Die Spezialistin von Eileen Dreyer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel With A Vengeance, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Blanvalet.

  • New York: St. Martin’s Press, 2003 unter dem Titel With A Vengeance. 371 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2005. Übersetzt von Leo Strohm. ISBN: 3-442-36143-5. 448 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2007. Übersetzt von Leo Strohm. ISBN: 978-3-442-36664-4. 448 Seiten.

'Die Spezialistin' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

In St. Louis ereignen sich kurz nacheinander mehrere mysteriöse Todesfälle: Die Opfer sind allesamt Schwerverbrecher und Psychopathen, die nach einer gewaltsamen Festnahme durch die Polizei im Krankenhaus zu Tode kamen. Der Verdacht richtet sich schon bald gegen die junge Sanitäterin Maggie O’Brien, die einem Sondereinsatzkommando der Polizei angehört und bei jedem der Fälle vor Ort dabei war. Hat Maggie, die kürzlich ihren Verlobten bei einer Geiselnahme verloren hat, tatsächlich als »Racheengel« all diese Morde begangen? Ihr bleibt keine Wahl, als auf sich selbst gestellt den Serienkiller aufzuspüren – denn jemand aus ihrer engsten Umgebung scheint es darauf anzulegen, sie zum Sündenbock zu machen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Kurzweiliger Mainstream – gerne wieder« 80°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Maggie O’Brien arbeitet in der Notfallaufnahme des Blymore Memorial, einer der größten Unfallkliniken in St. Louis und Umgebung. Kürzlich wurde sie zudem als einzige Frau in ein neu gegründetes SWAT-Team (Special-Weapons-And-Training) berufen, in dem sie sich in erster Linie als Rettungssanitäterin im Ernstfall um das Wohl der übrigen Teammitglieder kümmern soll.

Während Maggies Freund, der Polizist Sean Delaney, einer Nachbarbeschwerde nachgeht kommt es zu einem Schusswechsel bei dem Delaney nicht nur am Bein verletzt, sondern von dem Täter, Montana Bob, als Geisel genommen wird. Bob leidet unter Wahnvorstellungen und sieht sich von der CIA verfolgt. Maggie erreicht wenig später den Einsatzort und soll die Verhandlungen mit Bob übernehmen, den sie im Krankenhaus schon mehrfach behandelt hat. Bob sieht prompt eine Gefahr für Maggie und fordert sie auf zu fliehen, da auch sie sonst getötet würde: »Sie haben Sancho und Urban und den Hund und die Schlange getötet.« Maggie bleibt ruhig, da sie vermutet, er habe die Namen aus einem Roman und führt seine insgesamt wirren Aussagen auf seinen allgemeinen Zustand zurück. Zwei Stunden später ergibt sich der am Arm ebenfalls verletzte Bob und wird mit Delaney in die Notaufnahme gefahren. Völlig überraschend stirbt Bob kurz nach der Ankunft. Die folgende Obduktion ergibt, dass ein Kokainschock die Ursache war.

Am nächsten Tag findet Maggie auf der LISTE des Schwesternzimmers, auf der jeder ihm unbeliebte Personen eintragen kann, ihren eigenen Namen. Bei dem Bemühen ihren Namen zu überstreichen wirft sie einen Blick auf die Eintragungen und stößt dabei auf Urban McGinley und Snake Pilson. Bobs Warnung kommt ihr wieder in den Sinn und in ihr steigt der Verdacht auf, dass mit der Schlange kein Tier, sondern ein Mensch gemeint war: Snake. Wer aber sind Sancho und der Hund? Und wichtiger: Wurden die vier alle umgebracht wie Bob behauptete??

George Stein von der Abteilung Organisierte Kriminalität kann Maggie weiterhelfen. Snake, Sancho und Dog waren führende Größen bei den South-Side-Banden, die sich mit den North Grand Deciples heftige Kämpfe lieferten. Zwei kamen mit Schussverletzungen, einer mit Messerstichen ins Krankenhaus. Alle drei starben kurz darauf …

Reporterin Susan Jacobsmeyer von der örtlichen Lokalpresse will über Maggie aufgrund ihres Erfolges bei der Festnahme von Bob eine Serie schreiben und begleitet sie zunehmend auf Schritt und Tritt. Von ihr erhält Maggie eine Information über Urban McGinley, besser bekannt als Pater McGinley, der in seiner Diözese für großen Aufsehen sorgte, da er seine Ministranten sexuell belästigte. Nachdem ein Vater eines Betroffenen ihn zusammenschlug kam er in die Notaufnahme – und starb.

Wenige Tage später gibt es die nächsten mysteriösen Fälle, in denen weitere Personen überraschend sterben. Dabei gerät Maggie selber auf die Liste der Verdächtigen und je mehr sie versucht, über die rätselhaften Todesfälle herauszufinden, desto mehr gerät sie selber in Gefahr …

Es ist mir immer wieder unbegreiflich wie es ein angesehener Verlag, hier Blanvalet, hinbekommt, auf einer Buchrückseite eine falsche Inhaltsangabe zu geben. Man muss es schlichtweg als Schlamperei bezeichnen, wenn als mögliches Motiv Rache für einen »verstorbenen Verlobten« genannt wird, ohne dass in dem gesamten Roman ein Verlobter (weder lebendig noch verstorben) überhaupt vorkommt. Und das die Autorin dutzendfach das Wort »Zikaden« verwendet erhöht auch nicht unbedingt den Lesegenuss …

Es sterben viele Menschen in St. Louis kurz nachdem sie in der Notaufnahme einer Unfallklinik landen. Aber nicht irgendwelche Menschen, sondern Personen, bei denen sich der Leser bei dem Gedanken erwischt, »na ja, nicht wirklich schade«. Deshalb wiederholen sich derartige Fälle monatelang, weil insgeheim niemand den Betroffenen die berühmte Träne nachweint. So entwickelt sich eine Story, in der es sich offenbar eine Gruppe von Menschen – desillusionierte Polizisten und Krankenhausmitarbeiter – zum Ziel gesetzt haben, den Abschaum der Menschheit zu entsorgen, ohne dabei Verdacht zu erregen. Der Film »Ein Richter sieht rot« und der Roman »Die Chorknaben« von Joseph Wambaugh fallen einem spontan ein.

Also alles schon einmal da gewesen? Das sich merkwürdige Todesfälle ereignen, die Protagonistin als Einzige die Zusammenhänge erkennt und ermittelt, wobei sie selber zur Hauptverdächtigen wird, ist natürlich nicht neu. Das Maggie O’Brien aber eine Krankenschwester auf der Notfallstation einer Unfallklinik ist, der die Patienten förmlich unter der Hand wegsterben, ist zumindest eine originelle Variante des Themas. Auch handwerklich vermag »Die Spezialistin« sehr wohl zu überzeugen: Figuren wie Örtlichkeiten werden ebenso ansprechend und detailliert dargestellt wie die Arbeiten auf der Notfallstation bzw. die des SWAT-Teams bei Geiselnahmen, ohne dabei den Fortgang der Handlung unnötig hinauszuzögern. Lediglich der Mittelteil, in dem Maggie langsam die Zusammenhänge begreift und dabei selber zur Verdächtigen mutiert, hat vereinzelte Längen. Bei der Vielzahl der Personen im Krankenhaus, der Polizei, des SWAT-Teams und bei den Gerichtsmedizinern hat man natürlich keine Chance, im Einzelfall die Personen in »Gut und Böse« einzuteilen und wer dies dennoch versucht wird sicher die eine oder andere Überraschung erleben.

Letztendlich ist Eileen Dreyers »Die Spezialistin« (»grandios« – wie die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken – wurde auch der Originaltitel »With a Vengeance« aus dem englischen übersetzt) eine lesenswerte Bereicherung des bekannten Themas, wonach eine Gruppe von Personen versucht, Recht und Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Kurzweiliger Mainstream – gerne wieder …

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Kim zu »Eileen Dreyer: Die Spezialistin« 14.07.2011
Also ich fand die Hauptrolle Maggie sehr nervig.einfach dieses ganze emotionale an ihr und das ständige sture getue.ich fand das Buch dadurch nervig und Langweilig und habe mich echt durchkämpfen müssen. Ausserdem waren manche Stücke echt komisch geschrieben wodurch man 2 mal lesen musste bevor man den Ablauf verstanden hatte.
Chris. zu »Eileen Dreyer: Die Spezialistin« 21.10.2007
Mittelmäßig - das ist das einzige Wort, das dieses Buch, meiner Meinung nach, gut beschreibt.
Natürlich wird die Protagonist fälschlicher Weise aller möglichen Dinge beschuldigt und kann sich natürlich auch von allen befreien. Welch eine Überraschung.

fad, alles schon dagewesen

Wenn man aber nicht allzu große Erwartungein in das Buch setzt, ist es ok.
ElBo zu »Eileen Dreyer: Die Spezialistin« 13.03.2006
Na, ja. Wenn man das Buch an einem Stück liest, verliert an möglicherweise nicht den Faden (443 Seiten). Die Handlung wurde ja schon ausreichend von meinem Vorgänger beschrieben. Leider fand ich das Buch mehr als langatmig. Dieses „auf- eigene- Faust- Programm“ nervt langsam.
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