Das Rätsel der Treverra-Gruft von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1965
unter dem Titel A Nice Derangement of Epitaphs,
deutsche Ausgabe erstmals 1970
bei Goldmann.
Folge 4 der Inspector-Felse-Serie.
- London: Collins, 1965 unter dem Titel A Nice Derangement of Epitaphs. 153 Seiten.
- München: Goldmann, 1970. Übersetzt von Fried Holm. 153 Seiten.
-
München: Goldmann, 1996.
Übersetzt von Fried Holm.
ISBN:
3-442-04028-0. 153 Seiten.
'Das Rätsel der Treverra-Gruft' ist erschienen als
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In Kürze:
Jan Treverra war ein berüchtigter Schmuggler und Schriftsteller im Cornwall des achtzehnten Jahrhunderts. In dem kleinen Küstenort Maymouth wird er als eine Art Volksheld verehrt, und so erwartet man die endlich genehmigte Öffnung seiner Gruft mit großer Spannung und Neugier. Zumal es auch heißt, der talentierte Lyriker hätte sich seine besten Verse mit ins Grab legen lassen. Kriminalinspektor Felse, der mit seiner Familie gerade in Maymouth Urlaub macht, läßt sich dieses historische Ereignis natürlich nicht entgehen. Wie alle anderen Schaulustigen wird er damit zum Zeugen einer schrecklichen Entdeckung. Denn in dem Grab findet man nicht die Gebeine Treverras, sondern einen Toten, der keineswegs zweihundert Jahre in der Erde gelegen hat …
Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Toter zuviel und einer zuwenig«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Dominic Felse sieht einen Jugendlichen an der felsigen Küste in der Nähe des Ortes Maymouth in der stürmischen See schwimmen und »rettet« ihn kurzerhand an Land. Der Junge, der 15-jährige Paddy, gibt seinerseits vor, ebenfalls einen Menschen im Meer gesehen zu haben und diesen retten zu wollen. Als kurz darauf Paddys Onkel, der berühmte Journalist Simon Torne am Strand vorbei kommt, schwimmen er und Dominic erneut ins Meer, können aber niemanden finden.
Wenige Tage später will Simon die Gruft des berühmten Dichters und Piratenkapitäns Jan Treverra öffnen, da der Legende nach, dieser seine bedeutendsten Gedichte mit ins Grab genommen habe. Simon bietet Dominics Vater George an, ihm bei der Freilegung des Grabes behilflich zu sein. Während ganz Maymouth der Graböffnung entgegen fiebert, wehrt sich der Küster der nahe liegenden Kirche St. Mary, Mr. Trethuan, mit allen Kräften gegen die Sargöffnung. Bei der Graböffnung erleben dann die anwesenden Helfer eine große Überraschung, denn statt der erwarteten Leiche von Treverra finden sie gleich zwei Tote in dem Sarg, von denen augenscheinlich aber keiner Treverra selbst sein kann.
»Also haben wir noch immer zwei Leichen zuviel in der Gruft
– und eine zu wenig.«
Zu oberst im Grab liegt Mr. Trethuan, der in etwa zu jenem Zeitpunkt verschwand, an dem Paddy einen Menschen im Meer gesehen haben will. Doch kurz nach der Graböffnung ist auch Paddy verschwunden...
Vorab ein Hinweis an die Fans von Ellis Peters Romanfigur Inspector Felse, der ja regelmäßig mit seinem Sohn Dominic ermittelt. In Das Rätsel der Treverra-Gruft befinden sich die beiden gemeinsam mit Ehefrau/Mutter Bunty in Urlaub und so ermittelt die Polizei von Maymouth in Person des Tom Hevitt. Vater und Sohn Felse spielen hier also »nur« Nebenrollen, wenngleich natürlich keine unwichtigen. Doch dazu später mehr.
Zunächst stehen die Ermittler vor einem Rätsel, denn der ermordete Mr. Trethuan hatte keine bekannten Feinde
»O nein«, sagte der Pfarrer gedankenvoll. »Dass er Feinde hatte, kann ich mir nicht vorstellen. Nur Leute, die Freunde haben, können auch mit Feinden rechnen.«
und so beginnt die Suche nach einem möglichen Motiv. Einen ersten Hinweis auf die Geschichte Treverras gibt (natürlich) Dominic mit seiner Interpretation der Grabinschrift. Letztendlich baut Ellis Peters hier einen durchaus spannenden Plot, beginnend mit dem Verschwinden Treverras und dessen Schmugglertätigkeiten, die in die Gegenwart hinein wirken, bis hin zur Auflösung recht undurchsichtiger Familienverhältnisse, die den Kreis der Geschichte dann schließen.
Der Roman erschien erstmals 1965 und kommt auf den ersten Blick ein bisschen altbacken daher. Die Handlung geht so voran und (wie damals nicht unüblich in Romanen) wird George Felse zum Ende des Buches mit der Aussage konfrontiert »Sie wissen es doch schon«. Dann folgt die Auflösung und der Leser erfährt im Nachhinein, wie Felse auf die Lösung kam. Aus heutiger Sicht nicht mehr ganz so prickelnd, aber dennoch liest sich der nur rund 150 Seiten dünne Roman an einem Stück durch und bietet dabei kurzweilige Unterhaltung. Für eine mehrstündige Bahnfahrt oder einen verregneten Sonntag genau richtig.
Jörg Kijanski, März 2007
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