Der Tote von der Plaza Once von Ernesto Mallo

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel La aguja en el pajar , deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei Aufbau.
Ort & Zeit der Handlung: Argentinien / Buenes Aires, 1970 - 1989.
Folge 1 der Comisario-Luscano-Serie.

  • Buenos Aires: Edtitoral Grupo Planeta, 2006 unter dem Titel La aguja en el pajar . ISBN: 978-9504914570. 215 Seiten.
  • Berlin: Aufbau, 2010. Übersetzt von Matthias Strobel. ISBN: 978-3-351-03300-2. 216 Seiten.

'Der Tote von der Plaza Once' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Buenos Aires zur Zeit der Militärdiktatur. Comisario Lascano erhält einen Anruf: Am Riachuelo wurden zwei Leichen entdeckt. Als er am Tatort eintrifft, findet er jedoch drei Tote vor: zwei, deren Gesichter durch mehrere Schüsse entstellt sind – die typische Handschrift des staatlichen Terrors –, und eine Leiche, die eine gewöhnliche Schusswunde aufweist. Schnell findet lascano heraus, dass es sich bei dem dritten Opfer um Biterman, den gefürchteten Geldverleiher aus dem Once-Viertel handelt. Und bald ist der Comisario dem Mörder dicht auf den Fersen. Doch reichen dessen Beziehungen bis in die höchsten Kreise des Regimes, und lascano hat viel zu verlieren: er hat sich in die Widerstandskämpferin Eva verliebt und hält sie bei sich versteckt. Trotzdem entschließt er sich, den Fall aufzuklären – mit allen Konsequenzen.

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OHombre zu »Ernesto Mallo: Der Tote von der Plaza Once« 29.12.2013
Comisario Lascano muß nicht nur einen dubiosen Mord aufklären, sondern sich gleichzeitig gegen die Monströsitäten der argentinischen Diktatur wehren.

DIE STORY:

Buenos Aires in Zeiten der Diktatur, Ende der 1970er Jahre. Comisario Lascano erhält einen Anruf, in dem ihm mitgeteilt wird, dass am Riachuelo zwei Leichen liegen. Lascano macht sich auf den Weg. Doch statt der zwei gemeldeten findet er gleich drei Leichen vor. Merkwürdig nur, dass zwei von Ihnen ins Gesicht geschossen worden ist – die typische Handschrift der Junta – und dass der dritte „nur“ einen Bauchschuß hat. Gegen die Mordlust der staatlichen Herrschaft ist er machtlos, weshalb Lascano beginnt im Fall des dritten - „normalen“ - Toten zu ermitteln. Schnell ist die Identität klar; der dritte Tote ist Elías Biterman, ein jüdischer Geldverleiher aus dem Once-Viertel. Je weiter Lascano jedoch ermittelt und je näher er dem Täter kommt, desto mehr muß er sich auch der Schikanen und Gewalt der Militärherrschaft erwehren. Er scheint geradezu in einem Wespennest herumzustochern und befindet sich urplötzlich in höchster Lebensgefahr...

FAZIT:

Ein sehr gelungenes Krimidebüt von Ernesto Mallo. Mallo zeichnet eine äußerst düste und bedrohliche Atmosphäre. Ständig läuft man Gefahr „aus heiterem Himmel heraus“ von den Schergen der Junta überfallen, verschleppt oder ermordet zu werden. Mallo gelingt es diese permanente Bedrohung sehr authentisch `rüberzubringen. Die Gewalt und damit einhergehend die Furcht vor dem Regime ist allgegenwärtig. Normale Polizeiarbeit ist so gut wie gar nicht möglich. Jeden Tag geht es augenscheinlich um das nackte Überleben. Dennoch versucht Comisario Lascano seinen Weg zu gehen; sich treu zu bleiben. Er ermittelt stur als Polizist in dem Mordfall immer weiter, gleichzeitig gewährt er Eva, die dem Widerstand angehört, Zuflucht und verliebt sich auch noch unsterblich in sie. Lascano ist im Grunde genommen von vornherein zum Scheitern verurteilt. Es handelt sich hier nicht um einen Krimi im eigentlichen Sinne. Vielmehr bedient sich Ernesto Mallo sehr geschickt der Versatzstücke des Krimis, um die unsäglichen Zustände in Argentinien zu Zeiten der Militärdiktatur aufzuzeigen. Dabei ist die Handlung durchgehend spannend und die sehr präsent geschilderten Lebensumstände gehen einfach unter die Haut. Ein wohltuend anderer, aber auch sehr pessimistischer, Kriminalroman, nach dessen Lektüre ich mich bereits auf Teil 2 freue.

Viel Spaß beim Nacherleben.
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