Dicker als Blut von Dick van den Heuvel

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Wulffers en de zaak van de bloedverwanten, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei R. Brockhaus.

  • Zoetermeer : Mozaïek, 2004 unter dem Titel Wulffers en de zaak van de bloedverwanten. 142 Seiten.
  • Wuppertal: R. Brockhaus, 2006. Übersetzt von Rolf Waterkamp. ISBN: 978-3417249651. 142 Seiten.

'Dicker als Blut' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Seit der erfolgreiche Geschäftsmann Louis Boffet von einer Zeitschrift in die Liste der 40 reichsten Niederländer aufgenommen wurde, plagt ihn die Angst um seinen kleinen Sohn. Er wird von der Vorstellung gequält, dass jemand Sam entführen könnte, um Lösegeld zu erpressen. Trotz umfassender Sicherheitsmaßnahmen geschieht eines Tages das Befürchtete: Beim Einkaufen mit seiner Mutter wird der Junge in einem unbeobachteten Moment aus einem Warenhaus entführt. Doch die erwartete Lösegeldforderung bleibt aus – und die Täter haben keinerlei Spuren hinterlassen. Ein ominöses Fax, an dessen Echtheit sich bald erhebliche Zweifel regen, verstärkt die Unsicherheit. Mit jedem Tag wächst die Verzweiflung der Eltern – wer steckt hinter der Entführung, und was haben die Täter mit dem kleinen Jungen vor? Die Ermittler stehen vor einem Rätsel, aber Lukas Wulffers, Pfarrer in Polizeidiensten, besitzt Fähigkeiten, mit denen die Entführer nicht gerechnet haben... 

Das meint Krimi-Couch.de: »In der Kürze liegt die Würze« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

In dem Amsterdamer Kaufhaus »Bijenkorf« läuft die Aktion »Drei billige Tage« auf Hochtouren. Der Laden platzt aus allen Nähten und mitten im Getümmel befindet sich Leontine Boffet mit ihrem fünfjährigen Sohn Sam, der plötzlich von der Bildfläche verschwindet. Leontines Mann Louis ist nicht nur Chef eines multinationalen Großkonzerns, sondern auch einer der reichsten Niederländer und so will er zunächst abwarten und vor allem die Polizei aus allem raushalten. Doch diese wurde bereits von dem Kaufhaus informiert, ohne der Sache zunächst Bedeutung beizumessen. Der Polizeiseelsorger Lukas Wulffers begibt sich jedoch in das Kaufhaus und nachdem klar wird, dass es sich um eine Entführung handelt, gelingt es seinem Chef Peter Hermans über Boffets Sicherheitschef Albert Schröder, der einst ebenfalls Polizist war, Boffet von einer Zusammenarbeit mit der Polizei zu überzeugen.

Die Auswertung der Überwachungsvideos ergibt zunächst nichts, da in dem Moment von Sams Verschwinden eine schwarz gekleidete Frau die Kamera verdeckt. Kurz darauf erhalten die Boffets ein ungewöhnliches Fax mit den Worten »Sie werden in einer Woche von uns hören.« Während Hermans und Schröder auf der Stelle treten und in ihren Ermittlungen keinen Schritt weiter kommen entdeckt Wulffers einen wichtigen Hinweis. Ein altes Kinderbuch, welches die Geschichte von Rumpelstilzchen enthält …

Rumpelstilzchen und König Salomo lassen grüßen

Kann ein 142 Seiten kurzer Krimi wirklich Lesevergnügen bereiten und zudem noch Spannung aufkommen lassen? Ja, vorausgesetzt es handelt sich bei dem Autor um einen so souveränen Erzähler wie beispielsweise Dick van den Heuvel, der mit seinem Partner Simon de Waal zuletzt mit seinen historischen Krimis um die Figur des Apothekers C.J.-van-Ledden-Hulsebosch vollends zu überzeugen wusste. Von eben diesem Dick van den Heuvel erschien nun im R.Brockhaus-Verlag der in der Gegenwart spielende Krimi Dicker als Blut, welcher 2006 als erster Teil einer Serie in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Weitere Bände rund um den Polizeiseelsorger Lukas Wulffers mit seinen recht eigenwilligen Ermittlungsmethoden werden folgen, ein zweiter Band ist bereits erschienen.

Es ist vor allem der locker-leichte Erzählstil mit welchem van den Heuvel punkten kann. Obwohl der Plot denkbar kurz ist, gelingt es dem Autor spielend die Charaktere mit Leben zu füllen und den Leser an deren privaten Problemen teilhaben zu lassen, ohne dabei den eigentlichen Fall aus den Augen zu verlieren. Der Kürze des Plots fällt lediglich die Auflösung des Falles zum Opfer, da hier der Leser keine Chance hat selber den vermeintlichen Entführer zu erraten. Dieser wird erst in einem Geständnis genannt, ohne dabei selber die Szenerie zu betreten.

Wulffers gelingt es mit seinen Methoden des Trost spenden, aber eben auch des Zuhörens wichtige Informationen von Leontine und Louis Boffet zu erhalten. Das zur Lösung des Falles ausgerechnet das Märchen von Rumpelstilzchen weiterhilft, ist eine überraschende Pointe, da bis kurz vor Romanschluss außer den ermittelnden Personen nur die Eltern von Sam mitwirken. Zum Finale wartet Dick van den Heuvel dann noch mit der ein oder anderen Wendung auf, so dass man letztendlich einen kurzen, aber sehr schönen Krimiabend hatte, in dem die hinlänglich bekannte Geschichte um König Salomo (»Welcher Frau gebe ich das Kind?«) zudem noch einen kleinen Anstoß zum Nachdenken gibt.

Fortsetzung folgt! – In diesem Fall eine gute Nachricht.

Jörg Kijanski, März 2007

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