Schöner Schein von Donna Leon

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel About face, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei Diogenes.
Ort & Zeit der Handlung: Italien / Venedig, 1990 - 2009.
Folge 18 der Guido-Brunetti-Serie.

  • New York: Atlantic Monthly, 2009 unter dem Titel About face. ISBN: 978-0802118967. 278 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2010. Übersetzt von Werner Schmitz. ISBN: 978-3-257-06745-3. 344 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2011. Übersetzt von Werner Schmitz. ISBN: 978-3-257-24098-6. 350 Seiten.
  • [Hörbuch] Zürich: Diogenes, 2010. Gesprochen von Jochen Striebeck. ISBN: 978-3-257-80290-0. 8 CDs.

'Schöner Schein' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Nichts als schöner Schein – das denken sich wohl die Leute, wenn sie »la Superliftata« in der Calle begegnen. Brunetti aber merkt, dass sich hinter den starren Zügen von Franca Marinello Geheimnisse verbergen. Nicht anders als hinter den feinen Fassaden von Venedig: Den Machenschaften der Müllmafia auf der Spur, entdeckt Brunetti die Kehrseite der Serenissima.

Ihre Meinung zu »Donna Leon: Schöner Schein«

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manni zu »Donna Leon: Schöner Schein« 13.05.2013
Nach langer Brunetti-Abstinenz bin ich mit "Schöner Schein" wieder eingestiegen und ich habe das keine Sekunde bereut. Welch eine Wohltat zwischendurch einmal einen ganz unaufgeregten, in jeder Phase nachvollziehbaren Kriminalroman zu lesen, intelligent und witzig geschrieben, typisch Leon eben. Meine Venedigauszeit war gut gewählt, jetzt steige ich gerne wieder ein.
70°!
Jossele zu »Donna Leon: Schöner Schein« 04.02.2012
Eigentlich ein schön zu lesender Krimi, ruhig und dennoch zügig genug erzählt. Mit allen Zutaten, die Leons Brunetti lesenswert machen. Am Ende aber reißt die komische Auflösung des Falles alles wieder ein, was Leon vorher an Handlung aufgebaut hat. Es kam mir fast vor, als lese ich zwei verschiedene Bücher, den ersten Teil bzw. drei Viertel des Buches, in dem ein schöner Plot entsteht und den Rest, der irgendwie hingeschludert wirkt, so als wäre der erste Teil ohne Idee vom Ende geschrieben worden, das dann noch dazuerfunden werden mußte.
allegra zu »Donna Leon: Schöner Schein« 06.06.2011
Seit einigen Jahren lese ich regelmäßig Brunetti Krimis. Bei den ersten, die ich gelesen habe, kann ich mich sogar noch an Inhaltliches erinnern: "Venezianisches Finale", "Acqua Alta" oder "Die dunkle Stunde der Serenissima" würden mich jederzeit wieder bestens unterhalten und zum Nachdenken anregen .
Aber seit einigen Jahren freue ich mich zwar jeweils, wenn ich ein neues Buch in der Bücherei leihen kann. Aber irgendwie habe ich die Geschichten sehr schnell vergessen, sie sind in meiner Erinnerung schall- und klanglos untergegangen. Ich fürchte dieses Schicksal wird auch "Schöner Schein" ereilen.
Die Thematik Müllentsorgung im Zusammenhang mit organisiertem Verbrecher ist zwar ein Dauerbrenner und sicher imemr wieder ein lohnenswertes Motiv. Die familiäre Situation der Familie Brunettis ist wiederum angenehm vertraut dargestellt. Und doch fehlt irgendwie der Kick. Die Lösung des Falles bleibt irgendwie schwammig. Man weiß am Ende zwar, weshalb die Opfer umgebracht wurden, die Details der Morde sind aber nicht Thema des Buches.

Der deutsche Titel bedient das beliebte Motiv des Gegensatzes Schein - Sein und wurde vom Verlag wahrscheinlich gewählt, weil der Leser ziemlich lange bezüglich einer Person in die Irre geführt wird. Aber eigentlich trifft es der Originaltitel "About Face" besser.

Liebhaber von Cicero und anderer klassischer römischer Literatur kommen in diesem Buch voll auf ihre Kosten. Dem Nicht-Lateiner bleibt der Eindruck, dass alles eigentlich schon mal in der Literatur beschrieben ist. Wozu braucht es denn noch mehr Bücher?

Ich schwanke ein bisschen zwischen der Ansicht, dass sich der Protagonist Brunetti langsam etwas abgenutzt hat und andererseits der Bewunderung, dass Donna Leon diesem Charakter solange treu geblieben ist und im Vergleich zur Regiokrimi Schwemme, die wir gerade erleben, immer noch sehr hohe Qualität abliefert. Ich denke mal, ich werde auch die weiteren Brunetti-Fälle lesen, auch wenn sie vielleicht nicht so nachhaltig wirken, wie sie es früher taten.
Biene0756 zu »Donna Leon: Schöner Schein« 28.02.2011
Als langjähriger Leon Fan, (seit den letzten 2-3 Büchern fragt man sich immer mehr, warum eigentlich?) ist es ein Muß, auch zu dem neuesten Buch zu greifen. Aber wie ich schon mal schrieb, man kommt sich vor wie bei einer liebgewordenen Vorabend Soap, man liebt Venedig, die Brunettis, die Polizeistelle etc., fühlt sich selbst schon familienzugehörig und hat dank der schönen Beschreibung der Lagune ein Urlaubsgefühl - man kann davon nicht lassen. Habe mich tapfer durch das Buch gequält, spannend ist anders. Schade. Aber ich werde ganz bestimmt auch die nächsten lesen.
WUHMR zu »Donna Leon: Schöner Schein« 25.12.2010
Ich habe den Roman mit gemischten Gefühlen gelesen. Zweifelsohne gelingt es Donna Leon den Leser an Venedig zu fesseln und man möchte am liebsten in einem der Palazzi leben.
Zu Beginn entwickelt sich der Roman zu einem Krimi, der scheinbar die Problematik illegaler Müllentsorgung thematisiert. Camorra, korrupte Politiker - all das würde für einen Krimi passen, noch dazu, wenn man sich vor Augen führt, dass solche Dinge in Italien nicht nur Phantastereien sind sondern an der Tagesordnung stehen. Leider entwickelt sich der Mord an dem Carabiniere Guarino zur Nebensache. Ist es ein wenig die Angst der Autorin in einem Wespennest zu stochern, aus dem die Wespen der Regierung, der Camorra und anderer Organisationen herauszusummen drohen?
Die geheimnisvolle Franca Marinello spielt eine interessante Rolle und der Leser empfindet ihr ggü. nach viel Abneigung allmählich Sympathie, ja fast Mitleid - und gerade dieser Erzählstrang wird im 2. Teil zum zentralen Thema. Und hier flacht die Story ab - leider. Denn eines muss man sagen - dieser Roman hat bis zur Mitte in jedem Fall das Zeug dazu einer der besten Brunetti-Romane zu werden.
Dennoch: die ungewöhnlich Wendung und das eigenartige Ende sollten nicht den Eindruck erwecken, als würde es keinen Spaß machen, den Roman zu lesen.
Mysti zu »Donna Leon: Schöner Schein« 05.09.2010
Ein ausgesprochen schöner Roman. In epischer Ruhe werden Beschreibungen des verschneiten Venedig, Gespräche über Politik und Literatur, Abendgesellschaften in venzianischen Palazzi geschildert. Fast denkt man, man sei in einem der schönen Gesellschaftsromane des späten 19. Jahrhunderts, in denen die Figuren noch ausreden dürfen, in denen die Genauigkeit der Beschreibung und die treffende Pointe des Dialogs so viel wichtiger ist als der nächste Handlungsschritt. Und doch, es ist ein Krimi, in dem die Handlungsstränge, die zunächst nicht zusammen zu gehören scheinen, sich doch verweben und in dem die Frage von Schuld oder Unschuld sich nicht nur an den diversen Tätern festmacht, sondern auch an Comissario Brunetti, der für den italienischen Staat arbeitet und damit für eine Regierung, die in diesem Roman nicht viel besser wegkommt als die diversen mafiösen Organisationen, die auf dem Vormarsch in den italienischen Norden sind. Schuld kann persönliche Verfehlung sein, oder Bösrartigkeit oder Teilhabe an einer Strktur.
Aber ja, eine Krimihandlung wird auch "ordentlich" vorangetrieben und alle Gesetze des Genres werden erfüllt. Also auch wer mehr auf Agatha Christie als auf Fontane steht, wird sein Vergnügen haben.
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