Moskau, meine Liebe von Doris Gercke

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1989 bei Galgenberg.
Ort & Zeit der Handlung: Russland / Moskau, 1970 - 1989.
Folge 3 der Bella-Block-Serie.

  • Hamburg: Galgenberg, 1989. ISBN: 3925387595. 144 Seiten.
  • München: Goldmann, 1993. ISBN: 3-442-09973-0. 152 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. ISBN: 3-442-72850-9. 152 Seiten.

'Moskau, meine Liebe' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Bella Block, eigenwillige Hamburger Detektivin, fährt nach Moskau, um auf den Spuren ihres geliebten dichtenden Grossvaters zu wandeln. Doch was als sentimentaler Wochenendtrip beginnt, entwickelt sich zu einer Sex-and-Crime-Story mit vielen Toten. Die Opfer: junge hübsche Frauen, die sich zahlungskräftigen Ausländern feilbieten. Und nachdem auch noch ein schöner Polizist auftaucht, einer jener jungen Männer, für die Bella eine Schwäche hat, sitzt sie schon zwei Monate nach ihrem Kurztrip wieder im Flugzeug gen Osten, um dem Geheimnis von Leichen und Liebe auf die Spur zu kommen. Dabei gerät die Detektivin in den Moskauer Sumpf von Prostitution und Mädchenhandel, von Korruption und Ausbeutung …

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine apokalyptische Reise nach Moskau«

Krimi-Rezension von hyby

Bella Blocks Mutter ist ehemalige Spanienkämpferin und auch angesichts zusammengebrochener sozialistischer Welten nach wie vor Altkommunistin. Voller Eifer unterstützt sie das Vorhaben ihrer Tochter, nach Moskau zu reisen, um dort nach Spuren ihres Großvaters, des russischen Lyrikers Aleksandar Block zu suchen.

Doch aus dieser literarischen Lokalterminreise wird nichts – die Stadt ist wie ein Schlag in den Magen. die einstige Metropole des sozialistischen Erdkreises hat sich aufgelöst in eine hitzige Melange aus Korruption, Gier, Dekadenz und einer kaum mehr vorstellbaren Armut. Für viele junge Frauen gibt es nur einen denkbar einfachen Weg, dieser fast zwangsläufigen Spirale der Verarmung zu entkommen, doch dieser Weg gerät schnell zur lebensgefährlichen Gratwanderung.

In einer Hotelbar wird Bella Block zufällig Augenzeugin eines Giftmordes an einer jungen Prostituierten. Als wenig später Beamte der Miliz auf der Bildfläche erscheinen, gerät Bella unversehens in einen turbulenten Funkenflug ihrer Hormone: schlagartig und heftig verliebt sie sich in den blauäugig strahlenden Alexander. Großvater hin, Elend her – Bella kämpft mit dem so unerwartet aufgebrochenen Gefühlsaufruhr und ihrem Verlangen, sich in eine so absurde wie verlockende Affäre fallen zu lassen. Sie reist ab.

Aber es dauert nicht lange, da ist sie wieder in Moskau, diesmal mit der festen Absicht, ihr inneres Wirrwarr zu glätten.

Diese zweite Reise nach Moskau gerät zur Apokalypse. Westliche Geldscheine bestimmen unverblümt und dreist den Rhythmus der Stadt. Schwüle »Modenschauen« als Vorhof zur Prostitution. Für Bella ist es ein harter Schlag, als sie erkennen muss, dass der brave Milizionär Alexander noch ganz anderen nebenberuflichen Tätigkeiten nachgeht. Bella beerdigt ihre Liebe – so rasch und gründlich, wie das eben nur eine erfahrene Frau kann. Es mehren sich die tödlichen Giftanschläge auf junge Huren. Die Moskauer Mafia wird zunehmend nervös, denn nichts deutet auf einen internen Unterweltkrieg hin. Mit Hilfe freundlicher Einheimischer gelingt es Bella, für einige Tage unterzutauchen. Und da gerät sie auf die Spur der Mörder, die ein ganz unerwartetes Gesicht haben …

Dass Doris Gercke mit ihrem Stil atmosphärische Dichte schaffen kann, war ja schon wiederholt bei mir zu lesen. Beim Schreiben des vorliegenden Romans hat sie noch ein paar Briketts drauf gelegt.

Da mag das geschilderte Milieu dem sicher noch entgegengekommen sein: die Elegie einer kollabierenden Metropole, die wachsenden Schatten eines brutalen alltäglichen Rattenrennens. Und darüber schweben die süßlich-verlockenden Schalmeientöne wortgewaltiger Populisten und Ultras jeglicher Couleur. Die beklemmend hoffnungslose Feier eines Grüppchens ehemaliger Partisanen des II. Weltkrieges, die so trotzig wie allein gelassen »ihren Tag«, den 9. Mai in Ehren zu halten gedenken – das gehört zu den eindrucksvollsten Passagen dieses Buches.

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M. Oostdijk zu »Doris Gercke: Moskau, meine Liebe« 29.12.2004
Ich habe dieses Buch als Hollaender auf Deutsch gelesen. Ich kennte die Schreiberin nicht und war nur durch den Titel aufmerksam geworden. Es hat mich sehr getroffen. Es ist Spannend, gibt eine gute Beschreibung der Moskausche Atmosphaere und der Plot ist nicht so standart wie in den meisten Krimi's. Also alles zusammen ganz positiv.
Christoph Dickenscheid zu »Doris Gercke: Moskau, meine Liebe« 21.12.2002
Das Buch ist ganz nett! Ich (musst) es im Deutschunterricht lesen, aber irgendwie bin ich der MEinung, dass der Roman überwiegend für Frauen ist! Männer wie Alexander und der Russische Taxifahrer lassen sich mir nichts dir nichts auf Bella ein, außerdem kann eine Frau einen Porsche in eine Parklücke einparken ;-) Ne aber mal im ernst, das Buch ist wirklich für Frauen ganz gut geschrieben, ich als Mann, fande das Buch naja nicht wirklich literarisch wertvoll, es leigt eher im Bereich von3-5(Schulnotensystem)! Ab und zu kommt die Spannung wirklich Großartig an, dort werden auch die Männer begesitert sein, leider hält diese nicht sehr lange an, deshalb kann auch diese nicht wirklich etwas retten, die Täter und der Schluß sind am verwirrensten, alte Frauen, die kommunisten sind, töten Prostituierte, weil sie Russland "verunreinigen", anstatt das Bella es jemanden meldet läst sie die ganze Sache liegen und lässt das Morden weiter zu! Sehr komisches Buch, trotzdem für die Frau vielleicht eine drei und als man würde ich sagen, dass man sowas einmal lesen muss, damit man weiß ob es jemanden gefällt oder nicht!
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