Callgirls von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Mr. Paradise, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Heyne.
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New York: William Morrow, 2004 unter dem Titel Mr. Paradise.
ISBN:
0060083956. 291 Seiten.
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München: Heyne, 2007.
Übersetzt von Jochen Stremmel.
ISBN:
978-3-442-46296-4. 315 Seiten.
'Callgirls' ist erschienen als
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In Kürze:
Die Callgirls Chloe und Kelly verbringen einen Abend bei dem 85-jährigen Anwalt Tony Paradiso – am Ende des Abends liegen Paradiso und ein Mädchen tot im Wohnzimmer. Aber ist die Tote wirklich Kelly, wie Paradisos rechte Hand, der zwielichtige Montez Taylor, Detective Frank Delsea weismachen will? Frank Delsea braucht seine ganze Erfahrung, um die Hintergründe zu durchleuchten – und um der schönen Zeugin zu widerstehen ..
Das meint Krimi-Couch.de: »Der Funken springt nicht über«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Mister Paradiso hat seinen Spaß daran, wenn zu einem alten Footballmatch im Fernsehen nicht ganz so alte Damen als halbnackte Cheerleader vor ihm auf und ab hopsen. Chloe hat ihr Leben als Callgirl aufgegeben und widmet sich dem alten Herrn exklusiv und an dem Abend, an dem die Geschichte beginnt, hat auch ihre Freundin Kelly das lukrative Angebot des alternden Anwalts angenommen. Während Chloe sich intensiv um das Wohlbefinden ihres Mäzens kümmert, zieht sich Kelly mit dessen rechter Hand, Montez Taylor zurück, doch der Abend findet sein jähes Ende, als im Erdgeschoss Schüsse fallen. Mr. Paradiso und Chloe hauchen ihr Leben aus.
Montez Taylor behauptet gegenüber dem ermittelnden Polizeibeamten Frank Delsa, dass die tote Chloe Kelly wäre und Kelly macht das Spiel mit, denn die beiden Hübschen sahen sich zum Verwechseln ähnlich. So rechnen sowohl Taylor, als auch Kelly, ein beträchtliches Sümmchen aus der Verlassenschaft von Mr. Paradiso zu ergattern. Denn offensichtlich hatten Taylor und Chloe den Tod des alten Mannes geplant, durch den Frauentausch und eine Terminverschiebung, mussten die Killer jedoch auch Chloe als potentielle Zeugin erschießen. Und um an die Werte im Schließfach zu kommen, braucht Montez die schöne Kelly, damit sie Chloes Rolle spielt …
Elmore Leonard eilt der Ruf voraus, ein begnadeter Krimischreiber zu sein, dessen Geschichten in humorvoller direkter Rede ablaufen. Seiner Zeichnung der Charaktere und den Beschreibungen des Ambientes zollen (amerikanische) Kritiker höchste Hochachtung. Auch als Drehbuchautor hat er sich u. a. in »Schnappt Shorty« mit John Travolta einen Namen gemacht.
Das war sicherlich ein Grund, dass sich der Goldmann Verlag die Kriminalstory »Mr. Paradiso« von Jochen Stremmel ins Deutsche übersetzen ließ und mit dem marketingwirksameren Titel »Callgirls« auf den deutschsprachigen Buchmarkt gebracht hat, um sich hier ein Stück vom Bestsellerkuchen abzuschneiden.
Leider ist jedoch auf den 315 Seiten vom Wortwitz in den Dialogen absolut nichts zu merken und auch die Beschreibung der Handlungsorte schmeckt eher nach faden Drehbuchangaben. Ob hier der Autor eine Schaffenskrise hatte oder der Übersetzer lieblos ans Werk gegangen ist, mag dahin gestellt bleiben. Ganz klar ist aus einer interessanten Story mit guten Ansätzen ein langweiliges Elaborat entstanden, dessen Sprache mit der Einfachheit drittklassiger US-Fernsehserien um die Goldene Zitrone streiten kann.
Wenn man an diesem Roman überhaupt ein gutes Haar finden kann, dann liegt das an der Gestaltung der Nebenpersonen, von denen zu allererst die beiden Killer zu nennen sind, die in ihrer Dummheit und in ihrer tödlichen Konsequenz noch am ehesten für Lesevergnügen sorgen können. Dass der smarte Ermittler Frank Delsa sich den weiblichen Reizen des Unterwäschemodels Kelly nicht entziehen kann, ist mehr als vorhersehbar, aber gottlob hat der Autor darauf verzichtet, hier ins Detail zu gehen. Im Grunde genommen hat keiner der Handlungsträger auch nur einen Funken Ausstrahlung zu bieten.
Die so sehr gelobten Milieustudien von Mr. Leonard ziehen im Deutschen leider überhaupt nicht. Weder erzeugen sie Stimmung, noch Spannung und schon gar nicht einen angenehmen Lesefluss, an dem es in diesem Buch völlig mangelt.
»Callgirls« ist ein schlechter Versuch, die unwidersprochenen Qualitäten des Autors in deutscher Sprache zu vermarkten. Hier muss man leider ganz klar feststellen, dass die Lektüre dieses Buches zutiefst unbefriedigend war und als reine Zeitverschwendung ad acta gelegt werden kann. Als deutsche Erstveröffentlichung ist dieser Roman ein Flop.
Wolfgang Weninger, August 2007
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| Alexander zu »Elmore Leonard: Callgirls« | 09.12.2008 |
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| Nadir zu »Elmore Leonard: Callgirls« | 17.11.2008 |
| Alexander zu »Elmore Leonard: Callgirls« | 18.04.2008 |
| rebecca zu »Elmore Leonard: Callgirls« | 17.04.2008 |
| Alexander zu »Elmore Leonard: Callgirls« | 27.08.2007 |

