Herzlich willkommen beim Krimi-Couch-Blog

"Blog", das steht in aller Kürze für Web-Log und ist eine Art Internet-Tagebuch, in dem man kurz auflistet, über was man so alles im Web gestolpert ist oder was sonst beschäftigt.


Hier im Blog der Krimi-Couch geht es natürlich vor allem um Krimis, um News & Nonsense, Ansichten und Einsichten. Hier sind wir gnadenlos subjektiv und entsprechend meinungsfreudig. Und hoffentlich auch entsprechend unterhaltsam. Viel Spaß!

Liebe Leserinnen und Leser,

Oktober heißt: Herbst. Heißt auch: Buchmesse in Frankfurt. Heißt noch viel mehr: Blockbuster! Neues von Dan Brown und Frank Schätzing. Und Stieg Larsson kommt ins Kino.

Letzteres war auch ausschlaggebend dafür, uns endlich mal mit Stieg Larsson als Mensch zu befassen. Ein ausführliches Porträt des Schweden sowie Trailer von Verblendung haben wir deswegen zusammengestellt. Ein interessanter Mann ist er gewesen, ohne Frage. Ungeachtet dessen – diese persönliche Meinung sei mir gestattet – halte ich seine Romane nach wie vor für überschätzt. Aber wenn selbst Mario Vargas Llosa wie kürzlich in El País urteilt: »Auch wenn Sie darüber einstimmen, dass Larsson ein grandioser Geschichtenerzähler war, muss man wie ich finde auch seine Fähigkeit anerkennen, Spannung aus einem politischen Wissen zu erzeugen, das er als aus seinem Leben als militanter Sozialist gewonnen hat.« – tja, da sind wir bei der Frage nach dem persönlichen Geschmack in Buchbesprechungen.

Genau dieser Frage geht Dieter Paul Rudolph in seiner aktuellen Kolumne nach. »Der begründete Geschmack«, so hat er sie betitelt. »Wozu überhaupt Rezensionen, wenn sie den Leser nur verwirren?«, fragt er und weiter: »Hält man es da nicht besser mit der alten Weisheit von den verschiedenen Geschmäckern, über die man bekanntlich nicht streiten kann?« Warum Rezensionen so wichtig sind – und so unwichtig. Ein Widerspruch. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

Kommen wir zurück zu den Blockbustern. Frank Schätzing erhält für seinen neuen, 1300 Seiten dicken Roman Limit, bisher blendende Kritiken. So weit sind wir leider noch nicht. Aber Dan Brown haben wir uns vorgenommen, genauer gesagt seinen neuen Roman Das verlorene Symbol. Der Bild sagte Brown in einem seiner ganz seltenen Interviews: »Mein Buch schmeckt süß wie Dessert – ist aber für das Hirn so gesund wie Gemüse!« Wohl bekomm´s.

Mit weitaus weniger Aufmerksamkeit müssen unsere weiteren Krimi-Tipps im Oktober wohl auskommen. Sei es unser Volltreffer Winter in Maine, Malla Nunns Südafrika-Sittengemälde Ein schöner Ort zu sterben (das in den Fünfzigern spielt), David Peace´ Tokio im Jahr Null (düster bis zum geht nicht mehr) oder David Winslows Mafiakiller-Roman Frankie Machine. Gerade deswegen: reinlesen!

Und damit geht es eigentlich auch direkt ans Kofferpacken. Vom 14. bis zum 18. Oktober öffnet in Frankfurt die weltweit größte Buchmesse ihre Pforten. Wenn Sie Lust haben, schauen Sie doch mal vorbei. Gerne auch am 15.10., 11.00 Uhr, am Stand vom Börsenblatt. Im Gegensatz zum letzten Jahr darf ich dieses Mal Rede und Antwort stehen. Thema: »´Die jungen Wilden´ und ihre digitalen Geschäftsmodelle«.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ganz jung und wild einen schönen Herbstanfang und wie immer eine spannende Lektüre.

Ihr
Lars Schafft

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ISSN 1862-7528