Killshot von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1989
unter dem Titel Killshot,
deutsche Ausgabe erstmals 1990
bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1970 - 1989.
-
New York: Arbor House, 1989 unter dem Titel Killshot.
ISBN:
1557100411. 287 Seiten.
-
München: Heyne, 1990 Beruf: Killer.
Übersetzt von Peter Pfaffinger.
ISBN:
3-453-04534-3. 315 Seiten. -
München: Heyne, 2007.
Übersetzt von Peter Pfaffinger.
überarbeitet von Jochen Stremmel.
ISBN:
978-3-453-50032-7. 333 Seiten.
'Killshot' ist erschienen als
![]()
![]()
In Kürze:
Armand Degas, ein alternder kanadischer Halbindianer mit dem Spitznamen »Blackbird«, verdient sich seinen Lebensunterhalt als Profikiller und Krimineller. Als er nach einem erfüllten Auftrag fliehen will, wird er von Richie Nix, einem erfolglosen, psychopathischen Kleinkriminellen, der mit einer ehemaligen Gefängniswärterin zusammenlebt, überfallen. Doch dann beschließen die beiden, gemeinsame Sache zu machen: Zusammen wollen sie einen Immobilienmakler erpressen. Aber als sie in dessen Büro auftauchen, um ihn einzuschüchtern, verwechseln sie ihn mit dem Stahlbauarbeiter Wayne Colson. Colson gelingt es, die beiden zu verprügeln und in die Flucht zu schlagen, doch die Gauner sinnen auf Rache und wollen den Augenzeugen und dessen Frau beseitigen.
Manchmal haben Hollywood-Verfilmungen auch etwas Gutes an sich. Die Verfilmung von Elmore Leonards »Killshot«, die Anfang 2008 auch in Deutsche Kinos kommen wird, ist Anlass genug für den Heyne-Verlag, den beinahe 20 Jahre alten Roman in neuer Auflage und ohne »verfremdeten« Titel (Titel der Erstübersetzung: »Beruf: Killer«)zu veröffentlichen. Leonard, einer der Granden des amerikanischen Kriminalromans, findet man heute viel zu selten in den Regalen deutscher Buchhandlungen, doch vielleicht kann die Verfilmung dem »größten lebenden Kriminalautor« auch hierzulande wieder zu neuem Ruhm verhelfen.
Killshot ist ein guter, aber mit Sicherheit nicht der beste Roman Leonards. Eine Gangstergeschichte. Gerade wenn der Autor sein Hauptanliegen vermittelt, nämlich eine gnadenlose Abrechnung mit dem Zeugenschutzprogramm der amerikanischen Justiz, kommt er ohne einige Längen nicht hin. Aber zunächst zur Geschichte:
Fehlgeschlagene Erpressung
Eher zufällig laufen sich der Halbindianer Armand »Blackbird« Degas und der Gelegenheitsgangster Richie Nix über den Weg. Profikiller Degas lässt sich auf einen todsicheren Plan ein: der Draufgänger Nix erpresst einen Immobilienmakler und braucht noch einen Helfer für den Überraschungsbesuch, mit dem er sein Opfer und die Polizei austricksen will.
Im Büro des Maklers arbeitet Carmen Colson. Eigentlich will Carmen ihren Mann, den Stahlarbeiter Wayne, auch gerne in der profitträchtigen Branche unterbringen und hat ihm ein Vorstellungsgespräch vermittelt. Doch während Wayne im Büro auf den verspäteten Makler wartet, tauchen die beiden Gangster auf. Deren Plan wäre so schön gewesen, wenn Wayne nicht so schlagfertig wäre und beiden Fersengeld gäbe. Richie sinnt ab diesem Moment auf Rache und auch Armand sieht einen Sinn darin, die lästigen Zeugen seiner peinlichsten Niederlage zu beseitigen. Und die Colsons? Die sehen sich arger Bedrohung ausgesetzt und von der überforderten Polizei in ein Zeugenschutzprogramm gedrängt.
Ein Schutzprogramm für Verbrecher?
Während die beiden Gangster – typische Leonard-Charaktere – und deren Mord- und Raubzüge sich an Kaltblütigkeit und Gewissenlosigkeit überbieten beginnt der Autor ganz subtil mit seiner Kritik an eben jenem Zeugenschutzprogramm. Mal wird es als Initiative abgekanzelt, durch die zu 97% Verbrecher auf Kosten der Steuerzahler vor anderen Verbrechern geschützt werden. Ein anderes mal wird beschrieben, wie sinnlos es ist, da es für unbescholtene Bürger an der Grenze der Zumutbarkeit liegt, aus ihrem geregelten Leben auszubrechen, alle Brücken hinter sich abzureißen und irgendwo anders ein neues Leben anzufangen. Leonard führt das Programm sogar ad absurdum, als ein junger Hilfsmarshall den Colsons erzählt, warum deren Vormieter in den Zeugenschutz aufgenommen wurde und wie er davor hieß. Und er macht sich lustig, als er eine ehemalige Justizvollzugsbeamtin vermuten lässt: »Elvis lebt – im Zeugenschutzprogramm«.
Rasant beginnt der Amerikaner seine Erzählung. Die Einführung seiner Charaktere, die ersten Verbrechen, der Überfall auf das Maklerbüro. All das mit einem Höchstmaß an Lässigkeit und schriftstellerischer Routine. Jedoch sobald die Colsons von der Polizei immer wieder als Verdächtige behandelt werden, leidet darunter das Tempo. Leonards Gesellschaftskritik ist bissig und treffsicher, aber seine Bösewichte muss er unterdessen in eine Art Winterschlaf versetzen. Schade, denn so geht über weite Strecken eine gewisse Würze verloren. Dennoch kann Leonard auch mit Killshot vielen amerikanischen Autoren lässig zeigen, wie ein guter Krimi funktioniert.
Thomas Kürten, Dezember 2007
Ihre Meinung zu »Elmore Leonard: Killshot«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| Alexander zu »Elmore Leonard: Killshot« | 14.12.2009 |
|---|---|
| Nadir36 zu »Elmore Leonard: Killshot« | 24.10.2009 |
| Alexander zu »Elmore Leonard: Killshot« | 22.06.2009 |
| Nadir36 zu »Elmore Leonard: Killshot« | 04.06.2009 |
| Bio-Fan zu »Elmore Leonard: Killshot« | 09.01.2009 |
| odyexpert zu »Elmore Leonard: Killshot« | 08.08.2008 |
| Alexander zu »Elmore Leonard: Killshot« | 08.12.2007 |


