Liebe stirbt zuerst von Edmund Crispin

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1949 unter dem Titel Love Lies Bleeding, deutsche Ausgabe erstmals 1960 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England, 1930 - 1949.

  • London: Victor Gollancz, 1949 unter dem Titel Love Lies Bleeding. 200 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Ullstein, 1960 Mit Geheimtinte. Übersetzt von Wilm W. Elwenspoek. 207 Seiten.
  • München: Goldmann, 1985 Mit Geheimtinte. Übersetzt von Wilm W. Elwenspoek. ISBN: 3-442-05260-2. 250 Seiten.
  • Köln: DuMont, 2004. Übersetzt von Eva Sobottka. ISBN: 3832183124. 278 Seiten.

'Liebe stirbt zuerst' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Der Held: Gervase Fen ist begeisterter Professor für Englische Literatur und damit, wie er gern selbst betont, der einzige Literaturwissenschaftler der Kriminalliteratur, der je Detektiv wurde. Ein Exzentriker, der sein gewaltiges Weltwissen abwechselnd hinter Naivität und Arroganz verbirgt. Für ihn ist alles ein großes Spiel. Der Schauplatz: Mitte des 20. Jahrhunderts in einem Oxford, wie es sich der Brite erträumt: Voll skurriler Gelehrter und gelehrter Skurrilität. Das Motto: »Im Grunde bin ich ein Naturwissenschaftler, den es reizt, Abstecher in die trügerische Literaturwissenschaft zu unternehmen. Das erkennen Sie auch an meinem klaren und präzisen Verstand.« Am Vorabend des großen Schulfestes von Castrevenford School verschwindet die Hauptdarstellerin der Theateraufführung. Gervase Fen, Englischprofessor und Gelegenheitsdetektiv, ist während der Feierlichkeiten als Ehrengast dabei, um die Preise an die Schüler zu überreichen – auf diese Weise ist er ganz in der Nähe der sich überschlagenden Ereignisse. Mord steht ganz offensichtlich auf dem Spielplan, aber wer steckt dahinter und aus welchem Grund? Ein Unfall im Nachbardorf scheint zwar nichts mit den Vorfällen zu tun zu haben, bringt Gervase Fen aber ins Grübeln. Und darin ist er ziemlich gut.

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krimifan24 zu »Edmund Crispin: Liebe stirbt zuerst« 17.04.2009
Meiner Ansicht nach ist dieser Roman nach "Schwanengesang" und "Mit Freuden begraben" nur der drittbeste der Gervase Fen-Reihe (den "wandernden Spielzeugladen" kenne ich (noch) nicht).
Was mir daran gefällt, ist der Humor, der trotz der grausamen Handlung nicht zu kurz kommt, die liebevolle Schilderung des Internats-Milieus und die typisch Crispin´sche, einfach geniale Idee für das Tatmotiv, welches etwa in der Mitte des Buches zum Vorschein kommt und zu den originellsten Einfällen gehört, die mir jemals untergekommen sind.
Zu kritisieren ist, dass der Roman sich voll auf die Ermittler-Perspektive konzentriert; Gervase Fen steht absolut im Mittelpunkt und wird zudem noch als unfehlbare "Denk-Maschine" hingestellt, der bereits bei der Hälfte des Romans alles weiß. Es würde ihn weitaus sympathischer machen, gestünde ihm Crispin seinem Helden die eine oder andere Schwäche bzw. Unsicherheit zu (denn längst nicht alle Schlussfolgerungen sind meines Erachtens so zwingend, wie Fen sie am Ende hinstellt).
Aus der Dominanz des Detektivs ergibt sich, dass die übrigen Figuren, namentlich die Tatverdächtigen (inkl. des Täters), ziemlich blass bleiben und nicht viel mehr als Namen auf dem Papier, als Variablen in Fens Gleichungen darstellen. Die Charakterisierungen werden nur angedeutet, aber da wäre sicherlich mehr "drin" gewesen" - etwa im Austausch gegen die entbehrliche, slapstick-artige Verfolgungsjagd am Ende, wobei das wohl Geschmackssache ist.
Wie dem auch sei: Lesbar und vergnüglich ist das Buch allemal!
koepper zu »Edmund Crispin: Liebe stirbt zuerst« 18.02.2009
Edmund Crispins „Liebe stirbt zuerst“ scheint mir ein eher schwächeres Werk der schönen Dumont Krimi Reihe zu sein. Der Krimi spielt in Oxford, im Schulmilieu, Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Beschreibung der skurrilen Eigenheiten der Lehrer gelingt Crispin gut. Das ist amüsant und typisch britisch. Was danach passiert, ist die Schilderung mehrerer Morde und die Ermittlungsarbeit eines eher unbedarften Polizisten und des Helden, Gervase Fen, Professor für Englische Literatur. Das ist für meinen Geschmack etwas zu viel schwarz/weiß. Der Kommisar, dem man dauernd auf die Sprünge helfen muss und der Hobbydetektiv, der geniale Züge hat. Die Geschichte plätschert so vor sich hin und entwickelte für mich keine richtige Spannung. Eine nette, kleine Bettlektüre, mehr nicht.
Dr. Franz Eitertschin zu »Edmund Crispin: Liebe stirbt zuerst« 19.07.2005
ich kann mich der begeisterung über diesen krimi nicht anschliessen. Meines erachtens fehlen dem leser zuviele angaben, um den spass eines whodunnit geniessen zu können. auch hat sich bei mir keine spannung eingestellt, aber das mag an subjektiven befindlichkeiten liegen.
auch fand ich es affektiert, wenn ständig kleine gebildete hints vorkommen, die reflexionsspiel des schreibens ist bei anderen autoren viel konsequenter, etwa ellery queen. im großen und ganzen, lesbar, aber schnell wieder aus dem gedächtnis.
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