Alptraum in den Straßen von Derek Raymond

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Nightmare in the Street, deutsche Ausgabe erstmals 1990 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Paris, 1990 - 2009.

  • London: Serpent's Tail, 2006 unter dem Titel Nightmare in the Street. Erstausgabe 1988 bei Éditions Rivage, Paris auf frz.. 224 Seiten.
  • 1990: Bastei Lübbe, 1990. Übersetzt von Jürgen Bürger. Schwarze Serie; Bd. 19138. Mit einem Nachwort von Thomas Wörtche. ISBN: 3-404-19138-2. 203 Seiten.

'Alptraum in den Straßen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Kleber ist Polizist in Paris. Er hat dem Verbrechen den Kampf angesagt, ohne Erbarmen gegen sich selbst und andere . Eines Tages überzieht der gnadenlose Flic den Bogen und wird suspendiert. Plötzlich findet er sich auf der anderen Seite des Gesetzes wieder. Als er einen Job für einen Freund aus der Unterwelt erledigt, eröffnen die Gangster die Jagd – als erstes auf seine Frau …

Ihre Meinung zu »Derek Raymond: Alptraum in den Straßen«

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michael zu »Derek Raymond: Alptraum in den Straßen« 08.09.2009
Kleber wirkte auf mich wie ein solch selbstverliebter und egozentrischer Kotzbrocken, dass ich im ersten Drittel des Buches ab und an dran dachte, das Buch ins Eck zu werfen und mich mit Characteren zu befassen, die mir mehr zusagen. Doch Gott sei Dank gibt es den Anhang im Buch, und trotz Spoileralarm verebbte mein Ekel schnell und ich ließ mich auf dieses Manifest des Durchdrehens ein, dass an einigen Stellen fast schon weh tut. Vielleicht auch, weil dieser Wahnsinn nachvollziehbar ist - ich hatte nach diesem Buch erst mal das Verlangen, meine Freundin ganz fest zu halten und nie wieder los zu lassen.
So etwas erwarte ich erstmal nicht von einem Krimi, auch nicht von einem schwarzen. Und ja, ich bin beeindruckt. Am besten im Herbst lesen und anschließend Nick Cave oder Woven Hand hören.
morus64 zu »Derek Raymond: Alptraum in den Straßen« 15.02.2006
Ganz starke, schwermütige 188 Seiten, "Der kleine Prinz" (A. de Saint-Exupery) der Kriminalliteratur!
So ziemlich alles, was dem Zivilbullen Kleber etwas bedeutete, wir in kürzester Zeit brutal und rücksichtslos ausgelöscht. Er hat nichts mehr zu verlieren, außer seine Einsamkeit.
Dieser Kleber wird in seinen Monologen und den Dialogen so grazil dargestellt, dass er wohl ewig im Gedächtnis haften bleiben wird. Der Weltschmerz des Derek Raymond (in seinem bewegten Leben u.a. auch tätig als Lektor v. J.P. Sartre!!!) spiegelt sich wie eine Autobiografie wider.
Und dieser seelisch gebrochene Kleber ist, einmal provoziert, einer wieselflinker Kämpfer - aber er warnt fairerweise vor.

FAZIT:
Ein pulp-noir-Krimi ("der räudige Straßenköter der Crime Fiction", so Th. Wörtche), den man gelesen haben muß und der sich deutlich abhebt vom britischen Whodinit-Schema (Nachwort Wörtche:"....staubtrockene, kontur- und profillose Produkte für den behaglichen Leseabend, deren Handlung und Personal sich im Gedächtnis des Lesers spätestens nach 12 Stunden jämmerlich vermengen").
Nach diesem verzweifelten Roman eines leider viel zu wenig beachteten Autors erscheint sein Folgewerk "Dora Suarez" in völlig anderem Licht!
97 GRAD, ohne wenn und aber.
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