dass der Kriminalfall nicht im Vordergrund steht, aber hier überfrachtet Faye Kellerman ihren Roman: sie wählt das Genre des Krimis, schildert dabei orthodoxes Leben und verarbeitet zusätzlich noch Themen wie Neonazis, Rassismus, Holocaust, Computerhackerei, Drogenkonsum, schwierige Kinder, Psychologen, Aufnahmetests bei Elite-Universitäten etc. Die vielen Informationen über die rassistischen Organisationen lassen sich z.B. beim Lesen auf die Schnelle gar nicht aufnehmen – weniger wäre hier mehr gewesen. Das Thema Holocaust und seine Folgen wird beispielsweise in "Ihr wahrer Name» von Sara Paretsky sehr anschaulich geschildert und wesentlich isolierter behandelt, so dass es nicht in einem Wust untergeht.
Diese vielen Themen führen trotz des interessanten und auch ernsten Hintergrunds leider nur zu einer mäßigen Bewertung des Buches, denn zu viele Handlungsstränge bleiben offen, die erwartete Zusammenführung findet nicht statt und es werden weder die Motive deutlich herausgearbeitet, noch sind die wenig zielgerichteten Ermittlungen zufriedenstellend beendet worden – zumindest nicht für den Leser. Nach einem guten Start wirkt das Ende mit einigen Ungereimtheiten einfach zu bemüht. Im Endeffekt komplettiert «Der Väter Fluch" die Serie, die jedoch schon deutlich bessere Bücher hervorgebracht hat.
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| norman zu »Faye Kellerman: Der Väter Fluch« | 01.09.2008 |
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