Ostseetod von Eva Almstädt

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 deutsche Ausgabe erstmals 2016 .
Folge 11 der Pia-Korittki-Serie.

  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2016. Gesprochen von Anne Moll . ISBN: 3-7857-5213-X. 416 CDs.
  • Köln: Bastei Lübbe, 2016. ISBN: 978-3-404-17341-9. 416 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2016. Gesprochen von Anne Moll . ISBN: 3-7857-5213-X. 416 CDs.

'Ostseetod' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

In einem kleinen Dorf an der Ostsee verschwindet ein elfjähriges Mädchen. Die groß angelegte Suchaktion bleibt erfolglos; angeheizt durch Gerüchte formiert sich eine Bürgerwehr. Kurz darauf wird im Wald die Leiche eines Mannes gefunden – Mord, wie sich herausstellt. Welche Verbindung besteht zwischen dem Toten und dem verschwundenen Kind? War der Tote Laras Entführer? Kommissarin Pia Korittki, selbst Mutter, weiß, dass jede Sekunde zählt.Und dann ist plötzlich ein zweites Mädchen verschwunden …

Ihre Meinung zu »Eva Almstädt: Ostseetod«

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Svenja zu »Eva Almstädt: Ostseetod« 17.10.2016
Wieder ein toller Eva-Almstädt-Krimi: Wer schon Fan von Pia Korittki ist, dem wird auch dieses Buch gefallen. Aber auch für Neueinsteiger oder jemanden, der zwischen den Krimis länger pausiert hat (so wie ich), ist die Rahmenhandlung nahvollziehbar bzw. werden die privaten Strukturen der Figuren ausreichend erläutert. Was mir an Eva Almstädt von Anfang an gefallen hat, ist ihre sachliche Art, die Geschichte zu präsentieren. Sie schreibt auf keinen Fall zu reißerisch oder übertreibt und ich hoffe, dass ihr diese Gabe auch weiterhin mit wachsendem Erfolg erhalten bleibt. Spannend und gelungen und ich hoffe, es werden noch viele weitere Krmis von Eva Almstädt folgen!
Nicole zu »Eva Almstädt: Ostseetod« 22.03.2016
Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf an der Ostsee. Als ihre Mutter die elfjährige Lara abends von der Bushaltestelle abholen will, ist sie verschwunden. Pia Korittki und ihr Team ermitteln, die groß angelegte Suchaktion verläuft jedoch im Sande, es finden sich keinerlei Spuren. Parallel formiert sich in der Dorfgaststätte eine Bürgerwehr aus den Männern des Dorfes, die der Lübecker Polizei misstrauen. Tatsächlich hat ihre Suche Erfolg, allerdings finden sie nicht die verschwundene Lara, sondern den Antiquitätenhändler Florian Warnke, erhängt an einer Brücke. Da zudem ein rosa Notizbuch in der Nähe der Leiche gefunden wurde, sieht die Bürgerwehr den Erhängten als Entführer.

Für die Kommissare der Lübecker Mordkommission ist der Fall allerdings nicht so eindeutig. Sie ermitteln in alle möglichen Richtungen, doch bleiben die Ergebnisse aus. Bis dann Lara plötzlich aus dem Nichts wieder auftaucht. Ein Dorfbewohner findet sie bei einem frühen Morgenspaziergang schlafend im Dünengras. Da sie von ihrem Entführer unter Schlafmittel gesetzt wurde, kann sie sich nur an Kleinigkeiten erinnern und ist der Polizei somit keine große Hilfe. Doch kaum ist Lara wieder da, verschwindet plötzlich ihre Ballet-Rivalin Cäcilia und erneut steht die Polizei vor einem Rätsel und langsam aber sicher läuft ihnen die Zeit davon.

Abseits der Ermittlungen lernt der Leser das Privatleben Pia Korittkis kennen. Sie ist selbst Mutter eines Sohnes, dessen Kindergartenzeit gerade beginnt. Ihr Lebensgefährte verheimlichte ihr, dass er schon einmal verheiratet war, ihr Ex-Mann erwartet ein Baby und auch ihr ehemaliger Liebhaber betritt kurz die Bühne. Dazu beschuldigt sie ihr direkter Vorgesetzter, dass sie Interna an die Presse rausgegeben hat. Alles in allem schwer Verdauliches, das die Ermittlungen nicht leichter macht.

«Ostseetod» war mein erstes Buch aus der Pia-Korittki-Reihe und ich konnte sehr gut in die Geschichte einsteigen, obwohl ich die Vergangenheit der verschiedenen Charaktere nicht kannte. Für meinen Geschmack gab es zu viele ablenkende Charaktere und Beziehungsgeflechte. Aber dennoch ein sehr fesselndes und gut geschriebenes Buch, ich habe es nur schwer aus der Hand legen können!
Gelinde zu »Eva Almstädt: Ostseetod« 17.03.2016
Ostseetod, von Eva Almstädt

Cover:
Eine düstere Küstenlandschaft, einem Krimi angemessen.

Inhalt:
In einem kleinen Dorf an der Ostsee verschwindet ein 11 jähriges Mädchen spurlos. Keine Lösegeldforderung und auch die sofort eingeleiteten Suchmaßnahmen bleiben erfolglos. Kommissarin Pia Korittki, selbst Mutter, weiß dass jede Minute zählt.
Zuerst rückt keiner im Dorf mit der Sprache heraus, dann bilden sie sogar eine Bürgerwehr.
Als dann ein Toter im Wald gefunden wird (Mord oder Selbstmord?), bröckeln die Fassaden und mehr und mehr wird erzählt und kommt ans Licht.
Dann verschwindet auch noch ein zweites Mädchen…

Meine Meinung:
Dies ist Pia Korittkis elfter Fall in dieser Reihe.
Für mich war es der erste und ich bin super gut in die Geschichte reingekommen (Klar sind ein paar Fragezeichen zu ehemaligen Kollegen, aber die sind nicht so relevant, dass sie den Lesefluss stören). Man kann die Bücher also auch wirklich super gut einzeln lesen.
Der Schreibstil ist klasse. Es wird gerade so viel vom Privatleben der Protagonisten erzählt, dass es die Krimi-Handlung nicht stört, aber auch so viel, dass man die Personen im Ganzen sehen und verstehen kann.
Sehr gezielt und passend wird an den richtigen Stellen ein feiner Humor eingebaut, der mir gut gefallen hat.
Die Handlung wird super spanenden aufgebaut, es gibt immer wieder neue Hinweise und Ermittlungshäppchen, die geradezu danach schreien, mit zu recherchieren und mit zu ermitteln.
Jeder der Dorfbewohner hat so seine eigenen „Probleme“ und so nach und nach tauchen die „Verflechtungen“ und mögliche Motive(?) untereinander auf.
Gerade die Motivsuche ist hier so klasse. Bis zum Schluss kann man sich nicht vorstellen warum die Taten eigentlich so ausgeführt werden.
Die Auflösung ist dann super gemacht, ich bin echt begeistert.
Und was ich ganz, ganz klasse fand:
Beim Showdown am Schluss, agiert Pia (und ihr Kollege) sehr professionell und nicht so übertrieben „Kino-Aktion-mäßig“ wie oft in Krimis und gerade das ist spannend und sehr real – alle Achtung!


Autorin:
Eva Almstädt absolvierte eine Ausbildung in den Fernsehproduktionsanstalten der Studio Hamburg GmbH und studierte Innenarchitektur in Hannover. Ihr erster Roman Kalter Grund wurde zum Auftakt der erfolgreichen Serie um die Lübecker Kommissarin Pia Korittki. Die Autorin lebt mit Mann und zwei Kindern in Schleswig-Holstein.

Mein Fazit:
Ein absolut klasse geschriebener Krimi.
Mit einer Spannungskurve bis zum Schluss, immer wieder werden neue Fragen aufgeworfen und verworfen.
Das Ende ist realistisch und alle Fragen werden logisch beantwortet und entwirrt.
Von mir 5 Sterne.
Lesliekla zu »Eva Almstädt: Ostseetod« 14.03.2016
Ostseetod ist der 11. Teil der Krimi-Reihe um die Kriminalkommissarin Pia Korittki aus Lübeck. Alle Krimis sind in sich abgeschlossen, wer also mit diesem Teil in die Serie starten will: Kein Problem. Pias Privatleben spielt in den Krimis allerdings auch immer eine große Rolle, so dass es natürlich spannender ist, wenn man alle Teile, und die wiederkehrenden Personen, die auch ein wenig den Charme der Serie ausmachen, bereits kennt.

Worum geht´s in diesem Teil?
Ganz allgemein:
Ihr Vorgesetzter Manfred Rist möchte Pia vom Dienst freistellen, weil sie Täterwissen an die Presse weitergegeben haben soll: „Du bist ein Sicherheitsrisiko“. Pia lernt völlig unerwartet Lars Vergangenheit kennen und stürzt vor lauter Aufregung mit ihrem Fahrrad in den Fluss. Und auch ihre Vergangenheit lässt sie nicht in Ruhe. Marten Unruh taucht plötzlich wieder auf und auch die Frage, wer denn Felix Vater ist. Pias Sohn hat auch wieder einen Auftritt und kämpft mit dem ersten Kindergartentag. Der Kleinkrieg zwischen Mascha und Pia ist auch nicht zu Ende; das obwohl Mascha jetzt endlich selbst schwanger ist. Auch Pias Kollege Broders hat seinen eigenen privaten Fall zu lösen.

Zum Fall selbst:
In einem kleinen Dorf an der Ostsee verschwindet ein 11-jähriges Mädchen. Lara taucht nach einer Verabredung mit einer Freundin nicht wie vereinbart an der Bushaltestelle auf. Ein Alptraum, hatte die Mutter Sophie doch aus Zeitgründen ihr Kind nicht selbst dort hinfahren und wieder abholen wollen. Während der Vater bei der ersten Befragung von nichts wissen will (heiles Landidyll), erfahren wir schnell über die brodelnden Konflikte innerhalb der Familie und innerhalb des Dorfes. Die Mutter hat eine heimliche Beziehung zum Antiquitätenhändler Florian, der mit der ehrgeizigen Lucie, die eine Ballettschule betreibt, verheiratet ist. Es taucht schnell die Frage auf, ob es hier einen Zusammenhang gibt. Oder kann Lara mit dem Druck nicht umgehen, weil sie in ihrer Freizeit Ballettstunden bei Lucie nimmt und mit der Apothekertochter Cäcilia um die Aufnahme an einer höheren Ballettschule konkurriert. Da Lösegeldforderungen fehlen, tappen Pia & ihre Kollegen im Dunkeln.

Schnell formiert sich deswegen eine Bürgerwehr die vom tonangebenden Gutsbesitzer ins Leben gerufen wird: Ansgar Hellbach, der mit seiner erwachsenen Tochter im Verwalterhaus des alten Gutshauses wohnen muss, weil ihm das Geld ausgeht. Er selbst hat nicht nur die kleine Gemeinde gut in der Hand, sondern herrscht auch despotisch über seine eigene erwachsene Tochter Friedlinde, die ihm den Haushalt führen muss und kein eigenes Leben zu führen scheint und und eher bieder daher kommt. Ebenfalls dabei ist Lucies Bruder Rüdiger, der nach einem verpatzten Auswanderungsversuch wieder zurück im Dorf ist. Der typische Macho mit Hang zu Prügeleien; ständig pleite und in einem Wohnwagen auf dem Grundstück der Schwester wohnen muss und für den Schwager ab und an Handlangerarbeiten übernehmen darf. Fehlen noch Cäcilias Vater, Hendrik Nagel (hiesige Apotheker), der permanent nervös erscheint und der junge unsichere Sven Fricke, der von den anderen Herren wenig Beachtung bekommt und heimlich in Hendrik Nagels Schwägerin Miriam verliebt ist. Ausgerechnet Sven findet bei einem der Rundgänge durch die Wälder plötzlich Florian Warnke erhängt an einem Brückengeländer. Die Polizei findet dazu auch noch Laras Notizbuch am Tatort. Ist Florian der Täter, der eigentlich in Polen zum Möbelkauf unterwegs ist. Und kann Lara jetzt noch gefunden werden?

Als Lara überraschend bewusstlos von Sven in den Dünen entdeckt wird, ist die Verwirrung komplett. Lara kennt ihren Entführer nicht, weiß auch nur auf Nachfrage von einem Raum zu berichten, in dem sie Gefangen gehalten wurde und verhält sich bei den Befragungen eher defensiv und man kommt nicht richtig dahinter, was jetzt wirklich passiert ist. Liegt es daran dass Lara die meiste Zeit betäubt war oder verheimlicht sie was. Warum hat der Täter sie plötzlich freigelassen und wer war der Mörder von Florian. Als dann Cäcilia vermisst wird, stehen alle vor einem Rätsel.

Fazit: Absolute Kauf- und Leseempfehlung *.
Herrlich realistisch beschriebene Dorfdynamik. Jeder kennt Jeden, Jeder traut keinem und Jeder spricht über Jeden. Wer Stand hat, hat das Sagen. „Wir sind nur Dreck unter ihren Fingernägeln, hat Florian immer gesagt. Solange wir in ihrem System funktionieren und ihnen von Nutzen sind, so lange dulden sie uns neben sich.“ Und Wieder hervorragend ist das Zusammenspiel zwischen den Kollegen Korrittki, Broders, Gerlach & Co. Flüssiger Schreibstil, durchgängig schlüssig und bis zum Ende hin spannend, teilweise witzig ohne kitschig zu werden. Die Nebenschauplätze langweilen nicht. Die Charaktere bleiben sich treu, so dass man sich auch in Band 11 sofort wiederfindet. Am besten gefallen hat mir, dass es während des ganzen Buches so viele Möglichkeiten gab, wie die Geschichte weitergehen könnte, ohne dabei unlogisch zu werden. Ich hatte während dem Lesen bestimmt 4 oder 5 plausible Theorien und am Ende hat Frau Almstädt es geschafft, mich mich mit dem Motiv doch noch zu überraschen.
Nijura zu »Eva Almstädt: Ostseetod« 14.03.2016
Auf dem Heimweg nach Grotenhagen, einem beschaulichen Dorf an der Ostsee, verschwindet die elfjährige Lara spurlos.
Auf der Suche nach ihr entdeckt die Bürgerwehr einen Toten, wie sich bald herausstellt wurde dieser ermordet. Doch gibt es zwischen dem verschwundenen Kind und dem Toten eine Verbindung und wenn ja, welche?

Pia Korritki ist inzwischen zur Kriminalhauptkommissarin ernannt worden, doch leider hat sich das Verhältnis zu ihrem Vorgesetzten Manfred Rist kein bisschen verbessert. Er beschuldigt sie tatortrelevante Details an die Presse weitergegeben zu haben ohne eine feste Handhabe zu haben und Pia muss nun beweisen, dass sie es nicht war und den Schuldigen finden.

Die kleine Lara wurde entführt und die Autorin schafft es hervorragend den Leser die Angst der Eltern um ihr Kind spüren zu lassen.
Doch wer ist der Entführer und was ist sein Motiv? Es gibt eine Vielzahl von Verdächtigen, angefangen von der Tanzlehrerin des Kindes, über den Schwager des Toten bis hin zu einem unsympathischen Gutshausbesitzers und noch einige mehr.

Ostseetod ist bereits der elfte Kriminalroman mit Pia Korritki. Auch wer die anderen Romane nicht kennt, kann durchaus dieses Buch lesen, da die Autorin genügend Informationen über ihre Protagonisten einstreut und man so auf dem Laufenden ist.

Eva Almstädt gelingt es hervorragend auch die einzelnen Perspektiven der Protagonisten darzustellen, wodurch der Leser sich diese viel besser vorstellen kann.
Auch das Privatleben von Pia wird anschaulich mit einbezogen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Pia nicht in Einzelkämpfer-Manier durch die Gegend zieht, sondern vorsichtig und sorgfältig ihre Arbeit ausführt.
Dies kann übrigens genauso spannend sein wie man in diesem Krimi sieht.

Fazit: Ein ausgesprochen guter Kriminalroman mit einer sympathischen Ermittlerin, gut ausgearbeiteten Charakteren und was mir immer besonders wichtig ist, einer glaubwürdigen und überraschenden Auflösung aller Handlungsstränge.
Absolute Leseempfehlung!
BookHook zu »Eva Almstädt: Ostseetod« 10.03.2016
Pia Korittkis elfter Fall: Ein perfekter „Who Dun It“-Krimi!

Zum Inhalt:
Grotenhagen – ein beschauliches Dorf in Schleswig-Holstein, nur unweit der Ostsee, weit ab vom Trubel und den Gefahren der Welt. Zumindest bis zu dem Tag, an dem die 11jährige Lara Eibholz auf dem Weg nach Hause spurlos verschwindet. Für Ermittlerin Pia Korittki und ihr Team beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und eine nervenaufreibende Ermittlung in einer eingeschworenen Dorfgemeinschaft…


Meine Meinung:

„Ostseetod“ ist der mittlerweile elfte Teil der erfolgreichen „Ostsee-Reihe“ um die Ermittlerin Pia Korittki. Er lässt sich problemlos ohne die Kenntnis der zehn Vorgängerbände lesen und verstehen. Noch mehr Spaß macht es allerdings, wenn man Pias bisherigen Werdegang schon verfolgt hat.

Der Start in diesen Krimi beginnt beschaulich im Dorf Grotenhagen. Zunächst einmal lernt der Leser einige der Grotenhagener kennen. Da gibt es beispielsweise den umtriebigen Antiquitätenhändler, der mit der überambitionierten Ballettlehrerin verheiratet ist und dessen Schwager als gescheiterter Ex-Auswanderer nun in einem kleinen Wohnwagen hinten auf dem Hof lebt. Es gibt den patriarchalischen Gutsherren mit seiner graumäusigen Tochter, den schweigsamen Bauern mit seinem 30jährigen nesthockenden Sohn, das biedere Apothekerpaar mit der flippigen Schwester, den noch nicht zugezogenen Neu-Grotenhagener, der ein altes Haus von zwei Handwerkern instand setzt lässt. In dieser traditionellen Dorfgemeinschaft hat anscheinend jeder mit jedem auf irgendeine Weise mal mehr, mal weniger miteinander zu tun. Etwas verwirrt? So soll es sein!

Anfangs war es für mich ein bisschen schwierig, alle Charaktere auseinander zu halten und zueinander in Bezug zu setzten. Dafür gelingt es Eva Almstädt hierdurch aber auch brillant, einen großen bunten Strauß potenziell Verdächtiger zu präsentieren. Dabei setzt sie ihre einzelnen Charaktere sehr geschickt in Szene und deckt die Verbindungen zwischen ihnen nur in homöopathischen Dosen über den ganzen Verlauf der Story auf.

Dies hat dazu geführt, dass ich während des Lesens so einige Tatverdächtige auf meiner „Liste“ hatte. Aber über mehr als ein bloßes Bauchgefühl bin ich bis kurz vor Schluss an keiner Stelle hinausgekommen, denn eines hat mir in meinem Miträtseln gefehlt: Eine Idee für ein belastbares und nachvollziehbares Motiv! Das allein ist schon eine tolle Leistung für einen Krimiautor. Wenn dann am Ende noch eine überraschende und absolut nachvollziehbare Auflösung präsentiert wird, ist das für mich das Sahnehäubchen auf einem sehr guten Krimi. Und genau das ist Eva Almstädt hier gelungen. Am Ende fügten sich alle Puzzleteile perfekt zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen und ich musste mir leider eingestehen, dass ich einige Puzzleteile nicht als solche erkannt habe. Genau so muss ein guter Who-Dun-It-Krimi sein!

Um den wirklich gelungenen Krimi-Strang in Grotenhagen gewährt uns Eva Almstädt in bewährter Manier daneben tiefe Einblicke in Pia Korittkis Privatleben und in die internen Strukturen der Polizeiarbeit. Gerade hierdurch wirken die Protagonistin so unglaublich authentisch und die Polizeiarbeit so realistisch. Herausforderungen bei der Organisation der Kinderbetreuung, Beziehungsprobleme mit neuen und alten Partnern und nicht zuletzt Machtkämpfe im Dienst. Diese gelungene „Rahmenhandlung“ lockert die eigentliche Story auf, gibt dem Leser Zeit zum Durchatmen und Reflektieren und macht im Kontext der zehn Vorgängerbände so richtig Spaß.

Der Schreibstil Almstädts hat mir ebenfalls mal wieder sehr gut gefallen. Es gelingt ihr problemlos, die Settings eindringlich, individuell und plastisch zu beschreiben, ohne dabei auszuufern. Gleichzeitig schafft sie es durch eine treffende Wortwahl sehr gut, die entsprechende Atmosphäre zu vermitteln. Aber auch der Humor, den Eva Almstädt wohl dosiert und platziert einsetzt, gefällt mir mal wieder sehr gut (Städter auf dem Dorf: „Papa, warum sind die Kartoffeln so schmutzig?“ - „Das ist alles bio“).

FAZIT:
Ein spannender Krimi mit einer sehr sympathischen Ermittlerin, skurrilen Charaktere, einer hohen atmosphärischen Dichte und einemüberraschenden, aber sehr stimmigen Finale mit einem passenden Schuss Action und Dramatik. Ein perfekter „Who Dun It“-Krimi zum miträtseln!
Ihr Kommentar zu Ostseetod

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