Tod zwischen den Zeilen von Donna Leon

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 unter dem Titel By its Cover, deutsche Ausgabe erstmals 2015 bei Diogenes.
Folge 23 der Guido-Brunetti-Serie.

  • New York: Atlantic Monthly, 2014 unter dem Titel By its Cover. 288 Seiten.
  • Zürch: Diogenes, 2015. ISBN: 978-3-257-06929-7. 288 Seiten.
  • [Hörbuch] Zürich: Diogenes, 2015. Gesprochen von Joachim Schönfeld. ISBN: 3-257-80361-3. 7 CDs.

'Tod zwischen den Zeilen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Brunetti auf der Jagd nach Raritäten: Der Commissario wird zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen, der altehrwürdigen Biblioteca Merula. Wertvolle Folianten liegen aufgeschlitzt da, und der amerikanische Forscher, der ein Dauergast war, ist verschwunden. In Venedig, das einst auch eine florierende Bücherstadt war, entdeckt Brunetti eine eigenartige Welt: einen florierenden Schwarzmarkt für Bücher.

Ihre Meinung zu »Donna Leon: Tod zwischen den Zeilen«

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Vielleserin zu »Donna Leon: Tod zwischen den Zeilen« 10.11.2017
Ich stimme "kritikaster" uneingeschränkt zu! Nachdem ich mich durch 200 Seiten hindurchgequält hatte (anfangs fand ich die Beschreibungen alter Bücher noch sehr interessant und habe mich auch über zahlreiche der genannten Schriftsteller und Philosophen informiert), riss mir dann doch der Geduldsfaden, so dass ich die letzten Seiten nur quer gelesen habe.
Mich beschlich das unangenehme Gefühl, dass Frau Leon nur Seiten schinden wollte, indem sie z.B. kleinste Bewegungen der handelnden Personen stets ausführlich beschrieben hat - und das in jeder noch so banalen Situation. Ich mag Krimis mit ausführlichen Milieubeschreibungen und tiefgründig gezeichneten Charakteren - aber Donna Leon langweilt den geduldigen Leser, weil sie es einfach übertreibt!
(Sie hob die Hände - beide gepflegt, der linke Zeigefinger jedoch durch einen winzigen Riss im Nagelbett entstellt - von der
mit einer dünnen Staubschicht überzogenen Tastatur ihres Computers, hob ihren Blick und bewunderte das letzte Blatt, das sich - dem Herbststurm trotzend - an das ihn haltende kleine Ästchen des wohl hundert Jahre alten Ahorns klammerte. Sodann senkte sie ihren Blick wieder auf die Tastatur, die Hände verweilten - da sie nachdachte- einige Sekunden darüber - bis sich "Vielleserin" entschloss, ihre Kritik an "Tod zwischen den Zeilen" fortzusetzen und zu beenden ;-)).Mit dem vorliegenden Buch wird auch manch anspruchsvollerer Leser überfordert, und wer einen guten Krimi - wie die früheren von Donna Leon - erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich dieses Buch nur für wenige Cent auf einem Flohmarkt erworben habe.
Beate von Bülow zu »Donna Leon: Tod zwischen den Zeilen« 03.08.2017
Lautet der letzte Satz wirklich: "Brunetti zückte sein telefonino,. und nahm den Kaffee dankend an"
Ist das wirklich das Ende?

Hier fehlen bei meinem ebook 4 Seiten, ich habe also die Hoffnung, dass es noch wenigstens 4 Seiten weitergeht.

Wer kann mir helfen??? Bitte um Antwort.

Ansonsten wäre es ein so abrupter Schluss, dass man denken kann, Frau Leon habe den Abgabetermin beim Verlag überzogen.
Der schlechteste Brunetti von allen. Langatmig (obwohl ich das sonst mag), kaum Metahandlung, vorhersehbares Ende, Schluss im Sturz.
Susanna zu »Donna Leon: Tod zwischen den Zeilen« 26.03.2017
Brunetti, der sympathische Commissario, hat es diesmal zunächst mit Bücherdiebstahl aus einer Bibliothek und Vandalismus an Bücher, Herausschneiden von einzelnen Seiten zu tun, bevor noch ein Mord hinzu kommt.Der dreiundzwanzigste Fall, beginnt wie die meisten eher gemächlich, leider nimmt das Tempo für lange Zeit nicht zu. Die Dialoge des Ermittlers mit den Beteiligten oder Geschädigten sind sehr lang und auch umständlich. Brunetti interessiert sich auch immer für die historischen Hintergründe, das ist der Leser gewohnt und meist ist es auch interessant, aber hier fragt er auch das, was er selber als Leser von historischen Büchern und über historische Figuren schon wissen müsste. Die Autorin bedient sich hier der Figur, um dem Leser etwas zu erklären ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass viele Leser Brunetti schon bestens kennen. So wirkt es allzu künstlich und auch belehrend. Das Handwerkliche eines Krimis scheint an manchen Stellen sehr durch. Das konnte Donna Leon schon besser.Es wird viel darüber nachgedacht, was alte Bücher ausmacht, der Einband, Zeitgeschichte, die Herstellung des Werkes, Äußerlichkeiten. Alles interessant, aber warum dreht sich mancher Dialog im Kreis? So wird es leider langweilig, da helfen auch die anderen gewohnten Zutaten von Donna Leon nicht, wie soziale Kritik, Umweltprobleme etc. Einzig die Auflösung ist besser, weil eine sehr menschliche Tragik dahintersteht. Gemessen am langen Anfang, ist das Ende zu kurz geraten. Das ist unausgewogen.Nur für Brunetti und Venedig -Fans.
Jossele zu »Donna Leon: Tod zwischen den Zeilen« 24.12.2016
Wieder mal ein sehr gelungener Brunetti, wie ich finde, gemächlich, aber sehr schön erzählt mit einer soliden Aufklärung des Falles. Den Büchern von Donna Leon merkt man an, wenn die Handlung in einem Milieu spielt, für das sie sich interessiert und in dem sie sich entsprechend auskennt. In diesem Roman kann man ihre Begeisterung für alte Werke förmlich spüren, wenn sie die Kommissarin Griffoni darüber nachdenken lässt, was schlimmer sei: wegen Spielschulden einen Mord zu begehen oder alte Bücher zu stehlen bzw. zu ruinieren.
kritikaster zu »Donna Leon: Tod zwischen den Zeilen« 13.02.2016
enttäuschend - dieses buch, langatmig, ellenlange, belehrende ausführungen über alte bücher, die einen bibliophilen nur langweilen, weil er sie bereits kennt und einen leser, der einen krimi erwartet, zum einschlafen bringt.
ich weiß wirklich nicht, was diese sonst so brillante autorin da geritten hat.
mangelndes geld wirds doch wohl nicht gewesen sein.
irgendwann hätte sie sich entscheiden sollen, ob sie nun eine kriminalroman, ein lehrbuch oder venedigimpressionen schreiben will. so ist es nur ein langweiliges durcheinander.
vielleicht sollte sie es machen, wie dorothy soyers - irgendwann hat sie das schreiben von kriminalromanen aufgegeben und christliche traktate verfasst.TIEFE
Troy zu »Donna Leon: Tod zwischen den Zeilen« 24.10.2015
Eigentlich mag ich Brunetti. Er ist fast schon außergewöhnlich normal, führt eine harmonische Ehe und erfreut sich zweier wohlgeratener Kinder. Die Anzahl der Bösewichter in Venedig ist überschaubar, die meisten Verbrechen sind menschlich nachvollziehbar, komplett durchgeknallte Psychopathen eher selten und eine Verfolgungsjagd im Vaporetto ist oft das Höchstmaß an Action. Zwischendurch immer wieder versteckte kleine Seitenhiebe auf den italienischen Staat und die Stadtoberen von Venedig. Kurzum, man weiß was einen erwartet, wenn man Donna Leon kauft, und wie gesagt, eigentlich mag ich Brunetti. Aber dieses Mal lässt es die Autorin doch allzu betulich angehen. In der ersten Hälfte des Buches erfährt der Commissario (und der Leser) alles über den Frevel in einer renommierten Bibliothek, über alte Bücher und reiche Sponsoren und über einen florierenden Schwarzmarkt für eben jene Bücher. Und dass es – Überraschung - böse Menschen, die mit gestohlenen Raritäten handeln, auch in Venedig gibt. Dazu bedarf es keiner Action, hier wird alles in gepflegten, aber ellenlangen Gesprächen mit Kollegen, mit der Gattin, mit den adligen Schwiegereltern und ebenso adligen reichen Gönnern erörtert. Zum Diebstahl der Bücher kommt schließlich ein Mord, und wer lange genug durchhält, erfährt auch, wer der Übeltäter war. Vielleicht hat sich Donna Leon dieses Mal schwer getan, die Seiten zu füllen. Dass sie ein Faible für alte Bücher hat, mag ja okay sein, aber das allein als Basis für einen spannenden Krimi ist für mich ein bisschen wenig. Auch wenn ich Brunetti ja eigentlich mag.
Sagota zu »Donna Leon: Tod zwischen den Zeilen« 22.10.2015
"Brunetti auf der Jagd nach Raritäten: Als in der altehrwürdigen Biblioteca Merula Illustrationen aus alten Büchern, ja ganze Folianten verschweinden, ist Brunetti mehr gefordert denn je. Der Fall mit dem höchsten Einsatz. Zu Tod zwischen den Zeilen hat Donna Leon sich durch einen der größten Bücherdiebstähle in der Geschichte inspirieren lassen." (Quelle: Buchrückentext)


Meine Meinung:

Das Cover wirkt sehr anziehend auf mich, ist absolut passend und hat etwas Erhabenes, was dem Kriminalfall gerecht wird: Der Löwe hütet mit der Vorderpranke besitzergreifend das Buch, so wie die Biblioteca Merula alte und sehr wertvolle Bücher besitzt.
Der stilistisch niveauvoll und überaus unterhaltsam geschriebene 23. Fall für Commissario Brunetti hat mich nach jahrelanger "Abstinenz" (die nach dem 13. Fall bei mir auftrat) sehr begeistert: Ihr Stil, die leise Sozialkritik (von Politik über klerikale Einflüsse, bizarre Amtsvorgänge bis hin zu Kreuzfahrtschiffen, deren regelmäßiges Anlegen in Venedig zurecht mehr als umstritten ist), ist unverändert spannend und bringt die Kultur und Geschichte Venedigs dem Leser näher: Es handelt sich um einen klug inszenierten Fall, in dem es um das Verschwinden einzelner Seiten oder gar ganzer Bücher geht, die teils mehr als 500 Jahre alt und daher sehr wertvoll sind. Einige wurden aus der "Biblioteca Merula" auf perfide Weise entwendet... Der Titel des Krimis hat natürlich mit dem Fall zu tun - und drängt umso mehr nach einer Auflösung:
Kein leichter Fall für Brunetti (dessen "Familienleben" mitsamt altem venezianischem Adel auch charmant, aber nicht überladen "rüberkommt") und dem legendären Ispettore Vianello, der inzwischen per "du" mit Guido Brunetti ist (und den ich von Beginn an ins Herz geschlossen hatte). Für mich war es ein Lesegenuss, die Ermittlungen (im Genick des Ermittlerduos immer in gewohnter "Un"manier der Vice Questore Patta) zu verfolgen und ich habe es sehr genossen, vom Wert alter Bücher und altehrwürdiger Bibliotheken mehr zu erfahren... Zuweilen existieren noch Exemplare von solch' hohem (Sammler)wert, dass so mancher Zeitgenosse bereit sein könnte, dafür "über Leichen zu gehen".

Fazit:
Klug, zuweilen zum Schmunzeln, interessant, mit sehr viel kulturellem venezianischem Flair, ein sympathisches Ermittlerteam - und einen nicht vorhersehbaren Plot - das dürfte die Herzen eingeschworenet Brunetti-Fans höher schlagen lassen! Von mir 4 große Sterne und 92° auf der Krimi-Couch mit einer Krimi > Leseempfehlung ;-)
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