Attic von Douglas Preston & Lincoln Child

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Reliquary, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Droemer-Knaur. 548 Seiten. ISBN-10: 3-426-61823-0, ISBN-13: 978-3-426-61823-3.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1990 - heute.

'Attic' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

New York wird von einer Serie grauenhafter Morde an Obdachlosen heimgesucht. Das Geheimnis kommt aus der Tiefe: »Devil’s Attic«, Dachboden des Teufels, heißt das Tunnelsystem unter den Straßen der Stadt. Ein Thriller an der Grenze zwischen Alptraum und Wirklichkeit.

Das meint Krimi-Couch.de: »Spannendes und beklemmendes Lesegefühl« 95°Treffer

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Eigentlich wollte der Polizeitaucher mit seinen Kollegen nur im dreckigsten Wasser New Yorks, dem Humboldt Kill, nach einem Heroinpaket tauchen, das ein Dealer auf der Flucht in die Kloake geworfen hatte. Allerdings findet er bei dem Tauchgang nicht das Rauschgift sondern zwei Leichen. Das wäre in New York an und für sich nichts Besonderes, wäre da nicht die grauenvolle Tatsache, dass den vermoderten Skeletten die Köpfe fehlen und dort, wo diese eigentlich sein sollten, finden die Experten Bissspuren, die weder von Ratten, noch von Hunden herrühren können.

Lieutenant D´Agosta sucht sich die besten Wissenschaftler der Forensischen Anthropologie und gemeinsam eruieren sie, dass diese Morde im Untergrund der Stadt seltsame Parallelen zu einem vorangegangenen Fall aufweisen, bei dem eine südamerikanische Bestie die Stadt in Angst und Schrecken versetzte.

Dort in den alten aufgelassenen U-Bahn-Schächten, im Kanalnetz und stillgelegten unterirdischen Bahnhöfen wohnen tausende Obdachlose in richtigen Gemeinden zusammen und je tiefer diese unter der Erde leben, umso grausiger mutieren die Tiefenbewohner, um dort überleben zu können. Und die tiefste Ebene, dort wo noch nie ein Polizist war, dort, wo sich nicht einmal die illegalen Bewohner der oberen Schächte hinunter getrauen, dort ist der Dachboden des Teufels »Devil´s Attic«.

So wie die Menschen an der Oberfläche um ihre Existenz fürchten, so angsterfüllt sind auch die Gesetzlosen darunter. Denn die Wrinkler von ganz unten zieht es immer weiter nach oben. Süchtig nach einer neuen Droge sind sie, aber der Hersteller des Chemiegiftes hat unter brutalen Einwirkungen das Zeitliche gesegnet. Und nur in einer Drüse des menschlichen Gehirns findet sich ein identer Ersatzstoff um die Süchtigen zu befriedigen, also beginnt unter Tag ein gewaltiges »Kopf ab«, während oberirdisch eine Demonstration anläuft zur Säuberung New Yorks vor den unterirdischen Individuen.

Lieutenant D´Acosta, FBI-Agent Pendergast, Sergeant Hayward und die besten Wissenschafter kämpfen um Erklärungen und Lösungen, während die Politik unter dem Druck des Volkes Entscheidungen trifft, die mehr Probleme schaffen, als Abhilfen zu bieten. Wer steckt hinter den Morden, wie passieren diese und vor allem, wer oder was ist das Monstrum, das diese kannibalischen Mordaktionen durchführt.

Da gibt es nur eines. Diese Unterweltkreaturen müssen vernichtet werden. Was an Pennern und Asozialen in der Dunkelheit der Schächte vegetiert, muss mit Polizeigewalt an die Oberfläche getrieben werden. Und danach sollen mit den Wassern aus den New Yorker Trinkwasserreservoirs sämtliche Stollen überflutet und jegliches Leben in der Tiefe vernichtet werden. Doch die Beamten und Wissenschafter haben die Rechnung ohne den Beherrscher diese Region gemacht und müssen erkennen, dass jede dieser Reaktionen zu einem fatalen Ergebnis für New York, ja vielleicht der ganzen Welt führen würde. Aber die Aktionen sind nicht mehr zu stoppen und für die Helden des Buches »Attic« von Douglas Preston und Lincoln Child beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und den Tod.

Dieser Wissenschaftsthriller überzeugt in allen Belangen mit seinen reißerischen Qualitäten. Da das Leben tausender Menschen im New Yorker Untergrund leider eine absolute Tatsache ist und auch das ständige Auftauchen neuer Modedrogen und die Genmanipulationen skrupelloser Wissenschafter nicht geleugnet werden können, sind nicht nur mutierende und degenerierte Menschheitsformen durchaus im Bereich des Denkbaren, sondern vielleicht mehr Realität, als uns vielleicht bewusst ist.

In jedem Fall bildet dieser Roman der beiden Erfolgsautoren ein spannendes und beklemmendes Lesegefühl, das von der ersten bis zur 544sten Seite nie weicht. Dabei hat es aber nichts von einem Gruselschocker, auch wenn es mit einigen Schreckmomenten aufwartet. Viel deprimierender ist, wie weit menschliche Dummheit und Ignoranz, gepaart mit übertriebenem Ehrgeiz und kaltblütiger Besessenheit, das Leben jedes einzelnen Bürgers gefährden können. Wobei die Hörigkeit zu Schlagworten und Mediengeilheit, vereint mit Rhetorik und Führungsqualitäten, die Gesellschaft schneller an den Rand des Wahnsinns bringen können, als wir Lehren aus der Zeit des Dritten Reiches predigen.

Für diese Kriminalstory mit packendem Hintergrund kann es nur die volle Wertung geben, auch wenn das Finale nicht unbedingt die Klasse des restlichen Schmökers hat.

Aber eigentlich ist es egal, wie dieses Buch endet, wenn du dir vorstellst, dass in diesem Augenblick auch hinter dir ein verzweifelter Mensch steht, der zum Überleben auf die geschmackvollen Windungen deines Gehirns angewiesen ist und soeben eine Hand deine Kehle umfasst …

Ihre Meinung zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Bärchen ;* zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 12.12.2009
Einfach ein klasse Buch !
Es ist nach Burn Case, Formula, Maniac & Ritual mein 5 Buch des Autorenduos und ich habe mir das nächste auch schon angeschafft.
Attic habe ich verschlungen, da es, wie ich finde, wirklich das beste und realitätsnahste buch von Preston/Child ist...
In manchen Passagen konnte ich es nicht mehr aus den Händen legen und fand es ein wenig grauenhaft, wenn man bedenkt, dass es auch in Wirklichkeit jederzeit passieren kann. Besonders geschockt hat mich, wie manipulierbar viele Menschen sein können, nur um ihren Kopf zu retten, aber möglicherweise den rest der Menschheit in ein verderben stürtzen...
Ein echter Thriller-Fan mus dieses Buch lesen !!
Merlin zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 14.08.2009
ich habe das buch heute zu ende gelesen und finde es ebenso gut gelungen wie "Formula", das ich als erstes, übrigens nach einer empfehlung hier auf der seite, gelesen habe.
es ist gut hintereinander weg zu lesen und eigentlich kann man keine längeren pausen einlegen, denn es bleibt immer spannend. bin schon gespannt auf die nächste story.
übrigens: dass frock der wahnsinnige obermutant ist, kam für mich sehr überraschend.
Chris Brauns zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 08.07.2009
Hörbuch Bewertung:
Die Story ist ja bekannt und den andern, positiven Kommentaren ist nichts hinzuzufügen - 90%!

Gelesen wird das Buch erneut von Tommy Piper (Deutsche Alf Stimme) und erneut schafft Piper es mit seiner "Reibeisen" Stimme die Stimmungen und Effekte toll rüber zu bringen. Aber mit rund 18 Std Spieldauer ist es ein heftiger Brocken den man hören muss. Die eine oder andere Kürzung wäre zu verschmerzen gewesen.

Fazit: Tolle Stimme, aber leider abissel zu lang das Ganze: 85%!
Schnute zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 25.08.2008
Attic ist die gelungene Ergänzung zu Relic! Ich finde es toll Bücher zu lesen, in denen die Protagonisten schon von vorherigen Büchern bekannt sind. In den Büchern von Douglas Preston & Lincoln Child findet man eigentlich überall, mal hier mal da, plötzlich eine Person wieder, von der man in einem vorherigen Buch schon einmal gelesen hat. Man kann sich mit den Figuren einfach besser identifizieren und sich irgendwie auch ein besseres Bild von ihrem Leben machen. Man verfolgt den Werdegang von z.B. D'Agosta, Pendergast und Smithback, aber auch Margo Green... Sehr spannend und alles in allem fügen sich die Bücher zu einem Gemeinsamen zusammen. Toll!
Amouna zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 20.04.2008
Mein Fall ist "Attic" nicht unbedingt, zum einen stört mich der starke Bezug zum Buch davor, zum anderen fand ich einiges so haarsträubend, dass ich zeitweise nicht mehr weiterlesen wollte. Nun gut, ich hab's bis zum Ende durchgehalten, Agent Pendergast fand ich auch nicht annähernd so faszinierend, wie hier z.T. beschrieben. Ist halt Geschmackssache, aber Preston/Child werde ich mir wohl nicht mehr zu Gemüte führen. Meine Wertung: 75°.
Biene20 zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 20.10.2007
Also auf empfelung von Couchlern wurde mir gesagt,dass Relic und Attic nicht in Kombination stehen und ich sie zwischendurch lesen kann!
Deswegen habe ich Relic noch nicht gelesen,aber Attic!
Das Buch Attic ist mein zweites Buch von den Duo und ich muss sagen es war wieder einmalig!
Da ich ein sehr großer Pandergast-Fan bin,habe ich diese Buch wieder verschlungen!Sehr empfelenswert!
Samuel zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 29.09.2007
Gelungene Fortsetzung von Relic.
Aber für mich nicht ganz so gut wie Relic. Empfehelnswert ist es auf jeden Fall zu erst Relic zu lesen, den sonst hat man mit der Handlung einige Verstandnisprobleme. Der Schluß ist überraschend. Aber am besten hat mir natürlich wieder das Gespann Pebndergast / D´Agosta bei der Arbeit gefallen.
Anne zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 11.04.2007
Wunderbare Fortsetzung von Relic - oder doch etwas zu inszeniert? Ich kann mich nicht entscheiden, wie mir dieses Buch bzw. die Story des Buches gefallen hat.
Tatsache aber ist, dass es wieder unglaublich spannend war! Unbedingt lesenswert, auch wenn am Ende leider ein paar Fragen offen bleiben...
Luca zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 15.03.2007
Auch dieses Buch hat mich wieder gefesselt,hauptsächlich wegen FBI Special Agent Pendergast.Einfaszienirender karakter,aber auch die Story hat es in sich:Obdachlose werden ermordet und Pendergast muss in den New Yorker untergrund steigen um das Rätsel zu Lösen.


Fazit:ein suuuuper Krimi den mann lesen sollte
4ndi zu »Douglas Preston & Lincoln Child: Attic« 14.02.2007
Wer "Relic" gelesen hat, muss "Attic" einfach lesen! Alle schon bekannten Figur aus "Relic" kommen wieder vor. Klasse Thriller, der einen bis zuletzt fässelt.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 31.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Attic

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: