Wisch und weg von Dorothy Cannell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel The Importance of Being Ernestine, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien, 1990 - 2009.

  • New York: Viking, 2002 unter dem Titel The Importance of Being Ernestine. 248 Seiten.
  • München: Ullstein, 2003. Übersetzt von Gabriele Weber-Jaric. ISBN: 3-548-25703-8. 312 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2004. Übersetzt von Gabriele Weber-Jaric. ISBN: 3-548-25930-8. 316 Seiten.

'Wisch und weg' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Mrs Malloy, Ellie Haskells Haushälterin mit der gefährlich scharfen Zunge, hat einen interessanten Nebenjob: Sie putzt in einer Detektei – und stöbert mindestens so lange in den Akten, wie sie sie abstaubt. Als die beiden einen gemütlichen Abend in dem Detektivbüro verbringen, steht plötzlich eine Klientin in der Tür: Lady Krumley. Ellie und Mrs Malloy verzichten darauf, die Situation zu erklären, denn die Dame scheint all ihre Hilfe zu brauchen: Ein Familienmitglied nach dem anderen stirbt auf höchst mysteriöse Weise – und Lady Krumley vermutet, dass ein alter Fluch, der einst über die Familie gesprochen wurde, der Grund dafür ist. Nun sucht sie nach einer jungen Frau, Ernestine, denn sie allein kann den Fluch aufheben. Eine harte Nuss für das ungewöhnliche Detektivduo …

Das meint Krimi-Couch.de: »Für Liebhaber des skurrilen Krimis« 77°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Welch eine Verkettung unglücklicher Umstände hat dazu geführt, dass die Innenausstatterin Elli Haskell gemeinsam mit ihrer (ehemaligen) Putzfrau Roxie Malloy Privatdetektiv spielen muss – spielen im wahrsten Sinne des Wortes, denn die beiden stochern nicht nur im Leben anderer Leute herum (mit Beauftragung natürlich), sondern sie geben sich auch als Privatdetektivinnen aus – um dann wieder inkognito als Innenarchitektinnen aufzutreten. Zu verwirrend? Mitnichten. Fangen wir von vorne an:

Es begann alles damit, dass Elli Haskell das Arbeitszimmer ihres Mannes umgestaltet hat. Verschwunden waren die alten Möbel und die alte Schreibmaschine, die haben doch gerade noch für eine Kirchenspende getaugt. Darüber ist Ellies Ehemann Ben aber nicht erfreut und es gibt einen handfesten Streit, so dass Elli aus dem Haus flüchtet. Welch Glück, dass ihre Putzfrau ihren Lippenstift bei ihr vergessen hat. Mrs. Malloy ist gerade in der Detektivagentur ihres neuen Arbeitgebers, der verreist ist. Und als der verspätete 6.00 Uhr-Termin auftaucht, Lady Krumley, beschließt Roxie Malloy, dass sie und Ellie diesen Fall lösen werden. Ihre Ladyschaft meint, ein Fluch läge auf der Familie, denn viele ihrer Verwandten haben innerhalb kürzester Zeit das Zeitliche gesegnet. Und all das nur, weil Lady Krumley vor vielen Jahren ein Hausmädchen vor die Tür gesetzt hat, das sie verdächtigt hat, ihre Brosche gestohlen zu haben. Zudem war das Hausmädchen schwanger, böse Zungen behaupten, der Hilfsgärtner sei der Vater, aber auch seine Lordschaft kam in Frage. Nun ist die Brosche wieder aufgetaucht und die Lady will das uneheliche Kind des Hausmädchens finden, um alles wieder gut zu machen und den Fluch zu brechen. Vielleicht wäre noch zu erwähnen, dass die kürzlich verblichenen Verwandten schon ein recht hohes Alter erreicht hatten …

Von Dorothy Cannell hatte ich schon gehört, aber ich konnte mir keine so rechte Vorstellung davon machen, was mich beim Lesen erwarten würde. Denn was alle Beschreibungen meines Erachtens unter den Tisch fallen lassen: Die Krimis um Ellie Haskell gehören eindeutig in die skurrile Ecke. Nicht ganz so abgedreht wie die Balaclava-Serie von Charlotte MacLeod, da geht es noch etwas überspitzter zu, aber dennoch ausreichend unrealistisch, als dass man ein Schmunzeln nicht verbergen kann. Wie die beiden Pseudo-Detektivinnen miteinander umgehen ist schon ganz lustig. Dem Klappentext nach hat Ellie Haskell schon mehrere Fälle hinter sich, doch die beiden gehen derart amateurhaft ans Werk, als hätte es die vorangegangen Abenteuer nie gegeben. Eine Tatsache, die mich als passionierten Krimileser ein wenig stutzig macht. Selbst Hobby-Detektive greifen auf ihren Erfahrungsschatz zurück und in den Büchern wird Bezug auf die vergangen Fälle genommen. Sei’s drum, es hat das Lesevergnügen nur wenig beeinträchtig.

Der Fall an sich ist dünn, denn es geht hauptsächlich um die Suche nach der verschollenen Tochter des Hausmädchens, die Todesfälle stehen gar nicht im Mittelpunkt des Interesses. Ellie und ihre Putzfrau bleiben im seichten Gewässer und begeben sich nicht in Gefahr. Nachdem die Handlung mehr oder weniger dahin plätscherte und man dennoch erfolgreich von Dorothy Cannell an der Nase herumgeführt wurde (sie dirigiert den Leser mit kleinen Andeutungen wie es ihr beliebt), kommt der große Showdown ganz im klassischen Stil daher: Alle Verdächtigen werden in einem Raum versammelt und am besten soll sich der Täter durch unüberlegtes Handeln selbst outen – Agatha Christie lässt grüßen. Tja, das Motiv war mir zwar nicht ganz klar, aber für Überraschung war gesorgt …

»Wisch und weg« ist zwar kein Super-Thriller, aber hat für ein paar vergnügliche Stunden gesorgt. Fazit: Kurzweilige Unterhaltung auf mittlerem Niveau für Liebhaber des skurrilen Krimis!

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Antje zu »Dorothy Cannell: Wisch und weg« 25.02.2008
Es stimmt, dass Ellie Haskell schon einige Abenteuer hinter sich hat, ich glaube dies ist das 9. Buch in der Reihe. Die Bücher sind eine Mischung aus Krimi und Roman, in denen man auch Ellie Haskells Leben mit erlebt, beispielsweise wie sie ihren Mann kennen lernt, das geerbte Haus renoviert, Zwillinge bekommt und die Sticheleien mit ihrer Familie, über die man im Laufe der Bücher auch immer mehr erfährt. Sie ist keine "Hobby-Dedektivin", sondern "lösst Fälle" über die sie in ihrem eigenen Alltag stolpert. Dadurch sollen die Geschichten etwas glaubhafter rüberkommen, ohne Massenmörder...
Ich habe dieses Buch noch nicht gelesen werde es aber sicher tun.
Ralph zu »Dorothy Cannell: Wisch und weg« 10.12.2005
Wenn in der Kritik oben von "skurril" die Rede ist: Ja, das kann ich unterschreiben.

Das ist aber das einzig positive das mir zu diesem Buch einfällt. Ich lese jeden Mist zuende, aber bei diesem Buch hab ich ernsthaft ans aufhören gedacht.
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