Die Katze tötet lautlos von Ellery Queen

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1949 unter dem Titel Cat of Many Tails, deutsche Ausgabe erstmals 1960 bei Humanitas.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1930 - 1949.

  • Boston: Little, Brown, 1949 unter dem Titel Cat of Many Tails. 314 Seiten.
  • Konstanz: Humanitas, 1960 Die geheimnisvolle Katze. Übersetzt von Heinz F. Kliem. 160 Seiten.
  • Gütersloh: Signum, 1963 Die geheimnisvolle Katze. Übersetzt von Heinz F. Kliem. 151 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin; Wien: Ullstein, 1975 Die indische Seidenschnur. Übersetzt von Heinz F. Kliem. 124 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin; Wien: Ullstein, 1983 Die indische Seidenschnur. Übersetzt von Heinz F. Kliem. ISBN: 3-548-10202-6. 124 Seiten.
  • Köln: DuMont, 1998. Übersetzt von Birgit Lamerz-Beckschäfer. ISBN: 3-7701-3873-2. 331 Seiten.

'Die Katze tötet lautlos' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Manhattan, Ende der vierziger Jahre, eine Serie von Morden versetzt die Stadt in Panik. Die Boulevardblätter haben dem Mörder einen Namen gegeben: Katze. Für jeden Toten zeichnen ihr die Cartoonisten einen weiteren Schwanz. Die Katze sucht ihre Opfer wahllos. Und immer bei Nacht. Niemand kann sich vor ihr sicher fühlen. Am Tatort hinterläßt sie nichts als die Leiche mit einem sorgsam geknoteten Seidenfaden um den Hals. Und am nächsten Tag grinst den Lesern aus der Zeitung wieder die Katze entgegen und hat einen Schwanz mehr. Ellery Queen hat viele Knoten zu lösen.

Ihre Meinung zu »Ellery Queen: Die Katze tötet lautlos«

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Crispinfan zu »Ellery Queen: Die Katze tötet lautlos« 26.02.2015
Wieder ein Buch mit einem lockeren Helden statt dem klugschwätzenden Superhirn früherer Queen-Romane. Fast hätte ich gesagt, die Autoren haben sich im Lauf ihres Schaffens entspannt, aber...

Die Geschichte beginnt auf einem humoristischen Unterton mit dem Mord an Archibald Dudley Abernethy, dem weitere folgen. Diese Morde und die darin involvierten Personen reichen, um die ersten zwei Drittel des Romans interessant und spannend zu halten. Eine außergewöhnliche Konstruktion. Weder Meisterdetektiv Ellery noch der Leser haben nämlich den leisesten Anhaltspunkt, wer Mörder/Mörderin sein könnte. (Nur zufällig riet ich richtig.) Das letzte Drittel widmet sich ganz der Überlistung jener „Katze“, die sich plötzlich verrät. Immer mehr nehmen Tempo und Spannung zu, doch der schiere Buchumfang lässt ahnen, dass das dicke Ende noch kommt...

Dass New York wegen einiger Würgemorde in Hysterie geraten soll, fand ich unglaubwürdig. Dem unbekannten Täter fehlt einfach das Format eines Monstrums wie Hannibal Lecter. Ein bemerkenswertes Kapitel 7 zeigt aber, dass die Autoren dadurch einen Aufhänger fanden, um von der Warte zweiter Erz-Demokraten genüsslich ihre Ansichten über eine Massenpsychologie darzustellen, die zum Totalitären, Faschistischen drängt. (Es gibt allerlei Anspielungen auf Nazi-Deutschland, das 1949 jüngste Vergangenheit war.) So betrachtet, ist die Schilderung der fiktiven „Cat Riots“ in N.Y. eine glänzende Satire. Dabei ist die Skepsis der Autoren gegenüber der Volksmasse zwar klar, aber eben nicht so stockkonservativ, wie man es Krimi-Autoren gerne nachsagt.

Genauso bemerkenswert ist der Schlussteil. Erstens erhalten wir lebendigen Einblick das zerbombte Wien des „Dritten Manns“ (u.a. mit einem Dienstmann, der wie „ein verkleideter Heinrich Himmler“ aussieht). Zweitens wird hier seitenweise psychologisiert („denn so geht es im Reich der Kriminalschriftsteller nun einmal zu“), wobei diese Psychologie zur realistischen Glaubhaftigkeit – im Gegensatz zu den Mörderfiguren vieler Golden-Age-Krimis – entscheidend beiträgt.

Umgekrempelt wird aber auch die Psychologie des Helden! Ist Ellery zu Beginn schon angeschlagen von seinem Fast-Versagen im Fall „Am zehnten Tage“, so bekennt er am Schluss: „Ich habe Juristen rechtskundliche Belehrungen erteilt, Ballistiker über ballistische Kurven belehrt... habe Polizeibeamten Dekrete über Fahndungsmethoden erteilt und ultimative psychiatrische Analysen von mir gegeben. Und die ganze Zeit laufe ich Amok unter den Unschuldigen!“ Das dürfte im Genre ziemlich einzigartig sein.

Wie meist bei Ellery Queen hätte ich mir manches straffer gewünscht, aber gerade die Episoden persönlicher Missgeschicke fallen phantasievoll und witzig aus. Flott und treffsicher liest sich auch durchweg die deutsche Übersetzung.
Elmar zu »Ellery Queen: Die Katze tötet lautlos« 22.03.2005
Ich kann mich nur anschließen. Im Grunde ist dieses Buch eine frühe (angenehm unspektakuläre) Vorwegnahme der Rezeptur von "Sieben" oder "Schweigen der Lämmer" mit dem Sereinmordmotiv und einer Ermittlung, die sich immer mehr in der paranoiden Suche nach verborgenen Zusammenhängen verstrickt. Spannend, originell, atmosphärisch dicht und mit einer sehr realistischen Beschreibung des damaligen New York.
Hans-Christoph Otto zu »Ellery Queen: Die Katze tötet lautlos« 23.04.2003
Ein wahres Meisterwerk,
das den klassischen Rätselkrimi mit Elementen des Thrillers verbindet.
Absolut lesenswert.
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