Das Hohelied des Todes von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1987
unter dem Titel Sacred and Profane,
deutsche Ausgabe erstmals 1996
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Kalifornien / Los Angeles, 1970 - 1989.
Folge 2 der Peter-Decker-&-Rina-Lazarus-Serie.
- New York: Arbor House, 1987 unter dem Titel Sacred and Profane. 311 Seiten.
-
München: Goldmann, 1996.
Übersetzt von Regina Rawlinson.
ISBN:
3-442-72047-8. 380 Seiten. -
München: Goldmann, 2001.
Übersetzt von Regina Rawlinson.
ISBN:
3-442-72870-3. 380 Seiten. -
München: Goldmann, 2001.
Übersetzt von Regina Rawlinson.
ISBN:
3-442-72746-4. 380 Seiten.
'Das Hohelied des Todes' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein schauriger Fund bedeutet das abrupte Ende eines Campingtrips. Dabei wollte Detective Peter Decker einfach nur einmal richtig ausspannen und ist mit den beiden Söhnen seiner Angebeteten, Rina Lazarus, über die Feiertage in die Berge gefahren. Doch dann entdecken sie in einem Laubhaufen zwei verkohlte Skelette. Die anschließende Obduktion ergibt, dass es sich um zwei junge Mädchen handelte. Eine davon muß die 16jährige Lindsey sein, die vor drei Monaten spurlos aus dem Haus ihrer wohlhabenden Eltern verschwunden ist. Unvermutet gerät Peter Decker in eine dunkle Welt voller verdeckter Leidenschaften und schwelender Gewalt.
Das meint Krimi-Couch.de: »Weltanschauliche und kriminalistische Probleme gut kombiniert«
Krimi-Rezension von Markus Traud überspringen
Der Polizist Peter Decker aus Los Angeles unternimmt mit den beiden Söhnen seiner Freundin vor den Weihnachtsfeiertagen einen Campingausflug. Doch dabei entdeckt einer der beiden Jungen zwei halbverbrannte Skelette. Decker, der eigentlich im Jugenddezernat eingesetzt ist, »erbt« aufgrund der Feiertage diese beiden Mordfälle, wobei aber eigentlich nicht erwartet wird, viel herauszubekommen. Doch als Ergebnis intensiver Nachforschung wird aufgrund von Zahnunterlagen eines der beiden Skelette als verschwundene 16-jährige aus gutbürgerlichem Haus und das andere als einschlägig bekannte Prostituierte identifiziert. Und die weiteren Spuren führen zu verbotenen Pornofilmen und noch größeren Perversitäten.
Neben all diesen Ermittlungen wird natürlich auch der Handlungsfaden aus dem ersten Buch, in dem sich Decker in die traditionelle Jüdin Rina Lazarus verliebt hat, weitergeführt, und man erlebt Decker bei seiner Suche zu einem Zugang zum jüdischen Glauben.
Alleine die Tatsache, dass ich diesen 2. Band dieser Krimireihe fast unmittelbar nach dem ersten Band gelesen habe, spricht ja für die Qualität des 1. Bandes. Doch setzt sich diese auch im hier besprochenen Buch fort?
Mich hat auch dieser Krimi überzeugt, wobei die Schwerpunkte ein wenig anders gesetzt sind. Während der erste Band sehr von der Spannung und der Suche nach einem immer wieder zuschlagenden Täter geprägt war, ist hier viel mehr die mühsame Spurensuche und das Zusammensetzen des kriminalistischen Puzzles der vorherrschende Grundton. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass das Buch nicht spannend ist, aber es ist weniger eine Spannung »was als nächstes passiert«, sondern die Spannung auf der Suche nach der kriminalistischen Lösung.
Dieser etwas nachdenkliche Grundton passt auch sehr gut zu der Art und Weise, wie das zweite Hauptelement dieser Krimi-Serie, die Beschäftigung mit dem jüdischen Glauben, in diesem Band dargestellt wird. Doch bevor ich dazu mehr sage, sollte ich die Grundkonstellation aus dem ersten Band schildern, da ich der Meinung bin, dass sie wichtig für das Verständnis des 2. Bandes ist: Der Polizist Decker hat während Ermittlungsarbeiten die traditionelle jüdischen Witwe Rina Lazarus kennen- und lieben gelernt. Weil diese nur mit einem Juden zusammen sein darf und will und es sich weiterhin gegen Ende des Buches herausstellt, dass Decker eigentlich von Geburt her Jude ist, aber bei christlichen Adoptiveltern aufwuchs, ist dies einer der Gründe, warum Decker einen Zugang zum Judentum sucht. Diese Suche mit all ihren Zweifeln und Rückschlägen, da Decker diesen Glauben nicht nur, um mit Rina zusammen zu sein, sondern auch als Sinnsuche annehmen möchte, werden parallel zur Spurensuche immer wieder eindrücklich geschildert. Dabei werden natürlich immer wieder Elemente des jüdischen Lebens und ihre Verwirklichung in der modernen Welt anschaulich beschrieben. Auch die auftretenden Konflikte, Missverständnisse zwischen den Beiden aufgrund der unterschiedlichen Welten, aus denen sie eigentlich kommen, wird gut und nachvollziehbar beschrieben.
Natürlich ist das Buch immer noch in erster Linie ein Krimi und kein Philosophiebuch. Aber Faye Kellerman ist es sehr gut gelungen, die weltanschaulichen und die kriminalistischen Probleme nebeneinander zu stellen und zu kombinieren. Ein gelungener Mix von Unterhaltungsroman mit einer Prise Nachdenklichkeit.
Leider fehlt in diesem Band das Glossar mit den wichtigsten verwendeten jiddischen und hebräischen Begriffen, das im ersten Band noch vorhanden war. Aber alle Begriffe sind auch im Zusammenhang des Romans verständlich gemacht.
Nachdem ich es ja schon immer wieder angedeutet habe, komme ich jetzt noch einmal explizit auf die Problematik Krimireihe. Sehr viele Krimiautoren arbeiten ja immer wieder mit den gleichen Hauptpersonen. In vielen Fällen ist die Reihenfolge, in der man diese Bücher liest, relativ egal. Aber ich gebe gerne zu, dass ich in dieser Hinsicht etwas pedantisch veranlagt bin und mir auch kleinere Anspielungen auf vorangegangen Bücher ein wenig den Spaß verderben und ich daher möglichst versuche, chronologisch zu lesen. Aber bei dieser Reihe ist es wahrscheinlich mehr als eine Marotte von mir, wenn ich dringend dazu rate, wirklich der Reihenfolge nach zu lesen. Denn die Beziehung der beiden Hauptpersonen ist hier ein wesentliches Element des Romans und nicht bloß nettes Nebengeplänkel. Die Krimihandlungen in »Denn rein soll deine Seele...« und »Hohelied des Todes« sind absolut unabhängig voneinander, aber ich bin der Ansicht, dass man die Zweifel und das Ringen des Polizisten Deckers in »Hohelied« nur richtig verstehen kann, wenn man den Vorgänger kennt. Und ohne etwas vom Ende dieses Buches zu verraten, kann ich nur soviel sagen, dass sehr vieles dafür spricht, dass auch der 3. Band genauso eng mit seinen Vorgängern verknüpft ist.
Zusammenfassend betrachtet ein etwas ruhigerer, aber nicht minder spannender und unterhaltsamer Krimi mit der erwähnten Prise weltanschaulicher Nachdenklichkeit.
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| Maya zu »Faye Kellerman: Das Hohelied des Todes« | 13.07.2008 |
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| Verena Hassing zu »Faye Kellerman: Das Hohelied des Todes« | 12.02.2007 |
| Petra Brandstetter zu »Faye Kellerman: Das Hohelied des Todes« | 13.03.2004 |


