Versunkene Gräber von Elisabeth Herrmann

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Goldmann.
Folge 4 der Joachim-Vernau-Serie.

  • München: Goldmann, 2013. ISBN: 978-3-442-47995-5. 448 Seiten.

'Versunkene Gräber' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Fünf Jahre sind vergangen, seit Anwalt Joachim Vernau den Drahtziehern eines Mordkomplotts das Handwerk gelegt hat. Auch die gemeinsame Kanzlei mit seiner Ex-Partnerin Marie-Luise ist längst Geschichte. Bis ihn ein Hilferuf aus Polen erreicht: Jazek, der gemeinsame Freund aus längst vergangen Tagen und durchzechten Nächten, sitzt mit einer Mordanklage im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Gemeinsam mit Marie-Luise reist Vernau nach Landsberg an der Warthe. Versunkene Gräber auf einem alten Friedhof sind die erste Spur. Verlorene Briefe und vergessenes Leid ziehen Vernau immer weiter hinein in den Strudel der Ereignisse des Jahres 1946. Flucht und Vertreibung, Ende und Neuanfang – damals kreuzten sich die Schicksale von Tätern und Opfern, und entsetzliches geschah. Doch erst Generationen später steigt das Grauen noch einmal aus dem Grab, und wer sich ihm entgegenstellt, muss sterben.

Das meint Krimi-Couch.de: »Klug, flott & spannend – Herrmann!« 88°Treffer

Krimi-Rezension von Marcel Feige

Endlich: Nach wiederholten Ausflügen ins Thrillerfach hat Elisabeth Herrmann einen neuen Fall für Joachim Vernau geschrieben, ihren schlacksigen, liebenswert naiven Anwalt, der auch die ZDF-Verfilmungen mit Jan-Josef »Boerne« Liefers – sowas nennt man wohl: Idealbesetzung! – inzwischen so erfolgreich macht.

Und auch diesmal gerät Vernau eher zufällig an seinen neuen Fall, als nämlich seine polnische Kollegin Zuzanna Makowska ihm ihre Aufwartung macht: Sie ist auf der Suche nach der Alt-60er-Anwältin und Vernaus Ex-Partnerin Marie Louise, die angeblich Zeugin eines Mordes war, für den Vernaus alter Freund Jazek in polnischer Haft sitzt.

Logisch, dass Vernau seinen Freunden helfen möchte und sich auf den Weg über die Grenze macht. Er strandet auf einem verfallenen Friedhof, wo die Geister längst vergangener Tage geweckt worden sind.

Davon wissen wir nichts, denn es ist jenseits der polnischen Grenze passiert, und welches Schicksal die Leute dorthin verschlagen hat, ist hierzulande kaum bekannt …Es sind Dinge geschehen, die man vielleicht verdrängen, aber nicht vergessen kann.

Aufgepasst: Ich bin ein großer Fan von Elisabeth Herrmann, weswegen die Berliner Autorin schreiben kann was sie will, sie kann fast nichts falsch machen.

Fast.

Auch in ihrem neuen Kriminalroman arbeitet sie sich an der deutschdeutschen Geschichte ab, wie gewohnt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern fast immer klug, wenn längst vergangene Ereignisse auf die spannend erzählte Gegenwart treffen, fast immer flott bis zum Showdown, und dank Vernaus verschrobener Verwandtschaft phasenweise sogar amüsant.

Kein Zweifel, Herrmann versteht ihr Handwerk, was ihre Bücher zu einem Lesevergnügen macht, das sich vom üblichen Krimieinerlei abhebt.

So dass man ihr auch ihre Liebe zu Polen und den polnischen Weinen gerne verzeiht.

Im Nachwort zu Versunkene Gräber schreibt sie:

Wenn ich könnte, würde ich dieses Buch in Tüten stecken, auf denen nicht »Esst mehr Obst!« stehen würde, sondern: »Fahrt nach Polen!« Fahrt in unser Nachbarland. Bestaunt die Städte und Kirchen und Klöster, die Wälder, Seen und wilden Küsten. Trinkt den Wein von Cigacice und Zielona Góra. Seht, was sich dort an Neuem entwickelt und wie das Alte liebevoll bewahrt wird. Nicht immer und nicht überall, sicher. Doch es ist so viel geleistet worden, und es ist ein junges, lebendiges Land voller Überraschungen.

Für den Leser kommt Herrmanns Forderung wenig überraschend, denn schon auf den 440 Romanseiten zuvor hat sie wiederholt ihrer Zuneigung zu Land, den Leuten und deren Essen und Trinken Ausdruck verliehen, in schwelgerischer Opulenz, was die eigentliche Geschichte bisweilen leider etwas bremste.

Aber wie gesagt: Ein großer Fan verzeiht seiner Lieblingsautorin gerne.

Marcel Feige, Februar 2014

Ihre Meinung zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber«

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Richard Margarethe zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 20.02.2016
Absolut lesenswert, die Autorin macht sich um geschichtliche Hintergründe und Perspektiven verdient. Gelegentlich ist der showdown (die Schlussapotheose) etwas überkandidelt und nicht mehr ganz überzeugend, was der Spannung aber keinen Abbruch tut.
Die Vermengung privater Affären mit politischen geschichtlichen Linien gelingt der Autorin immer sehr gut.
Krimis von Elisabeth Herrmann verschlingt man stets in einem Atemzug (wenn es denn geht), nur dass man für diese site hier mindestens 300 Zeichen schreiben muss, finde ich lästig. - Geschafft !
Sagota zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 12.09.2015
"Verschollene Briefe. Ein alter Friedhof und ein grausamer Mord. Anwalt Vernau kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur".(Quelle: Buchrückentext)


Dieser sehr spannende Kriminalroman von Elisabeth Herrmann erschien 2013 im Goldmann tb-Verlag und ich kann mich einigen Rezensenten von der Krimi-Couch nur anschließen: Es handelt sich um einen über einen Krimi, der viele andere in den Schatten stellt!
Verortet ist er an der deutsch-polnischen Grenze; wo ein Mord auf einem alten deutschen Friedhof, dessen Gräber langsam versinken (der Titel passt daher bestens) geschieht: Da ein alter Freund Vernau's, Jacek und auch seine frühere Freundin Marie-Louise, ihres Zeichens ebenfalls Anwältin, in den Fall mehr als verstrickt sind - ersterer sitzt eine Weile in U-Haft und letztere wird per Haftbefehl gesucht, gräbt sich Vernau in diesen Fall ein, der ein tragisches Schicksal des Gebietes an der Oder und einer deutschen Winzerfamilie, die nach 1945 vertrieben wurde, als Hintergrund hat: Eine Zusammenarbeit mit einer polnischen Pflichtverteidigerin gestaltet sich erstmal schwierig, bevor die alten Vorurteile auch hier mehr und mehr aus dem Wege geräumt werden können.

Meine Meinung:
Während der ersten ca. 150 Seiten konnte ich diesem Krimi nicht allzu viel abgewinnen (es ist das erste Buch der Autorin, das ich hier gelesen habe), jedoch nahm die Geschichte alsdann mächtig Fahrt auf: Die verworrenen Verflechtungen, entstanden gegen Ende des zweiten Weltkrieges an der deutsch-polnischen Grenze werden von Elisabeth Herrmann in aufwühlender Weise in den Krimi eingeflochten: Unrecht, Vertreibung, Elend in Kriegs- und Nachkriegszeiten sind die Thematik dieses außergewöhnlichen Krimis, der dann doch noch sehr viel Spannung und einen stimmigen Plot aufweist: Einer jener Krimis, die einen kriminalistischen Fall mit der unrühmlichen Geschichte des dritten Reiches genial verquickt, so dass der Leser hier einiges dazu lernen kann - falls er nicht ohnehin aus der Grenzgegend stammt. Ich habe nachgeschaut, wo Grünberg liegt - da ich diesen Ort an der Oder, einstmals deutsch, dann unter "polnischer Verwaltung" (1967 aus einem Atlas stammend) und heute zu Polen gehörend, nicht kannte: Sehr wohl kann man sich als Leser vorstellen, dass viele Deutsche, ob Winzer oder andere wohlhabendere Unternehmer, einiges haben "verschwinden" lassen oder auch vergruben, um es nach dem Kriege wieder an sich zu nehmen: Johannes war da sicher kein Einzelfall... Auch das "Mordmotiv" fand ich sehr interessant - wusste ich zuvor nichts von diesem bedeutenden "Jahrgang"...

Fazit:

Ein absolut lesenswerter, spannend geschriebener Kriminalroman mit einer unglaublichen atmosphärischen Dichte: Von mir gibt es 5 Sterne und 92° auf der "Krimi-Couch" für die hervorragende Verwebung des Falles mit der geschichtlichen Historie - chapeau! Ich freue mich bereits auf die anderen bereits erschienenen sowie den neuen Krimi von Elisabeth Herrmann!
kianan zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 21.11.2014
Dieser Krimi gehört mit zu den Besten die ich in letzter Zeit gelesen habe!!! Das würde ich definitiv auch über das 3. Buch der Serie um Joachim Vernau "Die letzte Instanz" sagen. Und doch hat die Autorin es geschafft, sich selber noch einmal zu überbieten. Hut ab!!!

Denn dieses Buch beinhaltet Spannung pur in vielerlei Hinsicht:

Die Krimigeschichte in sich ist sehr spannend geschrieben: sie beginnt mit dem Mord an Horst auf einem Weingut in Polen, auf das sich Jacek - der frühere Berliner Autohändler - zurückgezogen hat und wegen Mordverdacht verhaftet wird. In Folge dessen rückt auch Marie-Louise ins Zentrum der Ermittlungen und weitere Taten folgen. Joachim Vernau erfährt hiervon und will den Freunden mit seinen Recherchen und seinem Einsatz tatkräftig helfen.

Die Hintergründe der Taten, die in die geschichtliche Vergangenheit reichen, wurde so spannend, sensibel und bewegend geschrieben, dass alleine dies schon viel zur Klasse des Buches beiträgt.

Darüber hinaus verfolgt man gebannt das Aufleben und die Entwicklung der seit dem letzten Fall "Die letzte Instanz" eingeschlafene Beziehungen zwischen den bisherigen Protagonisten Jochim Vernau, seiner Mutter und deren Freundin "Hüthchen", Marie-Louise und Jacek. Toll ergänzt wird dies durch die polnische Anwältin Zuzanne, ohne dass es konstruiert wirkt.

Ein super spannender Krimi, der mir lange in Erinnerung bleiben wird und ich jeden nur empfehlen kann!

p.s. für Elisabeth Herrmann: ich finde Vorworte oder Danksagungen als Leser nicht überflüssig, sondern lese diese nach über 1.500 Büchern immer noch interessiert und gerne!!! Wer etwas Negatives in Rezensionen darüber schreibt, kann wohl die Arbeit, die hinter einem gelungenen Buch steckt, nicht schätzen. Viele andere jedoch schon!
Sylvia zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 23.07.2014
Zu diesem Buch kann ich nur meine Empfehlung: "sehr lesenswert" abgeben. Die Geschichte hat mich gefesselt und ich habe mich hinein versetzt gefühlt. Spannend und empathisch geschrieben. Da ich unmittelbar an der Grenze lebe, oft Kontakt zu den poln. Nachbarn habe, viele Geschichten höre, freut mich dieses Buch ganz besonders. Freundliche Grüße
Holger Henning zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 14.07.2014
Ein gutes Buch und sehr lesenswert. Ich habe es in kürzester Zeit "verschlungen". Meine Neugier an das Nachbarland ist geweckt und bestimmt werde ich einmal dorthin reisen.
Einen klitzekleinen Fehler habe ich aber doch entdeckt. In einem der Briefe ist vom Tode Gerhart Hauptmanns die Rede. Das kann leider nicht stimmen, denn Gerhart Hauptmann ist erst 1946 in Agnetendorf gestorben.
Aber über diesen kleinen Fehler in der Recherche kann man getrost hinwegsehen, da die Handlung spannend erzählt wird.
Herzliche Grüße
Wortwelt zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 10.04.2014
„Versunkene Gräber“ ist ein Kriminalroman von Elisabeth Herrmann und ist im Januar 2014 als Taschenbuchausgabe im Goldmann Verlag erschienen.

Bei dieser Rezension möchte ich über den Inhalt noch nicht allzu viel verraten außer die Informationen des Klappentextes, die meiner Meinung nach schon sehr spannend formuliert sind und die Hauptthemen des Buches preisgeben:

„Der Berliner Anwalt Joachim Vernau erhält eine schockierende Nachricht aus Polen: Sein alter Freund Jazek steht unter Mordverdacht und beteuert seine Unschuld. Gleichzeitig verschwindet Vernaus Ex-Partnerin Marie-Louise spurlos und es mehren sich die Hinweise, dass sie Jazek in der Mordnacht gesehen hat. Voller Sorge reist Vernau auf die andere Seite der deutsch-polnischen Grenze. Die erste Spur ist ein verfallender Friedhof. Etwas hat sich dort vor langer Zeit zugetragen, das ihn mitten in die Vergangenheit zieht - hinein in die dramatischen Ereignisse des Jahres 1945, als sich die Schicksale von Tätern und Opfern kreuzten und Entsetzliches geschah. Doch erst Generationen später steigt das Grauen noch einmal aus dem Grab und wer sich ihm entgegenstellt, muss sterben.“ (Quelle: Klappentext „Versunkene Gräber“ von Elisabeth Herrmann)


Die Autorin:

„Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman „Das Kindermädchen“ ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau mit Jan Josef Liefers vom ZDF, „Zeugin der Toten“ mit Anna Loos in der Hauptrolle. Für dieses Buch erhielt sie den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Elisabeth Herrmann lebt mit ihrer Tochter in Berlin.“ (Quelle: Informationen der Autorin im Buch)


Weitere Werke:

Das Kindermädchen (Roman)
Das Dorf der Mörder (Roman)
Meine Meinung:

„Versunkene Gräber“ ist mein erster Kriminalroman von Elisabeth Herrmann und wird auf jeden Fall nicht mein letztes Buch der Autorin sein.
Auch wenn mir die Informationen der vorangegangenen Erlebnisse des Anwaltes Vernau fehlen, bekam ich alle nötigen Aspekte während der Lektüre geschickt mitgeteilt. Der Leser hat demnach absolut keine Probleme, sich ein Bild der Geschichte und der Protagonisten zu machen.

Fasziniert hat mich auch die Tatsache, dass die Autorin in diesem Buch ein recht schwieriges Thema anspricht - die Deutsch-Polnische Vergangenheit. Sie teilt dem Leser viele verschiedene Fakten dieser Zeit mit und verbindet sie sehr gut mit der aktuellen Situation.
Je mehr Informationen man in sich aufnimmt, umso spannender wird das ganze Buch. Im Laufe der Geschichte fiebert man immer weiter mit und fühlt sich richtig in dem Geschehen mittendrin.


Mein Fazit:

Großes Lob an die Autorin für dieses hochspannende Buch und den mehr als passenden Einband. Das Bild spiegelt die Geschichte in jedem Fall bestens wider.
Auf einer Skala von 1 bis 5 würde ich die 5 als Höchstpunktzahl geben!
Darix zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 10.04.2014
Für Liebhaber der Krimis von Frau Herrmann wird auch „Versunkene Gräber“ ein uneingeschränktes Lesevergnügen sein.
Denn Anwalt Vernau ermittelt mehr oder minder erprobt im Spektrum der deutschen Geschichte, bevorzugt zwischen den Grenzen von Deutschland und Polen. Die Geschehnisse der letzten Kriegstage wirken sich erneut bis in die Gegenwart aus. Vernaus Freundin und Kollegin Marie Luise steckt wie in den vorhergegangenen Romanen bis weit über ihre Ohren in Schwierigkeiten. In Polen und Berlin werden Menschen getötet, unter Mordverdacht stehen Marie Luise und ihr polnischer Freunder sich vordergründig als schuldig bekennt.
Die aus den „Vorromanen“ bekannten Akteure entwickeln sich leider nicht weiter, zeigen überwiegend ihr leidenschaftliches Eintreten für die „Gute Sache“.
In der Mitte des Geschehens hat die Story einen Hänger. Die Ermittlungen kommen nicht weiter, das Geschehen dreht sich um sich selbst, Wiederholungen, die Handlung, der Ablauf des Geschehens treten auf der Stelle.
Die Ursache der Tragödie ist eher banal, da hätte die Autorin einen anderen Weg einschlagen können. Die Thematik "Polen, Essen und Trinken", ihre Präferenz zum Wein, wird arg überstrapaziert
Herrmann pflegt einen routinierten, überwiegend spannenden und mit dieses Mal auch einen humorvollen Schreibstil. Gutes Mittelmaß.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Brigitte Walentin zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 08.02.2014
Auch mich hat das Buch "Versunkene Gräber" sehr gefesselt. Ich habe es in kürzester Zeit gelesen.
Da ich die historischen Hintergründe z. T. recherhiert habe, ist mir folgendes aufgefallen. Gerhart (nicht "Gerhard") Hauptmann ist am 6.4.1946 gestorben. Von seinem Tod konnte also in einem Brief vom Juni 1945 gar nicht berichtet werden.
Außerdem haben sich wohl ein paar kleine Schreib-/Druckfehler eingeschlichen: meist wird der Name des Freundes von Herrn Vernau mit "Jacek" angegeben, aber es gibt an die Variation "Jazek" und "Janekpolana" heißt auch mal "Janekpolona".
Vera zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 05.01.2014
Versunkene Gräber hat mich von Anfang an gepackt und ich bin froh, dass ich es zwischen den Feiertagen gelesen habe. So war es nicht schlimm, wenn es schon mal schnell 1:00 Uhr in der Nacht wurde. Man kann dieses Buch schlecht aus der Hand legen, da es nicht nur als Krimi spannend ist, auch der geschichtliche Hintergrund hat mich fasziniert, ich muss mich unbedingt näher mit der deutsch-polnisches Geschichte beschäftigen. Hoffentlich dauert es nicht so lange, bis Herr Vernau wieder aktiv wird. Sehr lesenswert ist übrigens auch die Danksagung am Ende des Buches.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Marius zu »Elisabeth Herrmann: Versunkene Gräber« 02.01.2014
Schlesischer Wein

Ich durfte im März 2013 einer Lesung der Autorin Elisabeth Herrmann beiwohnen, in der sie ihren Roman „Das Dorf der Möder“ vorstellte und auf der sie auch ankündigte, ihr Anwalt Joachim Vernau würde wieder zurückkehren. Nach einer etwas längeren Pause (zuletzt erschien 2009 „Die letzte Instanz“, in dem Vernau ermittelte) darf der Berliner Anwalt nun in „Versunkene Gräber“ ermitteln – und tut dies nun sogar bilateral:

Seine Anwaltsfreundin Marie-Louise ist verschwunden und wird von einer polnischen Kollegin gesucht. Zeitgleich wird in Polen Vernaus Kumpel, der Automechaniker Jazek, unter Mordverdacht verhaftet. Marie-Louise scheint in dieses Verbrechen verwickelt zu sein und nun liegt es an Joachim Vernau, die Hintergründe der Geschehnisse, die in Polen geschehen sind, aufzuklären.

Selten hat das Wort der Hintergrundermittlung so gut zu einem Roman gepasst, wie hier: Vernau muss die Hintergründe des Verbrechens aufklären, das Jazek und Marie-Louise zur Last gelegt wird – und muss noch tiefer graben. Denn die Ereignisse, die im fiktiven Städtchen Janekpolana passiert sind, scheinen ihren Ausgang in den Kriegswirren in Polen und der Repatriierung der damaligen Bevölkerung genommen zu haben. Eine alles andere als durchschaubare Gemengelage, durch die sich Vernau nun kämpfen muss, um die Wahrheit herauszufinden und Jazek und Marie-Louise aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Ich mag Elisabeth Herrmann und ihren Schreibstil einfach – und auch diesmal liefert sie mit „Versunkene Gräber“ erneut Qualitätsware ab. Geschickt schafft sie es, in ihrem Krimi die Subthemen der Vertreibung, des schlesischen Weinanbaus und der Beschreibung Polens generell einzubinden, ohne dass der Krimi darunter ächzen würde. Zwar ist der erzählerische Kniff, dass Geheimnis aus dem Zweiten Weltkrieg bis ins Heute nachwirken, nicht gerade neu, doch die Autorin schafft es, ihr Buch mit Leben zu füllen. Weder kommen der Humor noch die Spannung zu kurz und insgesamt ist „Versunkene Gräber“ wieder ein rundes Ganzes geworden.
Wollen wir hoffen, dass Joachim Vernau schon bald wieder neue Aufträge ins Haus flattern und Elisbath Herrmann nicht so lange wartet, ehe sie ihren Anwalt wieder mit neuen Aufgaben betraut!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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