Gegenlicht von Esther Verhoef

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 unter dem Titel Tegenlicht, deutsche Ausgabe erstmals 2014 bei btb.

  • Amsterdam: Anthos, 2012 unter dem Titel Tegenlicht. 562 Seiten.
  • München: btb, 2014. Übersetzt von Stefanie Schäfer. ISBN: 978-3-442-74744-3. 605 Seiten.

'Gegenlicht' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Sie bricht mit ihrem alten Leben. Doch dann verliert sie die Kontrolle … Als Kind hatte sie es nicht einfach. Die Mutter verbrachte die meiste Zeit in einer psychiatrischen Klinik. Beim Vater herrschte ein strenges Regiment. Und in der Schule gemobbt zu werden war eher die Regel als die Ausnahme. Noch als Erwachsene leidet Vera unter Selbstzweifeln, obwohl sie seit zwanzig Jahren mit dem erfolgreichen Unternehmer Lucien Reinders verheiratet ist. Ihre Ehe, ihre Arbeit als Fotografin und ihr Haus sind die Säulen, auf die sich ihr Leben stützt. Als die Beziehung mit Lucien Risse bekommt, verfällt Vera in Panik und flüchtet sich in eine prickelnde Affäre. Und mit einem Mal gerät ihr gesamtes Leben ins Wanken. Langsam aber sicher verliert sie die Kontrolle.

Ihre Meinung zu »Esther Verhoef: Gegenlicht«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Edith Sprunck zu »Esther Verhoef: Gegenlicht« 26.11.2017
Dieser Bestseller aus den Niederlanden stellt sich schlicht als Roman vor. Zu Recht. Er ist weder Krimi noch Thriller. Mörder und sonstige Verbrecher und somit die Suche nach einem solchen fehlen folglich gänzlich. Vielmehr handelt es sich um die tragische Geschichte des Lebensweges der begabten Fotografin Vera Zagt. Und diese präsentiert sich mir als ein literarisches Kleinod.
Im ersten (längeren) Teil wird das Leben von Vera Zagt in ihrer Kindheit und als erwachsene Frau in regelmäßig wechselnden Kapiteln beschrieben - also sehr übersichtlich, so dass man nie den Faden verliert. Veras Kindheit ist geprägt von Lieblosigkeit und Gefühlskälte ihres Vaters und der Großmutter sowie der häufigen Abwesenheit der psychisch kranken Mutter (Klinikaufenthalte). Diese ist die einzige Person, die - wenn sie "in Ordnung ist" - Vera emotionale Wärme vermittelt. Erschwert wird Veras Leben durch massives Mobbing in der Schule und Lehrern, die darüber hinwegsehen. Vera ist ein zutiefst verunsichertes Kind, das sich geduckt durch's Leben schleicht. Für sich findet sie einen Ausgleich im Fotografieren, insbesondere von Tieren. Ihr gelingen viele Schnappschüsse, bei denen Tiere für ihr Empfinden ihr Gefühlsleben offenbaren. Dabei blüht sie auf. Veras kindliche Entwicklung findet ihren Niederschlag in der Wahl ihres Ehemannes und der Gestaltung ihrer Beziehung zu ihm. In ihrer weiteren Entwicklung finden sich immer wieder Elemente aus ihrer Vergangenheit, die "nach oben" drängen, was u.a. zu dramatischen Ereignissen führt.Ich bin begeistert, wie sensibel und intensiv die Autorin Sinneseindrücke jeglicher Art in Worte zu fassen vermag. Alle Formen der Wahrnehmung - ob es sich um Gerüche handelt, das Sehen von Dingen und Ereignissen vor und hinter der Fassade, Ängste, die Innenbetrachtung und und und - werden fast schon malerisch gezeichnet. Dabei wird eine atmosphärische Dichte hergestellt, der man sich nicht entziehen kann. Man gewinnt u.a. tiefe Einblicke ins Seelenleben psychisch Erkrankter. Auch der unterschiedliche Umgang nahe stehender Personen mit ihnen sowie verschiedene Behandlungsansätze von Ärzten werden aufschlussreich und spannend beschrieben. Ein kleiner Einblick in ein sehr weites Feld, das zum Nachdenken animiert. Insgesamt ein einfühlsamer Roman mit opulenter sprachlicher Ausdruckskraft.
Ihr Kommentar zu Gegenlicht

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: