Ruckediguh, Blut ist im Schuh von Dick van den Heuvel

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Wulffers en de zaak van de vermoorde onschuld, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei R. Brockhaus.
Ort & Zeit der Handlung: Niederlande / Amsterdam, 1990 - 2009.
Folge 1 der Lukas-Wulffers-Serie.

  • Zoetermeer : Mozaïek, 2004 unter dem Titel Wulffers en de zaak van de vermoorde onschuld. 156 Seiten.
  • Wuppertal: R. Brockhaus, 2007. Übersetzt von Rolf Waterkamp. ISBN: 978-3417249996. 156 Seiten.

'Ruckediguh, Blut ist im Schuh' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Ein Amsterdamer Radfahrer macht auf dem Weg zur Arbeit einen grausigen Fund: An einer Uferböschung liegt die Leiche einer jungen Frau, die offenbar vergewaltigt und daraufhin brutal erwürgt wurde. Die Polizei steht vor einem Rätsel, denn schon bald gibt es nicht einen, sondern zwei mögliche Täter. Stammt der Mörder aus dem nahe gelegenen Asylbewerberheim? Oder hat der Freund der Ermordeten, ein reicher Unternehmersohn, das grausige Verbrechen begangen? Beide Verdächtige haben ein sehr wackliges Alibi. Der Druck der Öffentlichkeit wächst, denn der Fall wird schnell zu einem Politikum, und die Bevölkerung will den Mörder hinter Gittern sehen. Die Ermittlungen sind festgefahren, aber Lukas Wulffers, der Polizeipfarrer, lässt nicht locker. Auf seine eigene, ungewöhnliche Methode nimmt er sich der Sache an …und kommt zu einem unerwarteten Ergebnis.

Das meint Krimi-Couch.de: »Reichlich Leben und viel Atmosphäre« 65°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

In einem Graben findet ein Radfahrer frühmorgens die Leiche von Daniela van Stee, einem jungen Mädchen, das offensichtlich zunächst vergewaltigt und anschließend mit ihrem BH erdrosselt wurde. Schnell gibt es einen ersten Tatverdächtigen. Joachim, der jüngste Sohn des schwerreichen Bauunternehmers Willem Broekhuizen. Joachim gibt an, in der Nacht von Danielas Tod mit dieser einvernehmlich während einer Party Gechlechtsverkehr gehabt zu haben, bevor Daniela die Party voreilig verlies. Doch für die Polizei gilt der DNA-Beweis, getreu der alten Regel, wonach das Sperma bei einer Leiche immer vom Mörder stammt.

Willem Broekhuizen ist außer sich, denn er strebt nach einem Ministeramt und kann einen derartigen Skandal nicht gebrauchen, vom Ruf der Familie ganz abgesehen. Als er erfährt, dass aus einem nahegelegenen Asylbewerberheim ein Bewohner unentschuldigt fehlt, macht er seinen ganzen Einfluss geltend, um die Bevölkerung gegen den flüchtigen 19-jährigen Liberianer Collins George aufzuwiegeln. Nachdem es der Polizei endlich gelingt Collins zu finden, fangen die Probleme erst richtig an, denn sowohl Joachim wie Collins leugnen die Tat, obwohl es gegen beide einen eindeutigen Beweis zu geben scheint. Doch was jeweils den einen belastet, entlastet den anderen …

Geringer Umfang, aber viel Atmosphäre

Ruckediguh, Blut ist im Schuh ist der zweite Roman um den Polizeiseelsorger Lukas Wulffers, der vom R.Brockhaus Verlag in deutscher Sprache aufgelegt wurde. Dabei gelingt es Autor Dick van den Heuvel einmal mehr, trotz des überschaubaren Buchumfanges ein hohes Maß an Atmosphäre zu schaffen und seinen Figuren reichlich Leben einzuhauchen, wenngleich leider etwas klischeehaft.

Da ist zunächst die Familie der ermordeten Daniela, die unter dem Einfluss des tyrannischen Vaters massiv zu leiden hat. Nach einem Arbeitsunfall sitzt er nur noch zu Hause und führt seine Familie streng autoritär; Prügel eingeschlossen. Ebenso eindringlich schildert der Autor wie schnell Vorurteile eine kaum noch zu kontrollierende Eigendynamik entfalten können. Hierbei erhält der Leser gleichzeitig einen kleinen Einblick in das Leben von Asylbewerbern, sowohl vor wie nach deren Flucht aus ihrem Heimatland.

Unvorhersehbares Ende à la Agatha Christie

Moralisch einmal mehr unangreifbar ist der ungewöhnliche Protagonist der Story, der eigenwillige Polizeipfarrer Lukas Wulffers. Obwohl er nur den (wie auch immer) Betroffenen von Verbrechen seelsorgerisch zur Seite stehen soll, kann er es doch nicht lassen, sich ständig in die Ermittlungen einzumischen. Nicht immer geschieht dies zur Freude seiner Vorgesetzten und Kollegen. Am Ende ist es so, wie es bei der Wulffers-Serie offenbar immer ist. Ein genialer (für den Leser erst im Nachhinein bei der Auflösung erkennbarer) Einfall von Wulffers, gefolgt von der Überführung eines Täters, den wohl kaum jemand auf seiner Rechnung hatte. Gewisse Ähnlichkeiten zu Miss Marple und Hercule Poirot erscheinen dabei natürlich rein zufällig …

Jörg Kijanski, April 2007

Ihre Meinung zu »Dick van den Heuvel: Ruckediguh, Blut ist im Schuh«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Ihr Kommentar zu Ruckediguh, Blut ist im Schuh

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: